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Urteil zum Schwimmunterricht: Das Abendland behält Oberwasser
DPA

Muslimische Schülerinnen können zum Schwimmunterricht verpflichtet werden, hat der Menschenrechtsgerichtshof entschieden. Das Urteil ist richtig - die Aufregung darum nicht. Denn hier geht es um Einzelfälle, mehr nicht.

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MattKirby 10.01.2017, 20:25
80. Einzelfälle

Wenn 3,5 % an Fällen bekannt sind kann man realistisch von einem wesentlich höheren Anteil ausgehen. Entweder findet kein Schwimmunterricht statt, da es mittlerweile fast keine intakten Hallenbäder mehr gibt oder der Lehrkörper akzeptiert stillschweigend die Entschuldigungsschreiben der Eltern.
Viel bedenklicher als die Teilnahme muslimischer Mädchen am Schwimmunterricht finde ich die Meldung auf stern.de, wonach 70% der muslimischen Lehramtsstudenten die Evolutionstheorie ablehnen. Jemand der als zukünftiger Lehrer aus religiösen Gründen ein wissenschaftliches Faktum ablehnt? Willkommen im Mittelalter.

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ansv 10.01.2017, 20:27
81. Einzelfälle vielleicht -

Aber den jeweiligen Eltern ist das Thema auch jeweils so wichtig, dass sie vor die höchsten Gerichte ziehen, das sollte man auch bewerten. Vielleicht sollten andere Eltern jetzt Ihre Rechte in Angriff nehmen und den ausgefallenen Schwimmunterricht einklagen?

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th.diebels 10.01.2017, 20:28
82. # 28

Zitat von romeov
...egal ob muslimisch, katholisch oder sonst was, warum muss ein Mensch dazu verpflichtet werden, schwimmen zu müssen?
egal wieso - weshalb - warum:
alle Schüler haben sich an den Unterrichtsplan zu halten !
Ob Mathe sinnvoll ist, darüber diskutiert ja auch kein Mensch !

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scar17 10.01.2017, 20:28
83. Ich kann

Es geht doch einfach darum, dass man die Sitten im Gastland respektieren muss. Ich finde es unglaublich, dass da überhaupt Gerichte bemüht haben werden müssen.
Ich küsse meine Frau auch nicht öffentlich, wenn ich in Dubai bin.

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-snowlife- 10.01.2017, 20:29
84. wie lautet das sprichwort?

kleinvieh macht auch mist... hier eine ausnahme, da ein einzelfall.
mein glaube an das spaghettimonster verbietet es mir länger als 5std bei vollem lohn zu arbeiten. sarkasmus ende...
danke richter, nach vielen fragwürdigen urteile geht es langsam mal invdie richtige richtung.

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MattKirby 10.01.2017, 20:30
85. @Gleichstrom

Zitat von Gleichstrom
Man sollte lieber froh sein, daß sich solche Kleinigkeiten als Sieg des Abendlandes hochsterilisieren lassen. Das nimmt den Rechten ein Bißchen Wind aus ihren Segeln. Nicht noch ein "soweit ist es schon gekommen!" - weil es soweit eben genau nicht gekommen ist. Ich frag mich, wo da der feministische Jubel bleibt, bei diesen gelebten Beispielen der Gleichberechtigung. Ist das eventuell garnicht mehr interessant, während man sich fragt, wie man die Welt von bösen Männern befreit, indem man sie wissend falsch strafbarer Handlungen bezichtigt?
Äh, hochsterilisieren war als Witz gemeint, oder? Als Reminiszenz an Bruno Labbadia.

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Amadís 10.01.2017, 20:30
86.

Zitat von altair
Ich stimme dem Beitrag in fast allen Punkten zu, außer dem letzten Absatz: einschreiten, wenn ein Schüler sich weigert, seiner Lehrerin die Hand zu geben? Wozu das denn? Es gibt auf der Welt viele verschiedene Arten, einen Menschen respektvoll und verbindlich zu grüßen.
Klar kann man auch respektvoll grüßen, ohne die Hand zu geben.

Aber jemanden nicht die Hand zu geben, weil die Person weiblich ist (oder männlich), ist genau das Gegenteil: Respektlos!

Was wäre los, wenn jemand Cem Özdemir nicht die Hand geben will, weil er Türke ist?
Oder einem Schwarzen, weil der nunmal schwarz ist?
Oder einer/m Homosexuellen/m?

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tatsache2011 10.01.2017, 20:34
87. Irgendwie komisch?

