Forum: Politik
Umstrittenes Herbizid: Klöckner erwartet Glyphosat-Verbot ab 2022
Britta Pedersen/ DPA

Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ist in der EU bis 2022 zugelassen. Agrarministerin Klöckner glaubt, dass diese nicht verlängert wird. Vorher sei ein Verbot aber kaum zu machen.

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Beat Adler 14.07.2019, 16:30
140. Nachhaltige Landwirtschat ist auschliesslich Dank Glyphosat moeglich

Zitat von Haarfoen
Ein Vorschlag in die richtige Richtung, immerhin. Eine nachhaltige Landwirtschaft sieht aber ganz anders aus. Vor nicht allzu langer Zeit lief eine sehr interessante Radiosendung auf Bayern 2, die sich mit der aktuellen Forschung zur Mikrobiologie in Böden beschäftigt hat. Das Thema - man glaubt es nicht - steckt wissenschaftlich noch in den Kinderschuhen, erst letztes Jahr haben sich europäische Universitäten auf einen Datenaustausch und ein Stück Boden als gemeinsame Referenzprobe geeinigt. Unglaublich, wie vielfältig die Beziehungen zwischen Bakterien, Pilzen, Pflanzen und sonstigen Lebewesen in einem cm³ Boden sind. Hier gibt es einen breiten Ansatz von Möglichkeiten, den Anbau von Nutzpflanzen mikrobiologisch zu unterstützen und Mechanismen der Natur auszunutzen. Das Versprühen von Glyphosat gleicht dem Einsatz eines Hammers zur Reparatur einer Armbanduhr, die Flurschäden steigen ins Unermessliche. Bedeutet: Wir müssen mehr Initiative und Forschung investieren und dürfen dieses Feld nicht profit- orientierten Konzernen überlassen. Der neoliberale Kapitalismus ist der allerschlechteste Bauer oder Gärtner und sollte vom Acker gescheucht werden.
Nachhaltige Landwirtschat ist auschliesslich Dank Glyphosat moeglich. Es gibt bisher keine bessere Technologie, die Boenfruchtbarkeit zu erhalten.

Wer also fuer gute Boden ist, lebendige Humusboeden, Schwarzerdeboeden mit guter Kruemeilgkeit, nicht ausgelaugte, mit Kunstduengern vollgesaettigte Boeden, stellt das Pfluegen ein. Er geht zur no-till Landwirtschaft ueber. Das geht allerding nur und auschliesslcih nur Dank Glyphosat.

Wer Bio Landbau will, darf das tun, muss aber meine, in allen Blogs zum Thema Landwirtschaft und Ernaehrung gestellte Frage, beantworten:

Soll sich die EU selbst ernaehren koennen?

mfG Beat

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Haarfoen 14.07.2019, 16:32
141.

Zitat von Beat Adler
"Glyphosat hat negative Auswirkungen auf die Mikrobiologie von Böden" (...) Bodenbakterien sind der wichtigste Helfer in der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Sie werden nach dem Pfluegen durch UV Licht zerstoert, vom Wind weggeblasen, erfrieren, etc. Deswegen ist es besser NICHT zu pfluegen, was nun durch und Dank Glyphosat moeglich wurde. mfG Beat
Wie schon ausgeführt: Sie klopfen hier mit dem Holzhammer und einfachen Erklärungen auf ein Thema, das noch gar nicht ausreichend erforscht wurde. Biologische Öko- Systeme sind hochkomplex und werden durch den Menschen nicht beherrscht, auch wenn er sich Größenwahn dazu befähigt sieht. Als Lektüre empfehle ich Ihnen den Zauberlehrling von Goethe. Wir erinnern uns an Vandana Shiva, die Trägerin des alternativen Nobelpreises. Alte Reisarten, die resistent gegen Unkräuter und Insekten sehr hohe Erträge bei gleichsamer Schonung der Böden bieten.

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geri&freki 14.07.2019, 16:33
142. Transparenz?

