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US-Präsident im Interview: Trump nennt EU-Handelspolitik "sehr unfair"
DPA

Donald Trump hat im britischen Fernsehen gegen die EU und seine britische Alliierte Theresa May ausgeteilt. Auf Nachfrage verriet er im Interview mit ITV Details zu seinen Ess- und Twitter-Gewohnheiten.

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marinero7 29.01.2018, 11:09
70. Unfaire Handelspolitik der EU?

Nehmen wir einfach mal als Beispiel Apple. Die Apple-Hardware wird von dem taiwanesischen Hersteller und Geschäftspartner Foxconn in China hergestellt. Ich gehe davon aus, dass z.B. ein Smartphone per Schiff nicht zuerst in die USA sondern direkt nach Europa transportiert und dort im Namen der irischen Niederlassung verkauft wird. Obwohl es ein Produkt eines US-Unternehmens ist wird dieser Umsatz in keiner US-Handelsbilanz auftauchen.

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kuac 29.01.2018, 11:10
71.

Zitat von obersterhofnarr
Wenn auf einem banalen Topflappen kein CE-Zeichen pappt, darf dieser nicht in den Handel gelangen weil der Topflappen eine sg. PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG ist, die nur nach DIN-EN gestaltet werden darf und am besten noch vom TÜV zertifiziert ist. Da können die Topflappen noch so gut sein, kein CE-Zeichen kein Verkauf in der EU.
Es sind 2 unterschiedliche Modelle. Hier gilt das Vorsorgeprinzip und in den USA werden erstmal alles zugelassen ( historisches Bsp. Radioaktive Substanzen in Trinkwasser, Zahnpasta, Shampoo usw. als Energiespender), bis Schäden auftreten.
Ich finde das hiesige System besser und warum sollten wir es aufgeben? Auf vielen anderen Gebieten unterscheiden wir uns von USA. Das ist geschichtlich bedingt und ist auch gut so.

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duplomat 29.01.2018, 11:14
72. dass Trump sich überhaupt

solch komplexer Ausdrücke wie "unfair" befleissigt, verdient höchstes Lob. Er hätte ja auch sagen können: "Bad, bad. True. Real bad." Und das schlimmste: es wäre vermutlich genauso unkommentiert durch die Hofberichtserstattungs-Presse gegangen. Wie, um Gottes Willen, kann man so ein präpubertäres Gestammel als staatsmännische Statements durchgehen lassen? Wo kommen wir noch hin?

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lionel_hutz 29.01.2018, 11:14
73. Unfug

Zitat von duke_van_hudde
links/linksradikalen Trump Hassern, aber trotzdem hier die antwort zu dem Thema. Bei der Steuer um die es hier geht ist die Einfuhrumsatzsteuer gemeint. Diese Art der Steuer gibt es in den USA nicht(fast nicht!). Die Wirkung ist so wie Trump beschreibt das EU Firmen da einen klaren Vorteil haben gegenüber Firmen aus den USA.
Nein, wenn sie sich ein bisschen damit beschäftigen ist die EUSt nur die Gleichstellung inländischer Produkte mit ausländischen. Mal ein Beispiel:

Inlandsfall:
Firma A betreibt Urproduktion und verkauft sagen wir mal Wolle an Firma B. Dafür berechnet sie 10 Währungseinheiten +19% USt, also 11,9 Einheiten und führt 1,9 Einheiten ans Finanzamt ab.

Firma B webt daraus Stoff, diesen verkauft sie für 20 Einheiten +19% USt, also 23,8 Einheiten an C. B kann dabei die an A gezahlten 1,9 USt als Vorsteuer geltend machen und führt daher nicht 3,8, sondern nur 1,9 Einheiten ans Finanzamt ab.

Firma C verarbeitet den Stoff zu Pullovern, diese verkauft sie für 30 Einheiten +19% USt an Händler D, also für 35,7 Einheiten. C selbst gegenüber wurden 2,8 Einheiten bereits gezahlte Vorsteuer ausgewiesen, damit werden nur noch weitere 1,9 Einheiten ans FA abgeführt.

Händler D schließlich verkauft die Pullover für 40 Einheiten +19% USt an einen Verbraucher, also für 47,6 Einheiten, wovon wiederum 1,9 Einheiten ans FA gehen. Ergebnis: Der Staat hat 7,6 Einheiten USt bekommen, wovon jeweils 1,9 auf jeder Ebene abgeführt wurden.

Auslandsfall:
Die Pullis kommen fertig aus USA für 30, damit wird 5,7 EUSt erhoben. Der Händler verkauft sie für dieselben 47,6 Einheiten und darf die 5,7 EUSt abziehen. Ergebnis für Fiskus und Verbraucher identisch.

Wenn es die USt nicht gäbe, käme übrigens auch nichts anderes raus: Dann verkauft der Händler halt für 47,6 und hat keine anrechenbare Vorsteuer führt also direkt 7,6 Einheiten ans FA ab.

Die EUSt dient nur der Sicherstellung der USt-Erhebung und der Gleichstellung mit inländischen Vorleistungen.

