Forum: Politik
Umstrittenes Goebbels-Zitat: Geißler wirft Kritikern Nazi-Hysterie vor

Heiner Geißler kann die Empörung über das von ihm verwendete Goebbels-Zitat vom "totalen Krieg" nicht verstehen - nun rechtfertigt sich der S-21-Schlichter erneut. Er habe bewusst zugespitzt, die Aufregung über seine Wortwahl sei künstlich und verrückt.

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franko_potente 03.08.2011, 14:09
190. -

Zitat von n.holgerson
Jedes Kind hat gelernt, dass man so was nicht macht. Jeder der halbwegs intelligent ist, weiß auch warum. Weil u.a. dieses Zitat jedem der es hört, weiß wer es gesagt hat, was es bewirkt hat und welche "Problematik" damit angesprochen wird. Wenn man dieses Zitat jetzt nimmt und es......
Es ist gar eine Verhöhnung der Opfer, nicht wahr?!
Geissler könnte ja als Entschuldigung ein Mahnmal stiften.

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Umbriel 03.08.2011, 14:10
191. O wie wichtig

Zitat von Willi Wacker
Geißler WUSSTE haargenau, woher das Zitat stammt. Auch wenn er sich im DLF-Interview dumm gestellt hat.
Eine Frage: Was finden Sie daran so wichtig?

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Mitch 03.08.2011, 14:10
192. Nice

Zitat von Loddamaddaeus
Das kann ich in der Tat gut nachvollziehen. Ich behaupte, dass es genau diese Empörungs-Mechanismen sind, die (zusammen mit der inflationären Verwendung von Nazi-Vergleichen seitens wohlmeinender Kultur- und Politikkritiker) den echten Relativierern Tür und Tor öffnen. [...] [Kürzung wegen Platz] Die Folge ist absehbar: Da die "Konsumenten" nur abstrakte Erfahrungen mit der Nazi-Diktatur haben, reagieren sie zunehmend gelangweilt, desinteressiert und werden zusehends desensibilisiert für die echten Relativierer, die die historischen Realtitäten umdeuten und zurechtbiegen wollen.
Wow! Gute Argumentation. Wird nicht jeder teilen, aber eigentlich kann man schwer dagegen argumentieren!

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nervmann 03.08.2011, 14:11
193. Totale Diskreditierung

Zitat von sysop
Heiner Geißler kann die Empörung über das von ihm verwendete Goebbels-Zitat vom "totalen Krieg" nicht verstehen - nun rechtfertigt sich der S-21-Schlichter erneut. Er habe bewusst zugespitzt, die Aufregung über seine Wortwahl sei künstlich und verrückt.
Na ja, es dürfte jetzt wohl darum gehen, Geißler als Vermittler zu diskreditieren, um einen Einigungsprozess zu sabotieren. (Oder ist das wieder nur eine lausige Journalistenmasche, weil Stuttgart21 nicht mehr so richtig was her gibt?????) Ich denke, von der Sache her hat Geißler Recht. Da sind einige auf die totale Konfrontation aus. Mein Verständnis von Demokratie ist das jedenfalls nicht, was etliche der S21-Gegner praktizieren. Ohne Kompromissbereitschaft kann keine Gesellschaft funktionieren. Gewaltexzesse aller Art scheinen aber in DE Mode zu werden; leider auch bei den Irgendetwas-Schützern. Was die Verwendung sogenannter tabuisierter Begriffe betrifft: Da machen jetzt ein paar Moralisten den totalen Krieg gegen den "totalen Krieg", ne? Wie brutal die zur Sache gehen, ist schon brutal.

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Pless 03.08.2011, 14:12
194. Geißlers Zitat

ja er hat Recht, der Heiner. Trotzdem hat er sich damit selbst zu Fall gebracht. Denn Recht haben einerseits und Streit schlichten andererseits sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Dass es zu einer solchen Empörung kommen würde, so abstrus diese auch ist, war vollkommen klar. Kommst du in einer Diskussion mit Nazi-Vergleichen oder eben auch Zitaten bist du raus. Das ist ein ehernes Gesetz, ganz egal wie richtig, berechtigt oder auch nur rhetorisch das ist.

es war klar, dass sich plötzlich wieder viele mit den "Opfern des Nazi-Vergleichs" solidarisieren und diese somit gestärkt aus dem Rhetorischen Fehlgriff hervorgehen. Insofern war das einfach dumm.
Außerdem: der einzige, der in diesem Prozess nicht zuspitzen sollte ist doch wohl der Schlichter. Auch nicht rein rhetorisch.

Ihn allerdings jetzt wegen dieser Dummheit in Nazi-Nähe rücken zu wollen ist noch dümmer und dazu noch infam.

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spiegel-hai 03.08.2011, 14:12
195. .

