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Ursula von der Leyens möglicher neuer EU-Spitzenjob: Sail away
Mohssen Assanimoghaddam/DPA

Gorch-Fock-Desaster, Berater-Affäre, schlechte Stimmung in der Bundeswehr: Hinter den Kulissen arbeitete Ursula von der Leyen schon länger kühl auf den Absprung hin. Der mögliche EU-Topjob ist nur vermeintlich ein Überraschungs-Coup.

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herbert.echzell 03.07.2019, 14:55
130. Lame Duck

Zitat von Fuscipes
"Ich habe fast den Eindruck, dass M auf ihre letzten Monate sich noch bei sämtlichen Nachwuchs-Merkels für ihre Absetzung auf ihre spezielle Art bedankt", ein häßlicher Gedanke, es wäre aber ebenso möglich, dass sich die anderen Ratsherren auf diese Weise bei Merkel bedanken, zugegeben auch nicht schöner.
Merkel ist das, was bei US-Präsidenten als "lame duck" bezeichnet wird. Die Amtszeit des Amtsinhabers läuft in überschaubarer Zeit ab. Er kann nicht verlängern. Also kann er auch kaum noch etwas durchsetzen, weil jetzt niemand mehr seine "politische Rache " befürchten muss.

So ist es jetzt mit Frau Merkel, die über viele Jahre die europäische Politik vielfach dominiert, aber auch prägend mitgestaltet hat. Wobei ich selbst als Nicht-CDU-Wähler und Nicht-Merkel-Fan anerkennend sagen muss, dass sie diese Dominanz nicht gerade zu Unrecht innehatte.

Ich denke, viele derer, die sich jahrelang über Frau Merkel ausgek***t haben, werden sie, ihre Art und den durch sie ausgeübten deutschen Einfluss auf der EU- und Weltbühne noch schmerzlich vermissen.

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Fuscipes 03.07.2019, 15:15
131.

"Ich denke, viele derer, die sich jahrelang über Frau Merkel ausgek***t haben, werden sie, ihre Art und den durch sie ausgeübten deutschen Einfluss auf der EU- und Weltbühne noch schmerzlich vermissen", vielleicht kommt ja was besseres nach, seien Sie nicht so pessimistisch.

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kuac 03.07.2019, 15:20
132.

Zitat von Beat Adler
Der Vergleich von Gurken mit Wuersten ist zulaessige, weil.... Beide laenglich und im Querschnitt kreisartig sind, sonst aber.... ist der Vergleich Humbug so wie zwischen dem Praesidenten der USA und dem Praesidenten der EU Komission. mfG Beat
Das habe ich doch gar nicht. Ich sage nur, dass es immer Personen sind, die die Welt bewegen.
In diesem Zusammenhang habe ich angedeutet, dass Obama und Trump die Welt ganz anders bewegen, weil sie unterschiedliche Personen sind.
Ob VdL überhaupt Fähigkeiten hat, die EU positiv zu bewegen, daran kann man ernsthaft zweifeln. Sie hat ja sogar bei der Bundeswehr versagt.

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thomas.damrau 03.07.2019, 15:38
133. Passt schon

Bevor Juncker für das Amt nominiert wurde, fragte ich mich, wann der Staatsanwalt ihn aus dem Verkehr ziehen werde. Bei von der Leyen war die Frage, wie lange sie noch als Ministerin zu halten sei. Beides Mal wurde die Frage auf wundersame Weise beantwortet. Brüssel als Gnadenhof.

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DerBlicker 03.07.2019, 15:51
134. man darf auch eins nicht vergessen

Zitat von chrissie
dass von der Leyen den BMV-Job nie wirkloich wollte, sondern Merkel zuliebe gemacht hat. Als Frau unter Männern war klar, dass ihr hier mancher Fels in den weg gelegt werden würde. dafür hat sie recht lange durchgehalten. Jetzt winkt die Belohnung. So läuft das! Viel Glück Uschi!
Frau von der Leyen hat von ihrem Vorgänger das Problem mit der ausgesetzten Wehrpflicht übernommen. Herr von und zu Guttenberg hat ja die Probleme, die er mit der Aussetzung der Wehrpflicht geschaffen hat, nicht beseitigen müssen. Das durfte Frau von der Leyen ausbaden.

Frau von der Leyen hat die Qualifikation, die Sprachkenntnisse und die Social Skills es mit den Regierungschefs in Brüssel aufnehmen zu können, Herrn Weber hätten die Franzosen nie ernst genommen, schon weil er kein Französisch spricht, was übrigens der Hauptgrund dafür war, dass ihn Macron abgelehnt hat. Kein französischer Präsident hat je einen EU Kommissionspräsidenten akzeptiert, der nicht Französisch sprach.

Die Frage ist jetzt nur noch, ob Frau von der Leyen etwas aus ihren Fähigkeiten macht und sie zum Wohl der EU nutzt.

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mallangsam 03.07.2019, 16:02
135. Hilft der CDU viel ...

