Forum: Politik
Unrealistische Brexit-Erwartungen: Englands ewiger Wunsch nach der Extrawurst
AP

Die britischen Konservativen scheinen überzeugt: Die EU wird in den Brexit-Verhandlungen schon nachgeben. Warum glauben die das?

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isserley 18.07.2017, 11:50
120. softer brexit

Zitat von blaustift
Doch, genau das wird es geben. Sie werden den Marktzugang bekommen - und das ist 'soft'.
Kann sein. Wenn Sie den Marktzugang bekommen, bekommen sie auch die Personenfreizügigkeit (ergo, Hauptargument des Brexit ist futsch), UND Sie müssen für den Marktzugang bezahlen UND Sie müssen wesentliche EU Gesetzgebung (a la Schweiz oder Norwegen) übernehmen, ohne darüber mit entscheiden zu können.

Ganz grosses Kino!

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jottessd 18.07.2017, 11:55
121.

Zitat von klatschreporter
"Wie es aussieht, ist England jetzt kaum in der Lage, wieder irgendwo neu andocken zu können." Die Fantasie geht doch dahin, zumindest einige wachstumsstarke Teile des alten Commonwealth als wichtige und wesentliche Handelspartner zu gewinnen und dadurch die EU ersetzen zu können. Indien, Australien, Südafrika, Kanada, das sind die Länder, auf die GB sich derzeit fokussiert. Das sind alte neue Andockstationen. Völlig perspektivlos und verfahren ist die Situation für GB jedenfalls nicht, ...
Sehe ich auch so! Außerdem bleibt ja noch die Rest-EU als "Andockstation".

Oder wollen wir etwa die Briten mit Zöllen draußenhalten; so Zölle wie der böse Trump das androht? Gegen die Nicht-EU-Briten sind Zölle auf einmal okay?

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chardon 18.07.2017, 11:56
122. @ #120

Zitat von Weltbürger-EU
Gebe Ihnen recht. Doch, haben Engländer bis jetzt nicht immer ihre Extras von der EU bekommen? Schauen Sie sich an was alles die Engländer bis jetzt als "EU-Mitglied" ausgehandelt haben. Das sagt mir das sie gut verhandeln können. PS: Entfernungen sind seit der "heiligen!" Globalisierung kein Problem mehr. Anfang der 90gerne waren über 25% der Briten in Produktion beschäftigt. Heute sind es weniger als 9%. Genau wie in der USA. Denn, die Finanzmärkte!!! haben berechnet das Lebensmittelcoupons günstiger sind als Fabriken. Und haben ein Problem damit das ein Millionär, Milliardär das gleiche Stimmenrecht wie eine Bäckerin hat. Zit: ubs, bzw. Schweizer Banken
Ich habe nie geleugnet, dass GB immer seine Extrawürste bekommen hat. Im Gegensatz zu anderen Ländern hat GB immer seine besten Leute nach Brüssel entsendet. Nichtsdestotrotz, einen Markt mit rd. 500 Mio Konsumenten abzulehnen, fallen zu lassen, um einen neuen in weiter Ferne erst mal wieder aufbauen zu müssen, da muss ich Nachhilfeunterricht nehmen, um zu begreifen. Globalisierung hin oder her! Warum wird heute noch weltweit "made in Germany" als Gütezeichen gesehen? "Es ist leicht Neues einzuführen, aber schwer Altes aus den Köpfen zu bringen" (Keynes). Globalisierung oder nicht, Menschenhirn bleibt Menschenhirn.

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kommentator911 18.07.2017, 11:58
123. Großmachtdenken

Die Briten glauben einfach irriger Weise, dass sie noch eine Großmacht wären, mit irgendeiner Bedeutung für die Welt. Das sind sie aber seit bestimmt 100 Jahren nicht mehr. Schon damals haben sie maßgeblich den 1. Weltkrieg ausgelöst, welche Folgen wird ihr Irrsinn wohl diesmal haben?

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swingsession 18.07.2017, 11:59
124. Ein hervorragender Bericht

Ich arbeite seit mittlerweile 14 Jahren für ein britisches Unternehmen und kann letztendlich alles bestätigen was der Autor beschreibt. Von den Engländern, die ich dort kennenlernte, war nur ein Bruchteil einer Fremdsprache mächtig (das sogar bei Jobs im Export), die Rechtschreibung folgte bei den meisten keinen festgelegten Regeln und was ich dort im Hausbau erleben durfte, geht auf keine Kuhhaut. Die meisten der Neubauten, die dort fertig gestellt werden, würden in Deutschland von keinem Bauherrn abgenommen. Schiefe Kacheln, Silikonfugen, die aussahen als ob sie von einem 80jährigen Zittergreis gezogen wurden und vieles mehr. Wenn die polnischen Handwerker dort auf einmal wegmüssten würde die Bauwirtschaft zusammen brechen. Und es soll auch keiner glauben, dass der tumbe, arbeitslose Engländer sich jemals auf ein Feld begeben würde um irgendetwas zu ernten. Aber das merken sie erst, wenn die fleißigen Ausländer, die dem Staat eben nicht so auf der Tasche liegen wie sie selbst, weg sind.
Just my 2 cents.

