Forum: Politik
Umstrittenes Interview des FDP-Chefs: Philipp Rösler, Claudia Roth und die taz

Philipp Rösler gab dem Grünen-Blatt "taz" ein Interview. Einen Tag, nachdem Claudia Roth in der Zeitung über Gartenzwerge reden durfte, wurde ein Gespräch mit dem FDP-Chef zu seiner vietnamesischen Herkunft gedruckt - doch nur die Fragen wurden veröffentlicht, nicht seine Antworten. Was lief da schief?

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parisien 10.09.2013, 17:08
50.

Es sollte mich nicht überraschen, aber es gibt auch dumme Journalisten, in diesem Fall bei der taz - zu meiner großen Enttäuschung.
Mir ging es wie @johannweiß (16:33) : Die Fragen wiederholten sich und drehten sich im Kreis um ein einziges Thema, das irgendwann erschöpft war.
Ich fragte mich die ganze Zeit, wann denn die anderen Fragen kämen - vergeblich.
Dass Rösler das Interview nicht abgebrochen hat, wundert mich , vielleicht traute er sich nicht.
Aber dass er angesichts der vielen rassistischen Dumpfbacken - auch in seiner Partei - diese Problematik nicht zu sehr in den Vordergrund stellen will , ist verständlich.
Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals für R. Partei ( nicht im politischen Sinn dieses Worts) ergreifen würde , aber die sich selbst feiernden Redakteure der taz zwingen mich dazu.
Das werde ich ihnen nicht vergessen.

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James Agee 10.09.2013, 17:10
51. Autorisierung

Ich finde, die Debatte hier im Forum geht letztlich am Kern vorbei. Es geht nicht um rechte Zeitung - linke Zeitung; es geht darum, wie sehr sich Zeitungen und Magazine in toto längst zu Gehilfen der "Mächtigen" machen. Die Unsitte der Autorisierung, die, wie in dem Artikel erwähnt, eigentlich nur als Fakten-Check gedacht war, hat mittlerweile ein Ausmaß erreicht, dass man als Journalist oft keine Lust mehr hat, Interviews überhaupt noch zu führen. Da wird später lustig gestrichen, umgeschrieben und glatt gebügelt. Man braucht als Journalist eigentlich eh keine scharfen und ungeliebten Fragen mehr formulieren, da diese am Ende kaum durch die Autorisierung kommen. Ich glaube, ein Großteil der späteren Leser hat von diesen Widrigkeiten überhaupt keine Vorstellung. Und leider gibt es viel zu viele schwache Redakteure, die aus Angst vor "findigen Medienanwälten" den ganzen Schmarren auch noch mitmachen.

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ulrich_frank 10.09.2013, 17:12
52. Zur leider üblichen Interviewpraxis in D

- die zumeist in nicht spontanen Äußerungen auf vorher eingereichte Fragen besteht - wenn nicht sogar irgendwelche Aufsätze in Interviews umfunktioniert und ohne Wissen des Verfassers als Interview publiziert werden, gäbe es folgendes zu sagen: das ist eine UNSITTE. Welche Täuschung zur Folge hat: Interviewte/r könne druckreif formulieren. Und als Voraussetzung landesüblichen Mangel an Redakteursethik. Eingereichte Fragen gehören als solche gekennzeichnet!

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wibbeline 10.09.2013, 17:12
53. Mit Christian Semler wäre das nicht passiert

Zitat von sysop
Philipp Rösler gab dem Grünen-Blatt "taz" ein Interview. Einen Tag, nachdem Claudia Roth in der Zeitung über Gartenzwerge reden durfte, wurde ein Gespräch mit dem FDP-Chef zu seiner vietnamesischen Herkunft gedruckt - doch nur die Fragen wurden veröffentlicht, nicht seine Antworten. Was lief da schief?
Die im Februar dieses Jahres verstorbene TAZ-Ikone hätte das verhindert.

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sponner_hoch2 10.09.2013, 17:12
54.

Zitat von burks_berlin
Lieber Spiegel, Du lässt jemand formulieren, die “Autorisierung” eines Interview sei “ein im deutschen Journalismus üblicher Vorgang”. Das ist falsch.
Nein, das ist schon richtig. Es ist üblich. Leider!

Zitat von
Dafür gibt es weder eine rechtliche Grundlage
In der Tat! Das kann man nicht oft genug wiederholen! Es gibt zwar ein paar kleine (!) Problemchen, aber die kann man einfach und gut umschiffen, wie man ja auch in anderen Ländern sieht. Der Interviewte könnte nachher behaupten, dass nie gesagt zu haben, und dann steht der Journalist in der Beweislast. Aber dann läßt man halt ein Band mitlaufen (natürlich nach Erlaubnis), oder man ist zu zweit, stenografiert mit, ...

