Forum: Politik
Unruhe in der SPD: Die Zombie-Partei
DPA

Was läuft falsch mit der SPD? Immer wieder treten führende Sozialdemokraten ihre eigene Partei mit Füßen. Warum bloß? Wenn dahinter ein heimlicher Todeswunsch liegt - den werden die Wähler erfüllen.

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karljosef 31.07.2015, 15:59
560. marktkonforme Demokratie

sagte Gabriel.
Wenn es dem Arbeitgeber gut geht, geht es dem Arbeitnehmer auch gut, schwurbelte die CDU vor ca. 30 Jahren.

Um 140 Mrd. nahm das Vermögen der Deutschen in den ersten drei Monaten zu.
Was hält der Leser von "Turbokaptalistenhörige Regierung"?

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MutzurLücke 31.07.2015, 16:05
561. Auch sehr leicht...

Zitat von serene
Herr Augstein macht es sich leicht, denn der Zustand der SPD ist allen halbwegs Interessierten bekannt. Viel spannender wäre es doch, mal die Interessenlage (bzw.deren Polarisierung) der potentiellen Wähler in unserem Land zu beleuchten.
Das ist aber ganz dünnes Eis in dem Land, das Thorsten Albig völlig richtig als weit überwiegend von Angela Merkel begeistert beschrieben hat. Wenn 70% eine Frau als Kanzlerin wollen, die bei allen sozialdemokratischen Anwandlungen der letzten Jahre tendenziell doch immer noch mal ein ganzes Stückchen rechts von der SPD steht, dann ist es schwer, sich mit dem wahren Willen der "Mehrheit links der Mitte" auseinanderzusetzen. Weil sich nämlich verdammt schnell herausstellt, dass es die gar nicht gibt - unterstellt, alles was CDU oder CSU ist, wäre "rechts der Mitte", was einige mit guten Gründen bezweifeln...

Zitat von
Wessen Interessen soll denn die derzeitige SPD noch vertreten? Konsequent sozial geht anders, und wer wird in Zukunft die Interessen der nach Angaben des Statistischen Bundesamtes inzwischen rund 12 Mio. an oder unter der Armutsgrenze lebenden Menschen in D. vertreten? Und umgekehrt, von welcher Partei würden diese Menschen meinen, am besten vertreten zu werden?
Die Nachkriegs-SPD war noch nie eine Partei für die Leute unter der Armutsgerenze. Zu ihren "besten Zeiten" unter Brandt und Schmidt herrschte Vollbeschäftigung oder etwas nah daran. Die SPD hat schon immer ihre Klientel als Menschen mit einem sozialversicherungspflichtigen Job im mittleren Bereich verstanden - diejenigen, die schon was zu verlieren haben, aber an das richtig dicke Geld nicht herankommen. Sie hat auch unter Schröder immer schön Lobby gemacht für die, die (noch) einen Job haben. Die "Retter der Ärmsten der Armen" finden Sie eher bei den schwarzen Herz-Jesu-Sozialisten - aber eben als Retter, nicht als Gleichsteller.

Und mal ganz ehrlich, Den 12 Mio. geht's ja nicht durchweg schlecht. Die gelten ja weit überwiegend nur als arm, weil es den meisten Anderen nochmal ein ganzes Stück besser geht. Von der Liste der Habseligkeiten, die man heute einem "Armen" nicht wegpfänden darf, weil sie zum absoluten Existenzminimum gehören, hätte ich jedenfalls zu meinen Studienzeiten geträumt - und ich war eine verwöhnte Kröte mit einem herrlichen Leben.

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Forist Gump 31.07.2015, 16:10
562. Die SPD ist die neue FDP.

Im roten Tarnanzug. Da mögen die Leute lieber den Hosenanzug.

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pygmy-twylyte 31.07.2015, 16:10
563. Steinbrück ist keine Rampensau, aber ...

