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Uno-Militärbeobachterinnen: Für den Frieden fehlen Frauen
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Es gibt zu wenige Militärbeobachterinnen, nur knapp vier Prozent des Personals auf Uno-Friedensmissionen sind Frauen. Ein Lehrgang in Unterfranken soll das ändern - Tee mit einem Warlord inklusive.

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neurobi 09.12.2018, 11:23
10.

Zitat von goodcharlotte
Es sollten ausschließlich Frauen eingesetzt werden, dann hören auch endlich Vergewaltigung und Missbrauch bei UN Einsätzen auf. Dass die Vereinbarungen länger halten ist ein schöner Mitnahmeeffekt.
Ich fürchte das Gegenteil könnte der Fall sein, denn es werden mehr potenzielle Opfer ins Feld geschickt.
Ich denke das wissen die meisten Frauen auch und sind deshalb sehr zurückhaltend, was solche Aufgaben angeht.

Andererseits sind gemischte Teams mit Sicherheit erfolgreicher und jede Frau die es möchte soll eine Chance haben, solche Aufgaben auch zu übernehmen.

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WoRiDD 09.12.2018, 12:09
11. Wie?

Als wenn UNO-Militärbeobachter jemals irgendwo Frieden gebracht hätten. Und das sollen dann Frauen besser schaffen? Da werden sich weder Rüstungsindustrie noch kriegsführende Länder beeinflussen lassen.

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vitalik 09.12.2018, 12:17
12.

Zitat von goodcharlotte
Es sollten ausschließlich Frauen eingesetzt werden, dann hören auch endlich Vergewaltigung und Missbrauch bei UN Einsätzen auf. Dass die Vereinbarungen länger halten ist ein schöner Mitnahmeeffekt. Und an die Hater hier: dass Frauen sich erstmal einklagen müssten, um überhaupt beim Militär arbeiten zu dürfen, habt ihr vergessen? Was glaubt ihr denn, wie hart es ist, als Erzieherin, Putzfrau oder Pflegerin zu arbeiten, ihr Luschen? Versucht das erstmal, dann dürft ihr euch wieder melden.
Das größte Problem der UN Einsätze sind also die Vergewaltigungen und Missbrauch. Und ich dachte, dass es hier um Konflikte geht bei denen Menschen durch Waffeneinsatz sterben. Aber anscheinend will man hier die Frauen einsetzen, um innerhalb der Truppe aufzuräumen. Was ist aber mit den Konflikten? Diese sind Ihnen wohl egal.

Witzig, dass Sie bei Ihrem Vergleich Erziehering gewählt haben. Diese Woche gab es ein Artikel hier bei SPON, der besagt, dass Männer als Erzieher häufiger befristet eingestellt werden und das Misstrauen immer noch sehr hoch ist. Da erfolgt also eine Diskriminierung von Männern in einem Beruf. Da können Sie ja einen Erzieher fragen, wie hart es für Ihn ist, wenn andauern der Verdacht besteht, dass er ein Vergewaltiger ist. Den Verdacht pflegen SIe ja auch mit Ihrer Aussage.

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spon_3055608 09.12.2018, 12:37
13. Die Gefahren sind ganz andere

Ich habe den UNMO Lehrgang vor einigen Jahren gemacht (bzw. machen müssen). Der Lehrgang war wie die UN-Bobachtermissionen international besetzt, auch einige Frauen aus Afrika waren dabei.
Prinzipiell ist nichts gegen Frauen als UNMO einzuwenden, da die Aufgaben keine gefechtsmäßigen sondern eben beobachtender Natur sind. Allerdings muss man ganz klar sagen, das Leben auf einem Beobachtungsposten bei 54°C und nur sehr rudimentärer Klimatisation und strenger Wasserrestriktion zum Waschen Duschen ect auf einem doch recht kleinen eingezäunten Gelände kann an die Nerven gehen.
Da wird eine Patrouillenfahrt schon zum Highlight.
Das im Kurs geübte Unterhandeln ect findet dank mangelndem Kontakt mit der lokalen oder gar nicht mehr vorhandenen Bevölkerung nicht statt, oder wenn doch, dann nur auf Seiten der Missionsführung. Welcher "Warlord" würde auch schon mit einem nachrangigen UNMO verhandeln der keinerlei Befugnisse hat?
Allerdings sind kriminelle Aktivitäten meist die erheblich größere Gefahr als die durch die Konfliktparteien, die sich ja im Vorfeld schon auf eine Überwachung geeinigt hatten. Immerhin hat ein UNMO einiges an Werten bei sich wenn er unterwegs ist: Geländefahrzeug höherer Preisklasse, Funkgerät, Feldstecher, Wasservorrat, Werkzeug , Treibstoff und vor allem sich selbst als Geisel (und damit als cash cow). Risiko oder gar Gefahr für Kriminelle bestehlt nicht, da die Oberserver unbewaffnet sind.
Die Kurse sind mE nach viel zu allgemein und realitätsfern und sollten mehr auf die Einsatzgebiete ausgerichtet sein. Es ist eben ein erheblicher Unterschied ob man im tropischen Regenwald sitzt oder der Irakischen Wüste. Ob man mit Schlangen, Skorpionen camel-spider oder mit Gefahren durch Raubtiere und tollwütige Hunde rechnen muss. Ganz wichtig welche lokalen Krankheiten es gibt (nicht alles steht in den gängigen Tropenmedizinlehrbüchern) und wie es mit der medizinischen Versorgung vor Ort ausschaut, Verhalten als Geisel oder intensivere Erste Hilfe ,- das wäre mE wichtiger als der Umgang mit Presseleuten (die ohnehin nicht kommen) oder Verhandlungsführung mit Warlords die einen nebenbei gesagt kurzerhand über den Haufen schießen wenn ihnen danach ist.

