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Urteil: Elterngeld wird ohne Sonntagszuschlag berechnet
DPA

Müssen steuerfreie Zuschläge für Nachtschichten oder Sonntagsarbeit in die Berechnung des Elterngeldes einfließen? Das setze ein Vater von Drillingen vor Gericht zunächst durch - doch nun hob das Bundessozialgericht in Kassel die Urteile auf.

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Tadaa79 05.04.2012, 14:06
1. Recht so!

Als ein Arbeitnehmer ohne Zuschläge fühle ich mich ohnehin diskriminiert ggü. AN mit den im Artikel benannten Zuschlägen.

Im Rahmen der Berechnung für Kindergartenbeiträge, dürfen die die Zuschläge weglassen und rechnen sich runter, was zum teil zu gravierenden Unterschieden führt! Und nun wollen Sie auf der anderen Seite diese anerkannt haben beim Elterngeld?! HALLO?

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keksguru 05.04.2012, 14:27
2. utopische Forderung

Zitat von sysop
Müssen steuerfreie Zuschläge für Nachtschichten oder Sonntagsarbeit in die Berechnung des Elterngeldes einfließen? Das setze ein Vater von Drillingen vor Gericht zunächst durch - doch nun hob das Bundessozialgericht in Kassel die Urteile auf.
denn es handelt sich ja um ERSCHWERNISZUSCHLÄGE - die nur für konkret geleistete Arbeit bei passenden Bedigungen bezahlt werden.

Diese machen bei Krankenschwestern und Klinikärzten allerdings 10-40% des Gehaltes aus.... wer aber in Elternzeit ist kann logischerweise auch nicht die Zuschläge mit bereichnen lassen. Pech halt...

Beispiel:
Am Samstag krieg ich 40% Zuschlag, am Sonntag 100%, aber bin ich in Elternzeit, dann kann ich logischserweise
1.) keine Überstunden macneh
2.) am Sonntag oder am Samstag nicht arbeiten

Ich mach gerad ein Sabbatjahr auf Basis eines Teilzeitvertrages mit 72% Arbeitszeit, krieg aber während der Freizeitphase nur das Weihnachtsgeld mit ausgezahlt, aber nicht das Urlaubsgeld.

Dafür hab ich ne nette 35 Stundenwoche und mach normalerweise nur mo-fre, also renn ich auch keinen Zuschlägen hinterher, die sich gelegentlich durch angeordnete Mehrarbeit ergeben.

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s.linny 05.04.2012, 14:40
3. Sonderbare einstellung

Zitat von Tadaa79
Als ein Arbeitnehmer ohne Zuschläge fühle ich mich ohnehin diskriminiert ggü. AN mit den im Artikel benannten Zuschlägen. Im Rahmen der Berechnung für Kindergartenbeiträge, dürfen die die Zuschläge weglassen und rechnen sich runter, was zum teil zu gravierenden Unterschieden führt! Und nun wollen Sie auf der anderen Seite diese anerkannt haben beim Elterngeld?! HALLO?
Es scheint als haben Sie noch nie bei Nacht gearbeitet. Es freut mich das Sie Ihren Job bei Tageslicht verrichten und am abend bei Ihrer Familie sein können. Es gibt aber Berufe (speziell im Gesundheitswesen), da besteht für Arbeitnehmer diese Option nicht und es ist nur richtig das die Belastung ( denn genau das ist es für Familie und Gesundheit des AN ) entsprechend entlohnt wird.
Leider sind Politiker und Richter ebenfalls keine Nachtarbeiter, so werden wohl auch weiterhin die finanziellen Ausgleiche für Nachtarbeit beschnitten und besteuert, aber leider nicht angemessen gewürdigt.

Sie beweisen in Ihrem Beitrag die Unfähigkeit der Gesellschaft sich in andere Situationen, Lebensumstände hinein zu versetzen. Deutscher Egoismus oder Sozialneid?

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phboerker 05.04.2012, 15:05
4. ...

Zitat von s.linny
Es gibt aber Berufe (speziell im Gesundheitswesen), da besteht für Arbeitnehmer diese Option nicht und es ist nur richtig das die Belastung ( denn genau das ist es für Familie und Gesundheit des AN ) entsprechend entlohnt wird.
Die Ungerechtigkeit besteht aber an anderer Stelle: statt dass diese Arbeit gerecht bezahlt und dann auch komplett besteuert wird, wird sie einfach über die Steuerbefreiung für die Zuschläge subventioniert. Es wird also ein "gefühltes" Netto erzeugt, das jedoch keinem entsprechenden Brutto gegenübersteht. Dies macht sich dann u.a. Jahrzehnte später bei Rentenbezügen stark bemerkbar.

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larry_lustig 05.04.2012, 15:15
5.

Zitat von phboerker
Die Ungerechtigkeit besteht aber an anderer Stelle: statt dass diese Arbeit gerecht bezahlt und dann auch komplett besteuert wird, wird sie einfach über die Steuerbefreiung für die Zuschläge subventioniert. Es wird also ein "gefühltes" Netto erzeugt, das jedoch keinem entsprechenden Brutto gegenübersteht. Dies macht sich dann u.a. Jahrzehnte später bei Rentenbezügen stark bemerkbar.
Richtig:
Wo ist u.a. die Gerechtigkeit gegenüber Selbständigen?