Zitat von n.holgerson
Ich korrigiere mich, nein es ist nicht lustig, sondern peinlich und erschreckend. Jeder der eine halbwegs vernünftige Bildung genossen hat, weiß, warum man so was nicht macht. Es gibt einfach "Symbole" die von jedem verstanden werden. Jeder Mensch in Deutschland kennt dieses Zitat. Jeder weiß, was "dahinter steckt". Sollte es jetzt tatsächlich jemand geben, der sich fragt "wie dieser Ausspruch symbolisiert etwas?", der sollte sich gleich mal ein Geschichtsbuch mit entsprechenden Erläuterungen kaufen.
ach wo. Jeder Satz muß im Kontext verstanden werden, denn für sich genommen ist die Frage Goebbels Schwachsinn - was bitte sollte man genau besehen unter "totalem Krieg" verstehen, das war gleichfalls Symbolik in der für öffentliche politische Auftritte reservierten Sprache, die zu jener Zeit generell martialisch war - bei den Amis ist das bis heute so.

Geißler nimmt Bezug auf die damit umschriebene und heute so verstandene vollständige Kompromißlosigkeit des verbalen "Alles-oder-Nichts-Feldzugs" der S21-Gegner (wobei das "Nichts" nicht vorgesehen ist) und dazu paßt die rhetorische Frage wie die Faust aufs Auge. Er drückt das genaue Gegenteil von dem aus, was Goebbels gemeint hat.
Zitat von
Das Problem ist und dieses wird von Geißler und einigen Typen hier vollkommen ignoriert, ist die Verharmlosung bzw. Vierwässerung dieses Zitats.
ach was. Es gibt kein Nazi-Abo auf bestimmte Formulierungen.
Zitat von
Weil es doch wirklich absolut klar ist, was passieren wird. Beim nächsten Streik, Steuererhöhung,... wird der nächste kommen und exakt das Gleiche sagen..... Man kann ja Wetten darauf abschließen, wann es soweit ist, dass ein Fußballklub "schlecht" dasteht, ...
kaum. Zum einen gibt es (außer bei VerDi) selten derart kompromiß- und einsichtsfreie Parteigänger irgendeiner Sache, zum anderen ist der Spruch quasi jetzt verbraucht.
Zitat von
Wie gesagt, jeder der halbwegs intelligent ist, kennt die Symbolik dieses Ausspruchs. Diese Ausspruch bzw. die Symbolik für die Proteste bei einem Bau eines Bahnhofes zu opfern, ist einfach nur erbärmlich.
nö. Die S21-Gegner haben jedes Maß aus den Augen verloren. Sie wollen ihr Ziel auf jedem denkbaren Weg durchsetzen, egal was der Rest der Welt davon hält, und was es kostet (die anderen natürlich - sie selbt nicht).
Zitat von
Und bitte ersparen sie mir alle ihr überhebliches "Geschwätz", es braucht keine Symbolik bzw. bestimmte Zitate um auf die Schrecken des 2 Weltkrieges hinzuweisen. Weil es gerade andersherum ist. Um den Konflikt eines Bahnhofsbaus zu verdeutlichen, muss man eben nicht auf Nazi Problematiken verweisen bzw. Zitate verwenden.
den WK II hätte es auch ohne DIESEN Spruch gegeben.
Zitat von
Wie gesagt, die ganze Sache ist eine Armtuszeugnis von Geißler (ganz unabhängig vom Stuttgart 21). Und meiner Meinung ist es ein Armutszeugnis sondergleichen, dass viele hier dies auch noch verteidigen.
Sie haben weigern sich anscheinend, der "Entzauberung" Goebbelscher Rhetorik beizuwohnen. Niemand taste Ihre finsteren Heiligtümer des Erz-Bösen an.
Zitat von
Er soll das Zitat zurückziehen, sich entschuldigen und gut ist es!
er wird es nicht, keine Bange.

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moex 03.08.2011, 14:14
196. .

Mit der Verwendung von Zitaten aus der NS-Zeit sollte man generell vorsichtig sein.In dem Sinne war die Wahl dieses Satzes nicht gerade glücklich.
Vielleicht wusste Geißler aber auch genau,was er mit diesem Zitat heraufbeschwören würde.Politisches Kalkül?Es gibt in unserem Land viele Menschen,die einem pawlowschen Reflex gleich mit Schaum vor dem Mund die Political-Correctness-Keule schwingen,sobald jemand verbal nur in die Nähe der braunen Ecke kommt,egal aus welchen Motiven.Dann wird er nämlich sofort in jene gestellt.

