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US-Experten zum Krim-Konflikt: "Wir sollten Putin nicht drohen"
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Kurz vor dem geplanten Krim-Referendum erhöht der Westen den Druck auf Russland. Das könnte nach hinten losgehen, warnen Fiona Hill und Clifford Gaddy von Amerikas Brookings Institution. Hier erklären sie, wie Präsident Wladimir Putin tickt.

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BettyB. 15.03.2014, 19:14
60. Merkel in Russland

"Kanzlerin Merkel verfügt weiterhin über Autorität und Glaubwürdigkeit in Russland". Stimmt. Aber als knallharte Vertreterin US-amerikanischer Interessen, die mit Schrecken daran denkt, die EU könnte mit Russland enger zusammenarbeiten. Die Frage ist nur, ob sie sich an die US-Amerikaner angehängt hat oder das europafeindliche Spiel noch antreibt.

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rolga-75 15.03.2014, 19:16
61. Russland hat

von Westen nichts gutes bekommt, es ist immer unzufrieden. Und deshalb verliert es nichts, außer Bedroung für Wirtschaft. Aber für die Russen das spielt keine große Rolle. Die Bedroungen haben nur gegenzätzlichen Effekt. "Wir werden arm, aber stolz."

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Thorsten_Barcelona 15.03.2014, 19:22
62. Billig wird es auch für Russland nicht

Zitat von ghanima23
Wieso ist das denn ein wirtschaftliches Problem für Russland?? Das Problem hat sich doch jetzt die EU auf Gedeih und Verderb ans Bein gebunden. Die EU wird jetzt den Oligarchen die Tasche füllen, die Ukrainischen Gasrechnungen bei Russland zahlen, sie ist dabei der Ukraine zusammen mit dem IWF schmerzhafte 'Reformen' aufzuzwingen, sie wird die Schulden der Ukraine bei Russland begleichen müssen um einen ukrainischen Staatsbankrott zu verhindern. In fact, die ersten 3.Mrd. IWF Hilfskredite müssen ja dazu verwendet werden, um den Russen die Kredite welche diese unter UK law gewährt haben, zurückzuzahlen. Darüber hinaus legt man sich mit einer Regierung der zumindest eine Reihe anrüchige Personen angehören unter eine Decke. Warten wir 5-10 Jahre. Wenn die Ukrainer unter dem Spardiktat der EU/IWF was auch immer an bescheidenem Wohlstand vorhanden war, auch noch verloren haben, die Industrie im Westen die Tore geschlossen und weit Teile der Ukraine nur noch Agrarland sind, dann werden wir sehen wie attraktiv die EU dann noch für die Ukrainer ist. Aufnehmen kann man sie darin sowieso nicht, ein weiteres leeres Versprechen.
Russland wird Milliarden in Infrastruktur investieren müssen. In El Pais konnte man heute lesen, dass 80% de Stroms und 60% des Wassers der Krim vom Festland kommt. Und nicht vom russischen Festland. Nun ja, man wird sehen, ob am Montag der Strom immer noch aus der Ukraine kommt. Ausserdem wäre eine Brücke zwischen Russland und der Krim wohl wünschenswert. Bis jetzt gibt es dort nur eine Fährverbindung. Renten und Gehälter werden wohl auch nicht mehr aus Kiev bezahlt, sondern Moskau muss dafür aufkommen. Einige Noch-Ukrainer träumen schon von der vorgezogenen Rente. Zumindest für Frauen scheint das Rentenalter in Russland unter dem in der Ukraine zu liegen. Es ist nicht unrealistisch zu sagen, dass die Krim für Russland so teuer wird, wie der Rest der Ukraine für den Westen. Mit dem Unterschied, dass Russland die Kosten alleine tragen muss. Mit zusätzlichen Sanktionen wird da schon eine sehr hübsche Zahl zusammenkommen. Kein Wunder, dass der russische Markt nervöser ist als die Börsen im Westen.

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Bloomberg 15.03.2014, 19:23
63.

Zitat von sagichned
Ich weiß nicht was das für Russlandexperten sein sollen, die nicht verstehen, dass es in der Krimfrage für Putin k e i n Zurück mehr gibt.
Das sehe ich auch so.
Nur aus eine andere Grund: aus der russische staatlichen Außenpolitik/Doktrine der Nationalen Sicherheitsinteresse. Der russische Schwarzmeerflotte und Sewastopol /Militär-Basis gehört zur Frage: Nationalen S i c h e r h e i t.

(PS.: aber dies nicht bedeutet, dass dies " Wenn Putin ..dass sie nach Gorbotschow und Jelzin zum dritten Mal schwer betrogen wurden. Glücklicherweise hört Putin auf das russische Volk und nicht die Schreihälse im Westen." aus Ihren Beitrag nicht eine passende Sicht währe, trotz dass dies mit der Nationalen Sicherheitsfrage nicht viel zu tun hat.)

