Forum: Politik
US-Präsidentenwahl: Das Gesetz der Serie
AP

Raus mit dem Alten - her mit dem Gegenteil: Nach diesem Credo wählen die US-Bürger seit Generationen ihren Präsidenten. Ein Vorteil für Donald Trump. Und ein riesiges Problem für Hillary Clinton.

Seite 2 von 14
timpia 28.05.2016, 08:34
10. Gewählt wird schlicht, was einem am besten nützt

Wenn viele in den USA jeden Tag fühlen, das ihr Leben schlechter als besser wird, dann wollen sie die Umstände verändern. Eine Fortsetzung der alten Politik wäre dann unlogisch, ein anderer Weg muss her.
Die Deutschen ticken da anders, die Politik kann noch so absurd sein, der Wähler bleibt bei seiner Partei.
Die Amerikaner scheinen mit da pragmatischer.
Neues hat in den USA bessere Chancen.

Beitrag melden
HansGnodtke 28.05.2016, 08:36
11. Nicht sehr überseugende Analyse

Amerikaner wählen das Gegenteil dann, wenn sie vom Bisherigen enttäuscht sind, aber auch nur dann. Reagan war sehr populär, deswegen hatte sein Vize Bush kein Problem von dessen Bonus zu profitieren und ins weisse Haus zu ziehen. Für die Wiederwahl hätte es auch gereicht, er uns sein konservativer Gegenspieler Perot hatten mehr Wahlpotential als Clinton, mussten sich aber die Stimmen teilen. Nixon profitierte von der Enttäuschung über Kennedy/ Johnsson, statt Avalon gabs Vietnam und Carter wurde nur deshalb gewählt, weil die lähmende Watergateerfahrung auch den Nimbus des honorigen Nixon Vize Ford kontaminiert hatte. Clinton hatte hohe Zustimmungsraten am Ende seiner zweiten Amtszeit, aber wie der Autor schreibt auch erhebliche Charakterfehler die nicht nur konservative Wähler abstießen. Dennoch, die Amerikaner stimmten mehrheitlich für seinen Vize Gore, und nur das strikte Mehrheitswahlrecht brachte Busch den Sieg wenn auch nur mit hauchdünnem Vorsprung. Das Gegenteil um des Gegenteils willen ist in Amerika genau so unüblich wie sonst wo auch. Obama versprach "yes we can", aber er hinterläßt: "Ich habs nicht gepackt", sein Regiment bestand nur noch aus executive orders, Notverordnungen permanent am gewählten Parlament vorbei, um seine ideologisch determinierten Absichten darunter so abstruse Dinge wie politisch korrekte Klosettverordnungen den Bundesstaaten über deren gewählte Parlamente hinweg aufzunoetigen. Das moegen die Amerikaner nicht und das ist Hilary's Problem; nicht die Hautfarbe von Obama. Zudem sind die Demokraten zuletzt nur noch Klientelpartei für alle mögliche Laufkundschaft außer für weiße Arbeitnehmer gewesen. Bei den Republikanern war es zwar ähnlich aber die hat Trump mit einem erstaunlichen Instinkt für die Nöte der kleinen Leute so aufgemischt, dass das ihn noch vor wenigen Wochen bekämpfende Parteiestablishment inzwischen hinterher läuft. Damit ist Trump noch lange kein grosser Präsident, aber die Chance einer zu werden, die hat er sich inzwischen erkämpft und deswegen bekommt er sie auch vielleicht vom Wähler. Nicht weil Obama der schwarzen und Trump der rosafarbenen Rasse angehören, sondern weil Trump auf seine potentiellen Wähler gehört hat und Hillary sich von ihrer Zugehörigkeit zur Obama Administration nicht frei schwimmen kann .

Beitrag melden
lalito 28.05.2016, 08:49
12. unaufgeregt

Begründete Befürchtungen, die man hier teilen kann.

Allerdings liegt immerhin ein Atlantik dazwischen. War bei der festgestellten "laufenden Serie" schon so, bleibt so und wird unseren Teil der Welt auch weiterhin als das belassen was er ist:

Europa, DER Spielball der Geostrategen - ohne selbst je einer sein zu dürfen.

