Forum: Politik
Union und die Landwirte: Immer noch Bauernpartei
picture alliance / dpa/ Stefan Sauer

Deutschlands dürregeplagte Bauern rufen um Hilfe. Vor allem bei der Union finden sie Gehör. Kein Wunder: Landwirte wählen traditionell konservativ.

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Ontologix II 03.08.2018, 11:28
20. Seltsam

Dass die Bauernschaft immer noch der CDU/CSU nahe steht, spricht nicht für die Weitsicht der Landbevölkerung. Ich wuchs in einer kleinen Marktgemeinde in der Oberpfalz auf, in der damals die Leute von der Land- und Forstwirtschaft sowie kleinen Handwerksbetrieben lebten. Heute fahren sie alle in Städte zur Arbeit, da die Union die industrielle Landwirtschaft gefördert hat, nicht die Kleinbauern. Seltsamerweise ist die Treue zur Union geblieben.

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wettersbach 03.08.2018, 11:35
21. Hilfen ja, aber an Bedingungen geknüpft

Jahr für Jahr wird die Landwirtschaft in D mit Milliarden Steuergeldern subventioniert. Dabei kassieren die Großagrarier die höchsten Subventionen, weil gemäß EU-Vorgaben nach der Hektargröße bezahlt wird, während die kleinen Bauern, insbesondere die Biobauern vom großen Kuchen herzlich wenig bis nichts erhalten. Das hat dazu geführt, dass in einigen Regionen z. B. riesige Monokulturen von Sprit-Mais entstanden sind. Für die Umwelt schädliche, ausgeräumte Landschaften sind so entstanden, weil Bäume, Hecken und Feldraine entfernt wurden - Agrarwüsten als Folge einer verfehlten Subventionspolitik.

Diese Fehlentwicklung gilt es zu stoppen genauso wie die Massentierhaltung der Schweine- und Viehzüchter, die zu teilweise unerträglichen Zuständen in den Ställen geführt hat. Deshalb sollte die Hilfen aus den Steuergeldern an Bedingungen geknüpft sein, die solche Missstände beseitigen.

Übrigens, nicht allen Bauern geht es wegen der Dürre schlecht. Nicht wenige haben ihr Land zur Errichtung von Windrädern verpachtet und kassieren Euro-Summen im fünstelligen Bereich. Bei der Auswahl der Bedürftigen sollte dies berücksichtig werden.

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St.Baphomet 03.08.2018, 11:39
22. Stimmt

Zitat von interessierter10
dämonisiert und versucht, verächtlich zu machen. Jetzt ist das eingetreten, wovor diese seit Jahrzehnten gewarnt haben, und nun ist das Gejammer groß. Mein Verständnis dafür ist auch daher ziemlich begrenzt.
etwa mit Beginn der Groko begann diese lange Hitze und Dürre-Periode ;-)
Wäre alles nicht passiert wenn die SPD bei ihrem Nein geblieben wäre.
Oder wars evtl. die Hotelier und Eiscafe-Lobby?
Bekommen die eigentlich auch Hilfen wenns wochenlang regnet?

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h0wkeye 03.08.2018, 11:42
23. Korrelation und Kausalität?

Im Artikel steht viel über Korrelationen aber nichts, was die steile Opportunismusthese der Überschrift stützt. Vielleicht werden die C-Parteien im ländlichen Raum auch deshalb gewählt, weil man sich (wie sich nun zu bewahrheiten scheint) bestimmte politische Entscheidungen erwartet. Die platte Überschrift, die nahelegt, die CDU würde derzeit nur so reagieren, wie sie es tut, weil sie opportunistisch, scharf kalkulierend die Wählerstimmen der nächsten Wahlen sichern will, ist eines Qualitätsjournalismus unwürdig und im Grunde Fake-News.

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Nikolise 03.08.2018, 11:44
24.

Lösungen von heute sind Probleme von morgen. Die landwirtschaftliche Produktion großer und größerer Mengen zerstört und gefährdet letztlich ihre Möglichkeit. Das Geld, welches Frau Klöckner bald verteilen muss, hilft den Großbetrieben weiterzuwurschteln, jedenfalls bis auf weiteres.

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jr-minerals 03.08.2018, 11:45
25. Zwiegespalten

Eigentlich bin ich ja gegen Subventionen, vor allem auch deswegen, weil diese in Deutschland in der Vegangenheit häufig so ungerecht, fast schon propagandistisch umgesetzt wurden. Andererseits sollte Landwirtschaft mehr sein, als irgendein Wirtschaftszweig. GUTE Lebensmittel zu erzeugen, sollte einen anderen Stellenwert bekommen, als es aktuell der Fall ist. Ich bin dafür, die Landwirte, die mit ihrem Land gut, also nachhaltig umgehen, in dieser Situation nicht hängen zu lassen. Anders sehe ich das, wenn einem Bauern mit seinen 10000 Schweinen und seinem glyphosatversuchtem Land die Maismonokultur abfackelt.So gesehen liegt sogar eine Chance in dieser Dürre, so zynisch das auch klingen mag.

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novasun 03.08.2018, 11:45
26. Wenn der nächste Sommer

verregnet ist, müssen wir aber unbedingt auch die Eisdielenbesitzer subventionieren! Und die Sommerkinos!
Festivalbetreiber!

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oinarc 03.08.2018, 11:45
27. Sehr sehr lange...

weiß man schon, dass es zu diesen Wetterextremen kommen wird und wir befinden uns erst im „Schnuppermodus“
Die Bauern sind bei den Verursachern vorne mit dabei
Sie nutzen das wertvolle Land fabrikmäßig und vergiften unser Wasser, Lebensmittel Nr. 1, täglich und sehr sehr nachhaltig.
Genau wie bei der Dieselaffäire agiert die Union hier als Handlanger dieser skrupellosen Lobby.
Das gesamte System ist am kippen und die Politik setzt den Handel und das Wachstum nochimmer ganz oben auf die Agenda
anstatt nun zumindest schon mal bei der Landwirtschaft Zeichen zu setzen
und den Schutz unserer Böden als wertvolles Allgemeingut zu verteidigen.
Die ersten die den Aufstand proben würden wäre die CSU.
Man möchte davonlaufen, wenn man könnte

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mostly_harmless 03.08.2018, 11:48
28.

Zitat von spmc-125536125024537
Die Bauern sind mehrheitlich bei der CDU angesiedelt, die Arbeiter bei der SPD (zumindest früher). Käme deshalb irgendjemand auf die Idee, die Nähe der "Arbeiterlobby" (Gewerkschaften) zu den Sozialdemokraten kritisch zu beleuchten?
Wenn die SPD für Ihre (frühere) Klientel im Falle von Arbeitslosigkeit Milliarden an Subventionen unter die Leute brächte, vermutlich schon.

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Alias iacta sunt 03.08.2018, 11:49
29. Und wenn sie nicht CDU / CSU wählen,

was wählen sie dann?
Ist denn irgend eine Partei oder Parteienkoalition in Sicht, die die BRD Politik weniger schlecht macht?
Ich sehe leider nicht viel Möglichkeiten.
CDU/SPD/Grüne wären vielleicht eine Alternative. Dann wäre wenigstens eine gleichmäßige Kräfteverteilung vorhanden. Und die Herrschaften müssten sich sehr anstrengen , um ordentliche Lösungen zu finden.
Und einige Grossklappen müssten sich endlich verabschieden.
Im Ganzen ist das skeptisch anzusehen.

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