Forum: Politik
Unruhen im Kosovo: Polizei und Demonstranten geraten in Pristina aneinander
AFP

Bei einer Demonstration in der Hauptstadt des Kosovo ist es zu Ausschreitungen gekommen. Augenzeugen berichten von Polizisten, die mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Tausende vorgingen.

Seite 1 von 2
remax 27.01.2015, 15:33
1. unfassbar aber wahr....dass laut

kosovarischer Verfassung, die auf Druck von Außen verabschiedet wurde der serbischen Minderheit, die nur 5 ÷der Bewölkung ausmacht quasi Vollmachten über alle wichtigen Entscheidungen im Parlament und Regierung erlaubt, d.h. Gesetzte über Armeebildung, Justiz usw. müssen von 2/3 der serbischen Parlamentarier bewilligt werden.
Das schlimmste dabei ist, dass die 10 Parlamentssitze für Serben laut "Verfassung" für die serbische Minderheit unabhängig vom Wahlausgang garantiert sind, obwohl sie mit 3,5÷ deutlich unter der Quote von 5÷ liegen.
Das ist keine Demokratie und irgendwie der Zorn dieser Demonstranten verständlich

Beitrag melden
lock_vogell 27.01.2015, 15:43
2. das ist...

... aber usus im umgang mit minderheiten... es läuft ja z.B. in schleswig holstein ähnlich mit der dänischen minderheit.

Beitrag melden
Adriaaan!! 27.01.2015, 15:53
3.

@remax: Interessante Sichtweise. Natürlich haben Sie dabei ganz nebenbei unter den Tisch fallen lassen, dass die Serben im Kosovo aufgrund wiederholter Pogrome und ethnischer Säuberungen NACH der Nato-Intervention 1999 auf rund 5% der Bevölkerung geschrumpft sind. Die weitreichenden institutionellen Zugeständnisse an die Serben zeugen von dem Versuch der Natostaaten, die Serben für den völkerrechtswidrigen Raub des Kosovo von der Republik Serbien, wenn auch nur symbolisch, zu kompensieren. Warum sonst denken Sie, hätte man sich sonst zu so einem überspannten Verfassungsartikel hinreissen lassen?

Beitrag melden
alias1942 27.01.2015, 16:04
4. enn das die Ukraine auch so machen würde

wäre dort Frieden. Verhindert wird das von Kiew. Also wäre es nur logisch, wenn auch hier die NATO Kiew bombardiert, bis es dem Donbass seine Unabhängigkeit lässt. Völkerrechtlich gibt es ja den Präzedenzfall Kosovo.

Beitrag melden
Kimmerier 27.01.2015, 16:11
5. Minderheitenschutz versus Mehrheitsmeinung

Demokratie lebt davon, dass eine Mehrheit der Gesamtbevölkerung entscheidet. Moderne Demokratien bieten aber in der Regel auch einen Schutz von Minderheiten, welche ihre (von den mehrheitsinteressen abweichenden) Interessen über die demokratischen Mechanismen nicht vertreten können.
Kritisch wird es, wenn die Abweichungen zwischen den Interessen der Minderheiten mit garantierten Rechten und einer Mehrheit der Bevölkerung zu weit auseinandergehen. Wenn zudem - wie im Falle des Kosovo - die Mitglieder der unterschiedlichen Volks- und/oder Religionsgruppen zudem gerade erst einen blutigen, bewaffneten Konflikt erst auf äusseren Druck beendet haben, bedarf es einer gewissen Blauäugigkeit zu glauben, dass diese Gruppen sich nun schnell an ein geordnetes und friedliches Zusammenleben gewöhnen. Diese Blauäugigkeit ist aber fast allen zu eigen, welche - wie wir in Mitteleuropa - eine lange Periode des Friedens geniessen konnten.

Beitrag melden
remax 27.01.2015, 16:42
6. @Adrian....immer die Fakten vorliegen...denn

in der im Jahre 1991 durchgeführten Volkszählung im ehemaligen Jugoslawien waren im Kosovo 92 ÷der Bewölkung Albaner, 6÷Serben und 2÷ ander Minderheiten.
In dieser massenhaften Deportation nach der NATO Intervention darf ich Sie beruhigen, dass der Großteil davon Kriegsflüchtlinge aus Bosnien und Kroatien waren, mit dem Ziel die Bewölkerungsstruktur Kosovos vor dem Krieg zu ändern.
Die Proteste im Kosovo richten sich nicht primär gegen die Serben sondern gegen das diskriminierende Verfassungssystem und korrupten Politiker.
Kosovo darf keine andere Verfassung zum Schutz von Minderheiten haben als z.B. Serbien, Belgien oder Rumänien, in der eine Verfassung den Schutz von Minderheiten vorsieht, keinesfalls aber die Minderheit über eine 94÷ige Bewölkerung entscheiden darf

Beitrag melden
kook1979 27.01.2015, 17:11
7.

"Sie fordern unter anderem den Rücktritt eines Ministers, der nicht anerkennt, dass im Krieg mit Serbien von 1998 bis 1999 Kriegsverbrechen gegen Kosovo-Albaner begangen worden waren."

Interessant. Laut "Balkan Insight" (http://www.balkaninsight.com/en/article/police-fire-tear-gas-at-kosovo-opposition-rally) geht es bei den Protesten darum, dass Minister Jablanovic Menschen, die serbische Pilger in Gjakova/Djakovica mit Steinen beworfen haben, als "Wilde" bezeichnet hat. Als er auf die an diesem Ort von Serben begangenen Massaker aufmerksam gemacht wurde, hat er sich bei den Kosovo-Albanern entschuldigt. Kein Wort davon, dass er die serbischen Kriegsverbrechen nicht anerkennt.

Wer sagt die Wahrheit?

Beitrag melden
remax 27.01.2015, 18:14
8. @kook.....der serbische Minister

in der Regierung erkennt die serbischen Taten im Kosovokrieg nicht an, wonach 13.000 Zivilisten getötet wurden und erkennt das Kosovo auch nicht als Staat an.
Welche andere demokratische Regierung eines souveränen Staates würde einen solchen Minister dulden?

Beitrag melden
freespeech1 27.01.2015, 18:58
9.

Kosovo ist kein völkerrechtlich anerkannter Staat und ein reines Nato-Protektorat.

Beitrag melden
Seite 1 von 2
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!