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Urteil in zweiter Instanz: Brasiliens Ex-Präsident Lula droht lange Haftstrafe
REUTERS

Eigentlich wollte er wieder Brasiliens Präsident werden. Jetzt aber könnte Luiz Inácio Lula da Silva lange ins Gefängnis müssen. Seine Verurteilung wurde bestätigt - das Strafmaß könnte sich sogar verschärfen.

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-su- 24.01.2018, 20:17
1.

Nicht überraschend. Lula hat zu gute Chancen Präsident zu werden und das passte der Elite in Brasilien nicht.

Man hat ja auch den korrupten Temer mit allen Tricks an die Regierung gebracht und Roussef mit fandenscheinigsten Behauptungen gestürzt.

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jovanni 24.01.2018, 20:29
2. Eine schlimme Farce!

Die Informationen über die Ereignisse in Brasilien sind ihierzulande leider sehr oberflächlich. Selbst hierhin wirkt die Tatsache, dass alle große brasilianischen Medien in der Hand der gleichen Familien sind, die Hinter der Illegalen Regierung Temer stehen und zu denen auch wichtige Teile der Justiz gehören. Das scheint sich hier kein Journalist vorstellen zu können. Einer der wenigen, kenntnisreichen, gut recherchierten Artikel stammt von keiner geringeren als Herta Däubler-Gmelin: www.ipg-journal.de/regionen/lateinamerika/artikel/detail/einaeugige-justiz-schwerwiegende-verfahrensverstoesse-2537/

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viceman 24.01.2018, 20:30
3. der amtierende

Präsident in Brasilien ist die verkörperte Korruption und lula will man wegen unbewiesenen Peanuts einsperren... was für eine Welt

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Skakesbier 24.01.2018, 20:42
4. Endlich

mal eine gute Nachricht aus Brasilien! Und endlich erwischt es auch den 'Boss der Bosse' - seine gesamte damalige Spitzen-Kamarilla in Partei und Regierung wie Dirceu etc. sitzt ja längst im höchstverdienten Knast.

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curitibano 24.01.2018, 20:49
5. Bestätigt

12 Jahre und 1 Monat - Einstimmige Entscheidung 3:0

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joG 24.01.2018, 21:03
6. Ein Liebling der....

...antiamerikanischen Linken, wenn auch eher Sizialist und Gewerkschaftler als Chavez Kommunist war er durchaus korrupt und es ist gut für Brasilien, dass er nicht wieder kommen kann. Er war so schlimm wie die Erons.

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fatal.justice 24.01.2018, 21:10
7. Wenn...

... die Rechtsprechung des brasilianischen Justizsystems im Tatbestandsbereich der Korruption nach objektiven Maßstäben erfolgen würde, könnte man die gesamte Parlamentsbestuhlung an den Strand des copacabanischen Stadtteils in Rio de Janeiro karren und emsig flanierenden Touristen zur Verfügung stellen, damit sie sich an einer erholsamen Rast erfreuen können. Der Congresso Nacional wäre ein verwaister einsamer Ort, in dem sich nur noch Journalisten treffen würden, um in den vormals demokratischen Hallen des Aufbruchs Federball zu spielen. An Lula wird ein Exempel statuiert, flankiert durch die mediale Dauerbeschallung der korrumpierten Presselandschaft. Eine solch desillusionierende politische Landschaft wie in Brasilien gibt es nur in ganz wenigen Staaten dieses Planeten - grausam und traurig zugleich.

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curitibano 24.01.2018, 21:38
8. Sehr gut, aber

die Probleme bleiben. Ist das Urteil richtig? Ja, es zeigt das die Justiz in Brasilien wirklich langsam erwachsen wird. Cunha hinter schwedischen Gardinen. Ja auch der von den kriminellsten Banden respektierte Sergio Cabral ist im Gefängnis, musste aber von Rio nach Curitiba verlegt werden, weil er sich in Rio einen Luxusknast zusammenstellte. Paulo Maluf - lange Zeit unantastbar - ist wo? Richtig, verurteilt und im Gefängnis auf seine alten Tage. Wenn wir mal von einigen unberechenbaren Richtern (z.B. Gilmar Mendes) absehen, muss ich feststellen, dass die Justiz Brasilien sich in den letzten Jahren professionalisiert hat. Sicher, der Weg ist noch lang, aber der Anfang geschafft. Der in Deutschland eher unbekannter Richter Moro ist Spezialist auf dem Bereich der Korruption und Schmiergeldzahlung.
Aber sind damit die Probleme Brasiliens gelöst? Nein, keineswegs. Denn erstmal müssen jetzt die Schäden der PT Regierung behoben werden. Petrobras, Eletrobras, BNDES und andere sind am Boden. Viele Bundesstaaten sind absolut pleite. Da braucht es fähige Politiker und Manager, leider Fehlanzeige. Es gibt bisher keinen ordentlichen Kandidaten für die nächste Wahl. Über 40% weiß nicht, wen sie wählen müssen (hier gilt Wahlpflicht!). Weite Teile der unteren sozialen Klassen lehnen Arbeit, Bildung und Aufstieg ab und sehen sich ständig als Verlierer des Gesellschaft. Das typische linke Credo eben: "Schuld sind immer die anderen. Nämlich die die lernen, arbeiten, um sich um ihre Kinder kümmern, etwas erreichen wollen und sich dafür anstrengen. Usw., usw. usw." Diese schwachsinnige Einstellung mag in Nordkorea und Venezuela salonfähig sein, muss aber hier aus den Köpfen raus. Wie meine brasilianischen Kollegen immer zu sagen pflegen: Das größte Problem Brasiliens ist die Einstellung weiter Teile der brasilianischen Bevölkerung selber.

PS: Weil sie heute schon mehrfach hier in den Foren erwähnt wurde: Ist Herta Däubler-Gmelin nicht selber eine Linke? Ich lebe schon seit Jahren nicht mehr in D, meine aber sie irgendwo links einzuordnen (SPD oder Grüne oder so). Es lebe die Sozialistische Internationale

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theroofisonfire 24.01.2018, 21:40
9. Eine lächerliche Farce

wer sich auch nur ein bisschen mit der politischen Entwicklung Brasiliens der letzten Jahre auskennt, weiss, dass es nur darum geht Lula als erneuten Präsidentschaftsandidaten der PT zu verhindern. Der faschsistoide Rollback in Brasilien ist in vollem Gang, damit sich die Eliten wieder die Taschen vollstopfen können und ungestraft das Land ausrauben können so wie es in Brasilien bis zu der kurzen Periode der PT-Regierung immer schon war. Es gibt und gab keinerlei Beweise im juristischen Sinn, dass Lula ein Korruptionsdelikt begangen hat. Im gegensatz dazu sitzen im brasilianischen Parlament bis hin zum Präsidenten Temer, Leute gegen die es Handfeste Beweise für solche Taten gibt. Inklusive Videoaufnahmen und ähnlichem. Das interessiert jedoch keinen. Es wird auch nicht durch die Monopolmedien breit getreten, da diese ebenfalls in der hand derer sind, die sich gerne ungestört auf Kosten des Landes und seiner Bevölkerung bereichern wollen. Es ist eine Schande was dort gerade passiert.

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