Forum: Politik
Unabhängigkeit vom Ausland: Kommt bald eine Moschee-Steuer?
imago/ Jürgen Heinrich

Muslimische Gemeinden sollen ähnlich finanziert werden wie die Kirchen in Deutschland - diese Idee bringen Politiker der Großen Koalition ins Spiel. Ziel: weniger Einflussnahme aus dem Ausland.

Seite 1 von 7
brechthold 26.12.2018, 09:20
1.

Den Damen und Herren Politikern ist offenbar entgangen, dass die Erhebung von (Kirchen-) Steuern zu deren Finanzierung nicht dazu beiträgt, ausländische Einflussnahme zu verhindern.
Auch wird es durch die Steuer nicht transparenter.
Beides wird durch die katholische Kirche eindrücklich belegt.

Beitrag melden
tobi.oe 26.12.2018, 09:28
2. Geht auch ohne Staat

Ich bin Mitglied einer christlichen Freikirche, die ebenfalls kein Geld durch Kirchensteuern bekommt. Dennoch bekommt die Gemeinde die Ausgaben gestemmt, durch Spenden. Wenn die Moscheen kein ausländisches Geld bekommen, werden sie das auch schaffen, bzw. im Umkehrschluss bedeutet Geld aus dem Inland nicht, dass man ausländisches ablehnt, evtl. wird dann gerne "doppelt kassiert".

Aber hierzulande bedeutet Christ sein, Mitglied in einer der beiden großen Kirchen zu sein, anderes kennen viele offenbar nicht.

Beitrag melden
Dummschwätzer2 26.12.2018, 09:32
3.

Eine Moscheesteuer ist genauso unnötig wie eine Kirchensteuer. Die Mitglieder einer Religionsgemeinschaft kann sich eigenständig über Mitglieder einträge finanzieren. So geschieht es auch in Frankreich.

Beitrag melden
jufo 26.12.2018, 09:38
4. Hört sich vernünftig an

Gleiche Behandlung wie die Christen in Deutschland ist ein wichtiges Signal. Auch das Thema Imamausbildung nicht dem Ausland zu überlassen finde ich wichtig. Muslime in Deutschland sollten nicht von fremden Regierungen abhängig sein auch wenn das zunächst an der verbreiteten Identifikation mit der Türkei und Erdogan wenig ändern wird wäre es ein Schritt in Richtung Integration.

Beitrag melden
io_gbg 26.12.2018, 09:44
5.

Warum sollen denn nur die beiden großen christlichen Konfessionen und dann die islamischen Gemeinden beim Eintreiben ihrer Mitgliedsbeiträge unterstützt werden?
Warum dann nicht für alle weltanschaulichen Gruppen genau so - und zwar unabhängig davon, ob sie an übernatürliche Dinge glauben, die mit dem säkularen Staatswesen nichts zu tun haben? Also auch für Buddhisten, Hindus, säkulare Humanisten, Parteien usw.
Es sollte genügen, dass sich die betreffende Gruppierung schriftlich und öffentlich hinter die freiheitlich demokratische Grundordnung stellt und sie unterstützt, also ausdrücklich das Grundgesetz, die vollständigen Menschenrechte (insbesondere gleiche Rechte für Frauen, Religionsfreiheit) und Minderheitenrechte (insbesondere LSBTI-Rechte) unterstützt.

Oder aber, man lässt allen solchen weltanschaulichen Gruppierungen gleiches Recht angedeihen, in dem man für keine die Mitgliedsbeiträge eintreibt. Man müsste nur klare Regeln zum Nachweis der Finanzierung aufstellen, die Gruppen steuerpflichtig machen, und klare Regeln aufstellen, die sie an die o. g. Rechte binden.
Das wird die große religiöse Lobby in den größeren Parteien aber nicht wollen.

Beitrag melden
wrkffm 26.12.2018, 09:52
6. Man wird sehen....!

Aber ob alle Muslime in Deutschland eine Unabhängigkeit wirklich wollen sei mal so dahin gestellt und das auch noch durch eine zu zahlende Moschee-Steuer. Unter der Hand fliesen dann doch sicherlich weiterhin die großen Gelder aus anderen Quellen. Vielleicht nimmt man die Einnahmen der Moschee-Steuer um nur den Topf voller zu machen und geht bewusst weiterhin den gewohnten Weg.
Eine bessere Kontrolle durch die Steuerbehörde, was mit der errungenen Unabhängigkeit einhergeht, wird wohl daher nicht alle Muslime begeistern.

Beitrag melden
hmueller0 26.12.2018, 09:55
7. diskussionswürdig...

... wäre auch mal, sich darauf zu konzentrieren, dass Religion nicht immer mehr Einfluß gewinnt. Leider wird da schon viel zu viel Rücksicht darauf genommen, was diese ohne jene Religions-Vertreter finden, wünschen etc. So etwas hatten wir schon mal im Mittelalter - und genau da gehört es hin. Und was die Vermittlung moralisch oder politisch fragwürdiger Werte angeht: das ist sicher nicht nur ein Problem der Geldgeber, sondern auch der -Nehmer. Wird aber wieder ausgeklammert. Aber der Versuch, ein Problem zu lösen bei dem man von vornherein Teile des Problems ignoriert, wird vermutlich wie erfolgsversprechend sein ...? Genau. Bitte weitergehen, hier gib es nichts zu sehen.

Beitrag melden
jupptrawupp 26.12.2018, 09:57
8. Keinen Effekt

wird die Einführung einer Moscheesteuer haben, wenn nicht gleichzeitig die Finanzierung von außen verboten wird.
Ob Muslime, freie Christen und sonstige Religionsgemeinschaften finanzieren sich heute über den direkten Beitrag ihrer Mitglieder. Deshalb muss die Erhebung von Steuern nicht erfolgen, sondern nur das Verbot der auswärtigen Finanzierung.
Aber ob die Bundesregierung den Saudies das verbieten würde dem sooo vertrauenswürdigen Partner.

Beitrag melden
hmueller0 26.12.2018, 10:01
9. Das löst das Problem sicher nicht

Das Hauptproblem ist nicht die Finanzierung, sondern der Einfluß der dadurch entsteht, dass sich Politiker und Teile der Gesellschaft nicht in der Lage sehe, mal klar Stellung zu beziehen und gewisse Standards einzufordern. Und was soll schon das schrittweise Lösen? Wenn man in den Geldern ein Problem sieht, könnte man das auch soft untersagen. Wei wäre es mit: "AfD soll sich schrittweise von der Finanzierung durch rechtsradikale lösen ... forderten führende Politiker ... dazu mache man sich Gedanken, wie sich die Partei künftig besser selbst finanzieren könnte". Und dann gibts hier (wie schon jetzt) eben einige "Geschäftsleute" die großzügig die Moschee xy unterstützen und für die selben fragwürdigen Anschauungen stehen, wie vermutlich ein guter Teil der Gemeinde.

Beitrag melden
Seite 1 von 7
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!