Forum: Politik
Urteil im Fall Freddie Gray: Das Fanal von Baltimore
REUTERS

Die USA warten auf das Urteil gegen den Polizisten, in dessen Gewahrsam der Schwarze Freddie Gray starb. Nach dem Tod brannte Baltimore - ein Freispruch könnte die Unruhen erneut entfachen.

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kosaptes 23.06.2016, 08:14
1. Erwähnt

Frau Wolf erwähnt in ihrem Artikel nicht, dass der angeklagte Goodson selbst schwarz ist. Die Staatsanwältin scheint wenig Chancen zu haben und deshalb in diesem Fall nicht weiter zu kommen. Also scheint die Behauptung das hier ein politischer Prozess bei schlechter Beweislage scheitert nicht von der Hand zu weisen zu sein.

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Harald Schmitt 23.06.2016, 08:19
2. Merkwürdig

wenn es ums Aufklären von Straftaten geht, gibts immer keine zeugen aber sobald die Polizei auftaucht, gibts massenweise Handyvideos um die Polizeibrutalität zu zeigen.
Der Polizist scheint ja auch kein weißer zu sein also deswegen immer gleich mit der Rassismuskeule zu kommen scheint mir etwas überzogen.
Wollen die einen Job machen, in einem Land wo jeder frei an Sturmgewehre und Schusswaffen kommt und jede minute die letzte sein könnte?!
Die verklagen doch lieber alle auf Millionen für Schadenersatz als bessere Ausbildun, Ausrüstung und Prevention zu fordern.
Und wenn dann bei den Protesten noch einiges zu Bruch geht, spricht das auch nicht gerade für die Unschuld aller Schwarzen an den Problemen.

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phboerker 23.06.2016, 09:02
3. fahrlässige Tötung?

Und warum muss es gleich eine Verurteilung wegen Mordes sein? Täte es nicht auch fahrlässige Tötung, schwere Körperverletzung mit Todesfolge oder unterlassene Hilfeleistung?

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imlattig 23.06.2016, 09:16
4. Dieser polizist...

Wird verurteilt w e i l er ebenfalls farbig ist.
Er war zur falschen zeit am falschen ort wie
Man so schoen im weissen amerika sagt.

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Aspekte plus 23.06.2016, 09:22
5. Akzeptanz des Schuldstrafrechts schwindet

Unser westliches Strafrecht ist seit Jahrhunderten auf dem Weg vom Erfolgs- zum Schuldstrafrecht und vor allem allein auf den Täter und nicht die Opfer ausgerichtet.

"Gerechtigkeit für Freddie Gray" ist darin nicht vorgesehen. Das klingt zynisch, ist es aber nicht.

Auch in den Medien wird seit Jahren jeder Freispruch als "Urteil gegen das oder die Opfer" dargestellt.

Das Schuldstrafrecht ist eine grosse kulturelle Leistung, die ganz sicher nicht vom Volk ausging und ausgeht. Für Betroffene kaum je zu akzeptieren, darum auch die strengen Ausstandsregeln überall. Kein normaler Mensch, der direkt betroffen ist, kann es wirklich anwenden - es ist nur abstrakt zu akzeptieren.

Ich kenne das US-Fallrecht nicht und der US-Prozess im 2-Parteienverfahren ohne Offizialmaxime ist mit dem kontinentaleuropäischen nicht zu vergleichen.

Zu sagen ist nur, nach der hiesigen Strafrechtslehre über die Täterschaft und die Tatherrschaft stünden die Chancen für einen Freispruch gut. Schulbeispiel im Haftpflichtrecht sind die zwei Autofahrer die hintereinander einen Fussgänger überfahren. Kann nicht festgestellt werden, wer den Fussgänger getötet hat, haftet keiner für den Schaden. Und das Zivilrecht verlangt nur den strikten, nicht den unumstösslichen Beweis.
Aber ein tatsächlicher Fall ist keine Seminararbeit - auch das unabhängigste Gericht ist vom Einfluss der Öffentlichkeit nicht frei. Das Volksgericht und das Mediengericht tagt immer mit. Wenn gar noch "Unruhen" zu erwarten sind, die weitere Todesopfer fordern könnten, steht jedes Gericht vor Entscheidungen, die ausserhalb seiner Zuständigkeiten liegen. Politische Urteile sind Sargnägel am Rechtsstaat und jedes solche provoziert neue. Das US-Strafrecht wurde in extremis gestaltet, um jede "Kabinettsjustiz" zu verhindern - aus den Erfahren der Siedler, die ja oft vor religiöser Verfolgung geflohen sind. Alles sollte so transparent wie möglich sein - ohne die Unabhängigkeit der Gerichte zu gefährden. Darum auch die Isolation der Geschworenen. Nur haben sich die Zeiten und die Technik so geändert, dass heute dazu faktische Gruppen-Isolationshaft nötig ist.
Allerdings scheint hier kein Schwurgericht einberufen worden zu sein.

