Forum: Politik
Urteil zum Schwimmunterricht: Das Abendland behält Oberwasser
DPA

Muslimische Schülerinnen können zum Schwimmunterricht verpflichtet werden, hat der Menschenrechtsgerichtshof entschieden. Das Urteil ist richtig - die Aufregung darum nicht. Denn hier geht es um Einzelfälle, mehr nicht.

Seite 1 von 13
jujo 10.01.2017, 18:43
1.

Die Aufregung in der Tat ist unsinnig, das Abendland geht nicht unter wenn ein Mädchen Burkini trägt oder nicht zum Schwimmunterricht geht.
Ich bin dreimal in der Woche Vormittags in Hallenbad, es sind dann auch immer Schulklassen dort. In den vergangenen 10 Jahren habe ich dort 2 (!) Mädchen mit Burkini gesehen.

Beitrag melden
360° 10.01.2017, 18:44
2. Dieses Urteil ist nur ein kleines Puzzlestück in etwas Größerem: dem, was Gabriel ansprach. Dass wir nicht auf unsere Werte vergessen. Und dafür einstehen.

Wir im Abendland haben uns Jahrhundertelang gegenüber unserer eigenen Religion emanzipiert. Diesen Kampf sollten wir nicht mit einer neuen Religion in unseren Breitengraden (neu im Sinne; dass ein immer höherer Prozentsatz bei uns an sie glaubt) weitere hunderte Jahre führen. Deshalb müssen die Einwanderer bei uns, auch in der 2. und 3. Generation, eine Religionsausübung tätigen, die einer aufgeklärten Gesellschaft entspricht. So wie das von vielen moderaten Muslimen gefordert wird! Moderate Muslime, die unsere Politik leider nicht so wichtig nimmt, wie sie für eine aufgeklärte, liberale, sichere Geselslchaft wichtig und unverzichtbar sind.

Das bedeutet: der Koran muss endlich zeitgerecht interpretiert werden. So wie es die aufgeklärten Muslime verlangen. Die Suren im Koran müssen im Kontext zu dem jeweiligen Lebensabschnitt Mohameds betrachtet werden. Denn der Koran wurde erst vom dritten Kalifen Uthman so geordnet, wie er heute ist. Primär nach der Länge seiner Suren. Somit sind die Suren heute nicht mehr in der Reihenfolge geordnet, wie sie Mohamed offenbart wurden.

Es muss in einer aufgeklären Gesellschaft möglich sein, dass liberale Muslime die Koran-Verse, den Umständen ihrer Entstehung nach und damit dem inneren Zustand nach, in dem sich ihr Empfänger, Mohamed, damals befunden hat, interpretieren dürfen; ohne dass sie deshalb von Glaubensbrüdern bedroht werden.

Wer seinen liberalen Glaubensbrüdern nicht gestattet, seine eigenen Gedanken zum Koran zu entwickeln und diesen neu oder anders als bisher zu interpretieren; der hat in unserer aufgeklärten Gesellschaft nichts verloren. Und sollte Europa wieder verlassen. Das gilt natürlich auch für radikal gewordene Deutsche. Länder wie Pakistan, Saudi Arabien oder Iran könnten zu diesen Personen besser passen. Dort ist es per Strafandrohung verboten, den Koran nach eigenen Gutdünken zu interpretieren. Und genau das unterscheidet uns von diesen Länder.

Gabriel hat das verstanden, auch wenn er zu provokativ, aber sehr medienwirksam, von "Kulturkampf" sprach. Es braucht nämlich keines Kampfes, sondern nur der Aufklärung: dass nämlich jeder das Recht hat, den Koran öffentlich zu diskutieren und öffentlich Neuinterpretationen anzuregen. Speziell in dem man endlich die Suren wieder in der Reihenfolge betrachtet, wie Mohamed sie empfangen hat. Denn erst dann, versteht der Studierende des Korans, viele Verse erst in ihrer ganzen Tiefe. Denn wie Koran-Exegeten wie Hamed Abdel-Samad immer wieder betonen, ist es erstaunlich wie viele Suren und Verse genau diese Themen und Probleme ansprechen und durch Gebote regeln, die Mohamed just zu dem Zeitpunkt hatte, als sie ihm offenbart wurden. Etwas, das auch Aischa, eine von Mohameds Lieblingsfrauen, einmal dem Propheten gegenüber kritisch ansprach (Sahih Muslim, Hadith Nr. 1464).

So eine Exegese braucht der Koran hier bei uns. Und die moslemischen Vereine müssen endlich die schützen und die verteidigen, die eben diese Exegese machen. Damit der Islam nicht Fremdkörper wird, sondern im Abendland ein aufgeklärtes zu Hause finden kann.

Beitrag melden
Fritz MüIIer 10.01.2017, 18:48
3.

Mal wieder Einzelfälle, ja? Kennen wir schon diese Märchen. Der eigentliche Skandal ist doch, daß sowas überhaupt bis vor höchsten Gerichten landet.

Beitrag melden
llars 10.01.2017, 18:50
4. Wirklich nur Einzelfälle?

Falsch verstandene Religionsfreiheit und Integration (wir hätten deren Kultur bei uns zu integrieren), sowie unverschämtes Anspruchdenken hat schon viele unangenehme Früchte hervor gebracht. Der Kulturkampf zeigt sich gerade in den vermeintlichen Einzelfällen des Alltags. Gut, daß darüber berichtet und diskutiert wird.

Beitrag melden
RudiRastlos2 10.01.2017, 18:51
5.

Unschuldige Kinder werden durch das Tragen eines "Burkinis" sexualisiert... Ob ich das als Sieg des Abendlandes bezeichnen würde? Warum überhaupt "Sieg"? Befinden wir uns im Krieg mit dem Morgenland?

Beitrag melden
konib 10.01.2017, 18:52
6. Danke Frau Töpper

Sehr unaufgeregter und sachlicher Beitrag. Leider derzeit eine Seltenheit, besonders hier im Forum.

Beitrag melden
ttvtt 10.01.2017, 18:52
7. Relativ

Also ich finde 3.5 Prozent recht hoch, für Muslima, die nicht am Schwimmunterricht teilnehmen oder teilnahmen.

Beitrag melden
frankfurtbeat 10.01.2017, 18:52
8. nun ...

nun wem das nicht passt der mag sich eben einen anderen Platz auf dem Planeten suchen. Wir leben in einer relativ "zivilisierten" Welt da haben Zwänge von Religionen in Schulen nichts verloren. Man kann nicht lediglich die Vorzüge eines Landes in Anspruch nehmen aber die Regeln/Pflichten im täglichen Leben vernachlässigen.

Beitrag melden
lunasteff 10.01.2017, 18:54
9. ja, ja, die Einzelfälle

"Alles nur Einzelfälle". Dieses Mantra hört man ja aus Politik und Medien seit 1,5 Jahren. In anderen, schlimmeren Zusammenhängen, gewiss. Aber meiner Meinung nach häufen sich diese Einzelfälle an allen Ecken und zu diversen Themen, die das Leben in Deutschland zur Zeit wiederspiegeln. So werden aus Millionen Einzelfällen ganze neue Gesellschafts- und Umgangsformen, die sich hier immer mehr verbreiten.
Ich bin sehr froh, dass die Richter hier nicht wieder die - mittlerweile überbordende, bis ins tausendstel übertriebene - political correctness - beeinflusst hat. Sondern schlicht und einfach das Gesetz und Recht im Schulunterricht in Deutschland.

Beitrag melden
Seite 1 von 13
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!