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Unterwegs an der US-Grenze: Gute Mauer, böse Mauer
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An der US-Grenze zu Mexiko ist der Konflikt um Trumps Mauer sehr real: Grenzschützer wie Joshua Wilson erproben hier neue Barrieren. Enrique Morones dagegen hilft Flüchtlingen in der Wüste. Beide fühlen sich im Recht.

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giannis.mordhorst 31.01.2019, 22:24
1. Den Schlepperbanden das Handwerk legen?

Das war und ist doch der weitverbreitete Tenor, wenn um illegale Einreisen in die EU geht. Was sollte also falsch an einer neuen Grenzsicherungs-Anlage im Sueden der USA sein? Das fremdenfeindliche Getöse (und noch vieles mehr) gefaellt mir wenig an Trump, das aendert aber nichts daran, dass auch weite Teile der EU-Bevoelkerung illegale Grenzubertritte eindaemmen wollen. Weniger illegale Arbeitskräfte, die durch ihren Aufenthalts-Status erpressbar sind und zu Hungerlöhnen arbeiten wären auch eine positive Folge. Die Chinesische Mauer wird in aller Welt als große nationale Kulturleistung bewundert. Sie diente dem gleichen Zweck (OK, die Mandschus haben am Ende dann doch noch Cina beherrscht, aber ein paar Jahrhunderte hats gehalten), und hat nebenbei noch hunderttausende Tote beim Bau gefordert. Man hat schon den Eindruck, dass viele Leute alles mögliche auf einmal gut oder schlecht finden, nur weil Trump sie schlecht oder gut findet. TTIP war da auch ein schoenes Beispiel, wieviele Leute sich da auf einmal fuer den freien Handel in die Bresche warfen, war wirklich erstaunlich. Wenn Herr Trump nur mal erwaehnen koennte, dass er es ganz schrecklich faende, sollte man mich zum Koenig von Deutschland kroenen...

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Atheist_Crusader 31.01.2019, 22:37
2.

Die USA haben das Recht ihre Grenzen zu schützen, genauso wie jeder andere Staat. Wer das allerdings nicht ohne rassistische Hetze hinbekommt, der sollte es lassen. Und die allermeisten der angeprangerten Probleme würde die Mauer ohnehin nicht lösen: die Mehrzahl der Einwanderer kommt legal ins Land und bleibt länger als es ihre Visa erlauben, die Mehrzahl der Drogen wird über den legalen Personen- und Güterverkehr geschmuggelt. Beides sehr erfolgreich also würde eine Mauer schlicht der Anteil dieser Methoden erhöhen. Erhöhen würde sich auch der Anteil der Toten wenn man die Mauer so baut, dass sie die Leute dazu bringt durch die Wüste zu marschieren.
Nicht zu vergessen: die Migrationszahlen sind schon lange am Sinken, trotz hochgehypter Karawane und allem. Und das nicht erst seit Trumps Amtsantritt, obwohl die drakonische Abschiebenpolitik und das Wiederhoffähigwerden von Rassismus die Zahlen noch weiter gesenkt haben. Es gibt ganz einfach keine Krise. Nur eine sehr überschaubare Zahl von Menschen die illegal die Grenze passieren. Was man nicht gut finden muss, aber eben auch nicht als marodiere Mongolenhorde hinstellen darf.

Auch sollte man eines nicht aus den Augen verlieren: Trump tut so als ginge es ihm nur um die Bekämpfung illegaler Migration, tatsächlich steht auch die legale Migration auf der Liste der Ziele, inklusive Asylrecht (federführend ist da Stephen Miller). Man will haargenau steuern können wer da das Land betreten darf. Hat man mehr oder weniger offen auch schon zugegen: mehr Norweger, weniger Mexikaner (nur sehen Norweger wenig Grund in die USA auszuwandern). Weiße Willkommen, alle anderen nicht.
Das hat seine Gründe allerdings nicht bloß im Rassismus von Trump sondern auch dem der GOP. Die sehen Amerika eben als weiße Nation; hinzu kommt dass Minderheiten tendenziell eher Demokraten wählen weil sie sich aus dem genannten Grund schlecht von den Republikanern repräsentiert sehen.

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großwolke 31.01.2019, 22:42
3. Chance vertan

Wenn man das richtig anpacken würde, könnte die Große Amerikanische Mauer das nächste Weltwunder sein UND ein Symbol der Völkerverständigung. Man stelle sich nur vor, Hundertschaften von amerikanischen und mexikanischen Bauarbeitern, die dort eine State-of-the-Art Festungsanlage hochziehen, mit Aussichtstürmen, Shops und Restaurants für Touris bei den Grenzübergängen. Bemannt von Grenzschützern beider Länder, vielleicht mit ein paar Parodien auf das chinesische Original... Wäre das nicht eine tolle Sache?

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sianko 31.01.2019, 22:56
4.

Gut ist die Mauer! Die wird Touristen anziehen, wie die Chinesische Mauer und die Pyramiden, irgendwann.
Jetzt nur Schwindelerregende Kosten ohne großen Nutzen.
Ansonsten ist die Mauer zu spät gebaut. Sie sollten die Amerikaner vor 1885 erstellt werden, um die Trump-Karawane aus der Pfalz bei Betreten der USA zu hindern.