Deren Zuschläge (z.B. Schlüsseldienst) sind z.B. nicht Steuerfrei...

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tobmal 05.04.2012, 15:30
6. .

Zitat von s.linny
Es scheint als haben Sie noch nie bei Nacht gearbeitet. Es freut mich das Sie Ihren Job bei Tageslicht verrichten und am abend bei Ihrer Familie sein können. Es gibt aber Berufe (speziell im Gesundheitswesen), da besteht für Arbeitnehmer diese Option nicht und es ist nur richtig das die Belastung ( denn genau das ist es für Familie und Gesundheit des AN ) entsprechend entlohnt......
Das mit dem Besteuern würde ich an Ihrer Stelle nochmal nachlesen!
Wenn Dieses der Fall wäre, dann würden die Nachtzuschläge mit Sicherheit auch beim Elterngeld angerechnet werden.
Da diese aber nicht versteuert werden, sind sie bis zu einem Betrag von 25€/h auch nicht sozialversicherungspflichtig. Das werden Sie an Ihrem Rentenbescheid sehen.
Am gerechtesten wäre es in der Tat, alle Zuschläge zu besteuern!

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findetnemo 05.04.2012, 15:45
7. -

Zitat von s.linny
Es scheint als haben Sie noch nie bei Nacht gearbeitet. Es freut mich das Sie Ihren Job bei Tageslicht verrichten und am abend bei Ihrer Familie sein können. [...] Sie beweisen in Ihrem Beitrag die Unfähigkeit der Gesellschaft sich in andere Situationen, Lebensumstände hinein zu versetzen. Deutscher Egoismus oder Sozialneid?
Ich bin selbstständig - und arbeite oft auch mal länger am Abend oder an einem Wochenendtag. Leider kann ich mein Jahreseinkommen nicht anteilig der über 40h/Woche und an Sonntagen geleisteten Stunden steuerfrei stellen. Sie geben in Ihrer Replik auf den Forenbeitrag des Foristen nur zur Vermutung anlass, dass Sie keine konsistente Logik vertreten mögen und zeigen auch nicht gerade die Fähigkeit, sich in andere Situationen zu versetzen.
Wenn es wirklich so ist, dass z.B. bei Kindergartengebühren die Zuschläge unberücksichtigt bleiben - also wenn es etwas kosten soll, dann müssen sie auch beim Elterngeld außen vor bleiben - also wenn es Geld geben soll. Mal so oder so, ist nicht.

Nebenbei: Ich meine, Zuschläge sollten voll besteuert werden. Es ist Sache der Arbeitgeber, die unbestreitbar wichtige und belastende Nachtarbeit entsprechend zu honorieren. Warum soll der Steuerzahler die Nachtarbeit bei McDonalds subventionieren - wäre das nicht Sache des Restaurants? Mache ich bei Kunden doch genauso - statt nach Subventionen zu schreien, nehme ich bei hoher Auslastung neue Aufträge nur an, wenn gute Preise die Wochenendbelastung wenigstens honorieren. Und aus diesen erhöhten Preisen muss ich eben mein Mehrgehalt beziehen und ggf. auch Incentives für Mitarbeiter.

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maxi-007 05.04.2012, 15:46
8. Erfolg des Elterngelds wissenschaftlich bestätigt

Sollte die Frage nicht viel eher lauten: Dürfen steuerfreie Zuschläge für Nachtschichten oder Sonntagsarbeit in die Berechnung des Elterngeldes einfließen?
Da diese Zuschläge je bereits steuerlich begünstigt sind, ist die Entscheidung nur korrekt.

Habe im Netz im übrigen noch folgendes Interessantes zu diesem Thema gefunden.
Zitat von
Fünf Jahre nach Einführung des Elterngelds zum Jahresanfang 2007 wird der gefühlte Erfolg nun durch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) wissenschaftlich bestätigt. Quelle: Online-News-Center
In dem Artikel heißt es unter anderem auch:
"Die neue Untersuchung des DIW Berlin zeigt, dass das Elterngeld Chancen für Mütter aller Einkommensgruppen schafft, sich gemeinsam mit dem Partner Zeit für die Kinderbetreuung zu nehmen ohne den Anschluss im Beruf zu verlieren."

Auch laut Aussage von Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: "... Das Elterngeld ist ein Erfolgsmodell."

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labudaw 05.04.2012, 18:24
9. genau - die arbeiten wie die Weltmeister - Überstunden, NAchtstunden,

Zitat von phboerker
Die Ungerechtigkeit besteht aber an anderer Stelle: statt dass diese Arbeit gerecht bezahlt und dann auch komplett besteuert wird, wird sie einfach über die Steuerbefreiung für die Zuschläge subventioniert. Es wird also ein "gefühltes" Netto erzeugt, das jedoch keinem entsprechenden Brutto gegenübersteht. Dies macht sich dann u.a. Jahrzehnte später bei Rentenbezügen stark bemerkbar.
Feiertage, Sonntage und wundern sich, daß die so wenig Rente kriegen - das ist ja alles so ungerecht !!!
Daß die keine/wenig Steuen und Sozialbeiträge zahlen, fällt denen gar nicht auf.

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