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Urteil: Türkei muss Zypern-Griechen 90 Millionen Euro zahlen
AP/dpa

Die türkischen Besatzer haben in Nordzypern Grundrechte verletzt und müssen nun dafür zahlen. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden. Ankara will das Urteil nicht anerkennen.

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hotgorn 13.05.2014, 06:50
120. schade um die vertane Chance

Die 90 Millionen sind nur eine symbolische Summe die aber zur Versöhnung beitragen könnte. Nun rechte und islamistische Hardliner gehören wirklich nicht in die EU. Und Nordzypern einfach im eigenen Saft schmoren lassen bis auf ein paar griechisch angehauchte Hotels und prukmoscheen haben die nichts.

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spon-facebook-1425926487 13.05.2014, 08:49
121.

Zitat von recepcik
Liebe Türken hier geht es nicht darum ob der Einmarsch rechtens war oder nicht. Es geht um unrechtmäßige Enteignung und Vertreibung. Da die Türkei auch in vielen anderen Punkten das europäische Gericht für Menschenrechte akzeptiert muß die Türkei für das Unrecht bezahlen. Das ist kein türkisches Gericht das Erdogan manipulieren kann.
.... zumal die Leidtragenden, also die Zyprioten, im Gegensatz zum Tätervolk Europäer sind.

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skruffi 13.05.2014, 09:27
122. Viel zu wenig

Zitat von gandhiforever
dass Zypern Mitglied der EU ist. Allerdings war Zypern (Vielleicht wissen Sie, dass griechische Zyprioten den Inselstaat an Griechenland angliedern wollten, wass die tuerkische Invasion bewirkte) zu dem Zeitpunkt nicht in der EU. Vielleicht wissen Sie es aber auch nicht, denn Sie sehen Zypern ja in West-Europa. Dann koennen Sie natuerlich schon vertreten, dass dieses Gericht Tuerkei zur Zahlung an Zypern verurteilt.
So sehr die Ankara-Anhänger die völkerrechtswidrige Invasion und
Okkupation Zyperns auch begründen wollen, sie war und ist
ein Verbrechen.
Natürlich gab es in den sechziger Jahren einen Bürgerkrieg auf Zypern.
Auch da hat die türkische Luftwaffe 1964 griechisch-zypriotische Dörfer
bombardiert.
Es gab einen Garantievertrag vom 16.08.1960. Gegen diesen hat
die Türkei eindeutig verstoßen. Selbst wenn eine Invasion nach diesem
Vertrag (Auslegung der Türkei) kein Verstoß gewesen wäre, hätte
man sich am 23.07.1974 wieder zurückziehen müssen.
Deshalb verabschiedete der Sicherheitsrat der VN am 01.11.1974 die
Resolution 3212, wonach die türkischen Truppen die Insel zu verlassen
hatten, die Rückkehr der Flüchtlinge zu ermöglichen und die uneinge-
schränkte Souveränität Zyperns wiederherzustellen.
Bis heute ist das Gegenteil passiert. Ca. 30000 türkische Soldaten
wurden auf Zypern stationiert, um die Okkupation abzusichern.
Die Türkei will EU-Mitglied werden und erkennt die Republik Zypern
nicht an. Das ist neben vielem der Hohn an sich.
Wenn die EU heute von einer Annexion der Krim spricht, was war dann
die Okkupation Zyperns, mit tausenden toten griechisch-zypr. und
hunderttausenden Flüchtlingen (auf beiden Seiten).
Und. 90 Millionen ist ein Witz.

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spon-facebook-1425926487 13.05.2014, 09:31
123.

Zitat von hotgorn
Die 90 Millionen sind nur eine symbolische Summe die aber zur Versöhnung beitragen könnte. Nun rechte und islamistische Hardliner gehören wirklich nicht in die EU. Und Nordzypern einfach im eigenen Saft schmoren lassen bis auf ein paar griechisch angehauchte Hotels und prukmoscheen haben die nichts.
Ich denke, dass allein schon die Umstände, dass die Türkei ihre Truppen bis heute nicht zurück gezogen hat und sie (genau wie im Fall des Völkermords an den Armeniern und Griechen) auch hier keinerlei Entgegenkommen gezeigt und sich geweigert hat, Verantwortung zuübernehmen, zeigt, dass die Türkei bis heute nichts aus ihrer Vergangenheit gelernt und sie noch einen laangen Weg in die Moderne vor sich hat.