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acitapple 09.12.2018, 13:41
14.

Zitat von spon_3055608
Ich habe den UNMO Lehrgang vor einigen Jahren gemacht (bzw. machen müssen). Der Lehrgang war wie die UN-Bobachtermissionen international besetzt, auch einige Frauen aus Afrika waren dabei. Prinzipiell ist nichts gegen Frauen als UNMO einzuwenden, da die Aufgaben keine gefechtsmäßigen sondern eben beobachtender Natur sind. Allerdings muss man ganz klar sagen, das Leben auf einem Beobachtungsposten bei 54°C und nur sehr rudimentärer Klimatisation und strenger Wasserrestriktion zum Waschen Duschen ect auf einem doch recht kleinen eingezäunten Gelände kann an die Nerven gehen. Da wird eine Patrouillenfahrt schon zum Highlight. Das im Kurs geübte Unterhandeln ect findet dank mangelndem Kontakt mit der lokalen oder gar nicht mehr vorhandenen Bevölkerung nicht statt, oder wenn doch, dann nur auf Seiten der Missionsführung. Welcher "Warlord" würde auch schon mit einem nachrangigen UNMO verhandeln der keinerlei Befugnisse hat? Allerdings sind kriminelle Aktivitäten meist die erheblich größere Gefahr als die durch die Konfliktparteien, die sich ja im Vorfeld schon auf eine Überwachung geeinigt hatten. Immerhin hat ein UNMO einiges an Werten bei sich wenn er unterwegs ist: Geländefahrzeug höherer Preisklasse, Funkgerät, Feldstecher, Wasservorrat, Werkzeug , Treibstoff und vor allem sich selbst als Geisel (und damit als cash cow). Risiko oder gar Gefahr für Kriminelle bestehlt nicht, da die Oberserver unbewaffnet sind. Die Kurse sind mE nach viel zu allgemein und realitätsfern und sollten mehr auf die Einsatzgebiete ausgerichtet sein. Es ist eben ein erheblicher Unterschied ob man im tropischen Regenwald sitzt oder der Irakischen Wüste. Ob man mit Schlangen, Skorpionen camel-spider oder mit Gefahren durch Raubtiere und tollwütige Hunde rechnen muss. Ganz wichtig welche lokalen Krankheiten es gibt (nicht alles steht in den gängigen Tropenmedizinlehrbüchern) und wie es mit der medizinischen Versorgung vor Ort ausschaut, Verhalten als Geisel oder intensivere Erste Hilfe ,- das wäre mE wichtiger als der Umgang mit Presseleuten (die ohnehin nicht kommen) oder Verhandlungsführung mit Warlords die einen nebenbei gesagt kurzerhand über den Haufen schießen wenn ihnen danach ist.
Danke für diesen Bericht. Im Artikel klingt es so, als würde man Verhandlungen im sauberen Konferenzraum des Interconti führen. Ich hatte damals häufiger mit UN-Beobachtern aus dem Kosovo gesprochen. Schon das Zuhören geht an die Nerven. Das muss man dann auch live erleben müssen. Wieiviele Frauen reißen sich um sowas ?

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Jamesteakirk 09.12.2018, 16:17
15. Pragmatismus gegen "Gleichstellungs"-Gedöns

Das kann man durchaus nachvollziehen - auch als entschiedener Feminismus- und "Gleichstellungs"-Gegner. Die Wirkung von Frauen in diesem Zusammenhang ist nachvollziehbar. Nur wünscht man sich halt ein ähnliches Bewußtsein in bezug auf Männer im Bereich Kindergarten und Grundschule.

Es ist wohltuend, daß man beim Thema Krieg und Friedensmission nicht das übliche "Gleichstellungs"-Gedöns zu hören bekommt, sondern daß ganz klar damit argumentiert wird, daß Missionen besser gelingen mit höherem Frauenanteil. So sollte man auch argumentieren hinsichtlich der Kleinkinderziehung. Und man sollte sich endlich von angeblich idealen Prozentverhältnissen verabschieden, die vermeintlich "Gleichberechtigung" repräsentieren. Die gibt es nicht, da Männer und Frauen unterschiedlich sind.

Die positive Wirkung von Frauen bei Friedensmissionen ist sehr wahrscheinlich auf aggressionsreduzierende Wirkung von Weiblichkeit (bei Männern!) zurückzuführen. Das kennt man vom Sport. Intermaskuline Aggression wird dadurch verringert. Das Gleiche gilt vermutlich auch umgekehrt für die Anwesenheit von Männern in Frauen-Monokulturen.

Die Wirkung von Frauen bei Friedensmissionen ist übrigens ein weiterer Schlag gegen die Gender-Theorie bzw. die Ideologie von der angeblichen Gleichheit von Mann und Frau.

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fr8train 09.12.2018, 23:31
16. #13

We kommt sicher auf die Mission und deren ROEs an aber ich kenne Beobachtermissionen bei denen die Deutsche Handwaffen zum Selbstschutz dabei haben/hatten.
Georgien oder Libanon zB...

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