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Ungarn: Polizei und Demonstranten liefern sich heftige Auseinandersetzungen
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Es flogen Flaschen und Rauchbomben: In Budapest sind bei den heftigsten Protesten seit mehr als zehn Jahren Demonstranten und Polizisten aneinander geraten. Auslöser war das "Sklavengesetz" der Regierung.

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malliki 15.12.2018, 13:05
1. Sklavengesetze? Ein Unwort in deut. Medien

Im Falle Ungarn sind die Demonstranten garantiert die Guten, sie demonstrieren gegen Orban. Anders in Frankreich: dort ist bereits der Heilbringer Macron an der Regierung und das soll so bleiben.

SIE - das Establishment - wollen einen europ. Staat. D. h. gleiche Bedingungen für alle Arbeiter ausgewählt werden nur die schlechtesten Varianten: Rente mit 67, Leiharbeit, keinen Kündigungsschutz mehr, Rente nur noch privat usw. und am Ende Abschaffung aller Sozialsysteme. Zurück in die Renaissance! Das ist der heutige Liberalismus. Gewinnschöpfende Unternehmen haben in deren Augen keine soziale Verantwortung, die obliegt dem "Starken Staat" als Wirtschaftsdemokratie. Nur so können solche Gesetze erlassen werden.

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dirkozoid 15.12.2018, 13:38
2. Auszahlbar über 3 Jahre

Was eine Frechheit. Jeden Tag fast zwei Stunden mehr und die Kohle gibt es irgendwann? Und an meinen Vorposter gerichtet: Ich verstehe nicht, was genau jetzt die Medien und Macron damit zu tun haben.

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haarer.15 15.12.2018, 13:49
3. Die hässliche Fratze des Neo-Liberalismus

Nunja, es brodelt nicht nur in Frankreich, sondern auch im rechten Orban-Land. Die Bereiche Arbeit und Soziales, die auseinandergehende Schere und der wachsende Einfluss des Großkapitals scheint die Menschen wieder mehr auf die Straßen zu treiben. Dabei sollten die Eliten aus der Finanz- und Wirtschaftswelt ebenso wie die Politik aus den Lehren der großen Krise von 2008 was gelernt haben.

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miss maik franz 15.12.2018, 13:59
4.

Was erwarten Sie?

Dass unsere "liberalen" Medien Graswurzel verstehen? Nein, wenn sogar die TAZ sich lieber mit Cohn-Bendit einig ist, dann kann man denen doch nicht mit Graeber kommen.

"Die einzige Klasse von Menschen, die diese neue Realität nicht zu erfassen scheint, sind Intellektuelle. Genau wie bei Nuit Debout schien ein Großteil der selbsternannten "Führung" der Bewegung nicht in der Lage oder nicht willens zu sein, die Vorstellung zu akzeptieren, dass horizontale Organisationsformen tatsächlich eine Form der Organisation sind (sie konnten den Unterschied zwischen einer Ablehnung von Top-down-Strukturen und einem totalen Chaos einfach nicht verstehen), so bestehen Intellektuelle von links und rechts nun darauf, dass die Gilets Jaunes "antiideologisch" sind, unfähig zu verstehen, dass für horizontale soziale Bewegungen die Einheit von Theorie und Praxis (die für vergangene radikale soziale Bewegungen in der Theorie viel mehr existierte als in der Praxis) in der Praxis tatsächlich existiert. Diese neuen Bewegungen brauchen keine intellektuelle Avantgarde, um ihnen eine Ideologie zu liefern, denn sie haben bereits eine: die Ablehnung der intellektuellen Avantgarde und die Umarmung der Vielfalt und der horizontalen Demokratie selbst. Es gibt sicherlich eine Rolle für Intellektuelle in diesen neuen Bewegungen, aber es muss etwas weniger reden und viel mehr zuhören sein. Keine dieser neuen Realitäten, sei es in Bezug auf die Beziehungen von Geld und Macht oder das neue Verständnis von Demokratie, wird in absehbarer Zeit verschwinden, egal was im nächsten Akt des Dramas geschieht. Der Boden hat sich unter unseren Füßen verschoben, und wir könnten gut daran tun, darüber nachzudenken, wo unsere Loyalität tatsächlich liegt: mit dem bleichen Universalismus der Finanzmacht oder denen, deren tägliche Pflege die Gesellschaft ermöglicht."

