Forum: Politik
US-Außenminister in Pjöngjang: Nordkorea nennt Atomgespräche "bedauerlich"
REUTERS

US-Außenminister Pompeo und Geheimdienstchef Kim haben sich zum "klärenden Gespräch" über Nordkoreas atomare Abrüstung getroffen. War das ein Erfolg? Das sehen beide Seiten ganz verschieben.

Seite 4 von 4
matijas 07.07.2018, 23:36
30. ohne Gegenleistung?

Zitat von Robert_Rostock
Außerdem, was hat der Abzug der US-Truppen mit Denuklearisierung zu tun? Die US-Atomwaffen wurden bereits in den 90er Jahren abgezogen.
Also soll Kim ohne Gegenleistung abrüsten? Merkwürdige Vorstellung, niemand würde das tun.

Interessant, dass umgekehrt die USA beim Thema Iran monieren, dass dort die nicht-atomaren Rüstungspläne beibehalten werden - was als Gegensatz zum Atom(!)-Deal betrachtet wird.

Mal hü, mal hott, wie es Trump gerade passt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rrrr43 08.07.2018, 03:50
31.

Zitat von Robert_Rostock
Selbstverständlich hat Kim die vollständige Denuklearisierung seines Landes zugesagt, oder ist Nordkorea kein Teil der koreanischen Halbinsel. Und da die nordkoreanischen Atomwaffen die einzigen Atomwaffen auf der Halbinsel sind, ist deren Abrüstung der einzige Inhalt der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Außerdem, was hat der Abzug der US-Truppen mit Denuklearisierung zu tun? Die US-Atomwaffen wurden bereits in den 90er Jahren abgezogen.
Aus Nordkoreanischer Sicht ist es doch völlig egal, ob die Atomwaffen erst zu den US-Truppen auf der koreanischen Halbinsel gebracht werden müssten. Das Militär einer Atommacht ist auf "ihrer" Halbinsel stationiert.

Ihre Sichtweise hingegen würde implizieren, dass sobald z.B. die US-Truppen nur all ihre Atomwaffen auf Schiffen in internationalen Hoheitsgebieten lagern würden, die vollständige Denuklearisierung Nordamerikas erreicht wäre!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kajoter 08.07.2018, 08:30
32. Ideale Spielwiese für Trump

Ich möchte behaupten, dass Trump so gut wie keine politische Agenda besitzt und dass sie ihn eigentlich auch nicht sonderlich interessiert. Treffen mit Kim und Putin sind daher die ideale Spielwiese seiner Präsidentschaft, weil sie zum einen sehr publicitywirksam sind und vorgaukeln, er sei politisch aktiv. Und zum zweiten, weil die andere Seite quasi Feindesland darstellt. Geht sie auf Trump ein, stellt er sich als der große Friedensbringer dar, widerspricht sie aber, wird es von ihm ignoriert und von den Medien kaum reflektiert. So wird es auch mit dem Putin-Trffen laufen.
Das Fatale an der Sache ist nur, dass es immer auffälliger wird, dass er zu Kim & Co. ein besseres Verhältnis zu haben scheint als zu den alten Alliierten und das wird in den USA gerade nach der Konfrontation mit Kanada immer stärker wahrgenommen.
Eigentlich geht es Trump wie immer nur um Trump. Er ließ gerade verlauten, sich vorstellen zu können, einen weiteren Steuernachlass zu veranlassen, bei dem er wieder einmal unter den Nutznießern wäre. Auf amerikanischer Seite scheint auch niemand gewillt zu sein, rechtliche Schritte gegen ihn einzuleiten wegen der chinesischen Investitionen in sein Projekt in Indonesien. Seine Tochter kann ihre Geschäftsbeziehungen nach China ungestört ausbauen und es scheint niemanden zu stören, dass ausländische Staatsgäste in dem Trump Hotel in Washington untergebracht werden.
Das, was vorher schon im Ansatz als Vorteilsnahme im Amt betrachtet wurde, findet seit Trump im Übermaß statt und alle Welt inclusive USA schaut wie hypnotisiert auf derart viel Dreistigkeit.
Derweil wurde gerade von dem alten Umweltminister und der Bildungsministerin so gut wie alles vernichtet, was es an vernünftigen Regelungen in ihren Ressorts gab, und damit diese Bereiche einem Raubtierkapitalismus zum Fraß vorgeworfen. Öffentliche Schulen werden noch weniger unterstützt, gesamte Landstriche und Seegebiete den Öl- und Frackingfirmen zugänglich gemacht. Und Trump setzt währenddessen seine sogenannten Wahlkampfveranstaltungen fort, um seine Machtbasis noch stärker zu fanatisieren - man schaue sich bitte seinen letzten Auftritt an.
Kim, Putin und NATO-Gipfel sind eigentlich nur lästige Veranstaltungen, die er daher zumindest zur besseren Selbstdarstellung nutzen will. Putin dagegen wird all das zu nutzen wissen, wie vor ihm bereits Kim.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
genervtneu 08.07.2018, 11:08
33. Es gab ja schon mal Gespräche ...

