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Umstrittenes Goebbels-Zitat: Geißler wirft Kritikern Nazi-Hysterie vor

Heiner Geißler kann die Empörung über das von ihm verwendete Goebbels-Zitat vom "totalen Krieg" nicht verstehen - nun rechtfertigt sich der S-21-Schlichter erneut. Er habe bewusst zugespitzt, die Aufregung über seine Wortwahl sei künstlich und verrückt.

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hans.jo 03.08.2011, 13:55
170. Tja

Zitat von tengri_lethos
Vielen Dank! Ich dachte schon, ich sei der einzige hier, der das so sieht.
Leider sind wir hier eine kleine Gruppe die das nicht alles total harmlos findet. Im Prinzip ist es das zwar im wesentlichen, aber man sollte trotzdem mal begreifen wo das Problem ist. Aber bei den meisten hier scheint kein Wille zu dieser Erkenntnisgewinnung zu bestehen.

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Loddamaddaeus 03.08.2011, 13:56
171. #

Zitat von sysop
Heiner Geißler kann die Empörung über das von ihm verwendete Goebbels-Zitat vom "totalen Krieg" nicht verstehen - nun rechtfertigt sich der S-21-Schlichter erneut. Er habe bewusst zugespitzt, die Aufregung über seine Wortwahl sei künstlich und verrückt.
Das kann ich in der Tat gut nachvollziehen. Ich behaupte, dass es genau diese Empörungs-Mechanismen sind, die (zusammen mit der inflationären Verwendung von Nazi-Vergleichen seitens wohlmeinender Kultur- und Politikkritiker) den echten Relativierern Tür und Tor öffnen.

Ich habe die Sitzung teilweise am Fernsehen verfolgt, den Ausspruch selbst habe ich nicht gehört (vielleicht habe ich ihn auch ÜBERhört). Ich halte es für möglich, dass die Äußerung nicht so gut überlegt war, wie Geißler es jetzt darstellen will. Was danach kommt, kann eigentlich nicht überraschen. Aber macht es Sinn?

65 Jahre nach Kriegsende hat die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung selbst keine Kriegs- und Diktaturerfahrung mehr. Die substantielle Auseinandersetzung damit ist erst in den 60er Jahren initiiert worden. Das ist eigentlich nicht ungewöhnlich. Vergleichbares kennt man aus anderen Ex-Diktaturen, wie etwa Spanien. Da sich die Eliten immer in Teilen in das jeweils neue System hinüberretten und auch weite Teile der Bevölkerung zumindest stellenweise mit der Diktatur sympathisiert haben, ist es oft erst die nachfolgende Generation, die die Kraft für eine wirkliche Aufarbeitung findet. Und die Aufarbeitung der Nazi-Diktatur war gründlich, in der Wissenschaft wie in der Öffentlichkeit.

Relativierer hat es immer gegeben und wird es immer geben. Zu den Relativierern zähle ich allerdings nicht nur Nazi-Apologeten, sondern auch wohlmeinende Zeitgenossen unter Journalisten, Politikern und anderen Multiplikatorengruppen. Durch inflationäre, in der Sache oft ziemlich hahnebüchene Gleichsetzungen von aktuellen Entwicklungen mit Entwicklungen in der Weimarer Republik oder der Nazi-Diktatur, oder auch durch ritualisierte Empörung über Äußerungen wie die von Geißler, banalisieren sie die historischen Vorgänge und entwerten gleichzeitig die gesellschaftspolitischen Lehren, die aus dieser Zeit gezogen wurden, und zwar nicht immer, aber meist aus eher politischen Motiven heraus. Zwischenzeitlich durchschauen das die Konsumenten viel besser als die Autoren.

Die Folge ist absehbar: Da die "Konsumenten" nur abstrakte Erfahrungen mit der Nazi-Diktatur haben, reagieren sie zunehmend gelangweilt, desinteressiert und werden zusehends desensibilisiert für die echten Relativierer, die die historischen Realtitäten umdeuten und zurechtbiegen wollen.

