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Unabhängigkeitspläne: Warum Venetien ein eigener Staat werden will
eoVision/ CNES/ Airbus

Italiens Touristenregion Venetien plant die Unabhängigkeit. Jetzt hat sich das "venetische Volk" zur nationalen Minderheit und den heimischen Dialekt zur zweiten Amtssprache erklärt. Schon bald soll die Autonomie folgen.

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akarsu0 11.12.2016, 19:25
1. Was stimmt da nicht?

Diese Egoisten gehen mir echt auf die nerven. Mit kleinstaaterei erreicht man heute nichts mehr. Am besten sollte man die sanktionieren und die Tür zur EU verschließen. Diese Egoisten möchten unter sich bleiben, kein Problem.
Genauso wenig Verständnis habe ich für die Schotten und Katalanen.
Da muss auch die EU mit voller härte durchgreifen. Sonst zerfällt bald Europa in hunderten von kleinen Staaten, wenn jedes Volk der Meinung ist was besonderes zu sein und seine extra Wurst haben zu müssen.

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twofingersloth 11.12.2016, 19:31
2. Venetien hat wie Tuvalu und Kiribati das gleiche Schicksal - es geht bald unter !

Die Rosinen Pickerei mancher Regionen in Europa macht einen ja schon Fassungslos. Von mir aus, lasst Sie ziehen. Wie bei den Katalanen gilt auch hier, raus aus dem Europäischen Staat (hier Italien) heißt auch raus aus der EU. Aber wie unser guter Wolfgang schon einmal sagte: “In isch in, out isch out“
Wer raus ist aus der EU hat auch keine Ansprüche auf Schutz und Unterstützung einer großen Gemeinschaft.

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Luna-lucia 11.12.2016, 19:31
3. Herr Hans-Jürgen Schlamp

nicht nur Venetien will die Autonomie. Viele ande Regionen, wie z.B. die Region Trentino-Südtirol besteht gemäß Artikel 116, Abs. 2 der italienischen Verfassung aus den autonomen Provinzen Trient und Bozen. Diese sind mit Befugnissen ausgestattet, die denen von autonomen Regionen entsprechen. Mancher spricht auch von Provinzen mit Sonderstatut. Ihrer autonomen Ausrichtung zufolge werden das Trentino und Südtirol auch als „Länder“ bezeichnet, und ihre Präsidenten tragen den formellen Titel „Landeshauptmann“.
Regionen mit Normalstatut.

15 der 20 italienischen Regionen (namentlich Piemont, Lombardei, Venetien, Ligurien, Emilia-Romagna, Toskana, Umbrien, Marken, Latium, Abruzzen, Molise, Kampanien, Apulien, Basilikata, Kalabrien) verfügen über ein Normalstatut (statuto ordinario). Dieses wird vom Regionalrat verabschiedet, in zwei aufeinanderfolgenden Wahlgängen, im Abstand von nicht weniger als zwei Monaten, und kann einem Volksentscheid unterzogen werden. Das Statut, das im Einklang mit der gesamtstaatlichen Verfassung stehen muss, legt die Regierungsform der Region sowie die grundlegenden Prinzipien ihrer Organisations- und Funktionsweise fest. Es regelt die Ausübung des Initiativrechtes und des Rechtes auf Volksbegehren zu Gesetzen und Verwaltungsakten der Region, wie auch die Veröffentlichung der Gesetze und Rechtsverordnungen der Region.

Die Zuständigkeiten der Regionen mit Normalstatut lassen sich aus der italienischen Verfassung ableiten. Ihre finanzielle Autonomie, die in Art. 119 der gesamtstaatlichen Verfassung verankert ist, wurde bis heute großteils nicht umgesetzt. Jedoch verfügen die Regionen über eine eigene Steuern, die IRAP, eine Wertschöpfungssteuer, die mit der deutschen Gewerbesteuer vergleichbar ist, sowie über einen Anteil an der IVA (Mehrwertsteuer) und über den regionalen Zuschlagssatz auf die Einkommensteuer (addizionale regionale IRPEF).

Die Institutionen der Regionen mit Normalstatut wurden erst im Jahr 1970 eingerichtet.

