Forum: Politik
US-Experten zum Krim-Konflikt: "Wir sollten Putin nicht drohen"
Getty Images

Kurz vor dem geplanten Krim-Referendum erhöht der Westen den Druck auf Russland. Das könnte nach hinten losgehen, warnen Fiona Hill und Clifford Gaddy von Amerikas Brookings Institution. Hier erklären sie, wie Präsident Wladimir Putin tickt.

Seite 9 von 14
mc6206 15.03.2014, 20:00
80. Die Teilnahme in der Kontaktgruppe

Zitat von crossroads1958
Ich halte diese Analyse für falsch, denn wenn Putin für Diplomatie und Gespräche zugänglich wäre, wäre auf die Gesprächsangebote über ein Kontaktgruppe gerade von Merkel zumindest eingegangen. Nein, mit Menschen wie Putin lässt sich nicht reden, diese Menschen respektieren nur andere Menschen die mit Härte reagieren. Putin meint immer noch dass das Menschen und Gesellschaftsbild der ehemaligen Sowjetunion sei dem Westen überlegen und müsse wieder zu alter Stärke und Größe zurückfinden. Die Krim ist nur ein Versuchsballon von Putin um zu sehen wie weit der Westen geht. Und wenn wir es als gegeben hinnehmen, weil wir uns vor einer härteten Gangart fürchten, wird die Ukraine nur der Anfang sein. Ich erinnere an Georgien. Wehret den Anfängen
macht keinen Sinn solange der Zweck der Kontaktgruppe ist, Putin zum Nachgeben zu zwingen. Putin wird in der Kontaktgruppe mitmachen, sobald die Nato akzeptiert, dass es in Kiew einen Putsch gegeben hat, dass die gegenwärtige Regierung keine Legitimität hat, usw.. Solange der "Westen" darauf besteht, dass das was in Kiew abgelaufen ist, legitim war machen Gespräche keinen Sinn, denn beide Seiten werden sich bekannte Positionen vorlesen.

Das bringt nichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
riesers 15.03.2014, 20:01
81.

Zitat von tonihormoni
Wenn die Krim demnächst per Referendeum abstimmt, dann braucht Putin - ob der ethnischen Mehrheitsverhältnisse - nicht einmal Manipulateure, um die Wahl für sich zu entscheiden. Dann steht der Westen extrem dümmlich da, vermeintliches Völkerrecht gegen Volkeswillen.
Sie haben sich ein kindliches Weltbild erhalten. Das Referendum ist völlig wertlos. Putin wird sich nicht einen dauernden Unruheherd an den Hals binden wollen, davon hat er genug. Er schafft sich bessere Verhandlungspositionen, aber die Krim lässt er bei der Ukraine. Er hat jetzt die Nationalisten zuhause besänftigt, nun kann er den Friedensfürst hervorkehren, mit dem Faustpfand des Referendums. Die Krimrussen sind ihm egal, das waren willkommene Steigbügelhalter, mehr nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
niverda 15.03.2014, 20:03
82. Putin hat in allen Bereichen...

...seine Glaubhaftigkeit verloren. Seine Politik ist machtorientiert und verlogen. Ja, der Westen hat Fehler gemacht, aber das rechtfertigt nicht sein politisches Vorgehen, welches an das letzte Jahrhundert erinnert - der Westen ist keine homosexuelle Minderheit, die man einfach aus der Gesellschaft katapultieren kann und unter Strafe stellen kann - Hallo! Er muss umdenken - NICHT wir!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
toaster1976 15.03.2014, 20:05
83. Nichts aus der Geschichte gelernt

