Forum: Politik
Umsturz in Libyen - wie geht es weiter?

Monatelang haben die libyschen Rebellen gekämpft, nun sind sie in Tripolis einmarschiert. Vom langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi fehlt jede Spur. Es sind historische und entscheidende Tage - das Land muss nach den heftigen Gefechten schnell wieder aufgebaut werden. Wie geht es weiter in Libyen?

Seite 15 von 364
Claes Elfszoon 27.08.2011, 15:18
140. Na, dann dürfen Sie sich ja besonders...

Zitat von felixw
Ohne die "Opferbereitschaft" von Leuten, die mordend und plündernd durch die Häuser ziehen wäre die Welt jedenfalls friedlicher. Jeder einzelne Tote ist ein Leben, dass für irgendeine Idee beendet ist. Ich würde mein Leben vielleicht riskieren um jemanden zu retten, aber nicht um andere zu ermorden für irgendwelche anderen "Banden", die zu allen Zeiten dem dummen Volk immer schon mehr Freiheit und Wohlstand versprochen haben, wenn sie dabei mithelfen die gerade aktive Bande zu beseitigen.
...freuen, denn Gaddafis Mordbanden sind ja nun am Ende und ohne sie kann er durch Tunnel rotieren solange er will, er wird seine von Ihnen oben beschriebenen Taten nicht mehr neu auflegen können.

Beitrag melden
biobanane 27.08.2011, 15:19
141. .

Etwas enttäuscht bin ich schon vom SPON-Forum. Man weiß ja, dass wir Deutschen zu Selbstkritik und Zynismus neigen. Aber soviel Schwarzmalerei wie hier und das alles ohne einen Ansatz der politischnen Reflektion, ist schon grausam, für uns Deutsche.

Also versuche ich mal eine Analyse. Es werden hier immer drei mögliche Szenarien genannt: Iran, Irak und Afganistan.

Mit dem Irak ist das am wenigsten zu vergleichen, dort sind die Amerikaner einmarschiert und haben die Strukturen des Staates zerschlagen, sodass praktisch kein Staat mehr vorhanden war. Der Neuaufbau dauert nun schon Jahre. In Libyen ist zumindest übergangslos ein Staatsführung vorhanden. Unklar ist hier noch, inwieweit die neue Führung die Kämpfenden hinter sich hat.

Afganistan hat eine ähnlich Geschichte wie Libyen, hier hat sich nach der Befreiung von den Besatzern, eine Übergangsregierung etabliert. Diese wurde aber von Teil der ehemaligen Kämpfer abgelehnt wurde und nach weiteren Kämpfen beseitigt. Was aber Libyen von Afganistan unterscheidet ist dass dort nach jahrzehntelangen Kämpfen kaum noch eine Elite und Mittelschicht existen war, die sich für eine demokratische Entwicklung stark machte. Das könnte in Libyen anders sein, wenn gleich wir nicht wissen (vgl. Ägypten) was sich die Mittelschicht unter Demokratie vorstellt. Natürlich ist in Libyen auch der Druck von Außen in Richtung eines stabilen demokratischen Systems größer als in den afganischen Bergen, das liegt nicht nur am Öl, sondern auch an der Nähe zu Europa.

Ob Iran wirklich noch ein Modell für Libyen ist, wage ich zu bezweifeln. Dort war ja die Revolution und die danach stattfindende Kämpfe zwischen den Revolutionären vor allem von dem Personenkult um Chomeinis und dem Hass auf den Westen, besonders die Amerikaner geprägt. Das sind zwei Faktoren, die in Libyen nicht existent sind. Auch hat der Iran wohl auch in der arabischen Mittelschicht an Ansehen verloren, durch die immer deutlicher werdenden demokratischen Defizite.

Ich denke, es ist deutlich, dass der Übergangsrat von Fehlern wie sie im Irak begangen wurden, gelernt hat. Er hat beispielsweise angekündt, die staatlichen Organe wie die Polizei vom alten System zu übernehmen um kein Vakuum aufkommen zu lassen. Auch die rasche Präsenz in Tripolis soll das zeigen.

