Forum: Politik
Ungarn und die USA: Orbán treibt es zu weit
REUTERS

Mit Ansage führt Ungarns Premier Orbán sein Land aus der Demokratie in den Autoritarismus. Den USA wird das zu viel, sie verhängen Einreisestopps. Berlin und Brüssel könnten folgen.

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Bubi Hönig 22.10.2014, 13:09
110. Das Problem ist ...

... dass kaum einer Ungarisch spricht. Die Sprache ist zu schwierig, als dass sie jemand über 18 noch halbwegs flüssig lernen könnte. Man ist in dieser Angelegenheit auf Quellen angewiesen, unter denen auch viele dubiose zu finden sind. Dass in Ungarn nun Leute mit absolutem Autoritätsanspruch, die berühmten Autoritaristen, am Drücker sind, will ich gar nicht bezweifeln.

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schlachtross 22.10.2014, 13:09
111. Es gibt vorgeschobene und echte Gründe!

Der eigentliche Grund liegt meiner Meinung nach darin begründet, dass Orban eine eigenständige Russland-Politik betreibt. Die EU hat nach dem Anpfiff aus Washington gekuscht und gegen Putin Boykott-Maßnahmen verhängt. Orban weigert sich Vasallengleich die Politik der USA 1:1 umzusetzen. Das bekommt er jetzt zu spüren.

Dass die Ukraine nicht nur das reine Opfer ist und Putin nicht der Satan haben inzwischen auch so neutrale Organisationen wie Human Rights Watch festgestellt. Wahrscheinlich wird diese Organisation demnächst auch abgestraft.

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adal_ 22.10.2014, 13:10
112. Orbans Vorbilder: Singapur, China, Indien, Türkei und Russland

Zitat von Addams
Ungarn und Russland?
Schauen Sie mal da:

Orban lobt Vorbild Russland"... Die Zukunft gehöre Systemen wie in Singapur, China, Indien, der Türkei und Russland. Sie seien die «Stars» unter den Ländern, die für die Zukunft gerüstet seien.
Ungarn wolle kein liberaler, sondern ein «illiberaler Staat» werden und müsse die «in Westeuropa akzeptierten Dogmen und Ideologien fallen lassen..."



Der Flirt des Kremls mit Europas Rechten

Eine russische Expertin stellt fest, die Beziehungen zwischen Moskau und Budapest seien in gewisser Hinsicht besser als die zwischen Budapest und Brüssel.

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Europäischer Realist 22.10.2014, 13:14
113. Merkwürdiges Vorgehen

Das Thema Korruption kann ja wohl nur ein Vorwand sein. Nicht, dass es die in Ungarn nicht auch gäbe, aber die USA hätten bei 100 anderen Ländern sicherlich deutlich mehr Handlungsbedarf als im Falle Ungarns. Was ist also der eigentliche Grund und welche politischen Lobbyisten setzt dieses Thema in den USA so hoch auf die Agenda?

Für die Akzeptanz US-amerikanischer Massnahmen in Ungarn und in der ungarischen Bevölkerung wäre es evt hilfreich, wenn auch die in den Fokus der politischen Betrachtung und Diskussion gerieten, die das Land fast in den finanziellen Abgrund gerissen hätten. Das Land wurde ja förmlich von aussen geplündert. Und das ist in Ungarn keineswegs vergessen worden, sondern nach wie vor die Basis des enormen Urban´schen Erfolgs bei den Wählern.

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doofnuss 22.10.2014, 13:18
114. einreiseverbot für amis nach ungarn!? - klingt lustig!

Zitat von ihawk
Mir stellt sich die Frage, ob die Maßregelung von Staaten bzw. deren Regierungen die Aufgabe der USA ist, zumal eine unselige Verflechtung von Regierung und Wirtschaft auch in den USA zunehmend mehr Unbehagen erzeugt... Die USA als selbsternannte Weltpolizei ist nicht nur undemokratisch, sondern m.E. auch zunehmend mehr gefährlich, da die USA absolut kritikunfähig sind und nur das tun, was ausschließlich den USA nutzt.
da haben sie einen punkt - einen sehr berechtigten.
ich erwähne nur guantanamo.
was tut die sogenannte freie, demokratische welt - also wir - gegen diesen seit über einem jahrzehnt anhaltenden flagranten verstoß der usa gegen die menschenrechte?
genau: nix!

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Jelassener 22.10.2014, 13:18
115. Autokratischer Sumpf

Warum müssen die östlichen Staaten eigentlich alle erst einmal tief durch den dicksten autokratischen Sumpf waten, bis sie sich irgendwann einmal dafür interessieren, frei zu sein? Natürlich leben wir im Westen (noch) nicht im demokratischen Paradies. Aber warum ganze Völker solche Politiker wählen, obwohl sie den Westen als Beispiel haben, ist mir sehr rätselhaft.

