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Unabhängigkeitspläne: Warum Venetien ein eigener Staat werden will
eoVision/ CNES/ Airbus

Italiens Touristenregion Venetien plant die Unabhängigkeit. Jetzt hat sich das "venetische Volk" zur nationalen Minderheit und den heimischen Dialekt zur zweiten Amtssprache erklärt. Schon bald soll die Autonomie folgen.

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Doofie 11.12.2016, 23:26
60.

Leider kapieren es die meisten wohlhabenden Provinzen nicht, dass ihr Einkommen auf den Verkauf ihrer Waren und Dienstleistungen in andere Regionen und Länder basiert. Führt man wieder die Kleinstaaterei ein, bleibt man auf seinen Produkten sitzen da man dann überall Zölle zahlen muss. Die heimischen Produkte der jeweiligen Staaten sind dann im Inland billiger, aber es kommt nichts mehr aus dem Ausland rein. Klingt gut, ist aber nur sehr kurz ein Vorteil. Der Markt ist umso kleiner je kleiner das Land. Nach wenigen Monaten schrumpft die Nachfrage, die einst wohlhabende Provinz hat plötzlich hohe Arbeitslosenzahlen usw.
Es ist immer wieder erschreckend wie man mit einfachsten Parolen den gesunden Menschenverstand von so vielen Bürgern ausschalten kann. Und das nur um seine Position als Provinzfürst zu stärken.

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leo_stern 11.12.2016, 23:27
61.

Wenn ein Artikel nicht mehr hergibt, als sich über eine Sprache lustig zu machen, so fragt man sich wirklich in welcher Zeitschrift man gerade liest. Dazu noch von einem Ausländer, der vielleicht knapp die Standardsprache spricht und schon beim leisesten Hauch von Dialekt nur noch Bahnhof versteht. Ist der römische Dialekt vielleicht besser als das Veneto? Besser als das sardische oder das neapolitanische? Wer bei Dialekten von "Kinderkartensprache" spricht, hat wohl den Sinn der Sprache selbst nicht verstanden. Eigentlich würde ich von einem Journalisten erwarten, dass er ein Faible für Sprachen hat und dass sein Intellekt über die Kenntnisse von Standardsprache geht.

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schwabenstreich 11.12.2016, 23:29
62. Kleinstaaterei , na und innerhalb der EG doch ok...

...man braucht kein großes Land mehr um EG Mitglied zu sein , warum auch ? Liechtenstein, Vatikanstaat, San Marino , Island , Andorra, Monaco , Luxenburg , Österreich, Schweiz ( alles unter 10 mio Einwohner) ... guckt doch mal deren Lebenstandart an... da können nur die Süddeutschen Bundesländer gerade mal so mithalten...

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gerdstaffler 11.12.2016, 23:30
63. Hanebüchen

Also die Südtirol-Autonomie mit den Separatismus-Bemühungen der Lega im Veneto zu vergleichen, ist doch
etwas hanebüchen. Der Minderheitenschutz in der Provinz Bozen basiert auf einem internationalen Vertrag
(Pariser Friedensabkommen), welcher der deutschsprachigen Bevölkerung und in der Folge auch der
ladinischen Minderheit nach der Verweigerung des Selbstbestimmungsrechtes durch die Siegermächte eine
nach zähem Ringen inzwischen recht weitreichende Selbstverwaltung im Rahmen des italienischen Staates
einräumte. Heute befindet sich Südtirol in den Bereichen Lebensqualität. Pro-Kopf-Einkommen aber auch
Pisa-Ranking im italienischen Spitzenfeld. Mit der ersten dreisprachischen Universität in Europa (deutsch, italienisch und englisch) bemühte man sich in Bozen auch um den kulturellem Anschluss an Europa. Kein Südtiroler würde auf die EU-Mitgliedschaft und den Euro verzichten. Als einzige Region Norditaliens hat Südtirol
beim Verfassungsreferendum des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Renzi für dessen Reform und den
Verbleib in der EU gestimmt.
Die Lega hingegen kassiert zwar EU-Parlamentarier- Gehälter (Lega-Führer Salvini), bekämpft aber Brüssel genauso wie Rom und träumt von einem Europa a la Strache, Le Pen und Wilders mit dem Ausstieg aus dem Euro, der
Wiedererrichtung der Grenzen und der Abschiebung aller Migranten.

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Justitia 11.12.2016, 23:34
64.

