Forum: Politik
US-Außenminister und der Fall Khashoggi: "Sie haben mir ihr Wort gegeben"
AFP

Wurde der Journalist Jamal Khashoggi von einem saudi-arabischen Killerkommando ermordet? US-Außenminister Mike Pompeo soll dem Fall nachgehen - und bekundet sein Vertrauen in den Aufklärungswillen des engen Verbündeten.

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gruffelo 18.10.2018, 00:33
1. Leider ja...

Leider ausgesprochen wahrscheinlich, dass sich die Indizien der türkischen Ermittlungsbehörden bestätigen. Wäre Kashoggi noch am Leben, wäre es ein Leichtes für die Saudis gewesen, diese Anschuldigungen zu wiederlegen. Die Frage ist dann - wie kommen die USA aus der Nummer raus: einen Streit mit Saudis & Iran gleichzeitig können sich die USA schwerlich leisten.

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bmvjr 18.10.2018, 02:32
2. Der Freiraum

den ein Scheich in einigen der Laender des Mittleren Osten fuer sich in Anspruch nehmen kann ist aussergewoehnlich, denn er unterliegt keiner hoeheren Instanz. Bestehende Gerichte, Richter und Anwaelte sind fuer das gemeine Volk eingerichtet und koennen auch zuweilen als Schauplatz fuer das offizielle Loswerden eines politischen Widersachers oder unbequemen Konkurrenten genutzt werden. Der fuehrende Scheich und seine Familienmitglieder sind jedoch keiner juristischen Instanz unterworfen und somit frei, zu tun was sie wollen ohne rechtliche Konsequenzen. Das hat schon in den absurdesten Faellen dazu gefuehrt, dass zum Beispiel ein Sohn eines Scheichs sturzbetrunken in seinem Luxussportwagen eine schwangere Frau ueberfahren hat und dazu nie zur Verantwortung gezogen wurde, oder dass ein Mitglied der Scheichfamilie mit gezogener und geladener Waffe in einen Club eindringt und sich dort kurzerhand aus Eifersucht eines Bekannten seiner Freundin fuer immer entledigt. In den meisten Laendern waere das Mord und der Schuetze geriete vor Gericht, nicht so wenn man Mitglied der Familie des fuehrenden Scheichs ist. In solch einem Umfeld leben Systemkritiker natuerlich gefaehrlich und oft nicht lange.

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dasfred 18.10.2018, 04:13
3. Erstmal ein kleiner Aufschub

Jetzt haben USA und Saudi Arabien Zeit, eine plausibele Erklärung zu entwickeln, die für alle Seiten gesichtswahrend ist. Notfalls muss man ein Bauernopfer aus dem Hut zaubern, dass ohne Wissen des Herrscherhauses eigenmächtig gehandelt hat. Wenn es um Milliarden Deals geht, darf man sich doch nicht wegen eines toten Journalisten überwerfen. Wo man doch selbst für Fussball Turniere in der Wüste gleich mehrere Tote samt sklavenähnlicher Arbeit in Kauf nimmt. Oh, ich vergaß, die Arbeiter hatten keine bekannten Namen.

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Soziopathenland 18.10.2018, 04:23
4.

Sollte sich bestätigen, was über den vermeintlichen Mord an Khashoggi berichtet wird, dann ist dieser Fall weit schlimmer einzuordnen als Skripal. Hier wäre nicht ein ehemaliger Agent, sondern ein Journalist ermordet worden und dass auch noch auf so grausame Weise in einem ausländischen Konsulat. Also ich würde erwarten, dass man Saudi Arabien ähnlich klare Kante zeigt wie Russland, also dass der gesamte Westen sofort umfangreiche Sanktionen gegen Saudi Arabien ausspricht und deren Diplomaten ausweist.

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modemhamster 18.10.2018, 05:12
5. Wie so häufig

Die Satire bringt es auf den Punkt: https://www.der-postillon.com/2018/10/khashoggi-bin-salman.html

Ich bin gespannt, ob sich jetzt die Berichterstattung über die Kriegsverbrechen im Jemen ändert, und ob die seit Jahren kolportierte Zahl der Toten an die Realität angepasst wird.

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laurosilva 18.10.2018, 05:29
6. Kommerzielles Interesse über alles.

Die Wahrheit wird von Zynismus und Immunität begraben sein. Es ist nicht einmal bekannt, ob der Journalist innerhalb oder außerhalb des Konsulats hingerichtet wurde. Müssten nicht die Konsulatsangestellten bereits im Gefägnis sein?

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neutralfanw 18.10.2018, 06:29
7.

Wer hat tatsächlich Interesse diesen Fall aufzuklären? Trump und Erdogan mir Sicherheit nicht. Beide nutzen diesen Fall von „Abschaffung von Pressefreiheit“ für ihre Auftritte. Erdogan posiert auf Fotos mit amerikanischen Politikern, Trump nutzt seine Aussagen für die November-Wahlen. Ich vermute, wenn niemand täglich von diesem Fall berichtet, ist das Thema Ende Oktober 2018 beendet. Die Journalisten sollten im eigenen Interesse nicht aufhören zu recherchieren und zu berichten.

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dogma2000 18.10.2018, 07:57
8. Der Wertewesten

An diesem Fall lässt sich der "Wertewesten" genau analysieren und erkennen. Ein dubioser Agent der für viele Seiten "arbeitet" wird in einem fernen Land (GB), von irgendjemandem, FAST vergiftet! Ohne jegliche Beweise wird vorab schon mal die Schuld zugewiesen, weltweite Empörung und Sanktionen sind die Folge. Ohne jegliche Beweise kund zu tun. Hat man ja nicht nötig gegenüber der Gesellschaft im "Wertewesten", die schluckt ja bekanntlich alles was uns vorgesetzt wird. Erst schiessen und dann braucht man auch nicht mehr fragen. Passt.
Hier wird nun ein Journalist grausam ermordet, in den 4 Wänden des arabischen Konsulats, von einer eigens dafür eingeflogenen Spezialeinheit. Nun wird in unserem "Wertewesten" erfolgreich an der Verwässerung gearbeitet damit ja niemand wirklich daran schuld sein kann. Gratuliere! Merken Sie was? Also mich erinnert es an eine Komödie. Ich würde diese gerne verfilmen, vielleicht unter "Wilder Westen vs. Werte Westen"? Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen. Gespannt verfolge ich diese Komödie weiter, sonst wird die Komödie zu kurz für einen Film.

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Edgard 18.10.2018, 08:05
9. Herr Pompeo weiß aber doch...

... daß es im Koran sehr wohl das Verbot der Lüge gibt... dies aber nicht gegenüber "Ungläubigen" (obwohl Christen aufgrund der gemeinsamen Buchreligion nicht dazugehören sollten) gilt.
Oder weiß er es nicht? Es würde mich nicht wundern, ebenso wenn es sich eh nur um ein Lippenbekenntnis handelt; US-Aussenminister waren schon früher nicht unbedingt Garanten der reinen Wahrheit.
Und gegen die Rüstungsindustrie haben Werte wie Meinungs- und Pressefreiheit eh keine große Chance; unter der Egide des GröPraZ (oder GröLüaZ?) schonmal garnicht.

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