Ich mach's trotzdem ;)

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artep 15.12.2018, 14:06
5. Die große Krise 2008

Zitat von haarer.15
Nunja, es brodelt nicht nur in Frankreich, sondern auch im rechten Orban-Land. Die Bereiche Arbeit und Soziales, die auseinandergehende Schere und der wachsende Einfluss des Großkapitals scheint die Menschen wieder mehr auf die Straßen zu treiben. Dabei sollten die Eliten aus der Finanz- und Wirtschaftswelt ebenso wie die Politik aus den Lehren der großen Krise von 2008 was gelernt haben.
Gerade von der habe ich profitiert und etliche andere auch. Aktien waren so günstig zu haben wie noch nie und unsere Kanzlerin hat unser Land vor einem Absturz geschützt. Die "Sklaven" müssen ja garnicht in Ungarn arbeiten, die ganze EU steht ihnen offen und dass gegen soziale Ungerechtigkeiten protestiert wird, ist legitim.

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Todweber 15.12.2018, 14:26
6. Mathematik ein aussterbendes Fach?

2000 - 3000 Demonstranten und dann so ein journalistischer Aufwand? In Frankreich demostrierten Einhunderttausende Gelbwesten....

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kelcht 15.12.2018, 15:21
7.

Zitat von malliki
Im Falle Ungarn sind die Demonstranten garantiert die Guten, sie demonstrieren gegen Orban. Anders in Frankreich: dort ist bereits der Heilbringer Macron an der Regierung und das soll so bleiben. SIE - das Establishment - wollen einen europ. Staat. D. h. gleiche Bedingungen für alle Arbeiter ausgewählt werden nur die schlechtesten Varianten: Rente mit 67, Leiharbeit, keinen Kündigungsschutz mehr, Rente nur noch privat usw. und am Ende Abschaffung aller Sozialsysteme. Zurück in die Renaissance! Das ist der heutige Liberalismus. Gewinnschöpfende Unternehmen haben in deren Augen keine soziale Verantwortung, die obliegt dem "Starken Staat" als Wirtschaftsdemokratie. Nur so können solche Gesetze erlassen werden.
der deutsche Sozialstaat konnte dank Arbeitsmarktreformen und wirtschaftsfreundlicher Politik ausgebaut werden. Wenn sich die Gelbwesten generell gegen flexiblere Arbeitszeiten und Renteneintrittsalter wehren ist das nicht unsere Problem, wenn Orban die Menschen zur Mehrarbeit zwingt die auch erst nach 3 Jahren vergütet wird ist das die Holzhammermethode gegen Fachkräftemangel und Arbeitskräftemangel. Wir haben wohl einen gesunden deutschen Mittelweg der recht erfolgreich funktioniert Europa bleibt selbst Überlassen wie es Reformen gestaltet, wobei man die Verantwortung den Griechen, Ungarn und anderen schwarzen Schafen nicht nehmen kann.

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kelcht 15.12.2018, 15:25
8.

Zitat von artep
Gerade von der habe ich profitiert und etliche andere auch. Aktien waren so günstig zu haben wie noch nie und unsere Kanzlerin hat unser Land vor einem Absturz geschützt. Die "Sklaven" müssen ja garnicht in Ungarn arbeiten, die ganze EU steht ihnen offen und dass gegen soziale Ungerechtigkeiten protestiert wird, ist legitim.
Schröder hatte bereits die Hausaufgaben für die Kanzlerin gemacht. Nicht alle Staatshilfen von 2008 waren sinnvoll z.B. die Abwrackprämie.

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Actionscript 15.12.2018, 16:45
9. Rechts=die Besitzenden stärken

Hier zeigt es sich mal wieder. Eigentlich geht es den Führern der Rechtsparteien wie Orban, Trump, Putin, Salvini garnicht um Migration oder Überfremdung. Das wird nur vorgeschoben, um Wähler zu ködern. Es geht ihnen, wie man in den USA auch schön sehen kann, nur darum, die Arbeitnehmer gefügig zu machen und das Unternehmertum zu stärken und die Besitzenden reicher zu machen. Auch die AFD in Deutschland hat ein ähnliches neoliberales Programm. Wann wird die Bevölkerung endlich aufwachen und dies zur Kenntnis nehmen? Interessant in Ungarn, dass auch Rechtsextreme protestieren. Denn purer Rechtsextremismus ist gleichzustellen mit Rassismus, hat aber wenig zu tun mit der Umverteilung von unten nach oben.

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