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Uno-Untersuchung: Fast 100.000 Menschen starben bisher im syrischen Bürgerkrieg
REUTERS

Die Zahl der Toten im syrischen Bürgerkrieg steigt rasant an. Laut Uno starben bis Ende April mindestens 93.000 Menschen - darunter 6500 Kinder. Der Konflikt sei teuflisch geworden.

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gr89 13.06.2013, 14:25
40.

Ein Dauerbrenner scheint das "Nichteingreifen des Westens" zu sein. Dies ist aber falsch, da sich der Westen von Anfang an in diesen Konflikt eingeschaltet hat.

1) Durch die Ausweisung der syrischen Botschafter
2) Durch die Anerkennung der selbsternannten Opposition als alleinige Vertretung der Syrer.
3) Durch einseitige Parteinahme zugunsten der Aufständischen
4) Durch die Finanzierung der Aufständischen
5) Durch die Bereitstellung der westlichen Presse als Sprachrohr der Rebellen
6) Durch Waffenlieferungen
7) Durch Militärberater
8) Durch Bereitstellung von Rückzugsräumen für die Kämpfer
9) Durch den Versuch über eine Flugverbotszone (wie in Libyen) direkt in den konflikt einzugreifen.
10) Durch das Verharmlosen der Rebellenübergriffe (Plünderungen/Kindersoldaten/Enthauptungen/Vergewaltigungen/Etnische Vertreibungen/Zerstörung religiöser Stätten etc)
11) Durch das gewährenlassen von Katar und Saudi Arabien (finanzierun/bewaffnung/Söldner)
12) Durch das Platzenlassen von Verhandlungen ( H.Clinton)

Das sind jetzt nur die Punkte die mir spontan einfallen, die Liste ließe sich allerdings noch fortführen. Klar ist nur das sich der westen mitnichten aus diesem Konflikt herausgehaten hat.

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ant-ipod 13.06.2013, 14:25
41. @peterderkleine

Zitat von peterderkleine
Ganz so wie Sie das darstellen ist es scheinbar aber nicht. Als es vor mehr als 2 Jahren zu den ersten Protesten kam hat Assad schon eingelenkt und Reformen angeboten bzw. evtl. auch umgesetzt. Aus meiner Sicht waren aber die sogenannten freiheitsliebenden Rebellen nicht zufrieden und haben das Land in diesen unsaeglichen Buergerkrieg gerissen. Und es war doch von Anfang an klar, dass die radikalen Islamisten wieder einmal auf einen fahrenden Zug aufspringen werden. Man muss nicht mit Assad uebereinstimmen, aber ist er nicht eher noch das kleinere Uebel als diese zahllosen Extremisten? Im Irak hat es unter Saddam auch keine Al Quaida gegeben, heute sind sie dort. Mit unserer Einmischung immer und ueberall verursachen wir mehr Schaden als Nutzen. Wenn die Zeit reif ist, werden auch diese Voelker eines Tages frei sein, wobei ich immer noch nicht dahinter gekommen bin, was bedeutet eigentlich frei sein? Frei im Sinne der westlichen Demokratie? Na dann Prost Mahlzeit.
Dann wäre ich Ihnen einmal sehr verbunden, wenn Sie die Quellennachweise liefern würden.
Die tatsächliche "Reform", war die Erstellung einer Verfassung, welche das Parlament noch weiter entmachtet und die Position des Präsidenten gestärkt hat - übrigens inkl. einer Straffreiheitsklause für alles was er macht und einer Amtsenthebung nur und ausschließlich bei Hochverrat, welches vor der Abstimmung im Parlament durch ein Gremium festgestellt werden muss, in welchem er Mitglied ist.

