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US-Friedensplan: Wie Trump den Palästinensern den Traum vom eigenen Staat abkaufen wi
ATEF SAFADI/EPA/REX/Shutterstock

Je näher Donald Trumps Friedensplan rückt, desto deutlicher wird: Der Traum der Palästinenser von einem eigenem Staat wird sich nicht erfüllen. Der US-Präsident will sie mit Milliardenhilfen ruhigstellen.

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GoaSkin 16.04.2019, 20:27
1.

Der Status Quo dient doch ohnehin dem einzigen Zweck, dass sich Israel die Palästinenser keine Staatsbürgerrechte gewähren muss aber es zugleich auch keinen souveränen Staat Palästina geben muss. Dabei sind vor allem zwei Tatsachen Fakt: Jüdische Israelis möchten gerne im Westjordanland leben dürfen und den dort lebenden Palästinensern liegt viel daran, dorthin zurückkehren zu dürfen, wo ihre Vorfahren einst lebten (den anderen Teilen Israels). Israel und Palästina sollten einmal den inneren Schweinehund überwinden und einen Neuanfang als jüdisch-palästinensisches Land wagen - meinetwegen das ganze dann wie in vorbiblischen Zeiten "Kanaan" nennen.

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Atheist_Crusader 16.04.2019, 20:28
2.

"Nach Angaben der "Washington Post" werden die US-Verbündeten in dem Plan aufgefordert, zig Milliarden US-Dollar an Finanzhilfen und Investitionen ins Westjordanland und in den Gazastreifen zu stecken. Bei seiner jüngsten Reise in den Nahen Osten im Februar soll Kushner die arabischen Herrscherhäuser um Beiträge gebeten haben."

Ach so ist das. Er will nicht nur die Palästinenser bestechen, er will sie auch noch mit fremdem Geld bestechen. Very on-brand.

Wird selbstverständlich nicht funktionieren. Die Jahrzehnte der Gewalt sind nicht bloß passiert, weil einfach noch keiner den Palästinensern genug Geld geboten hat. Israel hat ihnen gerade erst vor ein paar Jahren als Teil einer Zweistaatenlösung einen hochmodernen See- und Flughafen angeboten, um aus Gaza ein Singapur des Nahen Ostens zu machen. Auch das wurde abgelehnt. Die Hamas will nur Krieg, keine Zukunft. Denn ein zukunftsfähiges Palästina würde die Hamas nicht brauchen.
Jeder Politiker der auch nur daran denkt das Angebot anzunehmen, würde vom Angesicht der Erde verschwinden. Aber selbst wenn es anders wäre, haben die Leute noch nicht den Bruch des iranischen Atomabkommens vergessen - die müssten also befürchten dass selbst wenn sie sich kaufen lassen, am Ende nichtmal eine garantie hätten das Geld zu sehen.


"Wir haben herausgefunden, dass der Konflikt Leute daran hindert, Handel zu treiben und ihre Leben zu verbessern. Hoffentlich können wir dieses Problem lösen"
Wow. Kushner scheint ja ein ganz heller Kopf zu sein. Ein laufender ethnisch-politisch-religiöser Konflikt mit regelmäßigen tödlichen Gewaltausbrüchen hat also negative Auswirkungen auf Wohlstand und Lebensqualität? Gebt dem Mann einen Nobelpreis!

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DOC0511 16.04.2019, 20:30
3. Lauter Rückschritte

Dieses Problem war da als ich das Licht der Welt erblickte, es wird wohl auch noch ungelöst sein, wenn sich mein Sargdeckel schliesst. Es zeugt von ungeheurer Unfähigkeit aller Beteiligten, dass man keine 2-Staaten-Lösung hinbekommt, welche für beide Seiten akzeptabel ist. Die USA scheinen mir in dieser Angelegenheit auch nicht genug neutral zu sein, die Anerkennung der neuen Hauptstadt und die Verlegung der Botschaft waren m. E. unsensibel und des Friedens nicht dienlich.

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peterpan50667 16.04.2019, 20:46
4. @GoaSkin

Das Problem sind nicht die Palästinenser im Westjordanland. Das Problem sind die 5 Millionen palästinensischen Flüchtlinge in den umliegenden arabischen Ländern, die dort noch keine Bürgerrechte haben.
Ich sehe die Palästinenser nicht von der Forderung abrücken, den Flüchtlingen die Rückkehr zu gewähren. Gleichzeitig ist es unmöglich, 5 Millionen Menschen in den 10 Millionen Staat Israel einzubürgern.
Solange dieses Problem nicht gelöst wird, wird dort kein Frieden herrschen.