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wettersbach 13.05.2014, 09:34
124. Das Scheitern des Annan-Plans zur Wiedervereinigung Zyperns

Zitat von hotgorn
Die 90 Millionen sind nur eine symbolische Summe die aber zur Versöhnung beitragen könnte.
Schön, dann besteht ja auch Hoffnung, das das z.B. Tschechien - Mitglied der EU und europäischen Rechtssprechung verpflichtet - eines Tages auch Entschädigung an die drei Millionen Sudeten-Deutschen zahlen wird, die bei der gewaltsamen Vertreibung Haus und Hof (und oft auch ihr Leben) verloren haben. Auch dies wäre ein Beitrag zur Versöhnung.

Zitat von
Nun rechte und islamistische Hardliner gehören wirklich nicht in die EU. Und Nordzypern einfach im eigenen Saft schmoren lassen bis auf ein paar griechisch angehauchte Hotels und prukmoscheen haben die nichts.
Vielen scheint nicht bekannt zu sein, dass der Annan-Plan, der mittels einer Volksabstimmung die Wiedervereingung der Insel vorsah, am Widerstand der griechischen Zyprioten scheiterte. Diese lehnten 2004 den Plan mit einer Mehrheit von 76% ab. Dagegen stimmten die türkischen Zyprioten mit 65% zu. "Damit war der Annan-Plan als die bis dato einzig reale Möglichkeit, die Teilung der Insel zu überwinden, gescheitert, - sehr zum Missfallen der Europäer und der EU-Kommission." (U. Witzens, Halb Orient - Halb Okzident, Wohin geht die Türkei?, (Karlsruhe 2011, S. 37)

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maestromexsys93 13.05.2014, 09:44
125. kein Cent an die Griechen

Wieder eine einseitige Berichterstattung der Deutschen. Die Türkei hat nicht einfach so nach Lust und Laune den Norden besetzt. Vor 1974 wurden tausende Türken von der EOKA-B abgeschlachtet. Die griechischen Bewohner haben da weggeschaut oder sogar mitgeholfen. Der Mörder Nikos Sampson wurde wie ein König gefeiert.
Bitte Türkei, NULL Cent an die Griechen

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wettersbach 13.05.2014, 10:44
126. Historische Hintergründe

Zitat von maestromexsys93
Wieder eine einseitige Berichterstattung der Deutschen. Die Türkei hat nicht einfach so nach Lust und Laune den Norden besetzt. Vor 1974 wurden tausende Türken von der EOKA-B abgeschlachtet. Die griechischen Bewohner haben da weggeschaut oder sogar mitgeholfen. Der Mörder Nikos Sampson wurde wie ein König gefeiert.
Die Opferzahlen sind umstritten. Fest steht, dass es beim Bürgerkrieg von 1963/64 auf beiden Seiten Hunderte von Opfern gab (nach inoffiziellen Angaben verloren ca. 350 türkische und 200 griechische Zyprioten ihr Leben). Bis heute gelten auf Zypern 2000 Menschen als vermisst, 1500 aus dem griechischen und 500 aus dem türkischen Teil.

Zur Vorgeschichte der türkischen Invasion von 1974:
Vorangegangen war der von griechischen Militärjunta unter Diktator Papadopoulos aus Athen gesteuerte Putsch der griechisch-zyprischen Nationalgarde gegen den zypriotischen Präsident Makarios.

Dieser Putsch, der den Anschluss Zyperns an Griechenland zum Ziel hatte (Enosis), rief die Türkei auf den Plan, welche die Enosis prinzipiell ablehnte, weil sie dem "Erzfeind" Griechenland einen beträchtlichen außenpolitischen und militärstrategischen Vorteil verschafft hätte.