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HAJ 15.03.2014, 19:23
64. So sieht das also aus, von Washington aus gesehen

Mit dem Putinschen Russland auf der Grundlage von Kooperation und Vertrauen umzugehen ist nach Meinung dieser Experten unmöglich, weil "Putin eben so tickt". "Putin geht so vor: Er macht einen Zug, geht ans Limit, aber nicht darüber hinaus. Dann wartet er auf unsere Reaktion. Er beobachtet genau, wie jeder Einzelne auf der anderen Seite agiert. Wenn wir mit harten Bandagen kämpfen, dann geht er umso entschiedener vor." Und da schlagen jetzt diese Experten vor, Vertrauen durch Apeasement und Entgegenkommen zu schaffen? Das liefe darauf hinaus, Teile Osteuropas einschliesslich Baltikum und Polen, dem Einflussbereich Russlands zu überlassen. 600 Millionen Europäer fühlen sich durch diese Perspektive bedroht.

Die Realität ist auch, dass Russland 145 MIO Einwohner (einschliesslich Krim) hat, die EU aber eine 7 mal grössere Wirtschaft. Grosse Teile der russischen Bevölkerung sind bettelarm. Die EU darf sich durch militärische Mittel keine Politik aufzwingen lassen, die die individuelle Freiheit und den Rechtsstaat massiv bedrohen. Ethnische Probleme Russlands beruhen auf dem Mittel der Vertreibung und Ermordung ganzer Ethnien in den vergangenen 100 Jahren. Das muss Vergangenheit bleiben.

Poltitberaterzirkel in Washington mögen ratlos sein, die Politspielchen, die sie sich aus den Fingern saugen, helfen wirklich nicht weiter.

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Einfacher Bürger 15.03.2014, 19:27
65. Putin honoriert keine Schwäche

Nachgeben ermuntert Putin nur, noch weiter zu gehen. Russland ist nicht mehr mächtig genug, um sich wie eine Großmacht aufzuführen.

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11severinus 15.03.2014, 19:27
66. Zwei Varianten

Psychologisch fein gedacht und kalr, so ist halt ein Despotensystem, immer gewesen, und Putin kanns halt auch.
Aber sein Prinzip gefällt mir nicht, ihm gefiele sicher nicht, wenn ich der Große Bruder wäre.
Er muss lernen, dass er sich mit den richtigen Mitteln wehren muss, das müssen wir alle.
Ein Lernprozess, bei Unfähigkeit zu lernen oder sich anzupassen, muss es ihm dann so gehen, wie er es denen angedeihen lässt, die nicht lernfähig sind, seine Prinzipien zu tolerieren. Die Reihe muss ihrer Meinung denn anscheinend immer mehr wachsen, bis dann ihr Think Tank reüssiert, weill wir ja erstmal nu ja nicht reizen sollen das wilde Tier. Also die Bröckchen, die er ja nur, um verstanden zu werden, sich grabscht, weiter vorlegen, ob es der Gefängnisgang Pussy Riots ist oder mal die ganze krim, egal, er braucht was zu fressen und das wird er sanftmütiger. Vielleicht ist es gut, dass er gereizt ist und sich so verhält, er zeigt sein wahres Gesicht und das wird dann, wenn wir ihn reizen, ja wohl immer häßlicher. Harsch, Limit, drastischer Zug, Wilder Westen, Banditenzwangsmethoden, der Methaphern nicht genug? Und bist Du nicht willig, so brauch ich oder brauch ich dann doch nicht Gewalt oder wie?

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Zickenschulze 15.03.2014, 19:30
67. Wen

Zitat von syracusa
Familienfehde? Damit implizieren Sie, dass die Ukraine kein souveräner Staat ist, sondern dass es sich in seine geopolitische Lage einzufügen hat. Damit implizieren Sie, dass die Ukrainer kein Recht haben, für Demokratie, Menschen- und Bürgerrechte in ihrem Land einzutreten, wenn es dem großen Bruder nicht gefällt. Sorry, aber diese Zeiten sind vorbei. Die Weltgemeinschaft duldet es nicht mehr, wenn ein imperialistischer Staat seine Nachbarn als seinen Vorhof behandelt und diesem seinen Willen aufzwingt.
meinen Sie mit Weltgemeinschaft? Und welche Rechte implizieren Sie dieser "Weltgemeinschaft"? Dass die "Demonstration" auf dem Maidan eine Willensbekundung aller Ukrainer war, glauben Sie wahrscheinlich selbst nicht.

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passagier1 15.03.2014, 19:30
68. kalter Krieg 2.0

eine Änderung gibt es schon, eine Hegemonialmacht ist weggefallen. Wozu bedarf es dann noch einer weiteren?

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hal5000 15.03.2014, 19:31
69.

Zitat von Thorsten_Barcelona
In El Mundo wird gerade berichtet, dass russische Truppen in Cherson aufgetaucht sind. Cherson ist nicht Teil der Krim. Warten wir ab, ob sich das bestätigt. In Cherson sollen übrigens nur 20% Russen leben, wenn man Wiki glaubt.
Wäre nicht verwunderlich. Putin würde nur einem Strickmuster folgen, dass schon ein kleiner Gefreiter aus Österreich in den 30er Jahren mit Erfolg umgesetzt hat. Erst Einmarsch zum Schutz der dort ansässigen Ethnie (hier eben die Krim, nicht das Sudetenland), dann Zerschlagung der Rest-Ukraine (statt wie vormals "Rest-Tschechei"). Und das alles begleitet vom Schalmei-Spiel der "Denkfabrikler" Hill und Gaddy, ideal besetzt für die Rolle des Chamberlain der Version 2014. Vorhang.

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