Forum: Politik
Unterstützung für Venezuelas Präsidenten: Südafrikanische Staaten stellen sich hinter
imago/ Xinhua

Die USA und Deutschland haben sich zum Oppositionsführer Guaidó bekannt. Die südafrikanische Staatengemeinschaft erklärt nun, sie stehe Präsident Nicolás Maduro bei.

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rant.biden 11.02.2019, 14:31
50. Wo ist beim SPON die Grenze?

Diese Staaten erweisen dem Ansehen ihres Kontinents einen Bärendienst, wenn sie ein Regime, das unzweifelhaft die Bevölkerung des eigenen Landes vergewaltigt, unterstützen. Sie stellen sich damit in eine Reihe mit Antidemokratien wie Russland, China, Nordkorea, Iran. Afrika muss sich irgendwann einmal an die eigene Nase fassen, was das Image von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie auf dem Kontinent betrifft.

Ich weiß im Übrigen nicht, was ich erstaunlicher finden soll: Dass Menschen hier in aller Öffentlichkeit die Aushungerpolitik der faschistischen Herrscherkaste in Venezuela als „völkerrechtsgemäߓ verteidigen oder damit rechtfertigen, es habe ja schließlich schon früher Hunger gegeben, oder dass SPON diese Horrorkommentare veröffentlicht. Wo ist hier eigentlich die Grenze? Kann sich demnächst auch eine erklärte Nazikaste eines Landes bemächtigen und - sofern sie nur stramm antiamerikanisch ist - des Zuspruchs der Putinisten sicher sein???

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Chaosfee 11.02.2019, 14:35
51. Quellen?

Zitat von neanderspezi
Diese Gemeinschaft südafrikanischer Staaten, SADC, scheint den Braten in Gestalt der venezolanischen Regierung gerochen zu haben, den sich die westliche Wertegemeinschaft unter dem Chefkoch Trump in die Pfanne zu hauen beliebt und sie mag sich an dieser öligen Speise nicht beteiligen und an den dabei hochgehaltenen Werten offensichtlich auch nicht. Da die USA energisch bemüht sind der Maduro-Regierung die Zahlungen nach üblicher Öllieferung vorzuenthalten und ihr auch die üblichen Waren nur über ihren Strohmann zu liefern sich anschicken wollen, in der Hoffnung diesen unerwünschten Maduro mittels Warenentzug und damit Verknappung notwendiger Waren für die Bevölkerung endlich in die Knie zu zwingen und den Makel der Unerwünschtheit einzureiben, scheinen selbst zweifelhafte Demo- und Autokratien in Afrika die Methoden dieser hochedlen westlichen Wertegemeinschaft, ausgestattet mit den Zeichen demokratischer Unfehlbarkeit, nicht mehr zu goutieren. Man kann sich nun über getarnte Scheinheiligkeit so seine Gedanken machen.
Maduro und seine Clique haben Venezuela heruntergewirtschaftet, indem sie alle Posten mit Günstlingen besetzten und sich selbst in die Tasche wirtschafteten. Durch die hohen Staatsschulden konnten keine Lebensmittel oder Medikamente mehr importiert werden (würden Sie denn ihrem Schuldner noch mehr Waren verkaufen, wenn Sie sicher sein können, nie dafür Geld zu sehen). Lebensmittelkarten gibt es meist nur gegen "Treue" zum Staatschef, also Verträge, die unterzeichnet werden mussten, die die Leute zur uneingeschränkten Zusammenarbeit mit Maduros Regime zwingen.

Da alles aufs Öl gesetzt wurde, konnte sich Venezuela nicht selbst versorgen.
Vor den letzten Wahlen ließ Maduro mehrere Oppositionelle verhaften und räumte jeden aus dem Weg, der ihm gefährlich werden könnte, Proteste wurden blutig niedergeschlagen.
Und jetzt lässt er sogar Straßen blockieren, damit Hilfsgüter nicht zum hungernden Volk durchkommen. Hilfsangebote von elf südamerikanischen Staaten wurden schroff zurückgewiesen.
Also denken Sie bitte nochmal über Ihr Geschriebenes nach.

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Knossos 11.02.2019, 14:42
52.

Zitat von juba39
...Nach "demokratischen Standards" war die vorletzte Bundestagswahl auch ungültig. Sogar vom BGH auch so festgestellt. Hat sich deshalb der Oppositionsführer zum Bundeskanzler ausgerufen? Und das war ein eklatanter Verstoß, daß die Wahl ZEITGLEICH in GANZEN Land stattzufinden hat. In einer Großstadt wurde eine Woche später gewählt, die Wähler kannten also bereits das Ergebnis der gesamten Wahl. Also immer vorsichtig, wenn man irgendwelche Bewertungen übernimmt, ohne die realen Hintergründe zu kennen.
Ja, schon ... aber, bei uns ist ja ganz wie bei der Wahl in Venezuela an 16 unterschiedlichen Stellen und Stufen jederzeitige Einsicht und Überprüfung von Wahl und Auszählung sichergestellt. Und obendrein eine internationale Beobachtungskommission bemüht.