Zitat von Beat Adler
"Glyphosat hat negative Auswirkungen auf die Mikrobiologie von Böden" Das ist Bestandteil der verlangten Tests VOR der Erhaltung der Verkaufsbewilligung eines jeden Pflanzenschutzmittels. Da Glyphosat KEINE Wirkung auf Bodenlebewesen, inklusive Bakterien hat, wurde es zum Verkauf frei gegeben. Solche Tests werden an Universitaeten und staatlichen landwirtschaftlichen Forschungsanstalten durchgefuehrt, sowohl in den USA wie auch in der EU, in Indien, Brasilien und in China, ganz besonders streng in Japan. Nirgendwo wurde Glyphosat deswegen verboten. Bodenbakterien sind der wichtigste Helfer in der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Sie werden nach dem Pfluegen durch UV Licht zerstoert, vom Wind weggeblasen, erfrieren, etc. Deswegen ist es besser NICHT zu pfluegen, was nun durch und Dank Glyphosat moeglich wurde. mfG Beat
Und wie schaut es mit Darmbakterien aus? Wurde das auch getestet? Wenn ja - wann, wo, von wem und an wem?
Und warum sind diese Studien im Allgemeinen nicht zugänglich??

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Callidus89 14.07.2019, 16:34
143. Bitte kein Verbot

Erschreckend. Politiker sollen den Willen der Bevölkerung vertreten. Was aber, wenn die Bevölkerung zu einem Thema keine fachliche Kompetenz hat und sich aufgrund schlechter Aufklärung nur durch Sorgen und Ängste eine Meinung bilden konnte, die die wissenschaftlichen Fakten komplett ignoriert?

Glyphosat ist laut einer Vielzahl von Studien ein bedenkenlos nutzbares und zudem alternativloses Produkt (verschriftsmäßige Anwendung verraus gesetzt). Der Fakt, dass es von der IARC als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird ist dabei kein Widerspruch, da dort nicht das Risiko im Alltag bewertet wird. Wer Aufgrund dieser Bewertung ein Verbot fordert, müsste genauso auch Sonnenstrahlung und heißen Kaffee verbieten. Sachgemäße Anwendung von Glyphosat ist genauso unbedenklich wie 1h Sonnenbaden mit Sonnenschutzcreme.

Glyphosat zu verbieten ist irrational und es wäre extrem erschütternd, wenn die Politik, mit ihren vielen Beratern und Experten, sich der Laienmeinung der Bevölkerung oder ein paar "besserwissenden" Umwelt- Lobbyisten beugen würde.

Politik hat nicht nur die Aufgabe den Willen des Volkes zuvertreten, sondern auch das Volk vor den Auswirkungen seines Willens zu schützen. Das Volk ist eben manchmal wie ein Kind das etwas dummes machen will.

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spiritof81 14.07.2019, 16:35
144.

Zitat von Haarfoen
Das sieht das Umweltbundesamt aber ganz anders. https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/pflanzenschutzmittel/glyphosat Da stehen Sie mit Ihren Ausführungen mutterseelenallein auf weiter Flur. Und die Mär des unfähigen amerikanischen Rechtssystems mit "absurden Urteilen" kann man natürlich bemühen. Da sitzen Sie dann im selben Boot mit den Herren Winterkorn und Stadler. Nicht glaubwürdig, mit Verlaub.
Ich habe in dem Artikel des durch und durch politisierten UBA, deren Präsidentin, anders als bei anderen Behörden, keinen entsprechenden wissenschaftlichen Hintergrund hat (dafür aber ein SPD-Parteibuch, wie bereits ihr Vorgänger und Ex NABU-Präsident Flasbarth), keine einzige Passage gefunden, die meinen Ausführungen widerspricht.

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mirage122 14.07.2019, 16:37
145. Unsere Weinkönigin

Das war doch genau der richtige Job für die Dame Klöckner. Wer im Wahlkampf in Rheinland-Pfalz demonstrativ mit dem Radl zu den Veranstaltungen anrollt, um damit zu unterstreichen, dass Manu Dreyer mit ihrer MS-Krankheit dazu nicht in der Lage war, der hat sich menschlich ein- für allemal disqualifiziert. Wir werden vergiftet; denn die Millionen-Klagen in den USA sind vermutlich nur peanuts. Frau Klöckner ist eine eifrige Dienerin der Lobbyisten - und sonst nichts. Und was heißt "europäisches Recht"? Österreich versucht es doch auch - oder sollen wir solange still halten, bis nichts mehr geht. Die christliche Minister-Runde in dieser Koalition ruiniert das Volk. Scheuer, Dobrindt, Spahn und Konsorten und mitten drin Frau Klöckner.

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Beat Adler 14.07.2019, 16:42
146.

