Forum: Politik
Umstrittenes Interview des FDP-Chefs: Philipp Rösler, Claudia Roth und die taz

Philipp Rösler gab dem Grünen-Blatt "taz" ein Interview. Einen Tag, nachdem Claudia Roth in der Zeitung über Gartenzwerge reden durfte, wurde ein Gespräch mit dem FDP-Chef zu seiner vietnamesischen Herkunft gedruckt - doch nur die Fragen wurden veröffentlicht, nicht seine Antworten. Was lief da schief?

Seite 10 von 23
JuppSchmitzKoeln 10.09.2013, 17:35
90.

Zitat von platin-iridium
..daß die Vorwürfe gegen Daniel Cohn-Bendit nicht bewiesen werden konnten. Sie wissen, daß die zahlreichen Fälle von pädophilen Geistlichen von Betroffenen bestätigt wurden? Was soll da gelaufen sein? Haben Sie dafür eine oder mehrere Quellen? Weil er sich dort vielleicht einmal a) über die miserable Bezahlung und b) durchaus über die Ressentiments informieren könnte, die manchem Vietnamesen, die nicht über so eine herausragende Stellung wie Herr Rösler verfügen, entgegenschlagen. Ich hoffe, Ihre Frage ist damit ausreichend beantwortet.
Suchen Sie einfach im Internet nach, es läuft (oder ist gerade abgeschlossen worden???) eine Untersuchung zum Thema Grüne und Pädophilie. Und das diverse Dinge gelaufen sind, haben mehr als genug Politiker der Grünen auch selber ausgesagt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sponner_hoch2 10.09.2013, 17:35
91.

[QUOTE=muellerthomas;13702822]

Zitat von
Wieso sollten für nicht-Journalisten denn journalistische Gepflogenheiten relevant sein?
Politiker geben ein Interview und ohne jede rechtliche Grundlage werden diese anschließend noch einmal vor Drucklegung vorgezeigt.
[QUOTE]

Und? Ich sage Leuten auch ohne rechtliche Grundlage "Guten Tag", ist das jetzt auf verwerflich?

(Und ums vorweg noch mal zu betonen: Ich halte die Praxis des authorisierens in Deutschland auch für unmöglich und wieder des journalsitischen Ehtos.)

Zitat von
Sofern die Aussagen richtig widergegeben wurden, wird das Interview üblicherweise freigegeben.
Das war mal ursprünglich so. Ist es aber schon lange nicht mehr. Da wird heutzutage meistens noch "nachgeschliffen", bevor es freigegeben wird. WIe gesagt, unmöglich, aber leider mittlerweile Usus.

Zitat von
Gegen diesen Grundsatz hat die FDP verstossen,
OK, lassen wir das mal so stehen (siehe oben). Dann hätte die FDP gegen Gepflogenheiten des miteinander verstoßen. Aber eben nicht gegen journalistische Gepflogenheiten - denn diese sind eben nur für Leute in ihrer journalsitischen Tätitgkeit relevant.

Zitat von
eien liberale Partei tritt die Pressefreiheit mit Füßen.
Jetzt mal etwas langsam hier. Die FDP sagt "wir möchten das nicht veröffentlicht haben" und die taz sagt "OK, dann nicht" - das hat noch lange nichts mit "Pressefreiheit mit Füßen treten" zu tun.

Zitat von
Ich finde das Interview selbst zwar lächerlich und inhaltsleer, die taz sollte es aber einfach ohne Freigabe veröffentlichen. Wenn Rösler die Fragen nicht passen, hätte er darauf nicht antworten sollen.
Da pflichte ich unumwunden bei.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
3cent 10.09.2013, 17:35
92.

Ich habe mir die Fragen durchgelesen. Und ich finde nicht nur eine der Fragen rassistisch! Ich schätze mal, dass die TAZ arge Angst hat, dass die Grünen bei der Wahl in der Bedeutungslosigkeit versinken. Und wo keine Sachkritik möglich ist, greift man politische Konkurrenz halt auf einer persönlichen Schiene an!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bert1966 10.09.2013, 17:36
93.