... wie Sie hier sehen können ... Äh, wo war das alles nochmal festgehalten ...
-Na ja, was soll die Haarspalterei.

Auf jeden Fall wissen wir seit Bestehen der Bundesrepublik und selbstverständlich auch aller mit uns Hand in Hand gehender Staaten, daß Rechtmäßigkeit der Wahlen total gesichert ist.

Und zwar weil ... äh ...
Wollen Sie bitte aufhören, so penetrant nachzufragen und verschmitzt zu grinsen?

Wir sind doch keine Bananenrepublik nur weil das gesamte Parlament auf der Lohnliste eines W.v. Brauchitsch stand oder lumpige 6000 Industriekuriere mit Eintrittskarten rund um den Reichstag ansässig sind.

Daß über 60% des Sozialprodukts Korruption anheimfiele und Plutokratie herrscht, ist vollkommen ausgeschlossen.

Und zwar einfach weil, ... äh ... jetzt hören Sie doch aber bitte mal auf mit der Polemik.
Wie bitte? Das Schimpfwort Polemik bedeutet 'sachbezogenes Streitgespräch'?

Kann ja sein. Aber bei uns in Deutschland ist es immer noch Synonym für müßige Korinthen... äh. Und dabei bleibt´s. So!

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MitSchwung 11.02.2019, 15:39
53. Linksnational, das neue Nationalsozialistisch?

oder ist links nicht mehr sozialistisch?
Oder gestehen wir Hitler posthum das Recht an dem Begriff zu. Für mein Verständnis zu viel der Ehre.

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musiú39 11.02.2019, 15:57
54.

Zitat von geschwafelablehner
Ich war in Venezuela ein paar Jahre bevor Chavez an die Macht kam; in dieser Zeit gab es dort massig Leute, die gehungert haben, und die kein Geld für medizinische Versorgung hatten; am Rand von Caracas gab es Slums, und immer mal ein paar Schießereien; Bettler an den Straßen; vor der Bank stand ein Bewaffneter mit Maschinenpistole; an den Ausfallstraßen von manchen Städten gab es Posten, wo du kontrolliert wurdest, ebenfalls mit der Waffe in der Hand; es gab natürlich auch abgesperrte Wohnbereiche, wo die Leute in ordentlichen Häusern wohnten, und sicherlich genug zu Essen und Zugang zu medizinischer Versorgung hatten.
In dieser Zeit und vor Chávez habe ich lange Zeit in Caracas gelebt und gearbeitet. Noch heute bin ich Venezuela eng verbunden. Das jetzige Elend bei der Versorgung mit Lebensmitteln (die nun in den Händen der Militärs liegt), mit Medikamenten und medizinischem Service gab es damals längst nicht. Ranchos oder slums, wie Sie sie nennen, existierten immer schon, da Wohnen in den Ballungszentren (auch in anderen Teilen Südamerikas) teuer war und ist. Jeder will dort möglichst nahe an den Zentren leben, wo Arbeit verteilt wird und etwas abfällt von dem vielen Geld, von anderen rechtmäßig oder nicht so rechtmäßig erworben.
Mit dem Geld, das nach der Verstaatlichung 1976 der Erdölindustrie reinkam, wurde investiert und es wurden sehr viele Arbeitsplätze geschaffen in der Stahl- Aluminium- und Chemieindustrie. Raffinerien wurden gebaut und Kraftwerke. Allerdings wuchs seitdem die Korruption, bis sie unter dem letzten Präsidenten Caldera galoppierte. Im Forum wird viel von Oligarchen und Kapitalisten fantasiert, das ist dummes Zeug. Bereichert haben sich die Parteigänger hauptsächlich der beiden großen Parteien. Nun ist es eine weltweit gemachte Erfahrung, dass mit der Korruption die Kriminalität wächst, nicht zuletzt die auf den Straßen. Das mussten Sie bei Ihrer Reise feststellen! Die Bevölkerung war es satt und hat Ende 1998 Chávez gewählt, der ihr als begnadeter Populist große Versprechungen machte. In der Nacht nach gewonnener Wahl hörte ich, wie er diese Versprechen wiederholte, besonders aber jenes, die Korruption zu beenden. Keines der Versprechen hat er gehalten, und die Korruption der Chavisten wurde nun – man glaubt es kaum – noch schlimmer und hat den Staat ruiniert.
Hier noch ein Wort zu seinen tollen Sozialprogrammen, wofür ja das Öl angeblich komplett genutzt wurde: wenn ich den Mittelstand und einen großen Teil der Lebensmittelproduktion ruiniere, muss ich die dann Arbeitslosen ernähren, lasse sie an misiones teilhaben, kontrolliere sie mit dem Carnet de la Patria, und entferne sie so aus der Arbeitslosenstatistik. Dann glaubt sogar eine Frau Wagenknecht, Venezuela sei das Land wo der Sozialismus funktioniert (ihr Interview mit der SZ). Das geht eben nur so lange, wie das Geld reicht…und auch nicht so viel gestohlen wird – wie leider dort geschehen.