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Abel Frühstück 11.12.2016, 19:38
4. Schönes Beispiel

Ein sprechendes Beispiel, um bei der Srpache zu bleiben, wie Bericht und Meinung vermischt werden. Zitat: "... ist aber eigentlich völlig egal". Das möchte der Leser ja vielleicht selbst entscheiden. Diese süffisante Art der Belehrung, kann man die nicht zurückfahren in dieser Online-Zeitung? Oder ist das wirklich ganz bewusstes Konzept?

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vchs 11.12.2016, 19:40
5. Peinlicher Populismus

Manche begreifen es echt nicht: Wir leben im 21. Jahrhundert, in einer globalisierten Welt. Jeder will die Vorteile dieser Zeit genießen - so weit so gut. Dass es aber immer noch ewig gestrige Gestalten (und Regionen) gibt, die meinen, etwas besseres zu sein, verstört mich ungemein. Katalonien, Baskenland, Flandern, Venetien? Was soll denn aus diesen Regionen werden, sobald die Unabhängigkeit erreicht ist? Hat sich dort schonmal jemand ausgerechnet, was das die jeweilige Region kosten würde, welches Signal hier gesendet werden würde? Peinlich, peinlich und unrealistisch. Engstirnig bis in die Haarspitzen ist das! Konzentriert euch doch bitte mal etwas auf das Miteinander. Europa ist ein großartiger Lebensraum - lasst uns doch näher zusammenwachsen, als ewig "klein, klein" zu machen!

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langenscheidt 11.12.2016, 19:41
6. Kleinstaaterei...

... führt zu Monsterstaaten, die Kleinstaaten wirtschaftlich, monetär und militärisch zu politischen Anhängseln machen (Osteuropa ist ein aktuelles Beispiel). Mehr denn je sind im 3. Jahrtausend große Staatenbündnisse nötig um Gleichgewichte zu schaffen. In diesen Staatenbündnissen muss die jeweilige individuelle Kultur geschützt und gefördert werden. Manchmal frage ich mich, wieso Kleingeister Kleinstaaten gründen wollen. Es müssen Hohl- und Holzköpfe sein. Die EU mag am Ende sein, was nicht heisst, ein politisch und wirtschaftlich geeintes Europa sei ebenso am Ende. Wir müssen es nur wollen und gemeinsam neue Wege suchen und bestreiten.

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Atheist_Crusader 11.12.2016, 19:44
7.

...aber selbstverständlich wird man trotzdem noch in die EU wollen. Und die NATO - wenn die denn dann noch existiert. Und wer immer dann das zuständige Verteidigungsbündnis leitet, darf eine weitere Winz-Truppe koordinieren und zum Teil einer funktionierenden Streitmacht machen.

Genau deswegen brauchen wir mehr Europa, eine europäische Föderation in der Verwaltungsdistrikte nach Kulturen unterteilt sind. Kommt einer davon auf die idee, dass er doch unbedingt seine geheiligten Traditionen in Korbflechten und Sprachen die sonst kein Mensch spricht beschützen muss, wird einfach eine neue Verwaltungseinheit geschaffen und gut ist. Wenn es ihnen Spaß macht, dürfen sie sich auch eine eigene Flagge oder ein Wappen ausdenken.
Nach dem gleichen Muster dürfen dann die Katalanen, die Bayern und auch jeder der Spaß daran hat ihren eigenen Kulturraum kriegen, ohne dass sie damit das Gesamtprojekt runieren und sämtliche Parlamente, Räte und Ausschüsse mit weiteren Abgeordneten fluten, die zwar nur eine handvoll Menschen vertreten, aber trotzdem die Macht haben alles zu blockieren.

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SINAN_75 11.12.2016, 19:45
8. Auch bei uns ...

... gibt es Regionen, die mehr zahlen, als sie erhalten. Wir brauchen eine AfB, eine Alternative für Bayern. Und zwar dringender als diese gesamtdeutschen "Patrioten"

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Darwins Affe 11.12.2016, 19:47
9. Europa der Regionen

Die EU hat eine grosse Chance verpasst, als sie das Europa der Regionen nicht umsetzte. Verhindert wurde die Idee natürlich vom Ministerrat und den Staatschefs der einzelnen Länder. Jetzt ist`s zu spät und das Totenglöckchen der Gemeinschaft hat wohl geschlagen.

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