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Unruhen in Tunesien: Zehntausende trauern um ermordeten Oppositionspolitiker
AFP

Das Trauerfeier wird zur Demonstration: Beim Begräbnis des Oppositionellen Chokri Belaid in Tunis protestierten Zehntausende gegen die islamistische Regierung. Es soll erste Zusammenstöße mit der Polizei gegeben haben. Zuvor eskalierte die Gewalt in der Stadt Gafsa.

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seneca55 08.02.2013, 15:08
1. Wird da nur Belaid, Held der Tunis-Opposition, beerdigt

oder der Arab. Frühling überhaupt?
BMf Äußeres, Hr. Westerwelle, gab den Tunesiern noch eine weitere Mahnung mit auf Belaids letzten Weg, dass die Tunesier bitte nicht die Errungenschaft der Demokratie durch gewaltätiges Handeln aufs Spiel setzen sollen.
Als Gewaltenteilung-Gewerbefreiheit und Meinungsfreiheit sollten vorschnell wieder über Board geworfen werden.
Hoffentlich halten sich die Tunesier an Guidos Mahnungen und Worte!

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kstbremen 08.02.2013, 15:18
2. aufwachen

merkt das keiner woher der wind weht. saudi arabiens geld instrumentalisiert den arabischen frühling in seinem sinne. solange riad von veränderungen verschont bleibt, ändert sich nichts, frau merkel und co. da helfen auf keinen fall panzer deutscher bauart.

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KingTut 08.02.2013, 15:29
3. Vom Regen in die Traufe

Der so genannte Arabische Frühling hat die Menschen vom Regen in die Traufe gebracht.
In keinem der betroffenen Länder sind Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf dem Vormarsch; stattdessen geben religiöse, fundamentalistische Kräfte mit ihren mittelalterlichen Vorstellungen den Ton an und berauben die Menschen jeder Chance, ein modernes Staatswesen aufzubauen, in dem der Dienst am Menschen im Mittelpunkt staatlichen Handelns steht.
Der einzige halbwegs funktionierende Wirtschaftszweig, nämlich der Tourismus, dürfte durch die jüngsten Unruhen nicht gerade begünstigt werden. Und das in einer Zeit, wo dem Land wirtschaftlich gesehen das Wasser bis zum Hals steht.
Ich frage mich, wann die Menschen endlich begreifen, dass die allgegenwärtige Übermacht der Religion kein Segen, sondern ein Fluch für sie ist und jeden Geistlichen, der sich in Politik oder ihr Privatleben einmischt, davonjagen.
Es ist wirklich schade um dieses schöne Land und seine Menschen.

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seneca55 08.02.2013, 15:31
4. Korrektur zu 1:

ebd: "Gewaltenteilung - Gewerbefreiheit und Meinungsfreiheit sollten nicht vorschnell wieder über Board geworfen werden !"

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alfredoneuman 08.02.2013, 15:53
5.

Zitat von KingTut
Der so genannte Arabische Frühling hat die Menschen vom Regen in die Traufe gebracht. In keinem der betroffenen Länder sind Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auf dem Vormarsch; stattdessen geben religiöse, fundamentalistische Kräfte mit ihren mittelalterlichen .....
Was haben Sie denn erwartet, dass nachdem der Diktator weg ist, das Land schnurstracks auf eine Demokratie deutscher o.ä Prägung zusteuert?

Mit so etwas haben haben nur politische Tagträumer gerechnet.

Sie beklagen, dass die Menschen nicht begreifen - eigentlich haben sie doch schon längst begriffen. Sie demonstrieren zurzeit genau dafür, nämlich für Laizismus, Demokratie und gegen Gängelungen durch die Islamisten, und deren Bestrebungen die Institutionen des Staates zu unterwandern. Soweit sind beispielsweise die Türken noch längst nicht.

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juttaweise 08.02.2013, 17:09
6.

Zitat von KingTut
Ich frage mich, wann die Menschen endlich begreifen, dass die allgegenwärtige Übermacht der Religion kein Segen, sondern ein Fluch für sie ist und jeden Geistlichen, der sich in Politik oder ihr Privatleben einmischt, davonjagen. Es ist wirklich schade um dieses schöne Land und seine Menschen.
Zu Ihrem 1. Satz kann ich Ihnen versichern, dass die Menschen in Tunesien das begriffen haben und das schon seit mehr als einem Jahr. Denn dort gab es seit jeher einen moderaten Islam. Sie wurden betrogen, denn seit über einem Jahr werden sie überrollt von Predigern aus Saudi Arabien, Kuwait und dem Qatar. Letzteres finanziert die Infiltrierung von radikalen Predigern, sowie natürlich die Naddha Partei. Die hat übrigens eine Miliz aufgebaut die die Bevölkerung schikaniert, Gewalttaten verübt. Übrigens habe ich die Trauerfeierlichkeiten live verfolgt und es waren mehr als 1 Mio. Menschen unterwegs. Ich hoffe, die Tunesier nehmen es als Anlass sich ihrer mafiösen Regierung zu entledigen!