Früher war nicht alles besser, aber eines ganz sicher. Gisela Friedrichsen hat im SPIEGEL mit ihrer Berichterstattung immer auf eine auch für Laien verständliche Weise auf die ratio legis, den Sinn einer Strafnorm und ihre theoretischen Grundlagen hinweisen können und so sicher mehr zu Akzeptanz des Systems und zum gesellschaftlichen Frieden beigetragen als tausend Berichte über Demos vor Gerichtsgebäuden und die Stimmung im Volke das je könnten.

Gerade die begründete Furcht vor Unruhen wäre ein Anlass zur vertieften, theoretischen Betrachtung. Von den Angehörigen der Opfer und denen, die sich mit ihnen aus offensichtlichen und zutiefst menschlichen Gründen identifizieren, darf das nicht erwartet werden.

Viele Berichte in den Medien setzen sich scheinbar für die Opfer ein, machen sie aber im Falle eines Freispruchs zu einer Art Schuldigen und/oder Justizopfern.
Vergeltung und Sühne sind auch Strafzwecke, die Schuld des Täters steht aber klar im Vordergrund.

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kalim.karemi 23.06.2016, 09:44
6. Rassismus?

wieso vermutet man hinter jeder Festnahme eines Schwarzen Rassismus, der Angeklagte ist selber farbig. Beschrieben wird er ja wie ein zweiter Eichmann, Brille, Schmächtig, Buchhaltertyp. Möglicherweise reagiert die Polizei in Baltimore ja nur auf die Kriminalität in Baltimore, daß es dabei zu diesem Unglück kam ist natürlich tragisch und muß aufgeklärt werden.

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horst.koehler.2 23.06.2016, 10:15
7.

Amerikanische und europäische strafrechtliche Prozesse in einen Topf zu schmeißen erscheint mir doch etwas gewagt, allemal von jemandem, der mit juristischen Fachbegriffen um sich schmeißt.

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mirilala 23.06.2016, 10:34
8. ....

.. Nach vielen Jahren der Unterdrückung und Diskriminierung die heute eben immer noch präsent ist wäre es an der Zeit ein Zeichen zu setzen. In einem ach so freien Land hat die Diskriminierung nichts mehr zu suchen. Man sollte sich fragen warum nun ausgerechnet nur der farbige Polizist
angeklagt werden soll....
In Sachen Rassengleichheit hinkt die USA ziemlich hierher. Das Traurige daran ist zu wissen dass es sich dort nie bessern wird.

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kratzdistel 23.06.2016, 10:38
9. es entscheiden ausschließlich die geschworenen einer jury

da entscheiden keine juristen, die jahre das recht studiert haben, sondern ausschließlich laien über schuldig oder nicht schuldig. aufgabe des richters ist es, die Verhandlung zu führen, aber nicht an der Beweisaufnahme und der entscheidung mitzuwirken
vergleichbar mit einem zivilverfahren hier. im wesentlichen kommt es auf die geschicke der anwälte oder des Anklägers an, die Jury zu überzeugen. auch wenn die geschworenen isoliert sind, sind sie nicht frei von gefühlen. eine anklage wegen mord wäre hier nie erfolgt, da das voraussetzt, dass der officer aus niederen beweggründen bewusst und gewollt den gray töten wollte. ist nicht nach auswechselung des Polizeichefs die Kriminalität in baltimore wieder angestiegen ? auch das könnte zu Gunsten des officers die Jury beeinflussen.

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