Forum: Politik
Ungerechte Gesellschaft: Die Deutschen lassen sich zu viel gefallen
DPA

Unten mehr Armut, in der Mitte mehr Lasten - und oben mehr Geld. So steht es um Deutschland. Ungleichheit und Ungerechtigkeit nehmen zu. Von Gewerkschaften kommt kein Widerstand, von Medien kein Widerspruch.

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silverhair 15.05.2014, 19:49
190. Es war immer Konsum ..

Zitat von andreas_hans-otto
Wen können wir denn trotz allen Misstrauens wählen, ohne in radikale Regionen abzurutschen, in die die meisten von uns wirklich nicht wollen? Die Mehrzahl von uns sind nun mal die Herde und keine Anführer. Auf die Straße gehen? Da wird keine Politik gemacht. Haben die großen Demonstrationen der Vergangenheit wirklich etwas bewegt? Wie sieht es denn mit unserer Macht als Konsumenten aus? Wir leben in einer Gesellschaft, die ohne fortlaufenden, sich sogar ständig steigernden Konsum nicht funktioniert. Bringen wir "die da oben" zu einem Kurswechsel, wenn wir weniger konsumieren oder strangulieren wir uns damit nur selbst? Und sind wir überhaupt bereit dazu auf das süße Opium des Konsums zu verzichten?
Das was sie als Konsum bezeichnen gab es schon immer.. Wirtschaftsysteme und vor allem Geld sind nur auf Menschen bezogen, Rohstoffe, oder Tiere nehmen ihnen einfach kein Geld ab!

Und wärend die Feudalistisch Sklavenhaltersysteme bis 1760 eben nur Menschen zur Verfügung hatten - wo die Sklaven eben zwar auch konsumierten, aber ihnen dieser Zugewiesen wurde, mußte man mit der Dampfmaschine eben "umstellen" - den Anschein erwecken man hätte etwas "neues" erfunden!
In Wahrheit ging es aber natürlich so weiter .. und muss so weiter gehen solange Menschen für produktive Arbeit benötigt - und für den "Verbrauch" wie essen etc. ebenso benötigt werden!

Wirtschaft war und ist immer ein Kreislauf des Geldes zwischen der "Wertschöpfungskette" und dem Verbrauch .. während die "Waren und Güter immer nur vom "Rohstoff bis zum Verbrauch" existieren!

Sie brauchen da vom Wirtschaftskreislauf her nicht auf viel zu verzichten .. sie "Verkonsumieren" immer nur das was "Hergestellt werden kann" unabhängig von "Geld"..

Wir werden in wenigen Jahrzehnten sogar den Zusammenbruch des Geldsystems erleben .. es gibt durch Maschinen und Computer einfach immer weniger Bedarf an "Produktiven Menschen" - ohne das die Produktivität darunter leidet .. das machen eben Maschinen und Computer bald zu 95%

Was nicht heißen soll, das man ALLES produzieren oder verbrauchen sollte - gibt da so dinge die man tunlichst vermeiden sollte - will man insgesamt überleben. Aber einen Sinnvollen Verbrauch einzuschränken würde sie nur "Einkommenslos" machen .. den wenn sie nicht mindestens genausoviel ausgeben wie sie einnehmen wollen/müssen, dann verhundern sie einfach .. das nützt dann aber auch keinem mehr!

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holik 15.05.2014, 19:52
191. Kapital entsteht durch die Arbeit

Zitat von Cherubino
Oder sollte ich Realitätsverweigerung schreiben? Wenn die Zustände in Deutschland so beklagenswert sind, wo sind die Aufstände und Revolutionen - von Augstein mehr als einmal heraufbeschworen - wo die Wahlerfolge der Linken als allerletzte Retter der Armen und Entrechteten? Augstein hat auch keine Antwort und scheint zunehmend ratloser und verbitterter. Und noch so ein Lieblingsthema von ihm: Gibt es hier einen im Forum der sich zutraut, mir dieses Prinzip der Umverteilung von unten nach oben zu erklären? Und bitte nicht mit der Plattitüde a la Augstein kommen die Reichen werden immer Reicher usw.! Ich hätte schon gern gewußt, wer/wo man den Armen Geld abnimmt um es den Reichen zuzustecken denn das impliziert diese linke Mär von der umgedrehten Umverteilung.
Und wie es in dem Artikel richtig festgestellt wurde , landet Kapital bei oberen 10%.
Jahres Umsatz und Gewinn z.B. BMW Ag erwirtschaften die Belegschaft und Management. Oder sind Sie der Meinung es macht die Eigentümer Familie?
Gute Manager sind übrigens goldwert und Rar.
Artikel ist eine Erfrischung und Erholung von Ukraine Berichten. Gleichzeitig erinnert es daran dass auch zu Hause was zu tun ist.