Zitat von Haarfoen
Wie schon ausgeführt: Sie klopfen hier mit dem Holzhammer und einfachen Erklärungen auf ein Thema, das noch gar nicht ausreichend erforscht wurde. Biologische Öko- Systeme sind hochkomplex und werden durch den Menschen nicht beherrscht, auch wenn er sich Größenwahn dazu befähigt sieht. Als Lektüre empfehle ich Ihnen den Zauberlehrling von Goethe. Wir erinnern uns an Vandana Shiva, die Trägerin des alternativen Nobelpreises. Alte Reisarten, die resistent gegen Unkräuter und Insekten sehr hohe Erträge bei gleichsamer Schonung der Böden bieten.
Haben Sie eine Forschungseinrichtung einer Universitaet mit Abteilung Landwirtschaft besucht? Dort die Versuche zur Bodenfruchtbarkeit hoechstselbst gesehen, gerochen, geschmeckt, und ganz wichtig: GEMESSEN.

Da nur noch weniger wie 2% der EU Bevoelkerung direkt ihr Geld mit Landwirtschaft verdienen, deswegen die 98% jeglichen Fortschritt einfach ignorieren und glauben die Heidi mit dem Geissenpeter auf der Alp ist immer noch Standard, irrt sich gewaltig.

Die technologische Entwicklung in der Landwirtschaft hat die gleiche Geschwindigkeit wie vom scharzen Telefon mit runder Waehlscheibe zum Smartphone.

Wenn wir Menschen es NICHT schaffen unsere Ackerflaechen fruchtbar zu erhalten, das Ganze zum Unheil noch gekroent von der Globalen Erwaermung, die fuer Wetterkapriolen sorgt, der Bauer bei der Ausaat die Wahl hat mit grosser Wahrscheinlichkeit entweder eine Duerre oder ein Wegschwemmen wegen Starkregens zu erleben, dann wird es zappenduster.
mfG Beat

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freddygrant 14.07.2019, 16:42
147. Das schnelle Verbot ....

... des Einsatzes von Glyphosat ist seit Jahren überfällig!
Die toxische Verseuchung der Böden, Reduktion der Insekten
und extrem human-kanzerogenen Wirkung bei konzentrierten
Ausbringung und Wirkung ist nachgewiesen. Die politische
Entscheidung (auch der deutschen Regierung) ist der Wirtschaft
geschuldet und nicht der Bevölkerung, Fauna und Flora.

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geri&freki 14.07.2019, 16:44
148.

Zitat von spiritof81
Und 39 Wildbienenarten sind bereits ausgestorben, nur eine davon innerhalb der letzten 40 Jahre. Ungefähr genausolange wird Glyphosat in Deutschland eingesetzt. Das heißt also, dass 38 von 39 Wildbienenarten vor der Anwendung von Glyphosat ausstarben. https://www.novo-argumente.com/artikel/umweltministerium_fuehrt_bundestag_hinters_licht
1. Als Wildbienenart - wie auch als andere Tier- und Pflanzenart - kann man auch aus vielerlei anderen Gründen aussterben. Glyphosat hat hier keineswegs das Monopol. Insbesondere, da es neben Glyphosat noch noch diverse Insektizide gibt, von denen manche zwischenzeitlich ja genau aus diesem Grunde auch verboten wurden. Genannt sei hier z.B. das DDT.
2. Und was ist mit den anderen 270 heimischen Wildbienenarten, die seit der Anwendung von Glyphosat namentlich in der letzten 30 - 40 Jahren in die Roten Listen gerutscht sind?? Zählen diese für Sie erst dann, wenn sie flächendeckend ausgestorben sind?

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Beat Adler 14.07.2019, 16:48
149.

Zitat von geri&freki
Und wie schaut es mit Darmbakterien aus? Wurde das auch getestet? Wenn ja - wann, wo, von wem und an wem? Und warum sind diese Studien im Allgemeinen nicht zugänglich??
Es gibt eine Studie einer franzoesischen Universitaet die kuerzlich zum Thema Glyphosat - Darmbakterien veroeffentlicht wurde: Leider ist sie nicht aussagekraeftig, da die Statistik keine Signifikanz aufweist.

Allerdings gibt es Studien, die zeigen, dass wenn ein tierischer Organismus 1000,0 Mikrogramm Glyphosat aufnimmt, diese gleichen 1000,0 Mikrogramm wieder ausgeschieden werden. Es findet innerhalb des Koerpers keinerlei Metabolisierung des Glyphosat statt. Alles, was rein geht, kommt wieder raus, vorallem durch den Urin. Deswegen ist ein Effekt von Glyphosat auf Darmbakterien unwahrscheinlich.
mfG Beat

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