Diesseits des Atlantiks bleibt es völlig Wurscht, wer da jenseits die Fäden zieht . . . same procedure.

Beitrag melden
scharfekante 28.05.2016, 08:51
13. Raus mit den alten Männern

"Raus mit dem Alten - her mit dem Gegenteil": Dafür steht Hillary Clinton mehr als alle anderen: Denn sie ist eine Frau und ihre Vorgänger waren ausschließlich Männer. Und das ist zugleich ihr Problem, denn die meisten weißen Männer, so auch der Autor, wollen diese wirklich grundlegende Änderung gerade nicht. Viel Erfolg, Hillary!

Beitrag melden
Flegel 28.05.2016, 08:54
14. Clinton vs. Trump – what difference does it make?

Es ist doch völlig egal, wer von den US-amerikanischen Parteien den Präsidenten stellt. Die Vergangenheit hat uns doch gelehrt:

Die Republikaner belügen die Welt, Terrorismus und Massenvernichtungswaffen eliminieren zu müssen, um in andere Länder einzufallen und die Demokraten tun das vorgeblich unter Bezug auf Menschenrechte und Demokratie, die sie den Völkern unbedingt bringen müssen.

Wobei dann dummerweise immer so genannte Kollateralschäden mit Hunderttausenden von Toten entstehen.

Und Frau Clinton wird das ganz sicher professioneller hinkriegen als Herr Trump. Seine Chance auf neudeutsch: Learning by doing. Das Ergebnis wird ähnlich sein.

Beitrag melden
chrissi-e 28.05.2016, 08:58
15. Interessant wäre ja mal...

eine Analyse, inwieweit Trumps Ankündigungen überhaupt durchsetzbar sind. Ich bin ehrlich, ich halte ihn für nicht gefährlicher als Obama, der die amerikanische Angriffspolitik im Äußeren und die Politik für Eliten im Inneren weitestgehend fortgeführt hat. Trump wird hier seit Monaten zum Weltrisiko hochgejazzt ohne dass wirklich kla wird, wo denn das Risiko liegt. In der Umweltpolitik? Nun, auch von Obama gab's keine Unterschrift unter irgendeinen Vertrag. In der Außenpolitik? Trump will den Rückzug amerikanischer Truppen und das wäre nach den vielen Kriegen in den letzten Jahrzehnten mal ein Ansatz. Handelskrieg mit China? Kommt der nicht so oder so (siehe Brzesinski)? Also Herr Spörl, ich freue mich auf eine fundierte Analyse.

Beitrag melden
Bananenschale 28.05.2016, 09:02
16. blanker Antiamerikanismus!

Das Gesetz der Serie wäre nur dann annähernd richtig richtig, wenn man die Vizepräsidenten außen vor ließe. Man kann z.B. beim besten Willen McCain nicht mit G. W. Bush Junior vergleichen. Nicht Gore mit Clinton und ebensowenig Ford mit Nixon.

Beitrag melden
onkelzahm 28.05.2016, 09:03
17.

Er wird gewinnen.
Nur in seiner Amtszeit wird er aber damit verbringen, das Feuer zu löschen, das durch seinen Populismus im Vorwahlkampf sowohl im Inland als auch im Ausland angefacht hat. Und das lähmt politisch

Beitrag melden
springflower 28.05.2016, 09:04
18.

Warum können die Amis nicht einfach Sen. Sanders wählen. Der wäre bei weitem die bessere Alternative...

Beitrag melden
Sponatiker 28.05.2016, 09:09
19. Ist schlichtweg nicht wahr

Es liegt daran dass Clinton nicht vertrauenswürdig ist. Niemand mag sie. Sie hat fast so große Unbeliebtheitswerte wie Trump.

Falls Sanders gegen Trump antreten würde, prophezeien die Umfragen, dass er Trump vernichten würde. Und Sanders ist ja ein echter Linker. Insofern wäre er eine Steigerung gegenüber Obama, der in den USA als Linker wahrgenommen wird, auch wenn er es in Wirklichkeit nciht ist.

Beitrag melden
Seite 2 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!