Forum: Politik
Umweltplakette für Autos - was sind Ihre Erfahrungen?

Die seit Jahresbeginn geltende Plakettenpflicht für Kraftfahrzeuge in Berlin, Köln und Hannover ist nach wie vor umstritten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ist die Plakette eine sinnvolle Idee?

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coniferia 07.01.2008, 17:01
80.

Zitat von sysop
... Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ist die Plakette eine sinnvolle Idee?
Ich fahr seit einer Woche in den S-Bahn-Ring Berlins und kann nicht feststellen, dass sich da irgendwas geaendert hat, weder bei der Menge, noch bei der Art oder beim Baujahr der Fahrzeuge. Meines Erachtens sind da keine Unterschiede gegenueber vorher auffaellig. Das kann natuerlich jetzt daran liegen, dass sich zahlreiche Autofahrer noch nicht mit der Plakettenregelung vertraut gemacht haben und die Sperrzone ignorieren, aber mein Verdacht ist eher: da hat sich die Stadt ein nettes Zusatzsuemmchen verdient mit dem Verkauf der Plaketten und der Nutzen geht gegen Null.

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hozie 13.01.2008, 18:22
81.

Man darf gespannt sein darauf, wie die Politik auf die ersten Erfolge bzw. (doch eher) Misserfolge reagieren wird. Ich kann nur hoffen, dass der Verbote-Spuk sich ad absurdum führen wird und Vernunft, Sachkenntnis und Verstand ideologische Verblendung und Kadavergehorsam ablösen werden.
Hier haben der Moloch EU-Gesetzgebung und die Auto-Hersteller-Lobby in unqualifizierten (Kommunal)-und Umwelt-Politikern willfährige Vollstrecker gefunden.
Autofahrer, für die das Auto noch kein Wegwerfprodukt ist, Rentner, Arbeitssuchende, kurz sozial Schwache müssen eine verfehlte Politik, die in den 90er Jahren schon versagt hat (Autokanzler Schröder), ausbaden. Der ohnehin geringe Anteil an Feinstaub (übrigens schon seit längerem zurückgehend, siehe Artikel FAZ.net "Kampf gegen ein Phantom"), der von Fahrzeugen emittiert wird, hätte zielführender an der Wurzel bekämpft werden sollen.
Hersteller hätten schon in der 90ern gezwungen werden müssen, Auflagen zu erfüllen und nur noch Diesel mit Filter anbieten dürfen. Nicht einmal heute ist das verpflichtend. Dann hätte sich das Problem von alleine gelöst.

Statt dessen werden die, die eigentlich umweltgerecht handeln, indem sie bereit sind, Dinge aufzubrauchen und an ihre Grenznutzungsdauer zu führen, anstelle sich jedes Jahr ein neues Auto zu kaufen/kaufen zu können, bestraft. 95% der Fahrzeuge dürfen ohnehin weiterfahren, da kann sich jeder die Wirkung auch ohne umfangreiche Studien ausmahlen. Der Rest soll für den verhehrenden Feinstaub verantwortlich sein, teure wirkungslose Technik nachrüsten, die lediglich eine Gnadenfrist gewährt, sich ein neues Auto kaufen oder ganz darauf verzichten. Das sind nämlich in aller Regel die Armen: Im Sport nennt man das NACHTRETEN; einfach asozialer Aktionismus, der in diesem Land passiert.

Dem Opa, der seinen Golf 2 oder 3 Diesel aufbraucht, sich einfach kein neues Auto mehr zulegen möchte und sich auch eine Nachrüstung nicht leisten kann (wenn es überhaupt eine Möglichkeit gibt)soll mal ein verantwortlicher Politiker erklären, warum der Volkswagen Touareg mit einem Innerortverbrauch von 20 Litern an seinem Golf mit 5,5 Litern Verbrauch vorbei munter in die Umweltzone rauschen darf, vor deren Grenze er stoppen muss und was das dann alles noch mit Umweltschutz zu tun hat! Ich könnte es nicht: nicht nur asozial, sondern auch unmoralische Dekadenz von politischer und wirtschaftlicher Macht, die sich in der deutschen Gesetzgebung heute ungehindert manifestieren kann. Und das Schlimmste: denen die gerade nicht betroffen sind, ist es egal.

Man darf gespannt sein.

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Schlabund 13.01.2008, 22:55
82.

Zitat von Eurorider
Das wäre ja mal was. Ein bundesweiter ziviler Ungehorsam. So zu sagen Demokratie von unten.
Wo leben sie denn? Wir sind hier in Deutschland.

