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US-Präsident : Trumps seltsamer Deutschland-Tick
DPA

Dauer-Attacke aus dem Weißen Haus: Donald Trump hat Deutschland und Kanzlerin Merkel offenbar als neue Lieblingsgegner auserkoren. Was steckt wirklich dahinter?

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Duzend 23.06.2018, 16:06
40. Man wird mehrere Verdachtsmomente nicht los

Zitat von Gegenanflug27
Herzlich willkommen inside, the "axis of evil", liebe Mitdeutsche. Trump bastelt wohl gerade an einer Koalition der willigen (Kim, Putin, Saudenkönich) um in "old Europe" von sich hören zu lassen. Lustig ist dabei, dass Merkel eigentlich immer die devoteste unter den Transantlantikern war. Erinnert sich noch jemand, dass Sie es war, die nach Washington carnossate, um sich beim kleinen Bush, für die verweigerte Gefolgschaft im Irakkrieg zu entschuldigen?
Zum einen ist da die These: Geschichte vollzieht sich nicht einfach, und es ist auch zu kurz gegriffen, wenn man sagt, sie, die Geschichte, würde "geschrieben". Man müßte wenn schon sagen: Geschichte wird - oder ist vielmehr - gescriptet. Für die US-Oberhand in Europa hat Merkel ihre Schuldigkeit getan, sie kann gehen. Es muß dabei so aussehen, als hätte die Bevölkerung sie und ihre Politik einfach nicht mehr gewollt. Und dann wird - na, klar - ein Gegenentwurf zu Merkel auf die Politbühne gerollt. Der nur die Merkel'sche Devotheit in Neuauflage ist. Den US-Amerikanern war erst wichtig, daß es massig Flüchtlinge gibt - und Deutschland möglichst viele davon aufnimmt ("Wir schaffen das!" entsprang einem Gehorsam), damit Trump dasselbe Land jetzt schelten und in ihm die Kräfte mobilisieren kann, die den Umgang mit Flüchtlingen und Zuwanderern radikalisieren wollen. Um dem medial gefühlten Mehrheits-Ruf "...die sollten endlich mal hart durchgreifen..." nachzukommen, wird man nämlich einen Teil der Menschenrechtscharta über Bord werfen müssen - und dann ist man endlich wieder im gleichen Boot wie Trump und muß sich jegliche moralische Belehrung ersparen. Das ist so gewollt.
Genauso gewollt ist, daß Deutschland vom transatlantischen Bündnis nicht abtrünnig wird. Wo man niemanden mehr mit Verlockungen an Bord halten kann, müssen es eben Drohungen oder Beschimpfungen sein.
In deutscher Geistestradition steckt ein Element, des Lebensmeisterns und der Erschließung von Ressourcen, das weniger herrschafts- und mangelfixiert ist als das angelsächsische. Auf dieses noch immer mottende Laub einzudreschen - denn viel stärker ist das Flämmchen nicht mehr -, ist jetzt schon seit geraumer Zeit Tagesordnung bei denen, die ohne Herschen nicht können.
Kurz: Denkt der eine oder andere an das Deutschland der Aufklärung in der Nacht, dann wird er um den Schlaf des Selbstgerechten gebracht. Der Anti-Reflex, wenn er "Deutschland" hört, also vor allem, weil er Aufklärung fürchtet. Robert Mueller hat er ja auch ausgebremst.

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Justitia 23.06.2018, 16:07
41.

Zitat von itzenflitz
oder sonst Jemand hat Schuld an der verfehlten Einwanderungspolitik, die unserer Kanzlerin jetzt auf die Füße fällt. Wird das eine Dolchstoßlegende?
Die tatsächliche Dolchstosslegende besteht ja darin, dass Sie etwas behaupten, was in dem Artikel gar nicht steht. Niemand ausser Ihnen behauptet, dass Trump oder Putin an der deutschen Einwanderungspolitik schuld seien. Aber schön, dass Sie die Trump´sche Fake News Strategie auch schon übernommen haben.

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spontanistin 23.06.2018, 16:09
42. America first!

Lustige Spekulationen. Im Grunde ist es doch viel einfacher. Mit China erwächst eine wirtschaftliche Großmacht, während zugleich Russland seine militärischen Großmachtsansprüche deutlich artikuliert. Da braucht es nicht auch noch ein wirtschaftlich starkes und der Kontrolle der USA entgleitendes Europa. Binational bleibt USA „first“ gegenüber den Staaten der EU und kann sie gegeneinander ausspielen. So dürfte nicht allein Trump denken.

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der_durden 23.06.2018, 16:10
43.

Zitat von lückenpresse123
In der FAZ war kürzlich ein sehr guter Kommentar zu lesen, über die Bilanz der schlechten Politik Merkels der letzten Jahre. Die Grenzöffungen und der damit maßgeblich beeinflusste Brexit sind nur ein Beispiel. Leider fehlt es in der Spiegel Redaktion an kritischen Stimmen diesbezüglich. Man kann es an solchen Formulierungen wie an einer "angeblich verfehlte Einwanderungspolitik" ablesen.
Der Autor hat sich selbstverständlich korrekt ausgedrückt. Dazu kann es auch keine zwei Meinungen geben. Alles andere wäre eine Tatsachenbehauptung.
Nur weil ein Kommentator der FAZ eine andere Ansicht vertritt wird es nicht zur Wahrheit.
Zudem liegt der Kontext des hier besprochenen Artikels auch nicht auf der Bewertung deutscher Flüchtlingspolitik.