Zitat von ein-berliner
Diese weißen Seiten sollten perforiert ausgeliefert werden, so haben sie doch auf den WCs der linken Apofreaks noch einen Mehrwert.
Die kratzen doch keinen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sartorius 10.09.2013, 17:36
94. Falsche Prioritäten

Zitat von sysop
Philipp Rösler gab dem Grünen-Blatt "taz" ein Interview. Einen Tag, nachdem Claudia Roth in der Zeitung über Gartenzwerge reden durfte, wurde ein Gespräch mit dem FDP-Chef zu seiner vietnamesischen Herkunft gedruckt - doch nur die Fragen wurden veröffentlicht, nicht seine Antworten. Was lief da schief? Herrn Rösler habe ich immer nur als einen deutschen Politiker wahrgenommen. Leider als einen nicht sehr begabten - allein das verdient der Auseinandersetzung mit seiner Person. Sein überschaubares Charisma, seine nicht sehr ausgeprägte rednerische Begabung und auch Führungsschwäche haben seiner Partei ebenso geschadet wie das Bild der amtierenden Regierung mit geprägt. Was ich nie sah, wenn ich seine Auftritte beobachtete, war ein Ausländer oder auch nur jemand "mit Migrationshintergrund", wie ich in Kommentaren zum Beitrag lese. Den ersten Hintergrundbericht zu seiner persönlichen Geschichte habe ich interessiert zur Kenntnis genommen, weil er mein Bild abrundet, aber nicht mehr. Danach ist er für mich ein deutscher Politiker geblieben - mit einem farbigen Jugend und einer grauen Gegenwart. Er hat, wie jeder, verdient, das man fair würdigt, was er ist. Man kann anderer Meinung als ich sein, was seine politische Begabung und seine Leistung als Regierungsmitglied betrifft. Aber Rösler zum Ausländer zu machen, ist absurd. Ihn immer wieder in den Mittelpunkt einer Debatte über Ressentiments gegenüber Ausländern zu rücken, zeugt von Geistlosigkeit. Das ist gerade einer taz nicht würdig - da hätte es spannendere Themen gegeben. Etwa, ob die derzeitige FDP-Führung die liberalen Ideale überhaupt noch versteht und vertritt oder ob sie, mit aller Gewalt am Überleben klammernd (mehr am eigenen, als an dem der Partei), dem gefühlten Mainstream hinterher läuft. Zu sozialliberalen Zeiten waren das einmal die "eigentlichen Piraten", ohne aber das Nötige schlicht zu blockieren. Die heutige FDP ist gänzlich gesichtslos geworden. Mal gar nicht da, wenn Eingriffe in Grundrechte in Rede stehen, dann blockiert die Partei selbst dort, wo es unvernünftig ist, mit Tendenz zur Generalverweigerung. Ein Muster, das wir schon von der Steuer(senkungs)politik aus der Ära Westerwelle kennen. Das hätte der taz gut zu Gesicht gestanden. Wer, außer Lesern am Rand, die von der taz doch nun wirklich nicht bedient werden, will zum wiederholten Male von Rösler's Umgang mit Hass lesen ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
phaeno 10.09.2013, 17:37
95. Psychologisierereien

Zitat von medley63
Na, bei einem FDP-Chef, der nicht wie ein Asiate, sondern wie ein Türke, ein Afrikaner oder ein Roma aussähe, bei dem hätte man es niemals gewagt derartige Fragen zu stellen. Aber bei Asiaten ist das ja was anders. Asiaten gelten nicht als benachteiligte, als diskriminierte, als eine mit Defiziten(Schwächen) ausgestattete Volksgruppe. Insofern passen Asiaten nicht ins linksdeutsche Raster, gehören nicht nicht zur deren bevorzugter Gruppe der Beleidigten und Erniedrigten der Welt und können daher auch nicht das Klientel der sich selbst mandatierenden "Anwälte der Schwachen" und die Mündel ihrer selbsternannten, sich selbstlegitimierenden Vormünder sein. Nein, ganz im Gegenteil. Asiaten sind sehr erfolgreich. Deren Kinder haben, -und das nicht nur in Deutschland- in der Regel bessere Bildungsabschlüsse als der Nachwuchs der Einheimischen und DIESE! Umstände schüren den Hass, allerdings nicht bei der rechts gestimmten Unterschicht, sonden vielmehr bei der sozialneidischen linken, unteranderem die TAZ_lesenden biodeutschen Mittelschicht, die sich von Menschen wie Herrn Rösler in ihrem sozialen und ökonomischen Status bedroht sehen, zumal, wenn sie auch noch der angeblich neoliberalen "Ellebogenpartei" namens "FDP" angehören. SO wird indess ein Schuh draus!
Ihr Behauptung, was die Fragen an Asiaten oder Türken betrifft, ist schon ein ziemliches daherhalluzinieren. Belege haben Sie für solchen Unsinn natürlich nirgends finden können. Der Fleiss der Asiaten hat diesen übrigens in Lichtenhagen auch nichts genützt, als sie dort von Bewohnern vertrieben und durch die Strassen gejagt wurden. Ihr Versuch, Rassismus in Deutschland als von Opfern verschuldet darzustellen, ist eine ziemlich durchsichtige Rechtspropaganda. Rössler selbst hat sich ja schon bei der Mövenpickaffaire als das hervorgetan, was er politisch vertritt: Ein Interessenvertreter der Wirtschaft und neoliberaler Verachter der breiten Masse unserer Bürger. Weitergeführt hat er das dann bei der Arzneimittelsicherheit, die zugunsten der Pharmaindustrie abgebaut wurde. Der Ruf einer Ellbogenpartei eilt der FDP und ihren Repräsentanten also nicht zu unrecht voraus. Ihr Geschwurbel mit "selbst mandatierend", "selbsternannt" und "selbstlegitimierend" passt zu der FDP-typischen Art des Diffamierens anderer politischen Meinungen und bleibt, wie auch der ganze Beitrag im argumentativ Seichten. Sie machen es einem leicht, in der nächsten Legislaturperiode auf das neoliberale Pack zu verzichten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
super.constellation 10.09.2013, 17:37
96. Das interessiert nun wirklich niemanden