Zitat von tengri_lethos
Es ist schon erschreckend, dass jemand wie er ausgerechnet diesen Passus der Sportpalastrede verwendet. Noch erschreckender jedoch ist die Reaktion der Mehrheit der Foristen hier. Es mag sich bei vielen um Dummheit und /oder Unkenntnis der geschichtlichen Zusammenhänge handeln, bei vielen anderen jedoch wird deutlich, dass die Lust am Zündeln mit dieser Ideologie wieder da ist. Erst ist es gar nicht schlimm, ein Rechtspopulist zu sein und irgendwann wird es auch wieder salonfähig sein, sich zu den Nazis zu bekennen.
Insofern ist Ihre Behauptung,es gäbe wieder Lust am Zündeln mit der braunen Ideologie,einfach nur Blödsinn und entlarvt Sie als weiteren Vertreter der oben genannten gleichgeschalteten Spezies.
Aufarbeitung der Vergangenheit bedeutet nicht,dass man aus falsch verstandener Political Correctness jede verbale Asoziation mit der NS-Ideologie tabuisiert und in die braune Ecke stellt,sondern dass man sich damit auseinandersetzt.
Manche scheinen Angst zu haben,dass das braune Schreckgespenst sofort wieder aus seiner Kiste gesprungen kommt,in die man es so mühevoll gezwängt hat,sobald man nur zu laut seinen Namen ruft.Dabei wird aber übersehen,dass,wenn es darum geht,ein solches System für die Zukunft zu verhindern,es in erster Linie um Mechanismen geht,nicht um Symbolik.

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n.holgerson 03.08.2011, 14:14
197.

Zitat von gambio
Es gibt keine "belastenden" Zitate oder Worte aber es gibt Menschen die die Meinungs und- Redefreiheit und generell die Freiheit eines jeden Einzelnen bedrohen und zu denen gehören Sie.Ihre Pedanterie zeigt eine gewisse Leere und die augenscheinlich vorhandene Engstirnigkeit ist leider wenig durchlässig für Toleranz.
Es gibt Momente die lassen einen wirklich verzweifeln. Es gibt also keine "belastende" Zitat? Wissen sie, sie scheinen in einer vollkommen anderen Welt zu leben.

Wissen sie, ihnen würde aufmerksam lesen nicht schaden. Sie unterstellen mir ich würde Freiheiten untergraben? Lesen sie doch! Hab ich irgendwo geschrieben, es soll verboten werden oder hab ich geschrieben, ein halbwegs intelligenter Mensch benutzt manche Zitate nicht?
Es ist doch lustig, dass Leute die sich wie die Nazis ausdrücken wollen anderen "Engstirnigkeit, mangelnde Toleranz bzw. die Meinungs und- Redefreiheit bedrohen" vorwerfen...

So weit sind wir jetzt schon. Derjenige der nicht möchte, dass Nazi Zitate gesellschaftsfähig werden, soll "politisch" gefährlich sein? An ihrer Stelle würde ich mal in den Spiegel schauen. Also, ich kenne keinen halbwegs intelligenten Menschen, der sich gerne so ausdrücken möchte wie die Nazis.

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Klausw 03.08.2011, 14:15
198. ...

Zitat von Cigaro
Aber eine Entschuldigung war nicht zu viel verlangt, da er eine Rolle innehat, die extrem viel Integrität und Fingerspitzengefühl voraussetzt.
Mal ne blöde Frage: Beim WEM soll er sich denn Entschuldigen? Der Satz ist in der Sitzung letzte Woche gefallen. Dort hat sich keiner drüber aufgeregt und es war dort auch keiner beleidigt.
Erst als der DLF (ich habe es live gehört und war vom Journalisten entsetzt) 4 Tage später (vorher hat es keinen interessiert, erst nach dem DLF-Interview ist die Diskussion hochgekocht) in einem total missglückten, nur auf diesem Punkt herumreitenden Interview dies zur Sprache brachte, ist der Anti-Geißler-Hype entstanden.

Also, bei WEM soll er sich entschuligen? Bei gar nicht beleidigten oder sich betroffen fühlenden Beteiligten des Schlichtungsverfahrens?
Beim einem Journalisten des DLF, den er damit gar nicht gemeint hat ("Ich entschuldige mich beim DLF dafür das ich mich nicht bei den Beteiligten des Schlichtungsverfahrens ungefragt entschuldigt habe").

Oder beim Deutschen Volk: "Ich entschuldige mich beim deutschen Volk für die Verwendung dieses Zitates, das zwar hörbar für alle in einem anderen Kontext und Geist verwendet wurde, aber ...)
?????

Man entschuldigt sich bei dem der sich beleidigt fühlt - wer ist das in diesem Fall????

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Questions 03.08.2011, 14:16
199. Wem nützt es?

Herr Geissler hat mit seinem Bahnhofs-Vorschlag für eine Demaskierung der Protagonisten gesorgt, insbesondere bei der Bahn. Denn sein mit der SMA erarbeiteter Vorschlag ist nicht nur besser als MurkS21+, sondern zeigt auch, daß Verbesserung immer noch dringend notwendig ist und auch möglich ist - sonst würde sich die SMA für ein solches Spiel doch nicht hergeben. Die allgemeine Reaktion nährt nun den Verdacht, daß von dem Vorschlag abgelenkt werden soll und schnell ein anderes Thema her muß. Offensichtlich hatten Gegner mit dem Vorwurf der Immobilienspekulation zumindest einen wahrheitsgemässen Punkt, denn die fiele durch die Lösung des Geissler-Bahnhofs nun flach - entgültig.

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