Dem Spiegel scheint es nur daran zu fehlen, nicht Ihre Meinung voll umfänglich wiederzugeben. Das ist aber ist nicht die Aufgabe dieses Magazins.

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sanfernando 23.06.2018, 16:10
44. Trump´s Aktionen,...

.....die EU zu spalten, finden in den deutschen Journalisten eifrige Helfer. Jede Trumpsche Massnahme gegen die EU wird von unseren Journalisten als erstes und nur!! auf Auswirkungen auf Deutschland und den deutschen Arbeitsmarkt untersucht, prompt unterstützt durch das Gejammer der deutschen Industrie- und Wirtschaftsführer! Aber die hier betroffenen Handelsbeziehungen bestehen zwischen den USA und der EU, nicht Deutschland! Wenn man denn als Grund für Zölle die Handelsbilanz anführen möchte, dann bitte die zwischen der EU und den USA. Die zwischen USA ud D. sind etwa so massgebend wie die zwischen der EU und Nebraska. Trump lenkt geschickt und immer wieder die Bilanz zwischen den USA und Deutschland ins Blickfeld und wird dabei unterstützt durch die deutschen Medien so wie durch die Eitelkeit deutscher Politiker, die nicht in der zweiten Reihe stehen möchten. EU-Thema, aber "deutsch deutsch deutsch"! Mich wundert die Zurückhaltung anderer EU-Mitgliedsländer irgendwie nicht! Möglicherweise hat die Panik in den deutschen Medien Trump erst auf die Idee mit den Autos gebracht...

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der_durden 23.06.2018, 16:14
45.

Zitat von itzenflitz
oder sonst Jemand hat Schuld an der verfehlten Einwanderungspolitik, die unserer Kanzlerin jetzt auf die Füße fällt. Wird das eine Dolchstoßlegende?
Würden Sie uns bitte erläutern, an welcher Stelle in dem Artikel nahegelegt wird, dass Trump oder Putin an der Einwanderungspolitik schuld seien?

Aber wir können diese Diskussion gerne einmal führen. Wenn man genau hinsieht, kann man durchaus erkennen, dass die amerikanische und russische Außenpolitik zumindest teilweise für die Flüchtlingsbewegungen unmittelbare Verantwortung haben. Aber darum geht es hier eigentlich nicht.

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traumglauben 23.06.2018, 16:16
46. da kann frau nur zustimmen

Zitat von nimue15
Angela Merkel ist eine Frau! Über 70 Jahre Erfahrung mit Alpha-Männchen dieser Generation sagen mir, dass das ein wesentlicher Punkt ist. Wer's nicht glaubt, möge mal seine Gattinnen betrachten. Und danach nochmal Michelle Obama...
seine Angst vor Frauen ist so groß, dass er sich benimmt wie ein Testoteron gesteuerter Pupetier und gleichzeitig kann er auch noch die rechtslastigen Maulhelden beflügeln, Zwietracht zu säen. Und das Schlimmste ist, die merken es noch nicht mal. Außerdem ist das eine Einmischung in die Politik eines souveränen Staates. Aber die Deutschen begreifen es schon wieder nicht. Wehret den Anfängen

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egoneiermann 23.06.2018, 16:16
47.

Zitat von itzenflitz
oder sonst Jemand hat Schuld an der verfehlten Einwanderungspolitik, die unserer Kanzlerin jetzt auf die Füße fällt. Wird das eine Dolchstoßlegende?
Wäre mir neu, dass es einen Einwanderungspolitik in D. gibt. Es gibt seit Schröder Zeiten Möglichkeiten für Spezialisten aus aller Welt in D. zu arbeiten und den Familiennachzug, der aber sehr eingeschränkt wurde. Ansonsten gibt es keine Möglichkeit für Nicht-EU Bürger legal und dauerhaft nach Deutschland zu kommen. So gesehen haben Sie natürlich Recht, die Einwanderungspolitik ist verfehlt, man müsste viel mehr Möglichkeiten für Ausländer schaffen hierher zukommen. Wir sind uns also einig.

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BertieBallermann 23.06.2018, 16:18
48. Teile und Herrsche

Trump will die Schwächung der EU, da diese den USA wirtschaftlich Konkurrenz macht und zwar mit wachsenden Erfolg. Die EU steht somit MAGA (Make America Great Again) im Wege und muss weg. In diesem Punkt ist er sich wahrscheinlich sehr einig mit Putin. Aber es gibt auch einen emotionalen Punkt, wie der Autor richtig konstatiert. Nach über 70 Jahren amerikanischer Freundschaft hat sich Deutschland in den vergangenen 10 Jahren viel zu oft fein rausgehalten - Irak, Libyen, Syrien, Nato-Beiträge etc. aber weiterhin sehr gut am Export verdient. Als echter Freund muss man manchmal auch mitziehen, sonst ist der andere enttäuscht.

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JanHeijo 23.06.2018, 16:19
49. Familie Geschichte

Vielleicht spielt auch die Familie Geschichte mit. Der Großfater ist im .19 Jhrt aus Deutschland nach der USA emigriert. Später wollte seine Braut nach Deutschland zurück. Aber er bekam kein Erlaubnis wieder in Deutschland zurück zu kehren. Sind dann doch in der USA verheiratet und dort geblieben.

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