Traurig kann einen nur noch machen, dass Assad offenbar eine Sache gründlich gelungen ist:
Die Zahlenmäßig relativ kleinen Gruppen an Extremisten, bestimmen hier bei vielen Menschen die Meinung über die Opposition - wer sich aber mit der journalistischen Arbeit von bsw. Kristin Helberg oder Larissa Bender auseinander setzt, der kommt sehr schnell zu anderen Angaben - ohne die Verbrecher zu relativieren, die es auch, wenngleich in geringerem Maße, bei den Radikalen gibt. Auch wird von Einzeltaten vereinfachend auf ganze Gruppen geschlossen. Viele - selbst bei der extremen Al-Nusra - sind bei genauem Hinsehen weit weniger radikal, als man hier offenbar den Eindruck hat. Daran ändern auch einzelne "Kannibalenvideos" etc. nichts.
Nicht, weil man die Verbrechen auf Seiten der Opposition verneint - denn im Gegensatz zum Regierungslager wird es nicht bestritten, sondern verurteilt und bekämpft - aber ich bin es wirklich leid, die Übertreibungen in Bezug auf die Opposition zu lesen und das die Kommentatoren wenig oder gar nichts zu den ungleich umfassenderen, grausameren und schlimmeren und zahlenmäßig häufigeren Verbrechen des Regimes und seiner Schabiha sagen.

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pdp 13.06.2013, 14:31
42. Zurückhaltung des Westens ist richtig

Der Westen soll sich bloß aus diesem Konflikt heraushalten. Hier geht es weder um Menschenrechte, Demokratie oder Rechtsstaatlichkeit. Hier geht es einzig und allein um die Vorherrschaft im Islam bzw. in der islamischen Welt. Auf der einen Seite die schiitischen Strömungen vertreten durch Syrien (Assad), Libanon, Iran und auf der anderen Seite die Rebellen mit Unterstützung von Saudi-Arabien, Bahrain und Katar.
Der Irak steht aufgrund der Größe beider Bevölkerungsgruppen offiziell zwischen den Stühlen.
Sollten sich auch noch die Kurden aktiv in den Kampf einmischen, wird endgültig die Sache geklärt werden.

Und damit haben wir im Westen nichts zu tun! Das geht uns auch nichts an. Im Nordirlandkonflikt hat sich auch kein islamisches Land eingemischt.

PS: Wem fällt weltweit ein Konflikt oder Krieg ein, in dem keine Moslems involviert sind? Mir kein einziger!

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peterderkleine 13.06.2013, 14:38
43. @charlie1111

"Das war allerdings auch zu einer Zeit, als, zumindest die Jugend, noch auf die Strasse gegangen ist zum Protest gegen die Despoten dieser Welt. So ändern sich die Zeiten." Ach ja? Ich dachte da eher daran dass zu dieser Zeit die Jugend eher hinter den Despoten hergelaufen sind damit sie auf der Schlachtbank enden...

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Herr Dobermann 13.06.2013, 14:38
44.

Zitat von nichtsnutz2
Na Sie sind mir einer! Woher nehmen Sie die Gewissheit das es "Kopfabschneider" waren? Was Sie "Säuberungen" nennen ist nichts anderes als Massenmord! Ich sage nicht das alle Rebellen edle Kämpfer für das Gute sind aber ein ...
Die "Rebellen" von den Sie hier sprechen, werden ja nicht zum Kämpfen gezwungen. Sie wollen kämpfen. Also müssen sie auch damit rechnen umzukommen. Das hat herzlich wenig mit Massenmord zu tun. Massad ist z.B. das Massaker dass die "Rebellen" nach Ihrer Niederlage durchführten (60 shiitische Dorfbewohner getötet)

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gr89 13.06.2013, 14:39
45.