Zitat von mathaeus
Zitat:" Wie ein Elefant ist Peer Steinbrück durch den Wahlkampf getorkelt. Immer auf der Suche nach neuem Porzellan, das er zerschlagen konnte." Oder es gab Menschen, die irgendwas mit Medien machen, die nur darauf gewartet haben, dass er torkelt und dabei Porzellan zerschlägt! Aus meiner Sicht, handelte es sich um ein multimediales Medienbashing, Herr Augstein!
Sie meinen, Steinbrück sei "multimedial" gebasht worden. Ich habe viel über und von Steinbrück gelesen und die Berichte über ihn im TV verfolgt und finde Augsteins Bild ganz passend. Steinbrück ist keine Rampensau, das ist unschwer zu erkennen, er verhält sich meiner Meinung nach aber nicht nur zu kühl und zu reserviert bzw. zu distanziert, sondern auch linkisch im Sinne von "ungeschickt, unbeholfen, ungewandt, ungelenk, unbeweglich, unpraktisch, umständlich, schwerfällig, plump, tolpatschig, tölpelhaft, eckig, steif, hilflos, hölzern, wie ein Stock, tappig, täppisch, tapsig, wie ein Elefant im Porzellanladen". Er lässt im Übrigen auch keinen Fettnapf aus, in den man treten könnte. - Steinbrück passt wohl eher zur CDU/CSU oder zur FDP als zur SPD und gilt selbst in seiner Partei als Auslaufmodell.

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DMenakker 31.07.2015, 16:20
564.

Zitat von obelix236
Hätte irgendjemand bei der SPD halb so viel Machtwillen wie Angela Merkel, würde die SPD mit Grünen und Linken eine neue Regierung bilden.
Ach Quatsch. Eine SPD mit einer Koalitionsaussage zu Gunsten der Linken würde bei 10 % rumkrebsen. Das will einfach weniger als die Hälfte der verbleibenden Sozenwähler.


Zitat von
Der Abstieg Deutschlands begann mit Helmut Kohl und setzte sich fort mit Gerhard Schröder und Angela Merkel. Alle drei machten nur eine gleiche Politik: alles für die Unternehmer, nichts für die Arbeitnehmer.... Der Bezug von Arbeitslosengeld 1 wurde verkürzt, Arbeitslosenhilfe abgeschafft, so dass am Schluss nur Hartz 4 bleibt. Mit sozialer Marktwirtschaft hat das alles nichts mehr zu tun.
Auch während der hohen Zeit der Sozialdemokratie und selbstverständlich die ganze Zeit seit WK II gab es NIEMALS länger as 12 Monate ALG. Früher war danach die Alhi dran. Aber auch diese unterlag einer Bedürftigkeitsprüfung. Wer ein dickes Sparbuch hatte und das abbezahlte Auto vor der Türe, durfte zuerst einmal eigenes Vermögen verbrauchen. Und der doofe Kohl, mit dem es ja nach Ihrem Pamphlet angefangen hat, war derjenige, der verlängertes ALG für ältere eingeführt hat. Es war Kohl, der so "sozial" war, dass man auf Staatskosten mit ein paar Tricks sich frühverrenten lassen konnte. Unter Brand musste man noch demonstrieren gehen, damit der Samstag wenigstens arbeitsfrei war. Und Doppelverdiener mit 2 Kindern konnten sich unter Brand und Schmidt noch nicht mal einmal im Jahr Urlaub leisten. Heute rennen Kids aus Durchschnittshaushalten mit Telefonen herum, die in realiter 1500 Mark kosten. Wird halt in Raten ( über suventionierte, überteuerte Verträge ) abbezahlt.

Wer heute von den goldenen 70-ern schwärmt und sich über das bestehende Deutschland beklagt, sollte sich dringenst einmal auf Demenz untersuchen lassen.

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michfisch00 31.07.2015, 16:27
565. Geduld Herr Augstein

Die Politik ist letztlich so, wie die Deutschen es momentan wollen.
Die Rechnung für die selbstgewählte merkelsüchtige und selbstgefällig Agonie, die doch tatsächlich davon ausgeht, dass der traute Heim Biedermeier sich unabhängig von Rest der Welt aufrecht erhalten lässt, wird hart und kalt kommen. Merkel bzw. das blinde Vertrauen in ihre ruhige Hand (Rute der Macht ) hat das Land und damit auch die EU in der Globalisierung um mindestens 8 Jahre zurückgeworfen.

Der erste Teil der Rechnung klopft gerade über arme Menschen und Flüchtlinge an die Tür.

Der zweite Teil wird über mangelnde Wettbewerbsfähigkeit etwas später kommen.

Das wird hart werden....Sehr hart. Aber verdient.

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Krittler 31.07.2015, 16:36
566. Na ja ...

Zitat von MutzurLücke
... Und mal ganz ehrlich, Den 12 Mio. geht's ja nicht durchweg schlecht. Die gelten ja weit überwiegend nur als arm, weil es den meisten Anderen nochmal ein ganzes Stück besser geht. Von der Liste der Habseligkeiten, die man heute einem "Armen" nicht wegpfänden darf, weil sie zum absoluten Existenzminimum gehören, hätte ich jedenfalls zu meinen Studienzeiten geträumt - und ich war eine verwöhnte Kröte mit einem herrlichen Leben.
Genau das ist die Einstellung, die nach 25 Jahren Sozialabbau den Menschen eingetrichtert wurde. Leider haben diese Ideologie auch viele übernommen. Deshalb braucht sich die SPD auch nicht mehr um Arbeitslose, Rentner, Kranke kümmern, weil es denen ja angeblich gar nicht so schlecht geht.

