Forum: Politik
Unrealistische Brexit-Erwartungen: Englands ewiger Wunsch nach der Extrawurst
AP

Die britischen Konservativen scheinen überzeugt: Die EU wird in den Brexit-Verhandlungen schon nachgeben. Warum glauben die das?

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jodeli 18.07.2017, 06:30
1. Habe die Debatte noch nie verstanden

Es gibt keinen "soften" oder "harten" Brexit. Es gibt nur... den einen Brexit. Und Verhandlungen sind auch rein theoretischer Natur, denn, es gibt nichts zu verhandeln. Es gibt nur raus, oder nicht raus. Da nicht raus nicht zu Debatte steht, gibt es nur Raus, ohne optionale Zugeständnisse.

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r.voelckel 18.07.2017, 07:02
2. Einseitige Sicht

Eine bemerkenswert einseitige Sicht. Den Kontinentaleuropäern kommt es auf vieles aber bestimmt nicht auf Einhaltung der Regeln an. Beispiele gefällig: Maastricht mit no bail out, Dublin, Asylrecht mit Einwanderung vermischt uvm. GB steht uns näher als es Südeuropa je sein wird. Aber es wird gerne ausgeblendet, was nicht passt

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Biegel 18.07.2017, 07:03
3. Reiner Dünkel

Die Engländer leiden unter einer Hybris und gleichzeitig unter einem großen Realitätsverlust, was ihre eigene Bedeutung angeht. Als wir bei einer britischen Landlady einen Gartenbesuch machten, erklärte sie uns die Geschichte des Anwesens und es fiel der Satz "When we lost America ...". Damit war eigentlich alles zur Haltung gesagt: Uns gehört die Welt und die Macht. Und vor allem die Herrschenden haben nicht verstanden, dass das schon lange nicht mehr der Fall ist und machen weiter wie immer.

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GerhardFeder 18.07.2017, 07:04
4. They never come back

Im Falle von GB sollte dieser alte Boxer-Spruch gelten. Das "Projekt Europa" hat sie nie wirklich interessiert, sondern nur die Funktion eines "auswärtigen Bundesstaates" der USA, denen Europa auch nur wichtig ist als Widerpart und nicht als "transatlantischer Bundesgenosse".
Eine wirkliche Zusammenarbeit in Europa sollte auch in Zukunft nicht mehr in einem "Dauer-Appeasement" all derjenigen bestehen, die nur Vorteile saugen, aber weiter ihr nationalistisches klein-klein feiern wollen.

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großwolke 18.07.2017, 07:12
5. Und die andere Seite?

Ich denke, die Briten hätten vielleicht gar kein Problem damit, zu bleiben, wenn die EU ihrerseits ihren Frieden mit der Realität machen würde. Das Bündnis verhebt sich seit Jahren bei dem Versuch, einen quasi-Großstaat zu bilden, während immer offensichtlicher wird, dass die meisten Mitglieder nur die Vorteile des Wirtschaftsraumes abgreifen wollen, an einer tiefen politischen Vereinigung mit einer Verteilung der Lasten jedoch kein Interesse haben. Aber statt das anzuerkennen und die Möglichkeiten für realistische Projekte auszuloten, geht es munter immer weiter den Holzweg hinunter. Da muss man sich nicht wundern, wenn diejenigen, denen man für die Aufgabe ihrer Unabhängigkeit keine Gegenleistung bietet, sich irgendwann zurückziehen.

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echoanswer 18.07.2017, 07:28
6. Warum sie das glauben?

Weil es immer funktioniert hat und die EU nur von windelweichen, drittklassigen Politikern vertreten wird. Wer in seinem Land nicht mehr werden kann, was in der Politik fast unmöglich ist, geht nach Brüssel. Siehe Schulz.

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Fragen&Neugier 18.07.2017, 07:43
7.

Austritt aus der EU bedeutet eben Austritt aus der Union, aus dem gemeinsamen Rechts- und Wirtschaftsraum - mit allen Konsequenzen, auch für die EU und nicht nur für die Briten.

Wenn die EU diesen Austritt als "ewige Extrawurst" tituliert, negiert sie das Austrittsrecht, das vertraglich festgehalten ist.

Es gibt mehr EU-Drittstaaten als EU-Mitgliedstaaten, ohne dass jedem vorgehalten wird, er "brate ewig Extrawürste".

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visitor_2007 18.07.2017, 07:44
8. Die junge britische Generation..

Ja ja, wie es so schön im letzten Absatz heißt, "..sollte man die jüngere Generation fragen. Für diese Menschen ist die Integration in die EU keine Bürde, sondern eher Lebens- und Produktivitätsvoraussetzung." - wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, waren diese auch diejenigen, die bei der Abstimmung den Hintern nicht hoch bekommen haben, nicht wahr?

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voltvolt 18.07.2017, 07:52
9. EFRE, EFS und andere

Auch mein Geld dient seit Jahrzehnten dem Bau von Straßen, Schulen, öffentlichen Infrastrukturen und der nachhaltigen Stadtentwicklung in UK. All das wird noch Jahrzehnte genutzt werden. 100 Milliarden sind dafür recht wenig. Rückerstattung willkommen über zehn Jahre wegen des Wegfalls der Geschäftsgrundlage.

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