Forum: Politik
Umweltplakette für Autos - was sind Ihre Erfahrungen?

Die seit Jahresbeginn geltende Plakettenpflicht für Kraftfahrzeuge in Berlin, Köln und Hannover ist nach wie vor umstritten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ist die Plakette eine sinnvolle Idee?

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shep 02.01.2008, 15:14
1. Volksverdummung

Was hier abläuft fällt doch wieder unter die Rubrik "Mal testen, wie sehr wir das Volk für blöd verkaufen können, ohne das es aufmuckt".
Ziel soll ja eine Reduzierung der Feinstaubwerte sein, man weiß aber jetzt schon, dass mindest. 95% aller Autos weiter fahren dürfen. Dann wird die Plakette nach Kriterien vergeben, zu deren Ermittlung Feinstaubemissionen überhaupt nicht berücksichtigt wurden, sondern nur andere Emissionen. Und Dieselruß und Feinstaub werden munter in einen Topf geworfen. Und wozu brauche ich dann noch eine ASU Plakette? Besagt diese denn nicht, dass mein Auto die gesetzlichen Vorschriften erfüllt? Wie soll das mit ausländischen Autos funktionieren ? Den Aufschrei hätte ich gerne gehört wenn deutsche Autofahrer eine Plakette kaufen müssen um durch italienische Städte fahren zu dürfen!
Und wenn tatsächlich Dieseruß (endlich) als Problem erkannt wird, warum werden dann Diesel PKW durch niedrige Mineralölsteuern noch gefördert? Das ist alles so daneben!
Was mich noch brennend interessiert:
Gibt es denn Kriterien, anhand derer der Erfolg der Maßnahmen meßbar ist, d.h, wird bei Nichterreichen der Kriterien dieses Gesetz wegen Wirkungslosigkeit wieder gestrichen (oder verschärft ? ). Ich habe davon nichts gehört, das alles wird doch nur gemacht damit die Politiker sagen können, sie hätten ja alles getan ... Volksverdummung eben.

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Emmi 02.01.2008, 15:18
2. Nein. Keine sinnvolle Idee.

Begründung: Als ich mir vor 5 Jahren ein damals modernes Auto kaufte, das wegen der zu erwartenden Fahrleistung ein Diesel werden sollte (inzwischen 200.000 km gefahren) hatte ich gar k(aum) eine Chance, ein weniger umweltschädliches Modell zu wählen, zumal das Thema Feinstaub damals noch nicht in den Medien angekommen war.
Da die Nachrüstung mit einem Feinstaubfilter nicht nur teuer, sondern wie die Erfahrungen der letzten Monate zeigen sogar u. U. völlig sinnlos ist, ist es nicht einzusehen, wieso ich jetzt dafür bestraft werden soll, in dem ich bestimmte Stadtzentren nicht mehr befahren können soll, wozu ich ggfs. dienstlich sogar gezwungen sein werde. Oder erwartet man, dass ich mir ein neues Auto kaufe? Das ist aber in der (ökonomischen und ökologischen) Gesamtbilanz (und nicht nur durch die Brille der "Hauptsache unsere Straße ist feinstaubfrei"-Fraktion betrachtet) sicherlich nicht sinnvoll.
Dass LKW in Stadtzentren nichts zu suchen haben, kann ich noch nachvollziehen, aber normale Bürger und ihrer Arbeit nachgehende Menschen zu drangsalieren, halte ich für nicht gerechtfertigt.

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baerchen50 02.01.2008, 15:39
3.

Zitat von sysop
Die seit Jahresbeginn geltende Plakettenpflicht für Kraftfahrzeuge in Berlin, Köln und Hannover ist nach wie vor umstritten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ist die Plakette eine sinnvolle Idee?
Sinnvoll ? Alles dient nur einem Zweck, nämlich das Politiker sagen können "Wir haben etwas getan".

Und bei der Einrichtung von Umweltzonen hat man doch glatt vergessen den Wind/das Wetter auszusperren - per Gesetz -. Dem nächsten Ost-/West-/Süd-/Nordwind kann man dann ja ein Knöllchen spendieren und einen Punkt in Flensburg verpassen. 18 Points sind schnell erreicht. Nur, wie entzieht man denen den Führer- äh Windflugschein ?

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fsiggi 02.01.2008, 15:56
4. Besser als nichts

Als Radfahrer ist die Umweltzone richtig! Gerade alte Transporter, die vor mir an einer Ampel standen, haben mir Gifte und Staubpartikel ins Gesicht geblasen, so dass mir manchmal schlecht wurde. Diese Stinker werden jetzt wenigstens aus der Innenstadt ausgesperrt. Noch besser wäre, die würden gar keine AU-Plakette mehr bekommen.

Die Feinstaubrichtlinie der EU stammt aus dem Jahr 1999 und ist seit 2005 bereits in Kraft.

