Forum: Politik
Umstrittenes Wahlkampfthema: Merkel rückt vom Nein zur Ehe für alle ab
DPA

Die Union lehnt die Ehe für alle offiziell ab. Doch CDU-Chefin Angela Merkel bezeichnete sie nun als Gewissensfrage. Damit wäre der Weg frei für eine überparteiliche Mehrheit im Bundestag.

Seite 21 von 28
moistvonlipwik 27.06.2017, 10:07
200.

Zitat von kladderadatsch
Die Ehe kommt als Institution klar aus der Religion und diente schon immer zur Familiengründung.
Das stimmt nicht. Ehe war und ist eine weltliche Einrichtung.

Beitrag melden
kladderadatsch 27.06.2017, 10:08
201. Eine Ehe ohne Kinder birgt fast nur Vorteile

Zitat von sponcon
... war es nicht garantiert, dass in einer Ehe auch Kinder auf die Welt kommen. Das Splitting ist keine Anschubfinanzierung. Die Ehe als Wertegemeinschaft übernimmt Verantwortung, welche sonst der Staat tragen müsste, z.B. Hartz-IV, Pflege, Unterhalt. Dafür wird das gemeinsame Einkommen hälftig besteuert. Wie das Paar innerhalb seiner Gemeinschaft agiert, interessiert den Staat nicht. Das Kindergeld oder der entsprechende Steuerfreibetrag ist der dem Kind zustehende steuerliche Grundfreibetrag.
Sie sparen vor allem Kosten im Lebensunterhalt bspw. durch eine gemeinsame Wohnung. Dann kann auch noch der Rentenanspruch vererbt werden. Das heißt der Staat zahlt hier, wo er ohne Ehe nicht mehr zahlen würde. Wo haben wir denn das, dass auf die Unterhaltspflicht zurückgegriffen wird? Statistisch ist der Anteil zu vernachlässigen. Meistens sind beide Hartz-IV Empfänger. Spürbare Mehrkosten entstehen erst durch Kinder in der Ehe, weshalb ja auch so viele darauf verzichten.

Beitrag melden
Phleon 27.06.2017, 10:11
202. Kindergeld != Ehegattensplitting

Zitat von kladderadatsch
das hat mit der Religion nichts zu tun. Wenn man mit einem Lebenspartner zusammenzieht hat man geringere Kosten, da man sich eine Wohnung teilen kann. Auch Urlaubsreisen werden billiger, wenn sie sich ein Zimmerteilen. Mehrkosten entstehen nur durch Kinder. Wenn der Staat Kinder haben will, muss er das auch durch ein Kindersplitting und nicht durch eine Ehegattensplitting fördern.
1. Man kann für oder gegen das Ehegattensplitting sein. Das Ehegattensplitting hat nichts mit den Kindern zu tun. Es hat nichts mit der Sexualität oder den Geschlechtern, der Hautfarbe oder der Religion der Partner zu tun. Artikel 6: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich." Wenn sie gegen das Ehegattensplitting sind, dann ist das in Ordnung, aber machen sie diese Entscheidung nicht von der Hautfarbe/Religion/Sexualität der Teilnehmer abhängig.
2. Die Unterstützung der Kinder findet durch das Kindergeld statt. Dafür haben wir das Kindergeld doch!? Wenn sie mehr Geld für Kinder haben möchten, dann sprechen sie sich für eine Erhöhung des Kindergeldes aus. Was ist daran so schwer?

Beitrag melden
shardan 27.06.2017, 10:12
203. Merkwürden..

Merkwürden Merkel lassen mal wieder grüßen. Kaum haben alle Parteien die Gleichgeschlechtliche Ehe, müht sich Frau Merkel um die 180°-Kehre bei voller Geschwindigkeit. Einer studierten Physikerin sollte eigentlich klar sein, dass das Wenden bei voller Geschwindigkeit... sagenw ir mal zu Auffälligkeiten führt. Es ist schon spannend zu sehen, wie Merkel die jahrzehntelang geübte Prinzipientreue aufgibt, um sich eine Auswahl an verschleißbaren Koalitionspartnern offen zu halten. Mit irgendeiner Gewissensentscheidung dürfte das nichts zu tun haben. Es ist reines Machtkalkül, das hier die ersten zögerlichen Schritte in Richtung Öffnung ermöglicht, Öffnung zu einer gleichgeschlechtlichen Ehe, die in vielen europäischen Ländern selbstverständlich ist - und bei der sich die CDU gern als ewiggestrig erweist. Die Wendehalsigkeit von Frau Merkel ist dabei bemerkenswert. Ist das noch "Merkwürden", der da grüßt? Oder ist das schon ad nausem?

Beitrag melden
möwe99 27.06.2017, 10:15
204. wie Adenauer

wenn er meinte, sich geirrt zu haben, und seinen Standpunkt berichtigen zu müssen.
Einen Fehler einzugestehen zeigt Grösse.

Beitrag melden
Octavio 27.06.2017, 10:15
205. Diese dauernden Sinnesänderungen von Frau Merkel

hat sie bei Herrn Kohl nicht gelernt.Kohl blieb seinen Prinzipien treu und das war gut so. Frau Merkel strebt wohl mit aller Macht den Ehrenvorsitz der SPD an.