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Schlabund 13.01.2008, 23:02
83.

Zitat von fred2007
Wie ernst sie es damit meinen, erkennt man allein daran, dass sie den Stoiber in Brüssel zum Gärtner gemacht haben...
Damit wollen sie aber nicht sagen, dass Stoiber ein wie immer gearteter Bock ist, da wäre ich jetzt wirklich nicht drauf gekommen.

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filou11 14.01.2008, 10:24
84.

Und wieder so eine Volksverdummung hoch 3. Aber sollen die doch machen was sie wollen. Dann b esuche ich halt nicht mehr die Innenstädte. Ich brauche die nicht, die brauchen nicht mich aber uns. Also, meiden wir so weit wie möglich die "Umweltzonen". Den Komikern muß man das Geld weg nehmen, das ist die einzige Sprache die die verstehen!

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Direwolf 14.01.2008, 12:06
85.

Zitat von hozie
Man darf gespannt sein darauf, wie die Politik auf die ersten Erfolge bzw. (doch eher) Misserfolge reagieren wird. Ich kann nur hoffen, dass der Verbote-Spuk sich ad absurdum führen wird und Vernunft, Sachkenntnis und Verstand ideologische Verblendung und Kadavergehorsam ablösen werden. Hier haben der Moloch EU-Gesetzgebung und die Auto-Hersteller-Lobby in unqualifizierten (Kommunal)-und Umwelt-Politikern willfährige Vollstrecker gefunden. Autofahrer, für die das Auto noch kein Wegwerfprodukt ist, Rentner, Arbeitssuchende, kurz sozial Schwache müssen eine verfehlte Politik, die in den 90er Jahren schon versagt hat (Autokanzler Schröder), ausbaden. Der ohnehin geringe Anteil an Feinstaub (übrigens schon seit längerem zurückgehend, siehe Artikel FAZ.net "Kampf gegen ein Phantom"), der von Fahrzeugen emittiert wird, hätte zielführender an der Wurzel bekämpft werden sollen. Hersteller hätten schon in der 90ern gezwungen werden müssen, Auflagen zu erfüllen und nur noch Diesel mit Filter anbieten dürfen. Nicht einmal heute ist das verpflichtend. Dann hätte sich das Problem von alleine gelöst. Statt dessen werden die, die eigentlich umweltgerecht handeln, indem sie bereit sind, Dinge aufzubrauchen und an ihre Grenznutzungsdauer zu führen, anstelle sich jedes Jahr ein neues Auto zu kaufen/kaufen zu können, bestraft. 95% der Fahrzeuge dürfen ohnehin weiterfahren, da kann sich jeder die Wirkung auch ohne umfangreiche Studien ausmahlen. Der Rest soll für den verhehrenden Feinstaub verantwortlich sein, teure wirkungslose Technik nachrüsten, die lediglich eine Gnadenfrist gewährt, sich ein neues Auto kaufen oder ganz darauf verzichten. Das sind nämlich in aller Regel die Armen: Im Sport nennt man das NACHTRETEN; einfach asozialer Aktionismus, der in diesem Land passiert. Dem Opa, der seinen Golf 2 oder 3 Diesel aufbraucht, sich einfach kein neues Auto mehr zulegen möchte und sich auch eine Nachrüstung nicht leisten kann (wenn es überhaupt eine Möglichkeit gibt)soll mal ein verantwortlicher Politiker erklären, warum der Volkswagen Touareg mit einem Innerortverbrauch von 20 Litern an seinem Golf mit 5,5 Litern Verbrauch vorbei munter in die Umweltzone rauschen darf, vor deren Grenze er stoppen muss und was das dann alles noch mit Umweltschutz zu tun hat! Ich könnte es nicht: nicht nur asozial, sondern auch unmoralische Dekadenz von politischer und wirtschaftlicher Macht, die sich in der deutschen Gesetzgebung heute ungehindert manifestieren kann. Und das Schlimmste: denen die gerade nicht betroffen sind, ist es egal. Man darf gespannt sein.
1) Bedanken sie sich bei den Umweltverbänden, federführend bei der DUH (Deutsche Umwelthilfe). Die haben 2005 die Feinstaubhysterie losgetreten und für die französischen Autobauer gratiswerbung gemacht. Die deutsche Autoindustrie hat hier nun wirklich keine Aktien drin.

2) Man hat den Autoherstellern in den 90er Jahren Auflagen gemacht. Das waren die EURO Emissionsnormen und die haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Schadstoffemissionen seit 1992 gewaltig gesunken sind.