Zitat von Jean P. v. Freyhein
Also der "Regime Chance" in Deutschland und Japan war sehr erfolgreich. Was sich nicht bewährt hat, ist Beschwichtigungspolitik, Diktatoren lassen sich selten nur durch Worte zu einer Veränderung der Lage überreden.
Nun ja in Deutschlan z.B. handelte es sich aber auch um die Wiedereinführung der Demokratie (siehe Weimarer Republik), ansonsten setzte sich hier in der Bevölkerung die erkenntnis der eigenen Kriegsschuld sowie der Untaten der Massenvernichtung durch. Wie das mit Japan ist kann ich leider nicht sagen.
In Syrien allerdings streben Menschen nach der Macht die selbst ein faschistoides Weltbild haben. Die Streben nicht nur ein Grenzenübergreifendes Kalifat (das sich später auch über die Grenzen Iraks und Israels ausdehnen soll) an, sondern haben mit der Ermordung der "Untermenschen" (aus ihrer Sicht der vom wahren Glauben abgefallenen) in Form von Shiiten, Allawiten und Christen bereits begonnen. Der Verhleich ist also mehr als schlecht.

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hendosos 13.06.2013, 14:43
46.

Also der "Regime Chance" in Deutschland und Japan war sehr erfolgreich.
Was sich nicht bewährt hat, ist Beschwichtigungspolitik, Diktatoren lassen sich selten nur durch Worte zu einer Veränderung der Lage überreden.


kurze frage zum verständnis:
sie verlangen also, dass der westen syrien jahrelang mit bombenteppichen, phosphor granaten, brandbombenteppichen etc. komplett in schutt und asche legt- null rücksicht auf die bevölkerung nimmt- damit jeglicher noch so kleine kern von moral bei den syrern vernichtet wird? die deutschen hatten damals- gott sei dank- keine andere wahl als den regime change hinzu nehmen. es hat perverserveise nur funktioniert weil sich im 2ten weltkrieg niemand rechtfertigen musste für seine militärischen aktionen. wenn heute eine armee so vorgehen würde wie damals würde es evtl. sogar mit ihrem so tollen regime change klappen, aber mit 100 tausenden toten kommen sie dann wahrscheinlich nicht mehr aus! ausserdem hätten sie relativ schnell die gesamte welt gegen sich!
also, bevor sie so leichtfertig militärisches eingreifen fordern- nur weil es vor 60 jahren mit beschriebenen mitteln geklappt hat, in den folgenden 60 jahren mit "humaneren" mitteln aber nicht mehr- sollten sie sich die folgen ihrer denkweise erst mal genau vor augen führen!

die west alliierten konnten damals ihr vorgehen mit selbstverteidigung rechtfertigen. womit würden sie denn die toten syrer rechtfertigen- die dann auf ihre kappe gehen- obwohl syrien keine aggressionen nach aussen gezeigt hat?
so pervers und fies wie es ist, aber ein volk kann sich nur allein von einem despoten befreien!

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markus_wienken 13.06.2013, 14:44
47. .

Zitat von gr89
Ein Dauerbrenner scheint das "Nichteingreifen des Westens" zu sein. Dies ist aber falsch, da sich der Westen von Anfang an in diesen Konflikt eingeschaltet hat. 1) Durch die Ausweisung der syrischen Botschafter 2) Durch die Anerkennung der selbsternannten Opposition als alleinige Vertretung der Syrer. 3) Durch einseitige Parteinahme zugunsten der Aufständischen 4) Durch die Finanzierung der Aufständischen 5) Durch die Bereitstellung der westlichen Presse als Sprachrohr der Rebellen 6) Durch Waffenlieferungen 7) Durch Militärberater 8) Durch Bereitstellung von Rückzugsräumen für die Kämpfer 9) Durch den Versuch über eine Flugverbotszone (wie in Libyen) direkt in den konflikt einzugreifen. 10) Durch das Verharmlosen der Rebellenübergriffe (Plünderungen/Kindersoldaten/Enthauptungen/Vergewaltigungen/Etnische Vertreibungen/Zerstörung religiöser Stätten etc) 11) Durch das gewährenlassen von Katar und Saudi Arabien (finanzierun/bewaffnung/Söldner) 12) Durch das Platzenlassen von Verhandlungen ( H.Clinton) Das sind jetzt nur die Punkte die mir spontan einfallen, die Liste ließe sich allerdings noch fortführen. Klar ist nur das sich der westen mitnichten aus diesem Konflikt herausgehaten hat.
Ist ja auch richtig so, Syrien ist ein verbündeter des Iran.
Und der Iran möchte Atomwaffen haben.
Das kann man nicht zulassen.
Insofern ist es nur folgerichtig ihn zu schwächen wo es nur geht.
-
Bevor die Frage aufkommt warum man nicht selbst aktiv militärisch eingreift?
Zum einen ist die Bevölkerung hier und in den USA kriegsmüde und zum anderen kostet es viel Geld. Also läßt man andere den Job erledigen. Dass sich Assad so lange hält haben sicherlich nicht wenige "Berater" im Westen überrascht.