Unkallkulierbar ist natürlich noch die Machtverhältnisse innerhalb der Rebellenverbände. Das wird die Zukunft zeigen, zumindest gibt es auch Ansätze der Hoffnung, und Schwarzmalen bringt uns nicht wirklich weiter, es ist nichtmal ein guter Ansatz für eine Diskussion.

Beitrag melden
raka 27.08.2011, 15:20
142. .

Zitat von green_mind
Ein feindliches Bunker- und Tunnelsystem als "Attraktion für neugierige Kämpfer" (Zitat aus dem Artikel). Wolfenstein live. Wie aufregend... (...)
Das hat doch Potenzial!
Das Bunker- und Tunnelsystem als sensationelle Gruselattraktion für zukünftige Mittelmeer-Pauschaltouristen von Neckermann, als Tagesausflüge mit Animateur zu buchen ...

Beitrag melden
deuslovult 27.08.2011, 15:22
143. ach, ganz einfach

Zitat von HolyGhost
...Diktatoren sprechen Sie, von denen wir nicht in der Lage sind uns selbst zu befreien ?
Wir hatten keine Glorious Revolution, keine Magna Charta, keinen Sturm auf die Bastillie und auch keine Tea Party. Unsere 48 Revolution ist gescheitert, Scheidemann hat die Republik erst dann ausrufen können, als die Monarchie am Boden lag; Hitler haben die Alliierten entsorgt. Nur 1989 hats geklappt.

Beitrag melden
Claes Elfszoon 27.08.2011, 15:23
144. Wenn das so ist...

Zitat von klauss53
Sie sind der deutschen Sprache aber schon insoweit mächtig, daß Sie wissen, daß doppelte Verneinung die Aussage bestätigt? - Ich stimme Ihnen übrigens zu. Ich bin auch der Meinung, daß die Rebellen die Handlanger der NATO und der Ölindustrie sind.
...dann erklären Sie doch einmal grammatikalisch korrekt aber auch politisch wenigstens einigermaßen schlüssig, warum das so sein soll und in welcher Form die Zukunft Libyens dadurch beeinflusst wird.

Beitrag melden
Habicht 27.08.2011, 15:23
145. Das braune Kraut?

Zitat von hashemliveloirah
Wie heißt denn das braune Kraut, das Sie gerade rauchen?
das braune Kraut heisst Wahrheit.
Das ist das Gegenteil der Lüge, wissen Sie?

Manche Leute haben es mit der Wahrheit halt nicht so.

Beitrag melden
e_d_f 27.08.2011, 15:25
146. Kein geeigneter Vergleich

Zitat von R Panning
Stattdessen wären die einzelnen Rebellengruppen und Stämme mit den neuen Waffen übereinander hergefallen. So kann man vielleicht hoffen, daß sie etwas länger zusammen halten. Aber schauen Sie einfach nach Afghanistan oder Irak. Ich fürchte daß die Zukunft Libyens leider ähnlich aussieht.
Mit dem Angebot auf Abzug ins Exil hätte Gaddafi vor Monaten (als der Krieg erstarrt zu sein schien) noch einen Trumpf bei Verhandlungen gehabt. Den Rebellen hätte das Exil Gaddafis als Grundlage für ein Kriegsende zeitweise ausgereicht. Den Sieg vor Augen, lassen die Rebellen sich nun natürlich nicht mehr darauf ein. Gaddafi hat den geeigneten Zeitpunkt verpasst, seinen Abgang ins Exil als Opfer für Libyen zu vermarkten.

Was den Kriegsverlauf und die Begleitumstände betrifft, so hat sich die Situation in Libyen bereits ganz anders dargestellt als in Afghanistan und im Irak, und entsprechende Vergleiche in Bezug auf die Erfolgsaussichten der westlichen Intervention haben sich als hinfällig erwiesen. Ich denke, die Voraussetzungen der genannten Länder sind so grundverschieden, dass die Nachkriegszeit Libyens wohl kaum identisch verlaufen wird wie in Afghanistan oder im Irak. Dafür sind die Hintergründe, Umstände und Rahmenbedingungen einfach zu unterschiedlich. Dass es sich allesamt um orientalische Länder handelt, reicht nicht aus, um ähnliche Entwicklungen zu prognostizieren.