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TRJ 03.08.2011, 13:57
172. Lächerlich, scheinheilig und wie immer reflexhaft

haut die deutsche Presse und Otto Gutmensch jetzt auf den bösen Naziheiner.
Das ist so lächerlich und daneben, das man sich wirklich fragt ob die Herren bei Spiegel und Co überhaupt noch sowas wie ein Hirn haben, oder ob das im ersten Studiensemester prophylaktisch entfernt wird.
Aber von unserer unsäglich schlechten Presse und dem was sich heutzutage Journalist nennt war nichts anderes zu erwarten, insofern ignoriert man das Gewäsch das jetzt diverse selbsternannte Sitten und Moralwächter wieder von sich geben am Besten.
Und macht das, was eigentlich die Herren Journalisten machen sollten, man verschafft sich ein differenziertes, detailliertes Bild der Situation und wägt mit gesundem Menschenverstand ab. Und danach muss man dann einfach sagen, der böse Naziheiner hat Recht, er hatte von Anfang an Recht und sein Zitat jetzt aus dem inhaltlichen Zusammenhang zu reißen ist viel schlimmer und viel faschistischer als das Zitat selbst.
Ich weiß, jetzt bin ich auch ein Nazi ... hurra!

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watermark71 03.08.2011, 13:58
173. Über jede Kritik erhaben

Tut mir ja leid: aber dieser Mann ist senil.

Wer seine "Schlichtung" verfolgt hat (ich habs getan, dank GEZ Phönix, keinen Sendetag verpasst) hat den Eindruck, dass das entweder eine galaktische, Bambiverdächtige Satireshow war - oder dass er schlichtweg mindestens die halbe Thematik nicht verstanden hat. (Ich habe mich übrigens bei diesen Shows ungemein amüsiert - und hätte mir gewünscht, die hätten das im Abendprogramm ausgestrahlt! Der Mann nebst S21/K21 Ensemble stellte phasenweise die ganzen Trash TV Berufssatiriker in den Schatten!)

Das ist übrigens keine Kritik an der Person. Der Mann hat ein stolzes Alter - und ich würde mich freuen in diesem hohen Alter noch zumindest ohne Hilfe durchs Leben zu kommen. Nur komplizierte Zusammenhänge sind halt nicht mehr das Ding der Senioren.

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gunman 03.08.2011, 14:00
174. Wot´s next?

Ok, Naziskeule ist durch. Was kommt als nächstes?

Der Bahnhofsum- und Ausbau ist schädlich für´s Erdklima?

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75er 03.08.2011, 14:01
175. .

Und das alles wegen eines Provinzbahnhofes. Gut das Deutschland keine anderen Sorgen hat.

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gsm900 03.08.2011, 14:01
176. Linkspebejismus

Zitat von realredfox
Geißler hat Recht, sucht euch was anderes zum Sommerlochstopfen oder künstlich empören.
das Antiteilchen zum Rechtspolulismus

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Rainer Daeschler 03.08.2011, 14:02
177. Rücktreten

Zitat von medienquadrat
Rücktritt! Ich fordere seinen Rücktritt! Was? er ist im Ruhestand? Dann soll er davon zurücktreten!
Na, irgendwas zum Rücktreten wird sich doch wohl noch finden lassen, notfalls gegen die Kritiker. ;-)

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Maynemeinung 03.08.2011, 14:03
178. Das ist das eigentliche Problem

Zitat von elektrav
..belehrend und um vermeintlich gut dazustehen, nciht aus Überzeugung.
Journalisten sind in aller Regel Zyniker. Wäre interessant, mal aufzuzeichnen, was die Zeigefingererheber selbst am Stammtisch so von sich geben.

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cairne 03.08.2011, 14:04
179. ?

Zitat von sysop
Heiner Geißler kann die Empörung über das von ihm verwendete Goebbels-Zitat vom "totalen Krieg" nicht verstehen - nun rechtfertigt sich der S-21-Schlichter erneut. Er habe bewusst zugespitzt, die Aufregung über seine Wortwahl sei künstlich und verrückt.
Goebbels hat als Antwort auf seine Frage ein lautes "Ja" erwartet, Geißler ein "Nein". Das ist schon mal ein großer Unterschied. Damit distanziert er sich doch schon von Goebbels. Geißler hat auch keine Naziideen relativiert oder gut gefunden. Die Aufregung ist mir total unverständlich.

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