Forum: Politik
Unrechtsstaat Burma - was kann der Westen tun?

Ende eines Schauprozesses: Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi muss für weitere 18 Monaten in Hausarrest - laut einem burmesischen Gericht hat sie gegen Auflagen verstoßen, als sie einem Amerikaner "aufnahm". Was kann der Westen tun?

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stevieray 11.08.2009, 09:31
1.

Erst einmal damit aufhören, quotengeile Pseudo-Journalisten auf spektakuläre Weise in die Nähe von Systemkritikern entsenden, die unter Hausarrest stehen!
Davon (von dieser unerhörten Dummheit und wissentlicher Gefährdung des Lebens der Einsitzenden) ist so gut wie überhaupt nicht die Rede - es steht ausschließlich das Unrechtsverhalten dieser Machthaber im Vordergrund.
Nur scheinen die westlichen Journalisten (nebst Politikern) immer noch nicht begriffen zu haben, dass "unsere Denke" in diesen (kulturellen) Regionen einfach nicht fruchtet.
Wie kann man jetzt ernsthaft in der ganzen Welt erwarten, dass die dortige Regierung "Milde walten" lässt und sich damit öffentlich gegen die selbst gemachten Regeln stellt?
Wenn die Machthaber so demokratisch und einsichtig wären, dann wäre die gute Frau überhaupt nicht verurteilt worden.
Also, was denken sich diese (westlichen) Leute eigentlich?
Wie oft wird man es wieder versuchen?
Vielleicht die nächste Olympiade dorthin vergeben, damit dann alles gut wird?

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majik 11.08.2009, 10:05
2. Erst lesen, dann schreiben

Zitat von stevieray
Erst einmal damit aufhören, quotengeile Pseudo-Journalisten auf spektakuläre Weise in die Nähe von Systemkritikern entsenden, die unter Hausarrest stehen! Davon (von dieser unerhörten Dummheit und wissentlicher Gefährdung des Lebens der Einsitzenden) ist so gut wie überhaupt nicht die Rede - es steht ausschließlich das Unrechtsverhalten dieser Machthaber im Vordergrund.
Bitte informieren Sie sich doch mal, was da wirklich vorgefallen ist. Der nützliche Idiot der birmanischen Machthaber, Aung San Suu Kyis ungebetener Besucher, war kein Journalist, sondern ein psychisch gestörter Einzelgänger.

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medienquadrat 11.08.2009, 10:49
3. ...

was der Westen tun kann?

Dieses Land bereisen. Jede Gelegenheit nutzen, dort präsent zu sein. Mit den Menschen reden. Ihnen zeigen, dass es außerhalb ihrer Landesgrenzen Menschen gibt, die sich für ihre Kultur interessieren. Ihnen andere Auffassungen mitteilen, als die offiziellen.

Und dann hier bei uns darüber berichten, reden, schreiben...!

Lady Aung San Suu Kyi wird genauso dieses Land irgendwann aus der Militärdiktatur führen, wie Nelson Mandela Südafrika. Aber hier ist niemand in diesem Forum, der eine bewaffnete Befreiungsaktion durchführen könnte, oder durch massenhaftes Briefeschreiben bei der Militärjunta Gehör finden dürfte. Und eine militärische Intervention a la Afghanistan oder Irak dürfte Spinnerei sein.

Also machen wir uns nichts vor, durch Ausspucken und Empörung heischen werden wir allerhöchstens in unserem Umkreis als gute Demokraten identifiziert, aber die rechtmäßige Präsidentin, Friedensnobelpreisträgerin, Tochter des Befreiungshelden Burmas... wird darum nicht frei werden.

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frubi 11.08.2009, 11:12
4.

Zitat von sysop
Was kann der Westen tun?
Däumchen drehen?
Was soll der Westen denn tuhen? Drohen?
Verurteilen?

All das würde die Regierung Burmas kein Stück bewegen. Wir sollten uns in gewisser Weise damit abfinden, dass es Staaten wie Burma gibt, die ihr eigenes Ding durchziehen. Wir können nicht jedes Problem auf jede Quadratmeter der Welt lösen.

Das es nicht in Ordnung ist was die Regierung dort macht ist ja eindeutig aber es lässt sich durch uns hier nicht ändern.

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LJA 11.08.2009, 11:37
5. Das wird sie

Zitat von medienquadrat
...Lady Aung San Suu Kyi wird genauso dieses Land irgendwann aus der Militärdiktatur führen, wie Nelson Mandela Südafrika. ...
vermutlich nicht. Die Militärdiktatur in Birma ist dafür viel zu stabil und das auch schon seit vielen Jahren. Anscheinend handelt es sich dabei um eine regelrechte Militärkaste, welche abgetrennt vom Rest der Bevölkerung lebt und das Land als ihren Besitz betrachtet. Wohl nicht ganz zu Unrecht. Anders als bei den Militärjuntas in Lateinamerika, scheinen hier selbst die einfachen Soldaten hinter dem Regime zu stehen, teilweise schon in dritter oder vierter Generation. Diese Diktatur, die es auch geschickt verstanden hat, sich die Unterstützung verschiedener asiatischer Großmächte zu sichern, könnte sich damit als zukunftsfähiges Modell erweisen.