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UweZ+ 15.05.2014, 19:56
192. Ischsachemaso,...

...dass all dies Gesellschaft-Spaltende in unserer schnuckligen Republik passiert IST, weiss doch eigentlich sowieso jeder, sofern er die letzten zwei Jahrzehnte nicht als hirnbiologischer Einzeller mit dem Intelligenzquotienten einer Fleischtomate dahin zu vegetieren beliebte...

Nur - WARUM all dies passiert ist, weiss heutzutage kaum einer mehr.
Obwohl die zu Grunde liegende Idee einer angeblichen "Naturgesetzlichkeit" des Kapitalismus ja nun wirklich nicht eine der Gegenwart entsprungene Ideologie ist, sondern gelinde gesagt, schon nen mehrfach kriegserfahren-langen Bart hat.

Das Lied vom Klassenfeind - Bertold Brecht (1933)
Als ich klein war, ging ich zur Schule
und ich lernte, was mein und was dein.
Und als da alles gelernt war,
schien es mir nicht alles zu sein.
Und ich hatte kein Frühstück zu essen,
und andre, die hatten eins:
Und so lernte ich doch noch alles
vom Wesen des Klassenfeinds.
Und ich lernte, wieso und weswegen
da ein Riss ist durch die Welt?
Und der bleibt zwischen uns, weil der Regen
von oben nach unten fällt.

...


Dass der Regen von oben nach unten fällt, war schon immer so, ist auch heute so, und wird auch morgen immer noch so sein.

Dass die Menschen aber IMMER und IMMER WIEDER auf's Neue auf die Schnauze fallen, weil die Menschengemachtes mit Naturgesetzlichem verwechseln, dass gibt es menschheitsgeschichtlich eigentlich nur bei der causa Kapitalismus...!

WER hätte DAS denn schon ahnen können...???
Als im Jahre 2003 beim massenmedialen Verhöhnen des Metallerstreiks, oder auch im Jahre 2004 beim wolllüstig "Parasiten"-bespassten Hartz4-Leberhaken Austeilen, die Naturgesetzlichkeit des Kapitalismus den Menschen derartige Scheuklappen verpasste, dass die Sehschlitze in ner islamischen Burka einem dagegen wie riesige Panorama-Fenster zur Welt vorkommen...

Die Deutschen sind doch Weltmeister darin, sich HINTERHER nie an irgend etwas erinnern zu können, was sich beim allgegenwärtigen "business as usual" als böses Zeichen hätte deuten lassen.

Na, Schwamm drüber, jetzt ist das Kind ja in den Brunnen gefallen.
Und weil der Regen eben von oben nach unten fällt, müssen wir jetzt wohl wieder erst mal wieder durch, durch das leidvolle Schlamassel.
Das Jahr 2014 fängt ja schon gut an.
Inzwischen weiss ja, dank eines exakt bei Nicht-Unterschreiben des DCFTA-Freihandelsvertrages aussbrechenden Bürgerkriegs-Theaters in der Ukraine, dass das gerade geheimverhandelt werdende TTIP-Freihandelsabkommen zwischen EU und USA auf jeden Fall unterschrieben werden MUSS.
Wenn nicht überall in der Europäischen Union plötzlich EU-Maidane aus dem Boden spriessen und eine Auflösung des gesellschaftlichen Zusammenhalts mittels bürgerkriegsartig-gewaltbedingter Verrohung bewirken sollen, meine ich...

Das ist das Freiheitliche am Kapitalismus - er lässt uns Erdenbürgern die freie Wahl, uns für oder gegen einen Bürgerkrieg zu entscheiden...
Zumindest, solange die Profitspirale keine multi-nationalen Konflikte benötigt, um die Kapitalisten satt machen zu können...

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happy2010 15.05.2014, 20:00
193.

Zitat von Steve Holmes
Noch nie ging es einer deutschen Gesellschaft besser.
Das ist falsch

Wenn 1 Person 100 Millionen besitzt, 99% 1 Euro besitzen, dann hat jeder im Schnitt 1 Million.
Daraus zu schließen, das es den 100 Personen noch nie besser ging ist Unsinn

Der einzige vergleichbare Fakt ist

Noch NIE, (seit den 60er Jahren) besassen so viele Deutsche Bürger so wenig am Volksvermögen wie heute

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cwernecke 15.05.2014, 20:03
194.

