Forum: Politik
US-Einreiseverbot: Welche Länder Trump warum wählte
DPA

Der von US-Präsident Trump verhängte Einreisestopp gegen Bürger aus sieben Ländern hat heftige Reaktionen ausgelöst. Nun wird spekuliert: Warum wählte er eben diese Staaten - und verschonte andere?

Seite 1 von 6
reflektiert_ist_besser 31.01.2017, 15:54
1. Logik

wer versucht eine Logik hinter dem Aktionismus von Trump zu finden ist sowieso auf dem falschen Weg. Das ist billiger Aktionismus ohne Sinn und Verstand. Wie lange noch?

Beitrag melden
muunoy 31.01.2017, 15:57
2. Wir kommen der Sache näher

Na, so langsam nähern wir uns den tatsächlichen Begebenheiten. Immerhin wird nun erwähnt, dass es schon bisher Einreiserestriktionen für Menschen aus den genannten Ländern gab. Die bisherige Regelung, die ich immer auf meinen Buchungsbestätigungen fand, war in meinen Augen skandalöser als was jetzt von Trump kommt. Auf meiner Buchungsbestätigung stand, dass jedem, der sich seit 2011 schon einmal in einem der genannten Länder aufgehalten hat, die Einreise verweigert werden kann. Trump hat nun festgelegt, dass lediglich Bürgern dieser Länder die Einreise verweigert wird. Nun möge man folgendes berücksichtigen: Obama und Trump haben dieselben Länder ausgewählt. Bei Obama war jeder im Visier, der sich seit 2011 schon mal in so einem Land aufgehalten hat. Bei Trump nur diejenigen, die aus diesen Ländern abstammen. Wer ansonsten schon mal in die USA eingereist ist, weiß, wie wichtig es den USA ist, dass man schon vor Abflug in die USA eindeutig identifiziert ist. Das interessiert die mehr als alles andere. Bei der Mehrfacheinreise über ESTA kann man ja neuerdings über einen Computer die Formalitäten erledigen. Die Einreise geht jetzt ganz schnell, wenn die USA bereits wissen, wer man ist.
Wenn man dann noch berücksichtigt, dass die Identifizierung von Menschen aus den genannten Ländern derzeit schwierig bis unmöglich ist, was wir in Deutschland ja derzeit schön an zig Beispielen sehen, liegt doch wohl die Vermutung nahe, dass die Annahme, dass Trump den eigenen Sicherheitsvorkehrungen misstraut, die richtige ist. Sprich: Er und seine Sicherheitsberater sorgen sich darum, die Menschen aus den genannten Ländern nicht eindeutig identifizieren zu können. Im Falle von Saudi-Arabien kann man das normalerweise. Sollte es Trump bzw. seinen Stab gelingen, nun innerhalb von 90 Tagen gelingen, dieses Sicherheitsproblem irgendwie zu lösen, so wäre dies nicht nur gut für die ehrlichen Menschen aus den genannten Ländern. Nein, auch wir könnten daraus wohl lernen. Schließlich wird wohl niemand behaupten, dass wir in Deutschland derzeit nicht ein Problem mit Menschen unklarer Identität und unklarer Herkunft hätten. Neben Terrorismus ist ja auch das Problem des Sozialbetrugs nicht ganz zu vernachlässigen, was Fälle von Männern mit bis zu 18 Identitäten gezeigt haben. Also sollten wir hoffen, dass es der Trump-Administration gelingt, eine Lösung für dieses Problem zu finden.

Beitrag melden
CorpRaider 31.01.2017, 16:08
3. Alles logisch

Die Türkei ist NATO Mitglied und wird als strategischer Partner gebraucht. Mit Ägyptens Präsident al-Sissi versteht sich Trump blendend. Er sieht in Ägypten einen starken Verbündeten im Kampf gegen Islamisten. Zu Pakistan will er die Beziehungen deutlich verbessern und die Kooperation der Saudis braucht er einerseits in Syrien, andererseits haben sie hunderte Milliarden Dollar in den USA investiert. Die Saudis waren unter Obama unantastbar und sie werden es auch unter Trump sein - nur dürfte sich Trump wohl nicht vor dem König verbeugen wie damals Obama.

Beitrag melden
schlaueralsschlau 31.01.2017, 16:30
4. Kann mich hier jemand aufklären?