Wenn ein Erwerbsminderungsrentner, der als Facharbeiter 35 Jahre ununterbrochen Rentenbeiträge bezahlt hat, plötzlich nur noch mit knapp 1000 € auskommen muss, was wollen Sie dem denn noch wegpfänden? Hier versprach die SPD auch, dass die 12% Abzug, die man "vorgezogener Ruhestand" nennt, endlich abgeschafft werden. Nichts passiert. Die Renten sinken ins Bodenlose, Altersarmut gibt es schon und wird dramatisch ansteigen. Doch was geschieht? Nichts!

Ob Arbeitslose oder Rentner, die SPD verlässt sich auf die Menschen, die meinen, so schlecht gehts denen doch auch wieder nicht. Und deshalb richtet sich die SPD als die Partei ein, die den kleinen Partner der Regierung bildet.
Zwar ist die Basis damit nicht einverstanden, doch sie tut nichts dagegen.
Die SPD ist überflüssig, sie sollte verschwinden. Wer links ist, soll die Linken wählen oder nicht zur Wahl gehen und den Kapitalismus bekämpfen.

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DMenakker 31.07.2015, 16:40
567.

Zitat von brennstein
Genau andersrum wird ein Schuh draus: Seit Schröder die Partei auf CDU-Kurs manövriert hat, aus seiner Sicht also in die Mitte, taumelt die Partei von Niederlage zu Niederlage, muss mit einem Wählerklientel leben, das gegen unter 20 Prozent tendiert.
Schon mal darüber nachgedacht, dass Schröder bei seiner Abwahl immer noch 34 % geholt hat? Es ist die berühmte Mehrheit links der Mitte, die den Sozen nur noch 20 % + lässt.

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det5904 31.07.2015, 16:43
568. Dem ist leider nichts hinzuzufügen

außer die Frage nach den Gründen dieses Niedergangs.
Wie ist es bloß möglich, daß eine Partei, welche sich selbst öffentlich zum bloßen Wurmfortsatz des Koalitionspartners erklärt hat, dennoch als eigenständige Partei weiterexistieren will. Diese Partei gleicht jemandem, der so verzweifelt ist, daß er Suizid begehen will aber natürlich dennoch am Leben hängt. Diese Partei benötigt eine umfassende Therapie und sonst garnichts. Wer sollte diesen konfusen Haufen noch wählen mit einem Vorsitzenden, dessen hinterhältige Verlogenheit inzwischen legendär ist? TTIP: Erst Opposition heucheln, dann im Vorrauseilendem Gehorsam konform gehen. Griechenland: Erst Bruderschaft heucheln, dann mit medialkonformer Griechenhetze fortfahren. NSA: Kurz die Klappe aufreißen, um dann für immer zu verstummen usw. usf. Wer sollte so etwas freiwillig wählen. Ein Grund des Niedergangs der SPD neben der Agenda Politik dürfte sein, daß während der Schröder Periode kein geeignetes Führungspersonal nachwachsen konnte. Schröder war viel zu selbstverliebt, um sich um seine Nachfolge zu kümmern. Schröder regierte nach dem Motto: Nach mir die Sintflut. So ist es denn auch gekommen

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garfield 31.07.2015, 16:53
569.

Zitat von Eckfahne
Alle Jünger, die hier glauben, dass irgendwann mal eine Rot-rot-grüne Regierung dieses Land führt darf ich erinnern, wie schnell die SPD-Wähler dieser Partei den Rücken kehrte, als die seelige Ypsilanti eine solche Verbindung andachte.
Bei weitem nicht so viele wie die, die der sPD den Rücken kehrten, seitdem sie lieber der Union zu Führungsposten verhilft. Wohin sich die sPD zustimmungsmäßig seit Schröders "echt linker Politik" entwickelt hat, scheinen Sie noch gar nicht mal bemerkt zu haben. Aber Sie gehören auch zu denen, die mit der Logik auf Kriegsfuss stehen, indem sie der Truppe nicht nur ein Weiter-so, sondern ein Mehr empfehlen und ausgerechnet vor einem Richtungswechsel warnen, dessen Gegenkurs diese Partei dahin gebracht hat, wo sie heute steht.

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