Zitat von linus23
Wir brauchen einen Höchststeuersatz auf sehr hohe Einkommen (z.B. bei Verheirateten ab 240T Euro 50 %, 480T Euro 60 % und 960T Euro 70 % Grenzsteuersatz.) Kapitaleinkünfte sollten wieder dem regulären Einkommen zugeschlagen werden (nicht lächerliche 25 % Abschlagsteuer ..) Extreme Erbschaften (z.B. 1 ab Mrd + sollten durchaus mit 90 % besteuert werden, keine Sorge: Omas Häuschen, so wie uns immer vorgegackert wird, gehört nicht dazu ...) Um den Binnenkonsum gegen die nächste Wirtschaftskrise zu sichern bzw. zu stärken, sollten die Beitragsbemessungsgrenzen sukzessive angehoben werden, mittelfristig verdoppelt werden (langfristige Finanzierung über Steuern, wie in Skandinavien), die privaten KV's in die GKV integriert werden. Konsequenz wäre eine deutliche Entlastung der geringen/mittleren sozialversicherungspflichtigen Einkommen, welche momentan (ca. 50/60T p.a.) oftmals prozentual stärker belastet sind (Steuern+SV-Beiträge) als Einkommensbezieher mit mehr als 100T Euro. Dies wäre dringend vonnöten, um die Mittelschicht, welche die Wirtschaft im besonderen Masse trägt, vor einem weiteren Erodieren zu bewahren.
Ich halte mal gegen diesen sozialistischen Mumpitz: Der Staat sollte die Sozialausgaben zurückfahren, die Anforderungen für Arbeitslose erhöhen und die Einwanderung von Billigarbeitnehmern aus dem Ausland verringern. Mit dem gewonnenen Geld können mehr Arbeitsplätze von der Wirtschaft geschaffen werden. Diese wären jedenfalls wertvoller als das Manifestieren von Arbeitslosigkeit über den ganzen Hartz IV-Transfermist.

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silverhair 15.05.2014, 20:03
195. Sozialsysteme gehören zwangsläufig dazu

Zitat von Mononatriumglutamat
Das Eigentor ist Ihres. Es ist egal, wie Sie es drehen und wenden: das Land, über das wir hier reden, ist entweder besonders sozial, oder besonders wohlhabend, oder beides. Daß ein Land sich so hohe soziale Ausgaben leisten kann und auch leistet, ist deswegen in jedem Fall eine ausgesprochen positive Aussage über das Land. Das Ihnen das nicht gefällt, weil Sie über unser Land nichts Gutes sehen und hören wollen, ändert zum Glück nix an der Sache. ;-)
Sozialausgaben sind weder gut noch schlecht, sie sind einfach Basis des Wirtschaftsystems.
Geld wandert immer nur von Mensch zu Mensch, und ist auf der einen Seite Einkommen, auf der anderen Seite ausgaben - und Produktion ist dabei vom "Geldsytem" aus gesehen ein nebenläufiger effekt!

Deshalb nennt man die Herstellungseite auch "Wertschöpfungseite" und die andere eben "Verbraucherseite".. Und zwischen beiden existiert eine Prinzielle 1:1 abhängigkeit .. ziemlich unabhängig davon was sie produzieren (das machen ja längst Maschinen + Computer).

Deshalb ist es der "existierende" und Lebende Mensch der eben "überleben" muss, der notwendig ist für einen "Wertschöpfungskreislauf" - er ist nicht als "Sozial" ein lästiges Produkt, sondern das sogar massgebliche dabei!

Sie sparen nichts wenn sie die Sozialausgaben kürzen .. sie mindern dann nur die Wertschöpfungskreisläufe, und damit auch ihr Einkommen den wo Menschen ihnen nichts "geben" haben sie auch nichts mehr zum Verteilen .. und wo sie nichts "verteilen" können sie deshalb auch nicht mehr bekommen!

Länder unterscheiden sich deshalb primär nur von der Leistungsfähigket ihrer infrastruktur her .. die ist in vielen Ländern dünn, also wird sie durch Investionen angehoben .. damit die Hausfrau eben eine Waschmaschine und Kühlschrank hat, und das Auto Strassen, ansonsten hat nämlich keiner Zeit "arbeiten zu gehen" und Autos fahren nicht gut ohne Strassen!