UvL gerettet, kein Opfer des BW Schlamassels, Spitzenparteifunktionärin mitten in der EU positioniert. Aber hilft es der EU, eine EU Bremse, eine primär die dt. Machtstellung an die Schaltstelle der EU zu setzen. Hier haben Parteiinteressen gewonnen, nicht Europa!

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DerBlicker 03.07.2019, 16:07
136. ich bin verwundert

Zitat von n.a.i.s
ist dieses Geschachere um wer weis was Empfindlichkeiten. Wahrlich bin ich kein Parteigänger irgend einer linken Partei, aber Hr. Schulz muss ich recht geben, das Ganze ist aus Sicht der angestrebten weiteren Demokratisierung der EU ein echtes Trauerspiel. Hat man doch mit dem Spitzenkandidatenprinzip wenigstens für etwas mehr Bürgernähe gesorgt und die Wahlbeteiligung steigern können. Aber dann stellt sich heraus, dass die Wahlergebnisse nicht respektiert werden, und man wählt aus irgendwelchen Leuten aus, die überhaupt nicht zur Wahl standen. Insbesondere der selbsterklärte Europa-Befürworter tritt hier mit seinen inzwischen leider sattsam bekannten monarchisch-feudalem Gehabe demokratische Prinzipien mit Füssen. "Mein" Ministerpräsident hat es gestern richtig gesagt, Verlierer ist die Demokratie.
Es ist noch nicht so lange her, da ist in Bremen für die SPD ein Herr Siehling als Spitzenkandidat angetreten, er hat sogar erfolgreich eine Koalition hinbekommen, tritt aber jetzt zur Wahl als Bürgermeister doch nicht an, Bürgermeister wird jetzt jemand, den bisher niemand kannte und der nie zur Wahl antrat. Ich habe da bisher nicht gehört, dass die Demokratie deswegen verloren hat.

Wer Frau von der Leyen nicht mag, der soll das so sagen, aber das ganze Geheule über angeblichen Demokratieverlust, das hilft nur den Populisten von rechts und auch links und sollte von demokratischen Parteien unterlassen werden. Die demokratischen Parteien sollten viel mehr den jetzt gefunden Kompromiss offensiv in der EU vertreten, denn ohne Kompromisse wird es in der EU nicht gehen. Europa kann nur in Frieden leben, wenn es Kompromisse gibt, das gilt auch für die Klimafreunde , auch diese müssen Kompromisse mit denjenigen finden, denen das Klima wurscht ist.

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ella1 03.07.2019, 16:34
137. ????

Da hat es sich Frau Merkel aber einfach gemacht. Van der Leyen an der Spitze der EU? Nach allem was sie als Ministerin an die Wand gefahren hat?! Timmermans wäre der richtige Kandidat gewesen. Leider hat die EVP es nicht geschafft, die ehemaligen Osteuropäer zu überstimmen. Schade. Chance vertan.

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Strichnid 03.07.2019, 16:41
138.

Wieso spielt für Journalisten in dieser Frage die politische Ausrichtung der Kandidatin eigentlich so überhaupt keine Rolle?

Mit Timmermans hätten wir jemanden bekommen, der für ein sozialeres Europa, für Rechtsstaatlichkeit, für Konzernbesteuerung und Kampf gegen den Klimawandel steht.

Ist vdL jemals in einem dieser Gebiete positiv aufgefallen? Die Ausbreitung von Rechtsextremismus in der Bundeswehr hat sie nicht bekämpft. (https://taz.de/Rechtes-Netzwerk-in-der-Bundeswehr/!5548926/)

Die Osteuropäer wollen sie, weil sie erwarten, dass sie ihnen nicht zu sehr auf die Füße treten wird, wenn wieder mal unbequeme Richter von Regierungen entlassen werden.

Die Konzerne haben die mehrfache Teilnehmerin von Bilderberg-Konferenzen jahrelang ertragreich beraten, sie wird nichts gegen sie unternehmen, oder gar durchsetzen, dass die mal Steuern in Europa zahlen. Sie wird weiterhin Beraterheere beschäftigen.

Als Arbeits- und auch als Gesundheitsministerin ist die Mutter von 7 Kindern vor allem durch soziale Kälte aufgefallen. Ein sozialeres Europa ist von ihr nicht zu erwarten.

Über das Klima, also das wichtigste Thema für die Kommission für die nächsten Jahre, habe ich von ihr überhaupt noch nichts vernommen, im Gegensatz zu den Kandidaten, die bekannt waren.

Und das ist alles kein Thema für die journalistische Aufarbeitung dieses in meinen Augen katastrophalen Vorschlags? Wie elitenhörig ist man auf den Journalistenschulen inzwischen??

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taglöhner 03.07.2019, 16:55
139. Zwanghaft

Zitat von ella1
Da hat es sich Frau Merkel aber einfach gemacht. Van der Leyen an der Spitze der EU? Nach allem was sie als Ministerin an die Wand gefahren hat?! Timmermans wäre der richtige Kandidat gewesen. Leider hat die EVP es nicht geschafft, die ehemaligen Osteuropäer zu überstimmen. Schade. Chance vertan.
Einstimmig für VdL bei einer Enthaltung (Merkels).

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