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binibona 31.01.2019, 23:01
5. @Grosswolke

Teile ihre Idee. Und auf jedem 2. Pfeiler ist der Orange Kopf oder sein Antlitz hoch zu Roße zu bestaunen. Generationen süd und nördlich des Zaunes werden the BigBrain bestaunen. Eine wirklich tolle Zukunft, wenn denn auch noch seine Asche in der Wüste drum herum verstreut wird... Satire aus (nur für den Moderator)

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lean.leanparker 31.01.2019, 23:02
6. Es ist verboten, den Zaun zu sprengen!

Hoffen wir, dass die Rauschgifthändler die Zaunpunkte nicht mit Dynamit zerstören, was die Trumpfnächte stören würde.

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w.diverso 31.01.2019, 23:03
7. Was ich nie verstehen werde,

warum hat Trump nicht in der Zeit als als die Republikaner noch überall die Mehrheit hatten, so auf die Mauer gedrängt? Ist sie doch nicht so klug und in der Wirkung gut, wie es immer tut? Und warum hat er nicht eingewilligt, als ihm auch die Demokraten ein Vielfaches der momentanen Summe bewilligen wollten und er nur die Dreamer hätte legalisieren müssen? Wie es ausschaut geht es Trump auch hier nicht um die Sache sondern er will seine ultrarechten Kritiker beruhigen und natürlich auch seinen Anhängern beweisen, dass er sein Hauptwahlversprechen hält. Der Hauptteile der Illegalen in USA sollen ja auch einfach ihr Touristenvisum bezogen haben und nicht über die grüne Grenze gekommen sein. Das Rauschgift welches über diese Grenze kommt, soll auch zu 90% über die offiziellen Übergänge als Schmuggelware kommen. Die Verstärkung dieser Übergänge mit Geräten und Personal für die Überwachung wie es die Demokraten vorhaben, scheint also der effizientere Weg zu sein, aber leider kein Wahlversprechen von Trump.

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kuac 31.01.2019, 23:18
8.

Zitat von großwolke
Wenn man das richtig anpacken würde, könnte die Große Amerikanische Mauer das nächste Weltwunder sein UND ein Symbol der Völkerverständigung. Man stelle sich nur vor, Hundertschaften von amerikanischen und mexikanischen Bauarbeitern, die dort eine State-of-the-Art Festungsanlage hochziehen, mit Aussichtstürmen, Shops und Restaurants für Touris bei den Grenzübergängen. Bemannt von Grenzschützern beider Länder, vielleicht mit ein paar Parodien auf das chinesische Original... Wäre das nicht eine tolle Sache?
Wer soll denn die tolle Idee bezahlen? Die Mexikaner und die Demokraten wollen das nicht. Vielleicht sollten die Trumpwähler sie bezahlen!

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t.malinowski 31.01.2019, 23:46
9. Hetze?

Zitat von Atheist_Crusader
Wer das allerdings nicht ohne rassistische Hetze hinbekommt, der sollte es lassen. Und die allermeisten der angeprangerten Probleme würde die Mauer ohnehin nicht lösen: die Mehrzahl der Einwanderer kommt legal ins Land und bleibt länger als es ihre Visa erlauben, die Mehrzahl der Drogen wird über den legalen Personen- und Güterverkehr geschmuggelt.
Ich höre immer von dieser rassistischen Hetze, habe sie aber von Trump selbst nie gehört.
Ich höre immer nur von seinen Gegnern daß er Dies oder Das gesagt haben soll, daß er Dies oder Das in seinen Inneren Gedanken als rassistisch verstanden haben will.
Ich weiß nicht was Trump denkt, im Gegensatz zu vielen hier.
Ich weiß was er tatsächlich gesagt hat, und ich muß schon reichlich Fantasie einsetzen um zu hören was die Medien mir sagen daß Trump gesagt haben soll.

Zum zweiten Teil
Das Argument es kommen ja nicht alle über die Südgrenze ist schwach.
Von allen US Grenzen ist die Südgrenze, dank der Kartelle, die Gefährlichste.
Es kommen 400.000 Menschen pro Jahr illegal über die Südgrenze.
Das sind 400.000 die sich in direkte Gefahr begeben an dieser Grenze.
Das sind 400.000 x $5000 die kriminellen Kartelle an diesen Menschen verdienen.
Das sind 150.000 Frauen und Kinder die sexuell mißbraucht werden, wenn man von 50% Frauen/Kindern ausgeht und annimmt das 75% der Frauen/Kinder mißbraucht werden.
Selbst wenn NUR 10% der Frauen/Kinder mißbraucht werden handelt es sich noch um 1000ende Opfer pro Jahr.
Nichts kann dies entschuldigen. Gegen dieses Elend zu argumentieren ist mir unverständlich, es mit "da kommen viel Mehr über die anderen Zugänge" zu verharmlosen ist Gräulich.

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