--Zitat -- Wir müssen jetzt einen Weg finden, der uns Putin nicht zum Feind macht. Nicht, weil wir Angst vor einem russischen Angriff haben, sondern weil Putin niemals nachgeben würde. --Zitatende --
Das heißt praktisch, man sollte immer nachgeben, wenn jemand nicht nachgeben will. Ja, klasse! Damit kriegen wir ihn bestimmt unter Kontrolle! Wenn gerade Europa etwas aus der Geschichte gelernt haben sollte, dann, dass man agressiven Staatschefs niemals nachgeben darf. Für diese Erkenntnis haben über 60 Millionen Menschen mit ihrem Leben bezahlt und diese beiden "Experten" maßen sich mit ihren Aussagen an, diese Opfer als völlig sinnlos hinzustellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
danielkreuzner 15.03.2014, 20:07
84. endlich mal ein vernünftiger Kommentar

genau so ist es .die Analysten haben absolut recht. Putin ist bereit bis zum Äußersten zu gehen. er hat da keine Angst. wer in einem Arbeiterviertel aufgewachsen ist weiß was ich meine. er verhält sich wie der 14 -jährige Junge der sich im Viertel behaupten muss. "zeige dem Gegenüber die Grenzen auf - auch wenn es ein blaues Auge bedeutet"
"schrecke den Anderen so ab daß er das Risiko nicht eingeht- aber sei bereit das Risiko jederzeit einzugehen !"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mc6206 15.03.2014, 20:09
85. Es geht schon lange nicht mehr um Wirtschaft

Zitat von tomrobert
Russland wird wirtschaftlich erhebliche Probleme bekommen. Die Ukraine wird zu Dauerproblem für Russland, und das kostet Russland sehr viel Geld. Darüberhinaus wird der Westen - schon durch die früheren Sowjet okkupierten Staaten - sehr misstrauisch in Bezug auf dauerhafte Investitionen und technologische Transfers. Der Westen sollte weder drohen , noch Putin als eigentliche Bedrohung mit dem Ziel - es gibt gute Russen und böse - in den Mittelpunkt stellen. Zur Zeit schaukelt sich die Kriese immer weiter hoch. Zum eigentlichen Problem werden die Ukrainischen Nationalisten. Forderungen einiger USA Politiker Waffen an die Ukraine zu liefern, gefährden EU Sicherheitsinteressen!
sondern um existentielle Sicherheit für Russland. Wenn die EU/NATO das nicht begreifen wollen, dann braucht man nicht zu reden. Es geht darum dass Russland (nicht nur Putin) sich durch das Heranrücken der Nato an russische Grenzen konkret bedroht fühlen. Und seit Ausbruch der Krise verlegen die US Kriegsgerät und Spionageflugzeuge/schiffe an die Grenze Russlands. Manöver finden statt, die man auch als Truppenaufmarsch deuten kann.

Das ist alles nicht friedlich sondern materielle Eskalation.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Epikurus 15.03.2014, 20:10
86. In Russland und auch in der Ukraine hat die Bevölkerung

am meisten Angst vor dem Chaos, wie es in der Jelzin und Gorbatschow-Ära war. Putin wird von der eigenen Bevölkerung teilweise auch als sympathisch wahrgenommen und steht für Stabilität und Restauration im Lande. Kritik findet Putin in der Bevölkerung, weil er nicht mit der Korruption aufgeräumt hat und die Rechtssicherheit im Lande viele Mängel aufweist.
Allerdings muss Russland im Vergleich zur EU-Kommission kaum einen Vergleich fürchten, da die EU-Kommission als machtvolles Instrument der Europäer nicht durch Wahlen legitimiert ist.
Drohungen gegen Russland könnten auch von Russen außerhalb von Russland lebend, als feindlichen Akt angesehen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cc1452 15.03.2014, 20:10
87. So ein Quatsch