Sie haben auch kein Rentensystem weil das jemand mal so eingefallen ist.. Leute die keine Altersabsicherung haben, müssen eben mehr "Lohn fürs Alter verlangen" zwangsweise, also höhere Löhne, höhere Preise dann wieder!
Man kann das unendlich detailliert weiter auflisten , aber Sozialsyteme sind einfach die Basis für "wirtschaftliches Handeln" , und der immer weiter um sich greifende Ersatz durch Maschinen und Computer wird deren Anteil an den Gesellschaften zwangsweise immer weiter ausbreiten .. bis sie dann hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tittytainment

Landen werden .. ALLE -auch die Reichen letztlich!

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Steve Holmes 15.05.2014, 20:11
196.

Zitat von switcheroony
der Antidemokrat scheinen eher Sie zu sein, denn offenbar hat man zwischen den Urnengängen "das Maul" zu halten und ein meinungsbildender Diskurs habe zu unterbleiben.
Niemand hat etwas gegen lebhafte Diskussionen zwischen den Wahlen, aber zur Demokratie gehört es auch Wahlergebnisse zu akzeptieren. Klar gewonnen hat bei der letzten Wahl die Partei die sich gegen Steuererhöhungen ausgesprochen hat.

Die Regierung ist ihren Bürgern und Wählern verantwortlich und nicht der OECD.

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Krittler 15.05.2014, 20:12
197. Systemfrage

Zitat von Mononatriumglutamat
... das Land, über das wir hier reden, ist entweder besonders sozial, oder besonders wohlhabend, oder beides. Daß ein Land sich so hohe soziale Ausgaben leisten kann und auch leistet, ist deswegen in jedem Fall eine ausgesprochen positive Aussage über das Land. ...
Wenn diese "Sozial"ausgaben aber zum großen Teil für Löhne, also Lohnsubventionen fürs Kapital ausgegeben werden, kann man das auch nicht mehr "sozial" nennen. Denn würde der Staat dem Kapital nicht Niedriglöhne ermöglichen, z.B. 1-€-Jobs etc., dann bräuchte der Staat auch nicht "aufstocken" um die betroffenen Arbeiter nicht trotz Arbeit verhungern zu lassen.

Trotzdem bezweifel ich, dass bei einer "Umverteilung" durch Steuern sich etwas zum Positiven für die ärmeren Bevölkerungsschichten führen würde. Denn der Staat gibt stets die Steuereinnahmen für Staatszwecke aus, z.B. Erhöhung der Militärausgaben (z.Zt. diskutiert wegen Ukraine) o.ä. Genügend Steuergeld ist vorhanden, mehr denn je. Doch für was wird das Geld denn ausgegeben?

Nur wenn Erhöhungen von Steuern für Reiche zweckgebunden für steuerliche Erleichterungen für die Ärmeren wäre, könnte sich an der Schere zwischen arm und reich etwas ändern.

Aber auch das ist letztlich nur eine Kosmetik, eine Vertuschung der Auswirkung vom Kapitalismus, der eben durch seine Maßlosigkeit zwangsläufig zu einer Verelendung der Arbeiter und des Prekariats führen muss.

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agua 15.05.2014, 20:18
198.

Zitat von luny
Hallo andreas_hans-otto, ja, die großen Demonstrationen in der ehemaligen DDR haben zum Beispiel sehr viel bewegt. Sie brachten ein ganzes Staatsgebilde zum Einsturz. LUNY
Hallo Luny,
die grossen Demonstrationen in Portugal bewirken lediglich ein Lächeln der Belustigung bei den Regierenden.
Das wird auch offen so geäussert.

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luny 15.05.2014, 20:26
199. Verstehe ich nicht

Zitat von Andrea111
Dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, liegt vor allem daran, dass arme bildungsferne Menschen weitaus mehr Kinder bekommen, als wohlhabende und gebildete Menschen
Hallo Andrea111,

Ihre Argumentation verstehe ich nicht.

In der Diskussion geht es doch gerade darum, daß es keine
"bildungsfernen Menschen" geben soll.

Und weswegen bekommen "wohlhabende und gebildete Menschen"
weniger Kinder als die "armen und bildungsfernen"?

Sind die "wohlhabenden und gebildeten Menschen" doch nicht so
"wohlhabend"?

Sonst könnten sie sich doch mehr Kinder leisten, oder?

LUNY

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