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gr89 13.06.2013, 14:46
48.

Zitat von nichtsnutz2
Na Sie sind mir einer! Woher nehmen Sie die Gewissheit das es "Kopfabschneider" waren? Was Sie "Säuberungen" nennen ist nichts anderes als Massenmord! Ich sage nicht das alle Rebellen edle Kämpfer für das Gute sind aber ein UN-Bericht hat vor ein paar Tagen zum widerholten Male berichtet das der Großteil der Kriegsverbrechen in Syrien von regierungstreuen Truppen oder Milizen begangen wird.
Dann habe ich hier mal einen Bericht, der so nie in der üblichen Presse zu lesen war:

kathweb Nachrichten .:. Katholische Presseagentur Österreich

"Die römische Nachrichtenagentur "Asia News" berichtete am Donnerstag über die Verwüstung des orthodoxen Elias-Klosters in Qusair durch Al-Nusra-Islamisten, nachdem die Mönche die von den Rebellen besetzte Stadt verlassen hatten. Die BBC-Journalistin Lyse Doucet, die nach dem Abzug der Rebellen als erste ausländische Zeugin die Stadt besuchte, schilderte, das kleine Kloster sei augenscheinlich unter Beschuss genommen worden. Ikonen, Bibeln und Messbücher lagen verstreut umher. Bei vielen Ikonen seien die Augen ausgestochen gewesen.
Laut "Fides" kam es im Zug der Kämpfe um Qusair auch zu Übergriffen auf christliche Dörfer. Ende Mai seien Al-Nusra-Islamisten in das Dorf Douar eingefallen, wo 100 griechisch-orthodoxe Familien leben. Sie hätten die Kirche besetzt und von dort auf die fliehenden Zivilisten gefeuert. Ein 18-jähriges Mädchen und ein elfjähriger Bub wurden erschossen. Danach wurden der christliche Bürgermeister Joseph Jamil Adra und ein weiterer Mann als Geiseln verschleppt. Die Häuser der Christen wurden verwüstet und angezündet. Die traumatisierten Flüchtlinge seien in einer armenischen Pfarre nahe Homs untergekommen. Ein Überfall und Brandschatzung im Dorf Ouzm Sharshoh habe mehr als 250 christlichen Familien in die Flucht getrieben."

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LeonLanis 13.06.2013, 14:46
49. Ja,

Zitat von Archimedes_da_Siracusa
Es geht um die 50% der Bevölkerung, weclhe gegen die Islamisten und den Untergang ihrer Landes kämpfen.
das kann man nur unterstreichen. Es geht vor allem um die Frage, ob man die Zukunft Syriens in die Hände von Islamfaschisten legen will, die mindestens 80% der bewaffneten Aufständischen ausmachen. Die Freunde Syriens wollen das - aus eigensüchtigen strategischen Gründen. Die Mehrheit der Syrer wollen das nicht. Und da es leider in der Realität keine Ideallösungen gibt, müssen jetzt die Islamisten von FSA und al-Nusra militärisch geschlagen werden.

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