Forum: Politik
Umstrittenes Interview des FDP-Chefs: Philipp Rösler, Claudia Roth und die taz

Philipp Rösler gab dem Grünen-Blatt "taz" ein Interview. Einen Tag, nachdem Claudia Roth in der Zeitung über Gartenzwerge reden durfte, wurde ein Gespräch mit dem FDP-Chef zu seiner vietnamesischen Herkunft gedruckt - doch nur die Fragen wurden veröffentlicht, nicht seine Antworten. Was lief da schief?

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becem 10.09.2013, 18:12
130. Wieso vorgewarnt?

Rösler war gewarnt, das genügt! Eine Warnung geschieht immer vorher und deshalb ist die Vorsilbe unnötig.

http://www.sprachgedanken.de/vorweg

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katzenheld1 10.09.2013, 18:14
131. Ach was, hoch3 sogar

Zitat von sponner_hoch2
In der Tat - bei Schülerzeitungen kann man noch mal ein Auge zudrücken, wenn es mit den journalistischen Grundlagen nicht ganz so klappt. Bei etablierten Medien dagegen nicht. Also umso trauriger, wenn eine Schülerzeitung (ihre Annahme, burks_berlin sei Chefredakteur einer Schülerzeitung gewesen mal als wahr vorrausgesetzt) mehr journalistische Tugenden an den Tag legt als die großen Medienhäuser in Deutschland.
Ich bin inzwischen einen Schritt weiter: wahrscheinlich war der Herr sogar nur Chefredakteur der "Babypostille - von den Kleinen fuer die Kleinsten".

Von journalistischen Tugenden habe ich im taz-Interview rein gar nichts wahrgenommen. Und dass Interviews vom Interviewten freigegeben werden, ist Usus. Das mag Ihnen zwar nicht passen, verhindert aber manchmal journalistische Amoklaeufe.

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klarschiff 10.09.2013, 18:14
132. Taz macht weiter so

Ich freue mich schon auf den Tag wenn Ihr endgültig Pleite seid

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karamzin 10.09.2013, 18:16
133. Rassismus der Linken

Viele Linke sind offensichtlich noch nicht in der deutschen Realität des 21. Jahrhunderts angekommen. Sie klammern sich an Opfer-/Täterbilder des letzten Jahrtausends. Ein in Asien geborener Vizekanzler, der sich noch nicht einmal als Opfer eines permanenten Deutschen Rassismus empfindet, politisch nicht links ist und das Land, in dem erlebt und Karriere gemacht hat mag - das passt einfach nicht ins linke Weltbild.
Da müssen dann suggestive Fragen gestellt werden:" Herr Rößler, warum werden sie gehasst?"
Bestimmt gibt es Idioten hierzulande, die Rößler tatsächlich seiner Herkunft wegen verachten. Den Großteil der Hassbriefe, die er bekommt, stammen jedoch eher von taz-Lesern.
Aber das wollte die taz ja nicht hören.

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hairforce 10.09.2013, 18:19
134. Ganz klar...

Zitat von sysop
Philipp Rösler gab dem Grünen-Blatt "taz" ein Interview. Einen Tag, nachdem Claudia Roth in der Zeitung über Gartenzwerge reden durfte, wurde ein Gespräch mit dem FDP-Chef zu seiner vietnamesischen Herkunft gedruckt - doch nur die Fragen wurden veröffentlicht, nicht seine Antworten. Was lief da schief?
daran ist nur die Toilettenpapierindustrie schuld. Früher hätte man so ein Blatt wie die TAZ klein geschnitten und sich damit den Allerwertesten abgeputzt.

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abseitstor 10.09.2013, 18:21
135. War doch klug

Zitat von thomas_gr
Die Fragen können blöd sein, aber das ändert nichts daran, dass die FDP hier eine Art Zensur vorgenommen hat. Desweiteren hätte er auch nicht antworten müssen oder das Gespräch abbrechen können.
Das ist nicht einmal eine Art Zensur, sondern die Autorisierung ist einfach die gelebte Praxis zwischen Journalisten und Politikern hierzulande. Da gilt: it takes two to tango. Journalisten gewähren diese Praxis, um Interviews gewährt zu bekommen. Hinterher meckern ist kleinlich.

Aber warum hätte Rösler das Gespräch abbrechen sollen? Dann hätte ihn die taz als Feigling darstellen können. Mit dem Ausgang kann er doch ganz zufrieden sein, denn jetzt weiß jeder, dass er selbst den linken Betonköpfen von der taz ein Interview gegeben hat und sich die linken Gutmenschen an seiner Andersartigkeit abgearbeitet haben.