Zitat von romeov
Irgendwie komisch...egal ob muslimisch, katholisch oder sonst was, warum muss ein Mensch dazu verpflichtet werden, schwimmen zu müssen?
Wenn sie ins Wasser fällt, sind andere gesetzlich verpflichtet sie zu retten.
Es ist nicht "komisch" für den Retter, einen Nicht-Schwimmer vor dem Ertrinken zu retten.

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montecristo 10.01.2017, 20:34
88. Vielen Dank

Zitat von 360°
Wir im Abendland haben uns Jahrhundertelang gegenüber unserer eigenen Religion emanzipiert. Diesen Kampf sollten wir nicht mit einer neuen Religion in unseren Breitengraden (neu im Sinne; dass ein immer höherer Prozentsatz bei uns an sie glaubt) weitere hunderte Jahre führen. Deshalb müssen die Einwanderer bei uns, auch in der 2. und 3. Generation, eine Religionsausübung tätigen, die einer aufgeklärten Gesellschaft entspricht. So wie das von vielen moderaten Muslimen gefordert wird! Moderate Muslime, die unsere Politik leider nicht so wichtig nimmt, wie sie für eine aufgeklärte, liberale, sichere Geselslchaft wichtig und unverzichtbar sind. Das bedeutet: der Koran muss endlich zeitgerecht interpretiert werden. So wie es die aufgeklärten Muslime verlangen. Die Suren im Koran müssen im Kontext zu dem jeweiligen Lebensabschnitt Mohameds betrachtet werden. Denn der Koran wurde erst vom dritten Kalifen Uthman so geordnet, wie er heute ist. Primär nach der Länge seiner Suren. Somit sind die Suren heute nicht mehr in der Reihenfolge geordnet, wie sie Mohamed offenbart wurden. Es muss in einer aufgeklären Gesellschaft möglich sein, dass liberale Muslime die Koran-Verse, den Umständen ihrer Entstehung nach und damit dem inneren Zustand nach, in dem sich ihr Empfänger, Mohamed, damals befunden hat, interpretieren dürfen; ohne dass sie deshalb von Glaubensbrüdern bedroht werden. Wer seinen liberalen Glaubensbrüdern nicht gestattet, seine eigenen Gedanken zum Koran zu entwickeln und diesen neu oder anders als bisher zu interpretieren; der hat in unserer aufgeklärten Gesellschaft nichts verloren. Und sollte Europa wieder verlassen. Das gilt natürlich auch für radikal gewordene Deutsche. Länder wie Pakistan, Saudi Arabien oder Iran könnten zu diesen Personen besser passen. Dort ist es per Strafandrohung verboten, den Koran nach eigenen Gutdünken zu interpretieren. Und genau das unterscheidet uns von diesen Länder. Gabriel hat das verstanden, auch wenn er zu provokativ, aber sehr medienwirksam, von "Kulturkampf" sprach. Es braucht nämlich keines Kampfes, sondern nur der Aufklärung: dass nämlich jeder das Recht hat, den Koran öffentlich zu diskutieren und öffentlich Neuinterpretationen anzuregen. Speziell in dem man endlich die Suren wieder in der Reihenfolge betrachtet, wie Mohamed sie empfangen hat. Denn erst dann, versteht der Studierende des Korans, viele Verse erst in ihrer ganzen Tiefe. Denn wie Koran-Exegeten wie Hamed Abdel-Samad immer wieder betonen, ist es erstaunlich wie viele Suren und Verse genau diese Themen und Probleme ansprechen und durch Gebote regeln, die Mohamed just zu dem Zeitpunkt hatte, als sie ihm offenbart wurden. Etwas, das auch Aischa, eine von Mohameds Lieblingsfrauen, einmal dem Propheten gegenüber kritisch ansprach (Sahih Muslim, Hadith Nr. 1464). So eine Exegese braucht der Koran hier bei uns. Und die moslemischen Vereine müssen endlich die schützen und die verteidigen, die eben diese Exegese machen. Damit der Islam nicht Fremdkörper wird, sondern im Abendland ein aufgeklärtes zu Hause finden kann.
Vielen Dank für ihren lesenswerten Beitrag!

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liutasima 10.01.2017, 20:47
89.

Zitat von wildergino
Man gehe auf www.muslim-markt.de. Dort werden Formbriefe für solche Klagen angeboten und die Prozessfinanzierung zugesichert.
Genau das ist der Punkt. Toleranz gegenüber religiösen Vorstellungen muss in einer pluralen Gesellschaft gegenseitig sein. Der Islam lehnt andere - speziell die Stellung der Frau betreffende Ansichten - meist einfach ab.

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