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chardon 18.07.2017, 12:03
125. @# 119 bonus

Zitat von bonus
Die britische Regierung hat den Vertragsabschluss mit den Franzosen über den Bau des neuen Atomkraftwerkes Hinckley Point zurückgestellt. https://www.google.de/amp/www.spiegel.de/wirtschaft/atomkraftwerk-hinkley-point-grossbritannien-verschiebt-deal-mit-edf-a-1105341-amp.html über die Motive kann spekuliere werden. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass der Brexit eine wichtige Rolle dabei gespielt hat. Wo .....
Ganz so ist das nicht, macht aber nix. Die SNCF (staatliche Eisenbahngesellschaft) hat gerade einen Riesenauftrag von GB erhalten zum Bau einer Eisenbahntrasse mit, logisch, Lieferung der TGV (Züge) von London nach Birmingham, und späterer Vergrösserung und Verzweigungen des ganzen Netzes. Spekulieren Sie, spekulieren Sie!

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JFr. 18.07.2017, 12:04
126. Ganz schlau

Zitat von d.meinung
Keine Ahnung in welcher Höhle der Autor lebt, aber Brexit hat nur sehr mittelbar mit den Tories zu tun. Die Engländer, befeuert von einer Europa hassenden Presse, glauben einfach besser zu sein. Ja, wirklich. Das hat null mit Tory oder Labour zu tun, .....
Na, von Überheblichkeit verstehen Sie sehr viel. Ihr Kommentar trieft davon. Sie halten sich für unheimlich clever.
Der Autor stellt die britischen Motive für den Eintritt in die damaliege EWG richtig dar. Er war ganz wesentlich motiviert von den höheren Wachstumsraten der kontinentaleuropäischen Volkswirtschaften. Dass de Gaulle den Eintritt Großbritanniens blockiert hat, ändert daran nichts. Ebenso richtig ist es, dass die Labour Partei in den 1970er Jahren antieuropäisch war während die Konservativen die EG-Befürworter waren.

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emobil 18.07.2017, 12:06
127. nicht so ganz...

Zitat von isserley
GB hat dann MASSIVE Probleme mit so ziemlich jedem Land der Welt Handel zu treiben, weil ja (fast) sämtliche Außenhandelsabkommen mittels der EU getroffen wurden und daher neu verhandelt werden müssen.
Der Handel mit den USA würde allerdings durch einen vollzogenen Brexit wahrscheinlich sehr erleichtert werden - falls Trump und seine Mannen an der Macht bleiben.
Allerdings zu Bedingungen, die für GB "not amusing" würden...

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nobronski 18.07.2017, 12:08
128. Das Volk...

... der Engländer hat entschieden: RAUS aus der EU. Und so hat es zu passieren. Ohne Zugeständnisse. Ohne "Extrawürste". Knallharte Verhandlungen und das Einfordern der zugesagten Gelder.
Und dann kann Great Britain daran gehen und mit jedem Land der Erde individuelle Handelsvereinbarungen zu verhandeln. Mühsam und langsam wird es werden. Aber das ist nicht die Baustelle der EU.
Die Bürger müssen endlich auch mal mit den Konsequenzen von demokratisch gefällten Entscheidungen leben.
Da können die 49% der Menschen, die gegen den Brexit gestimmt haben, soviel Jammern wie sie wollen.
Auch das ist Demokratie. Vielleicht wird dann beim nächsten Referendum etwas mehr nachgedacht - und nicht nur mit dem Bauch abgestimmt.
England hat sich isoliert. Und so kommt zu einer exponierten geographischen Lage auch noch eine separierte Stellung in der Weltwirtschaft hinzu.
Leider sind die wirschaftlichen Interessen (und die Angst vor dem Verlust von möglichen Profiten) der anderen EU-Länder mal wieder so groß, dass es völlig weichgespülte und "kuschelig warme" Kompromisslösungen geben wird, damit für sämtliche Beteiligte/Betroffene eine Win/Win-Situation herauskommt.
Traurig.

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simonweber1 18.07.2017, 12:09
129. Na

Zitat von HerrPeterlein
GB hat sich selbst durch den Brexit in eine so miese Verhandlungsposition gebracht, die restliche EU profitiert davon. Die restliche EU will nicht bestrafen, nur halbwegs vernünftige Lösungen für die EU. Doch mit jedem Tag wird die .....
das die EU vom Brexit profitiert, schein eher ein Wunsch von Ihnen zu sein. Die EU ist in allen Fragen, nicht nur in Sachen Brexit dermaßen zerstritten,dass es einen grausen kann. Die EU will bezüglich des Brexit ein Exempel statuieren damit andere EU Mitglieder gar nicht erst auf die Idee kommen aus der EU auszuscheiden. Der Brexit wird teuer nicht nur für UK sondern besonders auch für die EU. UK war eben kein Nehmerland, sondern hat erhebliche Beiträge an die EU geleistet. Das Handelsvolumen von UK ist ungefähr so groß wie das von rund 25 anderen EU Staaten zusammen. Also wird die EU sich ganz sorgsam mit dem Brexit befassen und UK wird nach dem Brexit ganz sicher nicht wesentlich schlechter dastehen als zuvor.

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