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derandersdenkende 08.02.2013, 17:42
7. Wer Tunesien ein bischen kennt,

Zitat von seneca55
oder der Arab. Frühling überhaupt? BMf Äußeres, Hr. Westerwelle, gab den Tunesiern noch eine weitere Mahnung mit auf Belaids letzten Weg, dass die Tunesier bitte nicht die Errungenschaft der Demokratie durch gewaltätiges Handeln aufs Spiel setzen sollen. Als Gewaltenteilung-Gewerbefreiheit und Meinungsfreiheit sollten vorschnell wieder über Board geworfen werden. Hoffentlich halten sich die Tunesier an Guidos Mahnungen und Worte!
weiß, daß die Dinge anders liegen, als Sie hier meist dargestellt werden.
Der bei weitem einträglichste Bereich Tunesiens, die Tourismusindustrie, befindet sich fast ausschließlich unter ausländischer Kontrolle.
Die Besitzer der Hotelburgen, Saudis, Kataris etc. haben keinerlei Interesse an einer demokratischen Entwicklung in diesem Land, die auch den Tunesiern weiterhilft.
Der Staat ist abhängig von den schlimmsten Fundamentalisten, die es auf der Erde gibt.
Und dorthin müßte Bundesguidos Warnung gehen, aber der kann offensichtlich nicht aus seiner Haut.

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hatomune 08.02.2013, 17:57
8. Die Menschen haben begriffen!

Zitat von juttaweise
Zu Ihrem 1. Satz kann ich Ihnen versichern, dass die Menschen in Tunesien das begriffen haben und das schon seit mehr als einem Jahr. Denn dort gab es seit jeher einen moderaten Islam. Sie wurden betrogen, denn seit über einem Jahr werden sie überrollt von Predigern aus Saudi Arabien, Kuwait und dem Qatar. Letzteres finanziert die Infiltrierung von radikalen Predigern, sowie natürlich die Naddha Partei. Die hat übrigens eine Miliz aufgebaut die die Bevölkerung schikaniert, Gewalttaten verübt. Übrigens habe ich die Trauerfeierlichkeiten live verfolgt und es waren mehr als 1 Mio. Menschen unterwegs. Ich hoffe, die Tunesier nehmen es als Anlass sich ihrer mafiösen Regierung zu entledigen!
Jutta Weise weiß, dass es "dort" einen moderaten Islam schon immer gab. Schon immer sind 98% der Bevölkerung Muslime - 85 % sind Sunniten. Der Rest sind Hanafiten. Seit Gaddhafis Fall haben radikale Salafiten enormen Zulauf. Wohin laufen die denn? Seien Sie klug und weise! Sie laufen dahin, wohin sie gehören. Es gibt keinen moderaten Muslim - dies ist die Erfindung der organisierten Wohlmeinenden hiezulande (um nicht das G.-Wort zu gebrauchen). Entweder hält er sich an die Vorgaben (sich der Lehre zu unterwerfen, hinzugeben). Oder er ist KEIN Muslim.
Vielleicht verwechseln Sie moderat mit säkular. Säkulare Christen sind ja möglich auch wenn es der Papa nicht gern sieht. Vorschlag: Sagen Sie Menschen, die in einer muslimisch dominierten Gesellschaft sich einer "modernen" Denke befleißigen. Also der Freiheit zugeneigte Tunesier in diesem Fall!

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juttaweise 08.02.2013, 18:33
9.

Zitat von hatomune
Jutta Weise weiß, dass es "dort" einen moderaten Islam schon immer gab. Schon immer sind 98% der Bevölkerung Muslime - 85 % sind Sunniten. Der Rest sind Hanafiten. Seit Gaddhafis Fall haben radikale Salafiten enormen Zulauf. Wohin laufen die denn? Seien Sie klug und weise! Sie laufen dahin, wohin sie gehören. Es gibt keinen moderaten Muslim - dies ist die Erfindung der organisierten Wohlmeinenden hiezulande (um nicht das G.-Wort zu gebrauchen). Entweder hält er sich an die Vorgaben (sich der Lehre zu unterwerfen, hinzugeben). Oder er ist KEIN Muslim. Vielleicht verwechseln Sie moderat mit säkular. Säkulare Christen sind ja möglich auch wenn es der Papa nicht gern sieht. Vorschlag: Sagen Sie Menschen, die in einer muslimisch dominierten Gesellschaft sich einer "modernen" Denke befleißigen. Also der Freiheit zugeneigte Tunesier in diesem Fall!
es gibt moderate Auslegungen des Koran, so wie das in Tunesien der Fall ist, denn sie sind zu über 80% Malakiten, der Rest sind Hanafiten. Sprechen Sie mit Tunesiern, die Ihnen das erklären können. Deren Auslegung steht im krassen Gegensatz zu dem, was die Wahabiten, die das Land übernehmen wollen, interpretieren. Die ärmere Bevölkerung, besonders des Südens und Südwesten wird, finanziert von Qatar, gekauft! Ich kenne Tunesien und die Tunesier, habe dort viele Jahre gelebt und noch nahe Kontakte dorthin! Die Anspielung auf meinen Nachnamen können Sie sich ruhig verkneifen, so alt bin ich noch nicht! :)

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