Da wieder die Gefahr eines neuen blutigen Konfliktes zwischen den beiden Volksgruppen bestand und sich die Türkei als Schutzmacht der türkischen Minderheit auf Zypern verstand, besetzten im Sommer 1974 türkische Truppen den Norden der Insel, in den nach dem Bürgerkrieg viele Inseltürken geflohen waren.

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skruffi 13.05.2014, 10:47
127. Zwei Seiten einer Medaille

Zitat von wettersbach
Schön, dann besteht ja auch Hoffnung, das das z.B. Tschechien - Mitglied der EU und europäischen Rechtssprechung verpflichtet - eines Tages auch Entschädigung an die drei Millionen Sudeten-Deutschen zahlen wird, die bei der gewaltsamen Vertreibung Haus und Hof (und oft auch ihr Leben) verloren haben. Auch dies wäre ein Beitrag zur Versöhnung. Vielen scheint nicht bekannt zu sein, dass der Annan-Plan, der mittels einer Volksabstimmung die Wiedervereingung der Insel vorsah, am Widerstand der griechischen Zyprioten scheiterte. Diese lehnten 2004 den Plan mit einer Mehrheit von 76% ab. Dagegen stimmten die türkischen Zyprioten mit 65% zu. "Damit war der Annan-Plan als die bis dato einzig reale Möglichkeit, die Teilung der Insel zu überwinden, gescheitert, - sehr zum Missfallen der Europäer und der EU-Kommission." (U. Witzens, Halb Orient - Halb Okzident, Wohin geht die Türkei?, (Karlsruhe 2011, S. 37)
Ob man die Vertreibungen im Zuge des Untergangs des "Tausend-
jährigen Reichs" mit denen auf Zypern vergleichen kann, wage ich
zu bezweifeln.
Tatsache ist und bleibt, dass der Sicherheitsrat zwei entscheidende
UN-Resolutionen zur Zypernfrage getroffen hat.
Wer sich mit dem Annan-Plan befaßt hat, wird erkennen, dass die
griech. Zyprioten diesen kaum annehmen konnten.
Er hätte eine Einschränkung der Freizügigkeit von Menschen und
Waren bedeutet, nur ein Teil der aus dem Norden vertriebenen Griechen hätte wieder zurück gedurft, während im Gegenzug alle
türk. Zyprioten wieder in ihre angestammten Orte gekonnt hätten.
Weiterhin hätte die Türkei weiterhin Besatzungstruppen auf Zypern
stationieren dürfen. Und einiges mehr.
Nein, der Fehler lag darin, dass die Garantiemacht GB nichts gegen
die Invasion der Türkei unternommen hat, quasi geduldet hat,
obwohl sie nach dem Garantievertrag hätte ingreifen müssen
(aber die Türkei ist ja in der NATO).
Die Türkei ist nicht gewillt, den Status Quo vor der Okkupation
wieder herzustellen, so wie es die UN gefordert hat.

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loeweneule 13.05.2014, 10:47
128.

Zitat von ivedik
verurteil wird die türkei obwohl türkei angeblich nicht europaisch ist. was fur dummkopfe im gerichtshof und uberhaupt in den europaischen gremien. hauptsache die dumme eu finanziert die korruption der griechen. zum schmunzeln.
Über die Zuständigkeit des Gerichts wurde hier mehrmals geschrieben. Vielleicht sollten Sie erst mal lesen, bevor sie hier sowas posten.

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Chiefli1 13.05.2014, 10:50
129. naja

Zitat von sysop
Die türkischen Besatzer haben in Nordzypern Grundrechte verletzt und müssen nun dafür zahlen. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden. Ankara will das Urteil nicht anerkennen.
Vielleicht hätte man den Richtern klarmachen müssen, dass in zwischen Mrd. und nicht mehr Mio. gesprochen werden. Mit 90 Mio. reicht den Zyprioten höchsten um einmalig die Schuldzinsen zu begleichen

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