Die Krim hat bereits einen Autonomiestatus in der Ukraine, und die Ukraine hat diesen Status nie in Frage gestellt.
Was soll ausserdem der Unsinn mit der "Angst vor der NATO"? Russand hat genug Nuklearwaffen um alle Natoländer mehrfach platt zu machen - das ist ein scheinheiliges Argument.
Andererseits ist es ganz klar, dass all die ehemaligen Vasallenstaaten der UdSSR aufgrund historischer Erfahrungen und aufgrund aktueller Entwicklungen Angst vor Russland haben und einen Weg unter den Schutzschirm der NATO suchen.
Putin (ein Autokrat, der seine Karriere im Geheimdienst eines totalitären und imperialistischen Systems gemacht hat, ein System in dem gefoltert wurde und in dem Andersdenkende einfach verschwunden sind - glaubt denn wirklich jemand im Ernst, dass so ein Mensch ein "lupenreiner Demokrat" wird?) lässt gerne seine Muskeln spielen, sowohl auf vorpubertären Fotos als auch mit seinem Militar.
Heute gab es erste Berichte von Versuchen russischer Einheiten, in ukrainisches Gebiet ausserhalb der Krim einzudringen. Putin (den man viel eher als Faschist oder Nationalist bezeichnen sollte als einige andere) wird weiter zündeln, es sei denn er merkt dass er sich die Nase blutig schlagen wird. Und wenn ihm sein imperialistischer Expansionssdrang so wichtig ist, dass er einen Krieg riskiert, dann soll er ihn auch haben dürfen... (und natürlich ist das dann alles die Schuld der bösen USA und EU).
Es ist alles so einfach: zieh' Deine Truppen in ihre Stützpunkte zurück (niemand fordert einen Abzug aus der Krim), lass' die Krim mit der Ukraine über ihren Status verhandeln (besetzen kannst Du sie immer noch wenn alles schiefgeht), und lass' die Ukraine selber entscheiden wo sie hin will. Das ist der zivilisierte Weg. Und wenn Du dies nicht tust, dann gibt es eben Sanktionen (die wirtschaftlichen Konsequenzen kannst Du dann Deiner eigenen Bevölkerung erklären), und wenn Du einen militärischen Konflikt suchst, dann wird der noch schwerere Konsequenzen haben...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frank-12 15.03.2014, 20:12
88. was Sie vielleicht noch nicht wissen...

Zitat von hal5000
Ja, frech, dass die EU auf destabilisierende Weise ehemaligen Ostblock-Staaten wie z.B. den baltischen Staaten erlaubt hat, aus eigener Veranlassung der EU beizutreten, anstatt solch freches Ansinnen abzulehnen. Gut also, dass Russland sich endlich jetzt wieder der bewährten, stabilisierenden Vorgehensweisen aus der DDR 1953, Ungarn 1956, der CSSR 1968 erinnert. Habe ich Sie da richtig verstanden?
… aber die UDSSR von 53, 56 und 68 gibt es nicht mehr.
Das mag Sie überraschen ist aber in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen. Die Tatsache, dass Staaten, die früher zur UDSSR gehört haben und jetzt zur EU beitreten oder sogar zur NATO, wird im heutigen Russland (früher der Zentrale Teil der UDSSR z.I.I.) als Schmähung, Verlust, Bedrohung empfunden. Ob dies nun sachlich begründet ist oder nicht, spielt bei Emotionen keine Rolle. Für Politiker ist sie aber wesentlich - sollte es sein.
Wie im Interview auch erwähnt, auch wenn man selbst nicht die Meinung, Empfindung und Einschätzung Putins und der Mächtigen in Russland teilt, so sollte man sie kennen und in seine Überlegungen mit einbeziehen.
Wer Russland droht, aus den G8 ausschließt oder anderweitig den Dicken-Macker herauskehrt, schadet Allen.

An andere Stelle wurde Putin mit Hitler verglichen – ich glaube nicht, dass es noch dümmer und ignoranter geht. In Geschichte wohl nie etwas verstanden gehabt. *verzweifeltes Kopfschütteln*

Beitrag melden Antworten / Zitieren
plleus 15.03.2014, 20:15
89. Rechte

[QUOTE=kumi-ori;15168804Putin hat sich leider verrannt. Russland ist ein Land, so wie Belgien, Spanien oder Kanada. Nicht mehr und nicht weniger. Russland kann nicht einfach in irgendwelche anderen Länder einmarschieren und eine "eurasische Allianz" gibt es nicht. Man muss ihm das schonend näherbringen, aber irgendwoie so, dass er es von selbst kapiert.[/QUOTE]


Warum nicht, die USA konnten das doch auch? Und das auch noch mit
falschen Behauptungen und "fadenscheinigen" Gruenden ( um einmal
Kerry zu zitieren).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 9 von 14