Forum: Politik
US-Demokraten im Wahlkampf: Das Gesundheitsrisiko
ER Productions Limited/ Getty Images

Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber wollen Donald Trump auch mit dem Thema Gesundheitspolitik schlagen. Doch ihre Ideen für eine gesetzliche Krankenversicherung könnten zu radikal sein.

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krautrockfreak 30.09.2019, 13:59
1. Wenn man sieht, welch ein Luxus wir hier haben mit unserem Vollkasko-

system, das jedem so ziemlich alles bezahlt (außer Brillen komischerweise und Zahnersatz), selbst bei eigenverschuldeten Unfällen etc., dann ist es umso ärgerlich, wenn man sieht, wie unser an sich tolles System von allen und jedem ausgenutzt und geplündert wird (Ärzte, Kassen, Pharmaindustrie, Krankenhäuser und auch die Patienten).

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horstenporst 30.09.2019, 14:01
2.

"Er verliert aber an Zustimmung, wenn die Menschen hören, dass damit Steuererhöhungen einhergehen könnten" So macht man Stimmung mit Umfragen. Wenn man die Steuererhöhung erwähnt, sollte man auch die damit einhergehende Ersparnis (keine Selbstbeteiligungen und Prämienzahlungen mehr) erwähnen. Eine vierköpfige Familie zahlt in den USA im Durchschnitt fast 30.000 Dollar für ihre Krankenversicherung. Kaum ein Durchschnittsamerikaner hätte wohl etwas dagegen, diese Kosten einzusparen und stattdessen 15.000 Dollar mehr Steuern zu bezahlen. Aber das verschweigen CNN, MSNBC und Konsorten gerne.

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uhu_13 30.09.2019, 14:28
3. Kosten Kosten Kosten

das Problem in den USA sind die Kosten. Das fängt bei der Ausbildung des Personals an (privat auf Kredit), geht über die Haftpflichtversicherungen (unendlich teuer) weiter. Z.B. Beides spiegelt sich in den Gehältern nieder, Ärzte 200k bis 400k, Krankenschwester 70k-200k. Dazu die unsägliche Bürokratie, jede Abrechnung geht duch tausend Hände. Und natuerlich die berühmten USA Preise für Medikamente und Medizinequipment. Es ist so ziemlich egal wie versichert ist, das Kostenproblem bleibt. Der einzige Vorteil "großer" Versicherungsblöcke (das kann auch eine staatliche Versicherung sein) ist die bessere Verhandlungsposition.

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vothka 30.09.2019, 14:30
4.

Unsere Krankenkasse ist ja auch wirklich so toll. Ich darf da als Single 750€ einzahlen - andere zahlen 100€ und haben gleich noch 4Kinder mitversichert. Läuft hier alles unter dem Deckmantel "gerecht".

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Atheist_Crusader 30.09.2019, 14:47
5.

So radikal ist das alles gar nicht, zumindest nur für europäische Ohren. Nach unseren Maßstäben probieren die Demokraten ein bisschen auf Mitte-links herum, während das nach US-Mabstäben schon gefährlich nahe am Kommunismus ist. Noch. Aber diese Extreme weichen auf. Für die Baby-Boomer-Generation in deren Kopf noch die Kalter-Kriegs-Propaganda herumrattert, ist natürlich das europäische Modell fünf Minuten davor Leute in die Gulags zu schicken. Aber die jüngeren Generationen - Millenials und Generation Z - sehen immer mehr was andere Länder haben und sehen nicht ein warum die USA das nicht auch hat. Die ächzen unter den Kosten ihrer Gesundheitsversicherung, Studien, etc. und lassen sich nicht von antiquierten Kampfbegriffen vonseiten der rechten Politiker und Propaganidsten verschrecken.

Wenn Demokratische Kandidaten wie Sanders selbst auf Fox News von einem definitiv nicht zu ihren Gunsten voreigenommenen Publikum standing ovations bekommen, sehe ich nicht das riesige Problem.
Im Gegenteil: nicht weit genug zu gehen aus Angst als radikal zu gelten könnte sich als großer Fehler herausstellen. Biden zum Beispiel könnte locker als moderater/progressiver Republikaner durchgehen. Der Mann hat keine großen Visionen, sondern will vor allem bestehendes verbessern. Deswegen galt er lange Zeit als die sicherste Wahl für die Dems. Aber jetzt wird er gerade von Elisabeth Warren überholt.

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Maths 30.09.2019, 14:56
6. Solidarität

Zitat von vothka
Unsere Krankenkasse ist ja auch wirklich so toll. Ich darf da als Single 750€ einzahlen - andere zahlen 100€ und haben gleich noch 4Kinder mitversichert. Läuft hier alles unter dem Deckmantel "gerecht".
Ja das ist auch toll. Das bedeutet nämlich, dass Sie und ich, als Gutverdiener an der Beitragsbemessungsgrenze (diese liegt bei ca. 4500€ und damit in meinen Augen zu niedrig; macht je nach Zusatzbeitrag ca. 720 € die Sie und Ihr AG maximal einzahlen), es auch Menschen mit niedrigerem Einkommen ermöglichen eine adäquate Gesundheitsversorgung zu erhalten.
Aber ich vermute, dass Sie darauf mit Ihrem Ego sch****** und die Anderen egal sind und natürlich ärgert es mich auch, wenn sich Leute vorsätzlich schädigen und womöglich noch nicht mal arbeiten und dann auf "meine Kosten" rundum versorgt werden.
Ich sehe jedoch keine bessere Alternative. Ein System wie in den USA, wo jeder für sich selber kämpft und im Zweifelsfall wenn ihm das Schicksal übel mitspielt in eine enorme Kostenfalle gerät oder gar medizinisch nicht versorgt wird, ist ganz sicher keine.
Da sehe ich das Solidarprinzip deutlich im Vorteil und es gibt einem auch selbst das beruhigende Gefühl im Fall der Fälle nicht im Regen stehen gelassen zu werden. Ein Gefühl um das uns Milliarden Menschen beineiden!

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manicmecanic 30.09.2019, 15:17
7. Problem sind die Kosten

wo sonst in den USA so einiges günstiger ist wenn man da lebt sind die Kosten der Gesundheitsindustrie exorbitant hoch.Daran ändert welches Versicherungsmodell auch immer nichts.

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Schartin Mulz 30.09.2019, 15:19
8. Eine

Krankenversicherung für alle ist also "zu radikal". Interessant.
Dass in einem Land von der Wirtschaftskraft der USA 30 Mio keinen Krankenversicheungsschutz haben und sogar das Gesetz, das immerhin 20 Mio einen solchen Schutz verschafft hat, weiterhin in der Kritik steht, ist ein Armutszeugnis für die zivilisierte Gesellschaft und die angeblichen "westlichen Werte".

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eggie 30.09.2019, 15:24
9. Überschrift

"Der selbsternannte Sozialist" - klar, dass diese Halbironie dem Spiegel entgeht, der überall, wo nicht den Gesetzen des Markts freies Spiel gelassen wird, orthodoxen Kommunismus wittert und am Horizont bereits Zustände wie die während des Großen Sprungs heraufdräuen sieht.

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