Zitat von
noch würde das ein seriöser Journalist zulassen.
Mhh... aus dem Bauch heruas sehe ich das auch so - allerdings so gut wie alle Medien / Journalisten in Deutschland als unseriös zu bezeichnen (es ist nun mal leider Gottes übrig, und aufgrund dieses Teufelskreises für einen Journalisten auch schwer, da auszubrechen. Mich wundert, dass der DJV da nicht mal mehr unternimmt) halte ich dann doch für weit hergeholt.

Zitat von
Als ich Chefredakteur war, habe ich das “Autorisieren” schlicht verboten.
Respekt. Allerdings ist das nicht überall so einfach. Ich habe das in der Schülerzeitung auch nicht gemacht bzw. machen lassen. Nur ist es da halt relativ egal, wenn Lehrer Lempel danach nie mehr was sagen will. Der Spiegel z. B. könnte seine Tore wohl Dicht machen, wenn kein Berliner Politiker mehr mit ihm redet. Und dazwischen (also zwischen Schülerzeitung und Spiegel) sind die Grenzen halt fließend. (Der Vrositzende des Kanninchenzüchtervereins mag der Lokalzeitung am A... vorbei gehen, bei der versammelten Schar der Kommunalpolitiker siehts dann wieder anders aus).

Zitat von
Auch hier sollten Spiegel-Redakteure mal den Guardian lesen: “In Germany, approval for access is commonplace – but it means journalists play by politicians’ rules.”
Sehen sie. AUch der Guardian sagt, es ist in Deutschland üblich ("commonplace"), Interviews authorisieren zu lassen ;-).

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bert1966 10.09.2013, 17:12
55.

Zitat von dernordenrockt
Ihr Vergleich zwischen TAZ und WELT hinkt, denn immerhin hat niemand anderes als Trittin der TAZ "Schweinejournalismus" unterstellt.....
Sieht man mal wo Trittin und taz mittlerweile anzusiedeln sind.

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frank314 10.09.2013, 17:14
56. Teile der "gutbürgerlichen" Grünen-

Zitat von sysop
Philipp Rösler gab dem Grünen-Blatt "taz" ein Interview. Einen Tag, nachdem Claudia Roth in der Zeitung über Gartenzwerge reden durfte, wurde ein Gespräch mit dem FDP-Chef zu seiner vietnamesischen Herkunft gedruckt - doch nur die Fragen wurden veröffentlicht, nicht seine Antworten. Was lief da schief?
Wähler sind vom Kindersexvorwurf der Partei einfach nur noch angewiedert. Das Schweigen der Grünen Führung schreit zum Himmel! Und dann werden auch noch Steuererhöhungen und Veggie-Day bei einem Wahlsieg von ROT/GRÜN in Aussicht gestellt. Da erscheinen vielen die FDP als wahlalternative.

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oxy 10.09.2013, 17:14
57. Die TAZ

hat sich hier einen dicken Klopfer geleistet, indem sie mit ihren Suggestivfragen auf das Opfer losging statt auf die Brüderles. Wie man hier gerade wieder sehen kann gibt es darüber hinaus den üblichen Verdächstigen die Gelegenheit mal wieder ihre Ressentiments gegenüber den Linken & Grünen auszukippen. Widerlich. Beides!

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katzenheld1 10.09.2013, 17:14
58. taz wie "traurige ansichten zeitung"

Zitat von sysop
Philipp Rösler gab dem Grünen-Blatt "taz" ein Interview. Einen Tag, nachdem Claudia Roth in der Zeitung über Gartenzwerge reden durfte, wurde ein Gespräch mit dem FDP-Chef zu seiner vietnamesischen Herkunft gedruckt - doch nur die Fragen wurden veröffentlicht, nicht seine Antworten. Was lief da schief?
Diese Interview-Fragen sind von einem so starken Linksfaschismus gepraegt, das sie natuerlich ganz rechts sind. Also jedem Neonazi zur Ehre gereicht haetten. Diese meine Aussage ist nicht etwa von Hass oder Ressentiments getragen, sondern eine ganz sachliche Feststellung.

Und dass Frau Roth ueber Gartenzwerge plaudert - wen wundert es? Substanzielle Aussagen sind doch nicht ihre Staerke.

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sponner_hoch2 10.09.2013, 17:14
59.

Zitat von muellerthomas
Journalistischer Maßstab ist es, ein Interview freizugeben, solange alles richtig widergegeben und keine Sätze aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Die FDP verstösst hier also gegen journalistische Gepflogenheiten, nicht die taz.
Wieso sollten für nicht-Journalisten denn journalistische Gepflogenheiten relevant sein?

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