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st.esser 29.01.2018, 11:16
74. CE-Zeichen ist Protektionismus???

Zitat von obersterhofnarr
Wenn auf einem banalen Topflappen kein CE-Zeichen pappt, darf dieser nicht in den Handel gelangen weil der Topflappen eine sg. PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG ist, die nur nach DIN-EN gestaltet werden darf und am besten noch vom TÜV zertifiziert ist. Da können die Topflappen noch so gut sein, kein CE-Zeichen kein Verkauf in der EU.
Ja und, wo ist da das Problem?

Das CE-Zeichen darf der Hersteller anbringen, wenn er die relevanten Standards erfüllt. Er muss seine Produkte noch nicht einmal zur Prüfung vorlegen. Dass man die nicht diskriminierenden und für alle Anbieter gültigen gesetzlichen Vorschriften des Gebiets einhält, wo man seine Produkte verkaufen will, das ist doch wohl selbstverständlich.

Dass erwarten die USA genauso für Lieferungen in ihr Staatsgebiet, und wenn die Standards in verschiedenen Regionen der Welt unterschiedlich sind, dann entspricht das vor allem den unterschiedlichen Traditionen, aber auch Nutzungsarten und Erwartungen der Kunden.

Eine multilaterale Standardisierung hilft, Handelshemmnisse zu vermeiden, aber daran haben die USA unter Trump erklärtermaßen kein Interesse mehr. Und dass nur die USA die Standards vorgeben und die Welt folgt, mag der derzeitige US-Präsident für "normal" halten, er darf aber nicht ernsthaft erwarten, dass die Welt ihm in dieser Ansicht folgt.

Wenn die Topflappen tatsächlich so gut sind, warum sollten sie dann nicht die Anforderungen für das CE-Zeichen erfüllen? Die Nachfrage nach speziell durch den TÜV zertifizierten Topflappen halte ich dagegen für eher gering ...

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Beat Adler 29.01.2018, 11:16
75. Trump will clean coal verkaufen, keine Solarpanele!

Zitat von wolfgang4430
mal wieder dass man Trump nicht ueber den Weg trauen kann. In Davos spricht er so - in der UK sieht mal wieder alles anders aus. Er versteht auch nicht dass ein Importzoll für Solaranlagen am Ende der Verbraucher bezahlen muss und damit diese Energiequelle fuer den Dirchschnittshaushalt nicht mehr erschwinglich ist. Durch die hoeheren Loehne in den USA werden Solarkomponenten bis zu 80% teurer werden. Anstatt die Einfuhren zu subventionieren und damit Solarenergie mehr zu foerdern macht Mr. T. mal wieder das Gegenteil. Dass Mr. T die Importe aus EU Laendern und im besonderen Importe aus Deutschland nicht mag ist verständlich - wie lautet sein Slogan? America First! Es ist auch nicht die Europapolitik warum mehr exportiert als importiert wird - Deutsche und Europäische Produkte sind einfach besser in der Qualität. All das versteht Mr. T nun mal nicht.
Trump will clean coal verkaufen, keine Solarpanele! Einen Strafzoll darauf ist also nur folgerichtig in der Umsetzung der Trumpdoktrin.

Trump soll allerdings einmal erklaeren, was clean ist an der coal.
mfg Beat

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dagegen! 29.01.2018, 11:18
76.

Zitat von two-wheels
Die bekommen keine Waren hier rein? Ist Software von Microsoft und Apple keine Ware? Wir haben einen freien Markt, den Schund will halt keiner kaufen, oder kennt hier irgendeiner große amerikanische Marken, die für Qualität stehen, und auch in den Staaten produziert werden? Ausser ein paar Nischenprodukte wie Harley Davidson ist da nichts. Qualität ist das aber auch nicht.
Ford z.B.
Obwohl daran gut zu erkennen ist, dass es eher umgekehrt läuft.
Denn die amerikanischen Automodelle will außerhalb von Amerika keiner (außer vllt. den Mustang). Dafür platzieren die Amis immer mehr außeramerikanische Modelle auf dem inländischen Markt (Mondeo Focus, Fiesta z.B.) auch mit dem 1L Zaubermotor.
Dass die amerikanischen Autos für den europ. Markt nochmal durch die qualitative Aufwertung müssen, bevor sie an den Kunden übergeben werden spricht wohl für sich.

Tja lieber Donald, die Nachfrage regelt das schon.
Er könnte ja damit beginnen, dass er seine Spritpreise hier importiert. Dann kauf ich mir auch den F150 Raptor mit V8!
ich mein: ~2€ pro ~3,8L Sprit an der Tanke ist schon OK, da ist dann halt die Qualität nebensächlich.