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kellyx 22.10.2014, 13:19
116.

Zitat von Leser161
Stimmt. Es sei den Ungarn freigestellt, dies zu tun. Genauso wie es dem Rest der Welt freigestellt ist, nicht mit Ungarn zu kooperieren. Vielleicht können die ja ein Bündnis mit Nordkorea machen?
Der Rest der Welt sind nicht nur die USA und ihre Vasallen obschon man meinen könnte es sei so.

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jan.lolling 22.10.2014, 13:19
117. 1000-jähriges Ungarn

Was hat die lange Geschichte Ungarns mit der aktuellen Politik zu tun - nichts! Wer mit solchen Floskeln wie "1000-jähriges ... was auch immer " um sich wirft hat keine sachlichen Argumente - deutliches Zeichen dass die USA hier korrekt handeln. Eigentlich schon übel dass die EU tatenlos bleibt.

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rihad007 22.10.2014, 13:19
118. Von nichts eine Ahnung, aber davon viel

scheinen mir hier diejenigen Kommentatoren zu haben, die für Ungarn in die Bresche springen. Als ungarischstämmiger Deutscher, der sich täglich einen Überblick über die ungarische Presselandschaft verschafft und auch jedes Jahr mehrere Wochen in Ungarn verbringt, maße ich mir an, die Lage im Land zu kennen. Soviel sei gesagt: Die Kritik des Westens ist nahezu vollumfänglich berechtigt. Wer behauptet, die in Ungarn herrschenden Zustände fänden sich in ähnlicher Form auch bei uns in Deutschland, dem ist nicht zu helfen. Die Verfehlungen bzw. Missetaten der Regierung Orbán aufzuzählen würde hier jeglichen Rahmen sprengen. Nicht nur meine Großmutter in Budapest fühlt sich an die dunkelsten Zeiten des Kommunismus erinnert. Die Presse ist – bis auf ein paar Alibi-Blättchen mit verschwindend geringer Auflage – nahezu völlig gleichgeschaltet. Gleiches gilt für Funk und Fernsehen. Einzig RTL widersetzt sich noch, doch hat Orbán auch hier den Krieg erklärt und eine für den Sender maßgeschneiderte (Sonder-)Steuer auf Werbeeinnahmen eingeführt. Auf allen anderen Kanälen dagegen Regierungspropaganda rund um die Uhr. Jeden Tag eine neue Jubelmeldung, die der gehirngewaschenen Bevölkerung die Überlegenheit des ungarischen Modells verklickern soll. Erst vorgestern wieder hat Orbán angekündigt, bis 2018 (!) für Vollbeschäftigung zu sorgen und "das beste Bildungssystem Europas" zu errichten. Gleichzeitig Geschichtsrevisionismus und Verklärung des Horthy-Regimes im großen Stil (inkl. Umschreibung der Geschichtslehrbücher für die Schulen und Errichtung von Weltkriegsdenkmälern in jedem 200-Seelen-Dorf). Regierungskritische Freunde und Verwandte von mir trauen sich nicht mehr am Telefon oder in der Öffentlichkeit über Politik zu sprechen. Und noch etwas zur demokratischen Legitimation des FIDESZ: Bei der Parlamentswahl am 6.4.2014 erreichte die Partei 44.87% der Stimmen, und dies auch nur durch erdrückende mediale Dominanz und Benachteiligung der anderen Parteien im Wahlkampf. Aufgrund der – von Orbán initiierten Änderung des Wahlrechts – reicht das wiederum für eine 2/3 Mehrheit. Hochgerechnet auf eine Wahlbeteiligung von knapp 62% heißt das, das in etwa ein Viertel der wahlberechtigten Bevölkerung für das "Regime" gestimmt hat. Ich wäre also vorsichtig mit der Behauptung, "die Ungarn" würden so leben wollen. Leider muss man aber auch sagen, dass die ebenso von Korruption durchsetzte sozialistische Partei genausowenig eine Alternative war und ist (von der faschistischen Jobbik ganz zu schweigen). Und wer will schon den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?

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mb52 22.10.2014, 13:21
119. Ihr Bitrag mit dem Titel

Zitat von tyr-7
..."Berlin und Brüssel könnten folgen"...! Ich würde mal behaupten, so treibt man Ungarn aus der EU in die engere Umarmng mit Russland. Ungarn, wie auch Slowenien, wollen sich nicht gegen Russland wenden. Das ist für die USA und die EU nicht zu ertragen...
Wenn Sie finden, Orban sei ein guter Mann, können Sie ihn gern behalten. Acht der zehnmillionen Ungarn würden aufatmen.

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