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US-Außenminister in Pjöngjang: Nordkorea nennt Atomgespräche "bedauerlich"
REUTERS

US-Außenminister Pompeo und Geheimdienstchef Kim haben sich zum "klärenden Gespräch" über Nordkoreas atomare Abrüstung getroffen. War das ein Erfolg? Das sehen beide Seiten ganz verschieben.

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matijas 07.07.2018, 16:12
1. gute Basis

Mitten im Trump-Jubel über den "großartigen" Deal am 13.06. hatte ich geschrieben:
Beide haben jetzt schon mal eine Basis geschaffen, den anderen künftig als Falschspieler "entlarven" zu können.
Die vagen Absichtserklärungen bieten dazu alle Möglichkeiten.

Und genau so wird es weitergehen.

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ollydk 07.07.2018, 16:24
2. Wer sagt die Wahrheit?

Ich möchte Nordkorea hier auch nicht zu sehr über den Weg trauen, allerdings passt das Attribut "gierig" doch sehr gut zur Trump-Administration. Von daher möchte ich die glaubwürdige Aussage hier doch eher auf Seiten Nordkoreas sehen.

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Atheist_Crusader 07.07.2018, 16:27
3.

Der bedauerliche Part aus Sicht Nordkoreas war wahrscheinlich, dass die USA feste Zusagen, feste Zeitpläne und Möglichkeiten zur Überprüfung wollten die man nicht zu geben bereit war.

Das würde sich zumindest mit den Einschätzung zahlloser Nordkorea-Experten decken. Aber wer braucht die schon, wenn es sich für die kameras zu inszenieren und Gedenkmünzen zu vermarkten gilt?

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bigroyaleddi 07.07.2018, 16:49
4. Meine Skepsis

hier am 12.6. geschrieben, hat sich definitiv bestätigt. Das wird nichts. Außer großem Trumgequatsche mit szenewirksamem Schulterklopfen kommt da nichts. Meines Erachtens wird das auch nichts. Dieser Präsident, welcher glaubt, alles und jeden dealmäßig in seine Tasche stecken zu können, ist bei diesem genauso merkwürdigen Diktator voll auf Grund gelaufen.

Eine Lösung habe ich nicht anzubieten. Das müssen die POTUS-Schergen schon selber besorgen.

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dwg 07.07.2018, 16:56
5. Nicht wirklich überraschend...

Angesichts - vorsichtig formuliert - der Skepsis der Trump Administration gegenüber Erfahrung und Expertise mögen hier auch einfach kulturelle Differenzen eine entscheidende Rolle spielen. So findet das unkonditionierte "Nein" in traditionellen asiatischen Gesellschaften praktisch nicht statt und wird gerne durch ein dann wortreich eingeschränktes "Ja" ersetzt. Selbst ein "Ja, aber" hört man kaum und ein "that can become difficult" heißt übersetzt "never ever in my lifetime". Ist es überhaupt möglich mit und insbesondere zwischen Autokraten, die sich nur mit Lakaien und Claqueuren umgeben, diplomatische Vereinbarungen zu treffen?

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Sissy.Voss 07.07.2018, 16:59
6. Hi, hi, hi

Das war doch genau, was man erwarten konnte. Kim hat Trump freundlich nickend angelächelt, was der als Zustimmung genommen hat und daraufhin in seiner Großartigkeit einem nordkoreanischen General unbedingt die Hand schütteln musste, was diesen zutiefst verwirrte. Trump war in der Überzeugung gegangen, dass zuhause schon auf der Friedensnobelpreis auf ihn wartete. Dass Asiaten so etwas nie direkt und hastig erledigen, sollte eigentlich jeder wissen. Kim hat seinem Gegenüber ein paar gute Tage gemacht und als Resultat Trumps Zusage eingestrichen, dass keine Manöver mehr stattfinden. Wer hat da jetzt gewonnen? Oder, asiatischer betrachtet, mehr Prestige gewonnen? Ich glaube, in Nordkorea haben sie sich danach brüllend auf den Boden geworfen, wenn nur einer ein Wort in den Mund genommen hat, das mit TR… beginnt.

Und dann kommt in allem neu-amerikanischen Pomp und Peo der Außenminister und stellt fest, dass NICHTS zu vereinbaren ist und die freundlichen Absichtserklärungen keine Verhandlungsgrundlagen sind, sondern vage Absichtserklärungen eines unwichtigen ostasiatischen Diktators, der durch Trumps Naivität auf eine Einladung ins Weiße Haus warten kann. Den Trump seinen Landsleuten als Vorbild darstellt, denn *wenn Kim redet, dann sind seine Leute still, sitzen aufrecht und hören zu*. Natürlich finden die Asiaten, dass das Gespräch peinlich verlaufen sei, wenn Pompeo in bewährter Kavallerie-Manier vorgeritten kommt und Bedingungen stellt. Ob der geniale amerikanische Präsident jemals auf den Gedanken gekommen ist, dass er in Nordkorea nichts gewinnen kann, solange er China mit Strafzöllen überzieht? Sicher nicht.

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CorpRaider 07.07.2018, 17:01
7. Bitte was?

Zitat von ollydk
Ich möchte Nordkorea hier auch nicht zu sehr über den Weg trauen, allerdings passt das Attribut "gierig" doch sehr gut zur Trump-Administration. Von daher möchte ich die glaubwürdige Aussage hier doch eher auf Seiten Nordkoreas sehen.
Die US-Administration, Südkorea, Japan etc. haben von Anfang an klar gemacht, dass es zu einer vollständigen Denuklearisierung kommen muss. Lesen sie nur alle paar Monate Nachrichten oder was soll daran jetzt genau "gierig" sein? Wie die Geheimdienste aber so verlautbaren lassen, halten die Nordkoreaner sich nicht ansatzweise daran, sondern rüsten insgeheim weiter auf. Jetzt, da die USA einen Handelskrieg mit China anfangen, wird von deren Seite auch kein Druck auf Nordkorea ausgeübt werden, womit der ganze Gipfelzirkus in Retroperspektive als sinnlose Show entlarvt wird. Da auch die Drohkulisse einer amerikanischen Invasion nicht weiter besteht und Trump von Fakten nichts hält, könnte die Strategie der Nordkoreaner sogar aufgehen. Ich würde denen das jedenfalls nicht lange durchgehen lassen und bald massive Großmanöver abhalten, wenn keine Wille zur Denuklearisierung besteht.

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willibaldus 07.07.2018, 17:20
8.

DIe USA wollen einfach nicht den Abzug ihres Militärs aus Südkorea überwachen lassen. Unglaublich.
OK, das war absehbar, dass die nicht auf einen grünen Zweig kommen. Seit dem Handelskrieg kommt aus Peking auch kein Druck mehr auf Nordkorea. Die Sache ist gestorben, wie schon all die anderen Male zuvor.

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nenntmichishmael 07.07.2018, 17:26
9. Erst aufgetrumpft, dann ausgespielt

Genau wie erwartet und befürchtet: Der 12.6. war eine Showveranstaltung, bei der Trump einen kurzfristigen Effekt erzielt hat, Kim aber eine langfristige Aufwertung.

Kim hat überhaupt kein Interesse daran, seine Atomwaffen abzugeben. Höchstens massivster Druck von allen Seiten mag ihn dazu bewegen. Kims wichtigster Verbündeter China hingegen dürfte auf solche Druckausübung immer weniger Lust haben, wenn Trump gleichzeitig handelspolitisch Amok läuft.

Irgendwie gönne ich's ja dem POTUS, dass sein grossmäuliges AufTrumpfen sich vor aller Augen als leeres Gerede entpuppt.

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