Die TAZ hätte wissen müssen, daß im 21. Jahrhundert die Hautfarbe eines Menschen bitteschön genauso relevant ist, wie die Farbe seiner Haare oder Zehnägel - nämlich ÜBERHAUPT NICHT ! Thama durch -

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sponner_hoch2 10.09.2013, 17:38
97.

Bei Schuelerzeitungen gelten aber auch andere Regeln, Herr Burks! In der Tat - bei Schülerzeitungen kann man noch mal ein Auge zudrücken, wenn es mit den journalistischen Grundlagen nicht ganz so klappt. Bei etablierten Medien dagegen nicht.

Also umso trauriger, wenn eine Schülerzeitung (ihre Annahme, burks_berlin sei Chefredakteur einer Schülerzeitung gewesen mal als wahr vorrausgesetzt) mehr journalistische Tugenden an den Tag legt als die großen Medienhäuser in Deutschland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sinasina 10.09.2013, 17:38
98. Hingegen fand ich Herrn Brüderles Anmerkung

Zitat von sysop
Auffallend aber war, was in diesem Interview gänzlich fehlte - ein Thema, das die Partei derzeit sogar wissenschaftlich vom Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter untersuchen lässt: Wie es die Grünen in den achtziger und noch neunziger Jahren mit dem Thema Pädophilie hielten. Da hätte die "taz" beweisen können, wie bissig sie wirklich ist. Was lief da schief?
Ich zähle Herrn Rösler politisch nicht zu meinen Freunden, finde aber das Verhalten der taz unter aller ... :@
Zitat von r.muck
Zum Thema, wie Rössler wegen seiner Herkunft verächtlicht gemacht wird, muss man sich nur die Rede des momentanen Spitzenkandidaten der FDP, Herrn Brüderle, am 12.5.2012 auf dem Landesparteitag der FDP in Niedernhausen vergegenwärtigen: Wie er sich allerdings selbst, der Herr Brüderle, als Eiche bezeichnen mag, ist auch schon abenteuerlich. Wenn der Spiegel im Blut nicht passt, wohl eher eine Zitterpappel.
Ich mochte Herrn Brüderle gerne und - obwohl selbst Frau - auch nach seiner Busen-Geschichte.
Hingegen fand ich Herrn Brüderles Anmerkung zu Bambusrohre und Eiche unter aller .... :@
Deshalb Danke für Ihre Anmerkung zu Alkohol-Spiegel und Zitterpappel, hat mich beschwingt, trotz Regen und ohne http://www.cosgan.de/images/smilie/nahrung/n055.gif

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karrenstein 10.09.2013, 17:38
99. Wo bleibt die Kolumne von J. Augstein?

Der Beitrag von Herrn Weiland ist eine journalistische Punktlandung. Selten habe ich ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Sachverhaltsdarstellung und kritischer Würdigung gelesen. Es wird nur leider nicht lange dauern bis Herr Augstein seine Kolumne um einen weiteren schwer zu ertragenden Beitrag erweitert.

Es sind gerade die kleinen Alltagsfragen in denen Ressentiments zu Tage treten und die den Fragesteller schnell entlarven: "Wo kommen Sie denn her?", "Wie gefällt es Ihnen bei uns?", usw.

Ich habe von der taz Solches erwartet, so dass sich meine Überraschung in Grenzen hält.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 23