Auf der Pressekonferenz spricht er noch von seinem tollen Freund Hussein Damac, wobei das Damac sehr holperig rüberkommt. :D https://www.youtube.com/watch?v=CQ9p97RijGw Heißt das Unternehmen jetzt DAMAC und der Chef so wie im Text genannt oder fiel Trump der Name seines großartigen Freundes nicht mehr ein und er nannte ihn dann einfach Hussein Damac nach dem Unternehmen? Mir geht dieser Teil der Rede nicht mehr aus dem Kopf, aber letzteres würde erklären, dass er sich nicht an die Namen guter Freunde erinnern kann.

Beitrag melden
widower+2 31.01.2017, 16:33
5. Unterschied

Zitat von muunoy
Na, so langsam nähern wir uns den tatsächlichen Begebenheiten. Immerhin wird nun erwähnt, dass es schon bisher Einreiserestriktionen für Menschen aus den genannten Ländern gab. Die bisherige Regelung, die ich immer auf meinen Buchungsbestätigungen fand, war in meinen Augen skandalöser als was jetzt von Trump kommt. Auf meiner Buchungsbestätigung stand, dass jedem, der sich seit 2011 schon einmal in einem der genannten Länder aufgehalten hat, die Einreise verweigert werden kann.
Erkennen Sie den entscheidenden Unterschied nicht, oder wollen Sie ihn einfach nicht erkennen, weil das Ihr Weltbild erschüttern würde? Unter Obama gab es Restriktionen und verschärfte Überprüfungen und eine Einreise KONNTE verweigert werden. Unter Trump gibt es ein komplettes und pauschales Einreiseverbot für ALLE Staatsbürger eines bestimmten Landes.

Beitrag melden
foxpwn 31.01.2017, 16:37
6.

Saudi Arabien hat Öl, Pakistan hat Atomwaffen. Wer weiß, was bei den anderen "ausgelassenen" Ländern dahinter steckt. Aber vielleicht sind die Länder auch nur völlig willkürlich gewählt, bei Trump weiß man nie. Möglicherweise hat er einfach die Liste von Obama übernommen.

Beitrag melden
cpt.z 31.01.2017, 16:38
7. Vielleicht mal die EO lesen?

Da steht doch drin, warum diese Länder auf der Liste stehen. Sie haben keine Regierungen, die über die Staatsgewalt im gesamten Land verfügen und demnach sind die Passinformationen/Sicherheitsinformationen aus diesen Ländern lückenhaft. Das mag zwar auf den Iran nicht zutreffen, aber der ist ja in den USA ohnehin ein Thema für sich. Daher stehen Afghanistan und Pakistan oder auch Jordanien, der Libanon, Indonesien oder Nordkorea nämlich nicht auf der Liste. Deren Regierungen sind im großen und ganzen die Gewalt im Land. Das ist im Yemen, in Syrien oder Somalia eben nicht so. In der Zwischenzeit werden übrigens ALLE anderen Länder überprüft. Damit sich das Heimatschutzministerium in den drei Monaten, die diese Überprüfung dauern soll nicht auch noch mit Ländern rumschlagen muss, in der es teilweise gar keine Ministerien mehr gibt, die Informationen liefern könnten, ist deren Einreise für diese Zeit ausgesetzt. Auch das steht in der Executive Order (EO). Das muss man nicht gut heißen, aber es ist nachvollziehbar und logisch.

Beitrag melden
Tadeuz2 31.01.2017, 16:43
8. Obama

So hirnrissig wie Trumps Dekret auch sein mag, so unbekannt sind die Maßnahmen von Obama. Doppelstaatler wie Deutsch-Iraner konnten immer ohne Visum in die USA einreisen bis Obama das geändert hat. Seitdem mussten auch diese deutschen Staatsbürger aufwändig ein Visum beantragen. Fazit: So ein vermeintlicher Engel war Obama beileibe auch nicht.

Beitrag melden
bigroyaleddi 31.01.2017, 16:45
9. Folgendes Zitat hat mir besonders gut gefallen:

"Am 21. August 2015 rief Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung: "Saudi-Arabien, ich kommt mit denen klar. Sie kaufen Apartments von mir. Sie geben 40, 50 Millionen Dollar aus."

Dem ist doch eigentlich kaum was hinzuzufügen.

Beitrag melden
Seite 1 von 6
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!