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medienquadrat 11.08.2009, 11:50
6.

Zitat von LJA
vermutlich nicht. Die Militärdiktatur in Birma ist dafür viel zu stabil und das auch schon seit vielen Jahren. Anscheinend handelt es sich dabei um eine regelrechte Militärkaste, welche abgetrennt vom Rest der Bevölkerung lebt und das Land als ihren Besitz betrachtet. Wohl nicht ganz zu Unrecht. Anders als bei den Militärjuntas in Lateinamerika, scheinen hier selbst die einfachen Soldaten hinter dem Regime zu stehen, teilweise schon in dritter oder vierter Generation. Diese Diktatur, die es auch geschickt verstanden hat, sich die Unterstützung verschiedener asiatischer Großmächte zu sichern, könnte sich damit als zukunftsfähiges Modell erweisen.
ich mutmaße etwas differenzierter. Ich erinnere mich, als ich vor wenigen Jahren mit Hochschullehrern in Mandalay zusammengessen bin, wie wissbegierig diese waren, wie naiv ihre Fragen waren, wie sehr sie meine Eindrücke und Ansichten hören wollten. Und ich erinnere mich an Gespräche mit Mönchen, wie entschlossen diese waren, Veränderungen in der politischen Situation mitzutragen.

Die Offizierskaste sitzt - wie Sie richtig bemerkt haben - im Sattel. Aber sie sind lediglich 10% des Militärs. 90% sind einfache Soldaten, die nahezu wie Gefangene gehalten werden. Burmanen bilden mehrheitlich die Offiziere - die einfachen Soldaten werden aus den Volksgruppen rekrutiert, die von den Militärs unterdrückt werden, die trotz Versprechens der Eigenständigkeit nach dem 2. Weltkriegs immer noch besetztes Gebiet sind.

Burma ist ein Pulverfass, dass diktatorisch nur mit den Mitteln der Gefangenschaft und Unterdrückung beherrscht werden kann.
Und das geht schon viel zu lange so. Nicht mehr lange. Glauben Sie mir.

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bernjul 11.08.2009, 11:51
7.

Zitat von sysop
Was kann der Westen tun?
Gar nichts.
Solange China seine schützende Hand über Burma hält, weil es sich dort ungehemmt und gnadenlos an den Bodenschätzen vergreifen kann und auch die Wildtiere dort für ihre abergläubische "Medizin" ausrotten kann, wird sich dort gar nichts, auch nicht einen Millimeter, ändern.
Sollte der Westen dort militärisch eingreifen, würde das den dritten Weltkrieg bedeuten und das wissen unsere Regierungen auch und darum passiert dort auch nichts.

Wer sich etwas über die Zustände in Burma informieren möchte:

http://zuender.zeit.de/2007/40/myanmar-fluechtlinge

http://www.zeit.de/online/2007/45/be...oldaten?page=1

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Gegengleich 11.08.2009, 11:58
8. Waffenembargo

Hr.Brown schlägt ein weltweites Waffenembargo vor. Leider wird hier nicht beschrieben, ob dies bereits Nato/EU-seitig vorliegt. Wenn nein, wäre es höchste Zeit, oder besser überfällig.
Wenn ja, was will man bzgl. der Waffen mehr tun? Daß Rußland sich so etwas anschließt ist ja angesichts der Lage der dortigen Menschenrechtsaktivisten nicht zu erwarten.

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diefreiheitdermeinung 11.08.2009, 12:15
9. Ach der Westen...

Zitat von sysop
Ende eines Schauprozesses: Die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi muss für weitere 18 Monaten in Hausarrest - laut einem burmesischen Gericht hat sie gegen Auflagen verstoßen, als sie einem Amerikaner "aufnahm". Was kann der Westen tun?
dieser zahnlose Tiger, den inzwischen in der Dritten Welt (und nicht nur da) kaum mehr ernst genommen wird ? Denn ausser grosser Worte durchzogen mit ein paar Drohungen von denen jeder weiss, dass sie nur fuer die heimische Galerie sind kommt von dort Nichts. Vor etwas wirklich Drastischen schreckt man immer zurueck, denn es soll ja nicht die Menschen selbst treffen sondern nur den Staat. Also wird weiter Entwicklungshilfe gezahlt, die NGOs machen auch lustig weiter (und das ist sicherlich auch richtig so), die Botschafter zieht man nicht ab (Argument: sonst haetten wir GARKEINEN Einfluss mehr - etwas was man eh nicht hat!). Es bleibt also Alles beim Alten, und weil das Burma, der Sudan, Somalia, Iran etc etc wissen, werden sie sich einen Teufel um das scheren, was die Bruesseler Administration so von sich gibt. Es ist die ganzen Jahrzehnte so gewesen, Burma kann gut ohne die EU leben und wenn halt Deutschland keine Lokomotiven mehr liefert - wie vor Jahrzehnten - dann tuns halt die Chinesen, Mexikaner, Brasilianer oder Russen. And thats a fact.

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