3) Der Touareg darf rein weil er schlicht weniger Schadstoffe ausstößt als der alte Golf. Der Schadstoffausstoß hängt nämlich nicht vom Kraftstoffverbrauch ab, sondern vor allem von der innermotorischen Verbrennung. Das gilt nicht für CO2 aber CO2 ist KEIN Schadstoff

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Direwolf 14.01.2008, 13:30
86.

Ach ja, kleiner Nachtrag.
Die Weiterentwickluung der Abgasnachbehandlungssysteme spielt natürlich auch eine Rolle für den Schadstoffausstoß.

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hozie 14.01.2008, 15:12
87.

Zitat von Direwolf
1) Bedanken sie sich bei den Umweltverbänden, federführend bei der DUH (Deutsche Umwelthilfe). Die haben 2005 die Feinstaubhysterie losgetreten und für die französischen Autobauer gratiswerbung gemacht. Die deutsche Autoindustrie hat hier nun wirklich keine Aktien drin. 2) Man hat den Autoherstellern in den 90er Jahren Auflagen gemacht. Das waren die EURO Emissionsnormen und die haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Schadstoffemissionen seit 1992 gewaltig gesunken sind. 3) Der Touareg darf rein weil er schlicht weniger Schadstoffe ausstößt als der alte Golf. Der Schadstoffausstoß hängt nämlich nicht vom Kraftstoffverbrauch ab, sondern vor allem von der innermotorischen Verbrennung. Das gilt nicht für CO2 aber CO2 ist KEIN Schadstoff
Punkt zwei würde auch ich unterstreichen (siehe dazu o.g. Artikel). Aber offenbar nicht bei der Feinstaubreduktion, oder wofür werden Umweltzonen eingerichtet? Dass CO2 ein Schadstoff ist habe ich nicht behauptet, aber es werden doch UMWELTZONEN eingerichtet; hat der CO2-Ausstoß denn nichts mit Umwelt zu tun? Und muss mann einen Golf2-Fahrer dafür bestrafen, dass er einen einmal hergestellten Wagen aufbraucht, statt im Zwei-Jahres-Rhythmus einen neuen zu kaufen? wie ist es mit der Ressourcenschonung, wenn man den Touareg-Golf-Vergleich zu Ende denkt? - Und sind tatsächlich die alten noch verbliebenen Autos, die sog. STINKER an der Problematik schuld (95% dürfen sowieso weiterfahren)?

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hozie 27.01.2008, 20:18
88.

Zitat von hozie
Punkt zwei würde auch ich unterstreichen (siehe dazu o.g. Artikel). Aber offenbar nicht bei der Feinstaubreduktion, oder wofür werden Umweltzonen eingerichtet? Dass CO2 ein Schadstoff ist habe ich nicht behauptet, aber es werden doch UMWELTZONEN eingerichtet; hat der CO2-Ausstoß denn nichts mit Umwelt zu tun? Und muss mann einen Golf2-Fahrer dafür bestrafen, dass er einen einmal hergestellten Wagen aufbraucht, statt im Zwei-Jahres-Rhythmus einen neuen zu kaufen? wie ist es mit der Ressourcenschonung, wenn man den Touareg-Golf-Vergleich zu Ende denkt? - Und sind tatsächlich die alten noch verbliebenen Autos, die sog. STINKER an der Problematik schuld (95% dürfen sowieso weiterfahren)?
Ich warte nach wie vor auf eine Antwort zur größten Enteignungskampagne in Deutschland seit der Kollektivierung der Landwirtschaft in der SBZ in den 50er Jahren (Achtung provokativ!). Diesmal im Namen der Umwelt zugunsten der Autohersteller und keiner sieht hin.

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sterz 27.01.2008, 23:56
89.

Zitat von Bamboo
Richtig ist: Je weniger Autos sinnlos in der Gegend herumfahren, um so besser.
Richtig ist, dass gerade durch das Verbot sinnlose Fahrten erforderlich werden. Wenn ich mit meinem 18 Jahre alten Auto zur jeweils anderen Seite von Berlin muss, muss ich einen dreimal so weiten Umweg um die "Umweltzone" herum fahren, um mein Ziel zu erreichen... und dieser Umweg erfolgt natürlich durch ebenso dicht besiedelte Stadtgegend wie in der Zone... dann kriegen die eben den Dreck ab, in 3-facher Menge. Und ich bin weißgott nicht der Einzige. Das ist doch Irrsinn.

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