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s.l.bln 16.04.2019, 20:59
5. Mit Unfähigkeit hat das nichts zu tun.

Zitat von DOC0511
Dieses Problem war da als ich das Licht der Welt erblickte, es wird wohl auch noch ungelöst sein, wenn sich mein Sargdeckel schliesst. Es zeugt von ungeheurer Unfähigkeit aller Beteiligten, dass man keine 2-Staaten-Lösung hinbekommt, welche für beide Seiten akzeptabel ist. Die USA scheinen mir in dieser Angelegenheit auch nicht genug neutral zu sein, die Anerkennung der neuen Hauptstadt und die Verlegung der Botschaft waren m. E. unsensibel und des Friedens nicht dienlich.
Die Israelis werden einer Zweistaatenlösung nie zustimmen. Das würde nämlich bedeuten, daß man sich an festgelegte Grenzverläufe halten muß, womit der grundsätzliche Konstruktionsfehler dieses Retortenstaates zum Tragen käme: zu wenig Platz.
Die haben grade einen Premier im Amt bestätigt, der mit dem Versprechen angetreten ist, illegal weitere Gebiete zu annektieren.
Zusätzlich haben sie die vergangenen Jahrzehnte gelernt, daß es im Grunde egal ist, wer in den USA den Ton angibt. Das derzeit mächtigste Land der Welt hält schützend seine Hand über sie, egal was sie tun.
Die Palästinenser werden nie einen eigenen Staat bekommen.Egal, welches Zugeständnis sie anbieten würden und der letzte, der dort Frieden schaffen könnte, ist Trump. Der hat dort jetzt zwei Jahre lang ohne Not gezündelt.

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albatrosmz 16.04.2019, 21:01
6. Das ist der erste Artikel von Herrn Sydow, dem man zustimmen kann

Der zitierte hochrangige arabische Diplomat brachte es auf den Punkt, "Es gibt keine wirtschaftliche Lösung für ein politisches Problem". Die Karte des Westjordanlandes, die Trump im Sinn hat, muß für jeden Palästinenser ein Katastrophe sein, zumal noch nicht einmal die jüdischen Siedlungen eingezeichnet sind. Aber nach scheinheiligen Protesten, um sein Gesicht zu wahren, wird der gekaufte Hilfs-Sheriff Abbas nicht mehr aufmucken. Dieser Plan wird nicht friedensstiftend sein, sondern das Gegenteil. Und die Palästinenser, die sich gegen diesen erneuten, wiederholten Völkerrechtsbruch wehren, könnte man verstehen. Und natürlich stimmt der Satz von Atheist_Crusaderim 3. Leserbeitrag des folgenden Parallelbeitrags zum Thema.
Man muß dann konstatieren, nicht die Palästinenser, sondern Trumph und Netanyahu sind diejenigen, die die Brandstifter sind, die ohne Sinn und Verstand agieren und glauben, ihre Maximalforderungen durchsetzen zu können. Ich habe großes Mitleid mit dem israelischen Volk für die Zukunft.

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wi_hartmann@t-online.de 16.04.2019, 21:23
7. Typisch Trump

Mangels politischer Kompetenz greift Trump zu seinem Rezept
sich das passende Ergebnisse zu erkaufen.
Von den Palästinern erwartet Trump, daß sich diese quasi als
nicht Existent erklären.
Auch dieses Ansinnen wird sich wie fast alle Vorhaben von
Trump als fatale Fehleinschätzung herausstellen und den
Frieden noch unsicherer machen.

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kuac 16.04.2019, 21:26
8. Ahnungslos

Donny beweist wieder sehr eindrucksvoll, dass er von Politik keine Ahnung hat. Seit der Gründung von Israel kämpfen die Palästinenser für ihren eigenen Staat. Tut Trump nur so, oder ist er tatsächlich so ahnungslos?

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suferone 16.04.2019, 21:49
9. Nur noch erbärmlich

Für wie verblödet haltet die Trump Regierung eigentlich die Araber? Mag sein das sie nicht die schlauesten Regierungen haben aber selbst ein Trump kann nicht so verblödet sein um zu glauben die Palästinenser oder die arabische Welt würde so einem Abkommen zustimmen! Die reichen arabischen Staaten sollten sich in Grund und Boden schämen anhand dieser Situation

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