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Calen 11.02.2019, 16:25
55. Chinas neuer Kolonismus

Interessant wäre zu wissen, wie viele der afrikanischen Staaten derzeit bei China einen Kredit abzuzahlen haben oder sonst wie in der Kreide stehen.
Wenn man hier nicht politisch handelt, dann darf man sich über Migration nicht wundern. Dann hilft auch keine Mauer bei 3 Mio. Menschen.

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conrath 11.02.2019, 16:27
56. Die Bundesregierung hat falsch gehandelt.

Die Anerkennung einer selbsternannten Regierung ist eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten. Sie ist darüber hinaus heuchlerisch, weil sie selektiv ein Land betrifft und zugleich andere autokratischen Staaten in Afrika oder sonstwo - Saudi Arabien allem voraus - weiterhin politisch unterstützt werden.
Ich frage mich immer häufiger, was in uns gefahren ist, diese amerikanisch geforderte und rein von Interessen geleitete Politik mitzumachen!

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medienskeptiker 11.02.2019, 16:33
57.

Zitat von rant.biden
Diese Staaten erweisen dem Ansehen ihres Kontinents einen Bärendienst, wenn sie ein Regime, das unzweifelhaft die Bevölkerung des eigenen Landes vergewaltigt, unterstützen. Sie stellen sich damit in eine Reihe mit Antidemokratien wie Russland, China, Nordkorea, Iran. Afrika muss sich irgendwann einmal an die eigene Nase fassen, was das Image von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie auf dem Kontinent betrifft. Ich weiß im Übrigen nicht, was ich erstaunlicher finden soll: Dass Menschen hier in aller Öffentlichkeit die Aushungerpolitik der faschistischen Herrscherkaste in Venezuela als „völkerrechtsgemäߓ verteidigen oder damit rechtfertigen, es habe ja schließlich schon früher Hunger gegeben, oder dass SPON diese Horrorkommentare veröffentlicht. Wo ist hier eigentlich die Grenze? Kann sich demnächst auch eine erklärte Nazikaste eines Landes bemächtigen und - sofern sie nur stramm antiamerikanisch ist - des Zuspruchs der Putinisten sicher sein???
Ihre Emotionen seien Ihnen unbenommen,nur wenn sie beleidigend gegen Mitforisten werden und die internationalen Regeln der UN Charta und das deutsche Grundgesetz attackieren,dann sollten Sie sich bewusst werden,dass sie rechtliche Regeln und Regeln des Anstandes verletzen.

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rant.biden 11.02.2019, 16:52
58. Schamlos

Zitat von conrath
Die Anerkennung einer selbsternannten Regierung ist eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten. Sie ist darüber hinaus heuchlerisch, weil sie selektiv ein Land betrifft und zugleich andere autokratischen Staaten in Afrika oder sonstwo - Saudi Arabien allem voraus - weiterhin politisch unterstützt werden. Ich frage mich immer häufiger, was in uns gefahren ist, diese amerikanisch geforderte und rein von Interessen geleitete Politik mitzumachen!
Dreist, das Quasiaushungern der Bevölkerung durch eine korrupte, auf die Bajonette sich stützende Kaste als "innere Angelegenheit" zu bezeichnen. Wo hören bei Ihnen eigentlich "innere Angelegenheiten" auf? Wozu gibt es eigentlich in Ihrer Welt Völker- und Menschenrechte???

Und es ist völliger Blödsinn, darauf zu verweisen, es gebe auch andere "autokratische" Staaten. Es gibt keinerlei moralische Kategorie, aus der hergeleitet werden könnte, dass man nur dann Verbrecherregime bekämpfen dürfe, wenn man ALLE gleichzeitig bekämpft. Das ist offensichtliche und meschenverachtende Agitation! Im Gegenteil: Venezuela ist ein absolut herausragender Fall, da es in diesem Land zum einen um eine geradezu historisch dreiste Brutalität geht, um eine Despotie, die das unterjochte Volk auch noch verhöhnt. Vergleiche mit Saudi Arabien sind absurd, da dieses Regime zu 95 Prozent von der Bevölkerung getragen wird und niemand hungert.

Darüber hinaus ist Venezuela für jeden erkennbar ein Brückenkopf der gegen den Westen, gegen den "Großen Satan" Krieg führenden Despotien des Ostens - Russland/China/Islamismus -, und insofern von überragender Bedeutung für die geopolitische Lage, für die Menschheit.

Es ist nicht hinnehmbar, dass für Regime Propaganda betrieben wird, die Blockaden errichten, um Hilfslieferungen für die leidende Bevölkerung zu blockieren, nur damit die Herrscherkaste nicht ihre Pfründe verliert. Diese Propaganda ist in ihrer Schamlosigkeit kaum noch zu ertragen.

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Hoberg 11.02.2019, 16:53
59. Die Liste von good governance

Staaten ist ja dann komplett. Ich hoffe, die deutsche Entwicklungshilfe streicht diese Staaten. Seit Jahren auf Kosten anderer Leben, Milliarden in der Schweiz bunkern. Wahrscheinlich vermissen sie dort ihren Saufbruder Stammtisch .

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