1:0 für Rösler, das weiß inzwischen auch die taz, die ihrerseits das peinliche Interview "zensiert" (zumindest kann ich es nicht mehr aufrufen).

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Afrojüdischer_Sozi-Sinti 10.09.2013, 18:23
136. ja aber das ist ja der witz

Zitat von abseitstor
Ansonsten ist es schon verblüffend, wie schwer sich die Linken damit tun, wenn die von ihnen vermeintlich zu bemutternden Randgruppen (Schwule, Migranten) plötzlich nicht arm sind und brav die LINKE wählen, sondern plötzlich ganz frech Außen- oder Wirtschaftsminister werden. Das würde ja für eine Toleranz und Offenheit dieser Gesellschaft sprechen, die den Linken das Weltbild umbläst.
Ohne "die Linken" wären die vermeintlich zu bemitternden Randgruppen zu denen neben Schwulen, Migranten auch noch Arbeiter und Frauen gehören heutzutage immer noch Menschen zweiter Klasse. Aber Zuzugeben, dass diese Ziele unter wachsendem Druck politisch linker Bewegungen erreicht wurden würde natürlich auch das ein oder andere Weltbild Umpusten. Vermutlich werden politisch linke Bewegungen wohl auch noch in 300 Jahren für alle übrigen Probleme Verantwortlich gemacht werden wenn die Menschheit sich bis dahin des Kapitalismus entledigt hat (und nicht umgekehrt).

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Schleswig 10.09.2013, 18:25
137. xxx

Zitat von sysop
Philipp Rösler gab dem Grünen-Blatt "taz" ein Interview. Einen Tag, nachdem Claudia Roth in der Zeitung über Gartenzwerge reden durfte, wurde ein Gespräch mit dem FDP-Chef zu seiner vietnamesischen Herkunft gedruckt - doch nur die Fragen wurden veröffentlicht, nicht seine Antworten. Was lief da schief?
Die alltägliche Hinterfotzigkeit der Linken und Linken Medien.

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GGArtikel5 10.09.2013, 18:25
138. Stichwortgeber für eitle Selbstdarsteller

Zitat von James Agee
Ich finde, die Debatte hier im Forum geht letztlich am Kern vorbei. Es geht nicht um rechte Zeitung - linke Zeitung; es geht darum, wie sehr sich Zeitungen und Magazine in toto längst zu Gehilfen der "Mächtigen" machen. Die Unsitte der Autorisierung, die, wie in dem Artikel erwähnt, eigentlich nur als Fakten-Check gedacht war, hat mittlerweile ein Ausmaß erreicht, dass man als Journalist oft keine Lust mehr hat, Interviews überhaupt noch zu führen. Da wird später lustig gestrichen, umgeschrieben und glatt gebügelt. Man braucht als Journalist eigentlich eh keine scharfen und ungeliebten Fragen mehr formulieren, da diese am Ende kaum durch die Autorisierung kommen. Ich glaube, ein Großteil der späteren Leser hat von diesen Widrigkeiten überhaupt keine Vorstellung. Und leider gibt es viel zu viele schwache Redakteure, die aus Angst vor "findigen Medienanwälten" den ganzen Schmarren auch noch mitmachen.
... und deshalb lese ich schon lange keine Interviews mehr. Journalisten fungieren doch längst nur noch als Stichwortgeber für eitle Selbstdarsteller.
PS. Danke für Ihren Beitrag zwischen dem hektischen Wahlkampfgekloppe hier.

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James Agee 10.09.2013, 18:30
139. Noch ein Gedanke

Übrigens glaube ich auch, dass die rigide deutsche Autorisierungspraxis letztlich zur Folge hat, dass es hier im Tagesjournalismus so wunderbare Formen, wie sie etwa von der aktuellen Friedenspreisträgerin Swetlana Alexijewitsch geprägt worden sind, nicht geben kann. Denn selbst bei Reportagen gilt ja, dass man darin enthaltene Zitate autorisieren lassen soll. Da ist es kaum möglich, aus dokumentarischem Material ein Stück "Literatur für den Alltag" zu formen. Kein wunder, dass es bei soviel sachlicher Reinheit nie einen wirklichen "New Journalism" aus Deutschland gegeben hat (sieht man von EInzeltalenten wie Marc Fischer einmal ab). Ich finde also, diese Debatte muss unter Journalisten dringend vertieft werden. Letztlich hat sie nämlich auch mit dem Innovationspotential in der gegenwärtigen Medienkrise zu tun.

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