Die größte Gefahr sehe ich aber auch in einem möglichen Auseinanderbrechen der Rebellenfaktionen. Der teuer erkaufte Sieg, die immensen Zerstörungen und entsprechende gemeinsame Kriegserfahrungen könnten jedoch so weit zur Eintracht beitragen, dass die Differenzen der verschiedenen Rebellenfraktionen demokratisch ausgetragen werden. Der Wunsch, zur Ruhe und Stabilität zurückzukehren, dürfte allgemein sehr groß sein. Es ist zu hoffen, dass Libyen nach dem Tal der Tränen nun einer besseren Zukunft ohne den Diktator entgegen geht. Die Chancen stehen m. E. ganz gut.

Beitrag melden
deuslovult 27.08.2011, 15:28
147. In bester Gesellschaft

Zitat von Frau Dr. Tzatziki
Mit dem Auswandern habe ich wahrscheinlich mehr Erfahrung als Sie. Mein Vater kam in den 60er Jahren nach D; er heiratete hier eine deutsche und ziemlich bekloppte Frau. Als ich sieben Jahre alt war, zogen wir nach Griechenland. Fünf Jahre später waren wie leider wieder hier. Ich wurde als 7- bzw. 12-jähriges Mädchen nie gefragt, wo ich leben möchte. Ich wurde einfach mitgeschleppt, verschleppt, und heute kann ich nicht zurück nach Griechenland, in die Heimat meines Herzens, weil das mir verhasste Deutschland Griechenland kaputt gemacht hat.
Wenn Sie Deutschland und den übrigen Westen hassen, befinden Sie sich bei SPON in bester Gesellschaft.

Beitrag melden
renegade51 27.08.2011, 15:29
148. Stimmt

Zitat von deuslovult
... eben Ihren Preis. Der Sturz eines Regimes ist in den seltensten Fällen ohne Opfer zu erreichen, ein Staatswesen ist danach neu aufzubauen. Dass Leute wie Sie einen solchen Preis nicht bezahlen wollen, ist klar. Lieber Diktatur eben.
Die meisten Leute wollen normal leben. Da ist ihnen die
Regierungsform scheiß egal. Da ich zwei Formen erlebt habe
weiß ich wovon ich rede. Und kommen Sie mir nicht mit irgend
welchen Legenden. Ich bin 1986 aus der Partei ausgetreten,
gehöre also nicht zu den Wendehälsen wie unsere Kanzlerin.
In keiner Form hatte ich und Sie etwas zu melden und werden
das auch nicht. Jetzt kommt bestimmt der tolle Begriff
Freiheit, ganz toll die muß man sich leisten können. Bis
heute ist mir beim segeln und tauchen in der Karbik, Atlantik, usw. noch kein HIV untergekommen, aber das ist
bestimmt denen ihre eigene Schuld. Auf der Autobahn weiß
jeder das Brückenpfeiler beim auffahren ungesund sind.
Nun bei Gesetzen und Grenzen soll das anders sein? Da
gibt es doch aktuelle Fälle, oder?

Beitrag melden
martin-gott@gmx.de 27.08.2011, 15:30
149.

[QUOTE=Claes Elfszoon;8589036
Gelingt dies nicht, können für eine Übergangszeit schlimmstenfalls irakische Verhältnisse drohen, was aber immer noch besser ist als die politische Rückständigkeit unter Gaddafi, die Partizipation nur in Form von Unterwerfung unter den Diktator kannte.[/QUOTE]

ich habe vor einen Jahr mal einen Beitrag über Bagdad gesehen da waren viele Menschen andere Meinung wie sie

Beitrag melden
Seite 15 von 364
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!