Beitrag melden
Gerd@Bundestag.de 27.06.2017, 10:17
206. Union jubelt: Wahlproramm 2017 beschlossen!!

Nun soll es also die Homoehe sein...
Ob Merkel damit einen Blumentopf gewinnt?

Beitrag melden
tucson58 27.06.2017, 10:17
207. Die Frage ist......

lesen manche User nur die Überschriften von Artikeln oder verstehen sie den Inhalt nicht so ganz ? Merkel sagt doch nicht urplötzlich "Ich und die Union sind nun doch für die Ehe für Alle" sie will nun innerhalb der Union die Entscheidung jedem einzelnen Abgeordneten überlassen. und sagte : "Ich möchte die Diskussion mehr in die Situation führen, dass es eher in Richtung einer Gewissensentscheidung ist, als dass ich jetzt per Mehrheitsbeschluss irgendwas durchpauke", Was ist jetzt daran so verkehrt ? ich bin ohnehin dafür das es in den Abstimmungen im Bundestag keinen Fraktionszwang geben sollte und alles so abgestimmt werden müsste . Außerdem hat sie vollkommen recht das sie hierzu auch anmerkt das die SPD vier Jahre lang in der GROKO dazu nichts vorbrachte , aber nun im Wahlkampf plötzlich ein Thema ist . Es weckt den verdacht das die SPD sollte sie massiv aufholen besser in Koalitionsverhandlungen mit den GRÜNEN und LINKEN treten könnte ?! Außerdem warum darf Frau Merkel ihre Meinung denn nicht ändern ? Sie begründete das doch auch mit folgender Aussage :: >>>Wenn der Staat einem homosexuellen Paar Kinder zur Pflege gebe, "kann ich nicht mehr ganz so einfach mit der Frage des Kindeswohls argumentieren", sagte Merkel. "Das sind Dinge, die mich sehr beschäftigen."

Beitrag melden
moistvonlipwik 27.06.2017, 10:17
208.

Zitat von jojack
Man kann davon ausgehen, dass die Väter des Grundgesetzes beim Begriff "Familie" an ein Ehepaar aus Mann und Frau, zumeist mit Kindern gedacht hat. Falls es zu einer Klage gegen eine zukünftige Homoehe per einfachem Gesetz kommt, wird das Bundesverfassungsgericht klären müssen, ob dadurch die besondere Stellung der klassischen Familie gefährdet ist. Weiterhin sind dann Klagen von Vertretern weiterer nicht-klassischer Familienformen zu erwarten, die ebenfalls von der "Ehe für alle" profitieren wollen. Daher wäre es angebracht, für die Einführung der Homoehe die für Grundgesetzänderungen notwendige Mehrheit im Bundestag zu finden und zugleich den Begriff "Familie" näher zu definieren. Ich hielte es für angebracht, wenn das Grundgesetz weiterhin das Sorgerecht von Eltern für ihre Kinder in besonderer Weise schützt.
Nicht notwendigerweise. Das BVerfG ist auch schon hinsichtlich anderer Grundrechte vom Verständnis der Autoren des Grundgesetzes abgerückt.
Das Vehikel heißt "objektive Theorie". Danach sind die Auffassungen des Gesetz - (hier: Verfassungs-) Gebers nur ein schwaches Indiz bei der Auslegung, beachtlich - wenn überhaupt - nur und soweit sie Eingang in den Gesetzestext selbst gefunden haben.
Und davon kann hier keine Rede sein: das GG enthält keine Definition des Begriffs "Ehe". Die Lektüre der Auffassungen des Parlamentarischen Rates liefert zudem sogar ein Gegenargument: denn es gab Bestrebungen, eine solche einzubauen, die aber verworfen wurden.
Und damit ist Karlsruhe weitgehend frei. Es ist auch sonst nicht sehr wahrscheinlich, dass die Richter einer Erweiterung in den Arm fallen werden: das BVerfG sieht sich durchaus mit anderen Einrichtungen im Wettbewerb um die liberalste Auslegung der Grundrechte. Nachdem zahlreiche Staaten die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet haben, zudem der U.S. Supreme Court ein Verbot verworfen hat, werden sie nicht geneigt sein, sich von den Todesstrafenbefürwortern in D.C. die Butter vom Brot nehmen zu lassen, erst recht, nachdem die letzten Blamagen vor dem ECHR noch in den Knochen stecken.

Beitrag melden
wahrscheinlichwahr3 27.06.2017, 10:18
209. Wichtige Themen

Ich frage mich bei all diesem Gerede um "Ehe für alle", was denn nun so dringend und so wichtig daran ist? Die Parteien sollten mal endlich vernünftige Strategien z.B. zur Rentenfinanzierung ausarbeiten oder Pflege oder Bildung oder Kriminalitätsbekämpfung in unserem Land. Ich höre zwar davon auch leise Töne, aber Themen wie "Ehe für alle" dröhnen voll aus allen Lautsprechern über Spd, Grüne, Fdp bis Linke. Die Frage nach der Ehe für alle sollte jetzt nicht die wichtigste Sache werden. Meiner Meinung nach haben wir sowieso schon viel zu viele "Gegendere" und Ähnlichem, a la grüner Politik. Aber das wird ja mittlerweile alles zum Heiligtum hier in Deutschland. ...

Beitrag melden
Seite 21 von 28
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!