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Publizist73 02.01.2008, 16:08
5. Gesundheit ist ein teures Gut - Umweltzonen volkswirtschaftlich sinnvoll

Im Jahr 2005 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Ergebnisse einer Studie zur Feinstaubproblematik veröffentlicht. (http://www.euro.who.int/mediacentre/...anguage=german)
Eine Verringerung der Feinstaubbelastung kann durch Partikelfilter erreicht werden, und die Umweltzonen sind ein guter Schritt in die Richtung, die Luft und damit die Lebensqualität in den Städten zu verbessern. Auch volkswirtschaftlich sei eine Feinstaubreduktion sehr sinnvoll, wie die WHO berichtet:

"Da eine lang anhaltende Belastung mit Feinstaub besonders gesundheitsschädlich und lebensverkürzend wirkt, muss die Verminderung der langfristigen Feinstaubkonzentration und -belastung Vorrang haben. Das brächte auch wichtige finanzielle Einsparungen mit sich. In der EU liegt der erwartete finanzielle Gewinn einer verminderten Sterblichkeit aufgrund von Feinstaub jährlich zwischen 58 und 161 Mia. €, die Ersparnisse bei den Krankheiten belaufen sich auf 29 Mia. €. Die entsprechenden Zahlen für Deutschland sind 13 bis 34 Mia. € bzw. 6 Mia. € jährlich."

Wem die Gesundheit insbesondere von Kindern wichtig ist, der lässt einen wirksamen Partikelfilter einbauen und trägt damit direkt zur Feinstaubminderung und zum Gesundheitsschutz bei.

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Emil Peisker 02.01.2008, 16:49
6. Rußfilter

Zitat von Emmi
Begründung: Als ich mir vor 5 Jahren ein damals modernes Auto kaufte, das wegen der zu erwartenden Fahrleistung ein Diesel werden sollte (inzwischen 200.000 km gefahren) hatte ich gar k(aum) eine Chance, ein weniger umweltschädliches Modell zu wählen, zumal das Thema Feinstaub damals noch nicht in den Medien angekommen war. Da die Nachrüstung mit einem Feinstaubfilter nicht nur teuer, sondern wie die Erfahrungen der letzten Monate zeigen sogar u. U. völlig sinnlos ist, ist es nicht einzusehen, wieso ich jetzt dafür bestraft werden soll, in dem ich bestimmte Stadtzentren nicht mehr befahren können soll, wozu ich ggfs. dienstlich sogar gezwungen sein werde. Oder erwartet man, dass ich mir ein neues Auto kaufe? Das ist aber in der (ökonomischen und ökologischen) Gesamtbilanz (und nicht nur durch die Brille der "Hauptsache unsere Straße ist feinstaubfrei"-Fraktion betrachtet) sicherlich nicht sinnvoll. Dass LKW in Stadtzentren nichts zu suchen haben, kann ich noch nachvollziehen, aber normale Bürger und ihrer Arbeit nachgehende Menschen zu drangsalieren, halte ich für nicht gerechtfertigt.
Hallo Emmi

Auch 2002 konnte man schon Dieselfahrzeuge mit Rußfilter kaufen.

Citroen- und Peugeotmodelle.

Gruß

Emil

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itsmember 02.01.2008, 17:20
7. Immer schon Kosten und Bürokratie aufblähen

Zitat von shep
Was hier abläuft fällt doch wieder unter die Rubrik "Mal testen, wie sehr wir das Volk für blöd verkaufen können, ohne das es aufmuckt"...
Volle Zustimmung. Unabhängig davon ob man für oder gegen diese Form der Feinstaubverdrängung ist, sollte man in erster Linie über die grauenhaft schlechte Umsetzung der EU-Vorgaben diskutieren.

Schon die ASU Plakette war Blödsinn. Wer fährt denn mit gültiger TÜV- aber ungültiger ASU-Plakette rum? Wenn schon ein Wisch den anderen voraussetzt, kann man sich auf eine Plakette beschränken. Die kann von mir aus anders aussehen und mehr Informationen offenbaren. Besonders wenn die gewünschte Informationen zur "Umweltplakette" nicht gemessen, sondern nur aus den vorhandenen Kfz-Papieren ausgelesen wird.

Mich würde mal interessieren zu wieviel Prozent unsere Lebens- und Arbeitszeit mittlerweile mit volkswirtschaftlich sinnlosen oder gar kontraproduktiven Tätigkeiten verschwendet wird.
?

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Robert B. 02.01.2008, 17:28
8.

Kann sich noch jemand an die tolle Smogplakette erinnern?
War damals genau so nutzlos und wurde dann nie gebraucht.
Die Umweltzonen treffen nur wieder die kleinen Leute, sonst niemanden.
Der V10 TDI Tuareg fährt mit grüner Plakette weiter.

Opa in seinem topgepfegten Diesel Daimler, kann seinen verschrotten oder Polen verkaufen.
Hat davon aber nix neues.
Nur die èberökos freuen sich einen Wolf.
Und die durch die Industrie gesponsorte Umwelthilfe.
Wenigstens der Lobbyismus funktioniert perfekt.
Vielen Dank

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Robert B. 02.01.2008, 17:38
9. Nachtrag

Wie erst es den Städten und Gemeinden mit dem Umweltschutz ist, kann man daran sehen, das der komunale Fuhrpark, Behörden, Busse und Bahnen natürlich selbstverständlich weiterfahren darf.

Russfilter hin, Schadstoffklasse her.
Wieso?
Ach so, kein Geld in der Stadtkasse.
Ob sich da die Anwohner auch drauf berufen können?

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