Zitat von SINAN_75
... gibt es Regionen, die mehr zahlen, als sie erhalten. Wir brauchen eine AfB, eine Alternative für Bayern. Und zwar dringender als diese gesamtdeutschen "Patrioten"
In jedem Land gibt es Regionen, die mehr Subventionen und Rückvergütungen vom Staat erhalten, als dort für die nationale Gemeinschaft an Steuern abgeführt werden. Es ist jedoch kurzsichtig und dumm, die anderen Regionen nur als Kostenfaktor in einem Bundesstaat zu sehen. Die anderen Regionen sind nämlich eine der Gründe, weshalb es Bayern gut geht. Und wenn Bayern ein eigener Staat wäre, würde es wiederum innerhalb von Bayern Regionen geben, die mehr Steuern an eine bayrische Regierung abführen als Geld zurückerhalten. Wird sich dann München als eigener Staat proklamieren und sich von den bayrischen ländlichen Gegenden oder von Franken für unabhängig erklären? Im Anschluss daran, wird sich dann München-Grünwald von München-Giesing für unabhängig erklären? Mit was verdienen eigentlich die Grünwalder ihr Geld? WIrd das nur in Grünwald verdient oder braucht man dazu auch den Münchner, den bayrischen oder gar den gesamtdeutschten Markt? Tja, könnte sein, dass der Rest Deutschlands die Produkte und Dienstleistungen von Unternehmern aus Gründwald nicht mehr möchte und diese mit hohen Zöllen belegt. Ebenso könnte die Durchfuhr von Produkten und Rohstoffen aus bzw. nach Grünwald mit Wegezoll versehen werden. Ein Rückfall in mittelalterliche Zustände, in Kleinstaaterei und den damit verbundenen kriegerischen Auseinandersetzungen wäre Tür und Tor geöffnet. Wer genau sollte eigentlich Bayern verteidigen und wer genau würde die wirtschaftlichen Interessen von Bayern gegen grosse Wirtschafts- und Militäreinheiten wie China, USA, Russland oder die OPEC durchsetzen? Richtig, niemand ausser Bayern selbst würde dies wollen und Bayern ist global viel zu unbedeutend, als dass Bayern hierbei eine Chance hätte.

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nofreemen 11.12.2016, 23:35
65. bravo

Zölle und Schlagbäume müssen wirder her. Die Grenzen aus dem Mittelalter und Landvögte wie zu Tells Zeiten.

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postit2012 11.12.2016, 23:36
66. Putzig, dass so viele Kommentatoren den Regionalisierungswahn

als Gegenbewegung zur EU begreifen.

Im Gegenteil ist es so, dass nur die Existenz der EU die Abspaltungen vom Nationalstaat denkbar macht.

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Justitia 11.12.2016, 23:42
67.

Zitat von gula19
Ich finde die Idee gut. Bayern sollte das auch tun und kein Geld mehr nach NRW und Berlin überweisen.
Dann sollten aber NRW und Berlin ihre Tore für Produkte aus Bayern schliessen. Ebenso sollte dann Bayern die Ausbildungskosten erstatten, die NRW und Berlin für Absolventen aufgewendet hatte, die nun in Bayern arbeiten.

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ge1234 11.12.2016, 23:47
68. Es lebe...

.... die Alpenrepublik, bestehend aus dem Süden Deutschlands, dem Norden Italiens und mittendrin unsere Tiroler Freunde! Eine Region, die wirtschaftlich und kulturell den restlichen, europäischen Pleitegeiern das Fürchten lernen würde!

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nwz86 11.12.2016, 23:47
69. Kleinstaaterei

Zitat von akarsu0
Diese Egoisten gehen mir echt auf die nerven. Mit kleinstaaterei erreicht man heute nichts mehr. Am besten sollte man die sanktionieren und die Tür zur EU verschließen. Diese Egoisten möchten unter sich bleiben, kein Problem. Genauso wenig Verständnis habe ich für die Schotten und Katalanen. Da muss auch die EU mit voller härte durchgreifen. Sonst zerfällt bald Europa in hunderten von kleinen Staaten, wenn jedes Volk der Meinung ist was besonderes zu sein und seine extra Wurst haben zu müssen.
Ein Zerfall wäre auch genau das richtige! Mit was man heute, gerade angesichts der Globalisierung, nichts mehr erreicht sind große Staatengebilde, die wie Dinosaurier langsam und behäbig, von den Bürgern komplett abgehoben und mit riesigem bükratischem Overhead belastet, vor sich hintrotten. Ein anderer Poster sprach auch von Globalisierung -- ich glaube da können Sie _Venedig_ nichts vormachen! Diese Stadt war bereits global orientiert, und Republik, als der leibeigene deutsche Bauer das nächste Dorf für das Ende der Welt hielt. Mit der gestrigen Idee eines grenzenlosen sozialistischen Einheitsstaats können Sie heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken.

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