... in denen der Unterhändler von Frau Albright von den Nordkoreanern erklärt bekam, dass Nordkorea die Atomwaffen hauptsächlich hat, weil die USA noch nie ein Land, welches über Atomwaffen verfügt angegriffen oder besetzt hat. Die nordkoreanischer Führung ist diktatorisch und menschenverachtend, aber sicher nicht blöd.
Wenn ich mir mal die englische Wikipedia über Mike Pompeo ansehe ( die deutsche ist scheinbar mit Persil gewaschen !) dann kann ich das grenzenlose Misstrauen der Nordkoreaner verstehen. Jemand, der eine astreine amerikanische Musterkarriere gemacht hat, und meint er könne überall mal schnell einen Regimewechsel durchführen, in der NRA ist, gegen Abtreibung ist, den Klimawandel leugnet und daran glaubt, dass nur Jesus die Welt retten kann, den sollte man ob seiner politischen Macht etwas fürchten aber nicht zu ernst nehmen ......
.... zumal Minister und Beauftragte bei Trump ohnehin ein ziemlich kurze Halbwertzeit haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Beat Adler 08.07.2018, 12:14
34. Kim verweigerte das Treffen mit Pompeo: Eine Beleidigung gegen die USA

Kim verweigerte das Treffen mit Pompeo, vorher fest abgemacht, ist nicht "nur" eine Beleidigung gegenueber den USA, sondern bei diplomatischen Gepflogenheiten eine Ungeheuerlichkeit!

Nur China, ausschliesslich China entscheidet, was Kim darf und was nicht, was er tut und was nicht. Der ausgebrochene Handelskrieg USA gegen den Rest der Welt, besonders gegen China, ist nun wirklich nicht hilfreich, um in Nordkorea zu einer atomaren Abbruestung, verifizierbar, kontrolliert und unumkehrbar zu gelangen.
mfG Beat

Beitrag melden Antworten / Zitieren
solltemanwissen 08.07.2018, 14:05
35.

Zitat von Robert_Rostock
Selbstverständlich hat Kim die vollständige Denuklearisierung seines Landes zugesagt, oder ist Nordkorea kein Teil der koreanischen Halbinsel. Und da die nordkoreanischen Atomwaffen die einzigen Atomwaffen auf der Halbinsel sind, ist deren Abrüstung der einzige Inhalt der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Außerdem, was hat der Abzug der US-Truppen mit Denuklearisierung zu tun? Die US-Atomwaffen wurden bereits in den 90er Jahren abgezogen.
NK hat sich verpflichtet, dass man daran arbeitet. Zu mehr auch nicht. Das kann so ziemlich alles heißen und ist ohne Termine und ohne Kontrolle komplett wertlos. Und die USA haben Bomber und Raketen mit dem Potential die Koreanische Halbinsel zu erreichen. Solang es hier keine klaren Garantien gibt, kann Kim den Ball immer wieder zu den USA schieben. Und eine Sicherheitsgarantie kann es so nicht geben, denn die kann NK im Zweifel nicht durchsetzen.

Das ist halt das Problem an der Situation und darum sind so viele zuvor gescheitert.
So wie jetzt auch der tolle Dealmaker, der aber Kim noch schöne Fotos geschenkt hat, die die nordkoreanische Propaganda gerade ausschlachtet. Super, Donald!

Vergleicht man dieses Desaster mit dem Iran Deal von Obama, mit Nachprüfbarkeit usw., muss man nicht zweimal nachdenken, wer wirklich ein Dealmaker ist. Trump ist jedenfalls bisher eine komplette Null. Kein einziges Abkommen hat er bisher ausverhandelt, lediglich Porzellan zerschlagen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 4