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stadtmusikant123 29.01.2018, 11:19
77. ganz schön schräg

Zitat von der.tommy
Genau, die USA haben auch gar keinen Absatz in der DU. Vor allem der Markt mit Smartphones und Computern läuft ja für die US-Hersteller hier bekanntermaßen ganz schlecht ja. Man möchte weinen ob dieser ganzen realitätsverweigerung. Und mal ehrlich, wenn ein Produkt einfach mal nicht so gut ist, wird es halt nicht gekauft. Chevrolet und GM allgemein bringen halt nicht die Autos auf den Markt, die in Europa in der Masse gefragt sind. Was will denn Trump? Dass wir einfach alle Produkte kaufen, die er für richtig hält?
Na ja, und wenn es mit der Qualität mal ein bisschen holpert, kann man das Ganze ja mit einer §uneigennützigen§ Software passend machen.

Irgendwie haben Trump- Kritiker (Hasser) ihre eigene Logik.

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stadtmusikant123 29.01.2018, 11:25
78. xxx

Zitat von lionel_hutz
Die europäischen Zolltarife sind durchweg etwas höher als die amerikanischen. Wir reden hier typischerweise über irgendwas zwischen 3-12% gegenüber 0-5% auf der US-Seite. Der orange Vollpfosten hat aber - wie manch anderer Populist - nicht kapiert, dass die Einfuhrumsatzsteuer - auch wenn sie an der Grenze erhoben wird - kein Zoll ist, sondern im Ergebnis die gleiche Umsatzsteuer, die auch nationale Produkte trifft. Da manche EU Länder USt-Sätze von deutlich über 20% haben, lässt sich dann natürlich leicht was von über 30% Zöllen schwadronieren. Dass es so schlimm nicht sein kann zeigt, dass beispielsweise BMW alle X Modelle in USA produziert und für den hiesigen Bedarf zu den entsprechenden Sätzen verzollt in die EU einführt. Wenn der Produktivitätsgewinn einer optimierten Fertigung dabei so hoch ist, dass er offensichtlich ein paar Prozentpunkte Abgabenlast deckt, ist das vermutlich nicht so unfair, wie Mango Mussolini es glaubt. Mr. President ist leider zu dumm um zu kapieren, dass sowohl die Einfuhrumsatzsteuer kein Zoll ist, als auch dass eine USt durch die Vermeidung einer Doppelbesteuerung tendenziell immer einen höheren Satz hat als eine Sales Tax, die möglicherweise mehrfach erhoben wird. Berücksichtigt man das, ist der Abgabenunterschied relativ gering, wenngleich es dabei bleibt, dass die EU etwas mehr erhebt. Dafür gab es ja eigentlich TTIP, das hat aber seine angeblich unfähige Vorgängerverwaltung ja offensichtlich so US-freundlich verhandelt, dass es die Europäer am Ende nicht mehr wollten. Wenn Dummheit weh täte, würde man Trumps Schreie von Washington bis mindestens nach New York hören.
Sie wollen uns hier ernsthaft verklickern, dass die Amis so dämlich sind , dass sie nicht wissen das die Einfuhrumsatzsteuer vom Charakter ist - nämlich ein sogn. kostenneutraler durchlaufender Posten.

In Ihrem Hass auf Trump argumentieren Sie leider nicht überzeugend.

Sie können das auch nicht schönrechnen , die Zollunterschiede sind in einigen Bereichen etwas grösser als Sie uns hier weißmachen wollen.

Aber nach den letzen Äusserungen von Trump bin ich mir sicher, dass seine Administration uns das noch im Einzelnen vorrechnen wird.

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skr72 29.01.2018, 11:35
79. Deutschland betreibt massives Dumping?

Zitat von 12_Apostel
von den Fakten betrachtet hat er Recht. Aber das wird ja sachlich kaum zur Kenntnis genommen. Lieber Trump Bashing betreiben das gibt mehr Klicks. China und auch Deutschland betreiben massives Dumping und schotten die heimische Wirtschaft sehr stark ab. Aber das verstehen die meisten menschen in Deutschen nicht, statt sich selbst Informationen aus fundierten Quellen zu besorgen und ein sich ein qualifiziertes Urteil zu bilden wird dem herdendenden gefrönt. Ein Beispiel, Die Steuersenkung der USA bzw. der neuen Regierung wird auch aus Deutschland stark kritisiert. Dabei waren die Unternehmenssteuern bisher in den USA um ein vielfaches höher als in der EU und auch in Deutschland. Alleine die Körperschaftssteuer lag um 11% auseinander.
Die neue Strategie von rechten Trollen besteht darin zuerst zuzugeben, dass Trump zwar ein Idiot ist, aber er zumindest in der Sache recht hat, nur um überhaupt mit dem anschließenden Halbwissen und Falschmeldungen überhaupt ernst genommen zu werden.

Es ist ja unumstritten, dass China Dumping betreibt, aber D? Verkaufen wir etwa unsere CO2 Schleudern (auch Autos genannt) etwa unterhalb des Herstellungspreises in die USA? Davon wusste ich noch gar nichts. Aber vermutlich habe ich zu stark den herdendenden gefrönt und mich nicht mit den fundierten Quellen erfundener Nachrichten von Mazedonischen Teenagern befasst. Sorry mein Fehler!
Übrigens: Das neue Steuersystem der USA kann man zweifelsfrei als Steuerdumping bezeichnen. Die Folgen werden wir alle bezahlen, auch Sie!

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