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US-Präsidentschaftswahl: Was für Bernie Sanders spricht - und was nicht
AFP

Donald Trump bekommt einen neuen alten Widersacher: Bernie Sanders setzt auf eine Neuauflage seiner Präsidentschafts-Kampagne von 2016. Kann das funktionieren?

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The Independent 20.02.2019, 21:03
70.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
1) Wenn Hillary soooo unbeliebt gewesen wäre, hätte sie kaum den Popular Vote (die Aufsummierung aller Stimmen landesweit) gegen Trump gewinnen können. Remember: es war eine verdammt knappe Sache und schließlich waren es nur ein paar tausend Stimmen in Pennsylvanien, die Trump die Präsidentschaft bescherten. ...... 2) Amerikanische Arbeiter wählen ja noch nicht mal einen Betriebsrat, wenn das sogar explizit vom Unternehmen selbst unterstützt wird (siehe VW-Werk in Chattanooga Tennessee).
1) Immerhin haben über 50% gegen Clinton votiert (also für Trump, die Green Party, den lib. Kandidaten), bzgl. Clinton waren die Wähler gespalten wie schon lange nicht mehr. Ahnlich wie bei ihrem Mann entweder volle Unterstützung, oder abgrundtiefe Verachtung.

Es waren aber nicht nur ein paar tausend Stimmen in PE (es waren 44.292), und in Michigian und Wisconsin war es noch knapper (10.704 + 22.748 Stimmen).

Trotzdem fehlten noch so einige Wahlmännerstimmen.
Hier kam, neben der überraschenden, nunmehr bekannten Hinwendung vieler weißer Frauen zu Trump, auch noch das Gerrymandering besonders zum Tragen, denn es benachteiligte gerade Gebiete mit hohem Minderheitenanteil, wichtige Counties, die eigentlich traditionell Dems wählen, fielen durch die Manipulation der Reps unfairerweise an die Republikaner, weil eigentlich nicht zusammengehörende Wahlbezirke zusammengelegt wurden, die dann nicht selten teilweise sogar längs durch Dem-Gebiete führten, nur um zwei konservativ geprägte Stadtteile miteinander zu verbinden.
Allerdings haben die Dems auch solche Konstrukte geschaffen, nur haben ihnen deren Zuschnitte dieses mal keine ausreichenden Vorteile verschafft.

2) Zum Thema Betriebsrat: In den Regionen, in denen Daimler, VW und BMW (TN, Alabama, etc.) ihre Werke hochgezogen haben, locken nicht nur niedrigere Löhne, sondern dort spielen auch die sonst gerade im Fahrzeugsektor so aktiven Gewerkschaften des Nordens so gut wie keine Rolle. DESHALB (wenn Ihre Info denn so stimmt) kam es dort nicht einmal zur Wahl eines Betriebsrats und deshalb sind die deutschen Produktionsstandorte i.d. R im Süden.
Auch ist die Fluktuation dort höher, was dem Zusammenhalt einer Belegschaft auch nicht unbedingt förderlich ist, und die Arbeiter müssen erst durch aufwändige Schulungsprogramme (bis zu 2 Jahre) auf das richtige Niveau gebracht werden, da maximal Vorarbeiter College-Kurse (kein Abschluss, sondern ein Zertifikat, das z.B. zum Führen einer Maschine oder zum Überwachen einer Produktionsschiene berechtigt) und Schichtleiter maximal College-Programme (Abschluss, aber nicht mit deutschem Fachholschulabschluss vergelichbar) besucht haben. Image-Videos z.B. von Daimler zeigten, dass zunächst mit sehr viel Aufwand geschult werden musste.

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The Independent 20.02.2019, 21:56
71.

Zitat von touri
Hillary war sehr unbeliebt, sonst hätte Sie niemals gegen Trump verlieren können. Viele Leute haben sie doch nur gewählt um Trump zu verhindern.
Es stimmt, dass Clinton von einem nicht gerade kleinen Teil der Wählerschaft abgelehnt, um nicht sogar zu sagen gehasst wurde.

Mit einem faireren Wahlsystem, das die für den jeweiligen Kandidaten insgesamt abgegebenen Stimmen stärker berücksichtigt, hätte Clinton allerdings klar gewonnen.

Gerade in Michigan, das mit etwas über 10.000 Stimmen sehr knapp an Trump ging, wurde im nationalen Parlament (in dem die Republikaner die Mehrh. hatten) 2010 ein Neuzuschnitt der Wahlbezirke beschlossen, die dann 2016 zum Tragen kam. Zwar haben beide Parteien, je nachdem wer gerade die Legislative des Bundesstaates Michigan kontrollierte, dieses Hobby betrieben, die Reps haben aber die letzte Änderung besonders schamlos betrieben, wonach Michigans Wahlbezirke nun zu den am "höchsten manipulierten" Bezirken "in den USA" zählen (Detroit Metro Times).

Der Guardian berichtete sogar, dass durch die letzte Manipulation ein "unverhältnismäßiger Anteil" an Republikanern in das "Michigan statehouse" (Parlament des Staates) und sogar in den Kongress eingezogen sind.
Übrigens haben die Reps so schamlos agiert, dass im letzten November ein "Anti-gerrymandering Vorschlag" zur Abstimmung mit auf den Wahlzettel kam, der von den Wählern auch angenommen wurde. Zwar zahlte Michigans Handelskammer hohe Gebühren um damit eine eigens gegründete Stimmzettelkommission gegen den Stimmzettel zu ermöglichen, aber Michig. Oberster Gerichtshof hielt die Frage an die Wähler für zulässig. Auf die republikanische Richterin, die letztlich die ausschlaggeb. Stimme für den Wahlzettel abgab, wurde von "äußeren Kräften" (wie sie selbst sagte) unter Druck gesetzt und nach der Entscheidung von ihrer Partei gemieden.

Im nächsten Schritt wird nun eine unabhängige Bürgerkommission bestimmt, die dann die neuen Wahlbezirksgrenzen noch vor 2020 festlegen soll.

Seit 1. Februar hat die Manipulation in MI auch ein gerichtl. Nachspiel vor einem Bundesgericht, wo am 5 Febr. ein Politikwissenschaftler als Experte aussagte:
“The Michigan Senate maps have more pro-Republican bias than 99.7 percent of all state Legislature maps across the country in the last 45 years,” Christopher Warshaw told the court, adding that Michigan’s legislative maps are “among the largest partisan outliers in history.”

Wahlausgänge nur auf Sympathie oder Antipathie zu reduzieren ist in den USA etwas zu einfach. In Georgia wurden mindestens 500.000 Wähler aus den Wahlregistern gelöscht, der vermutlich größte Vorfall dieser Art in der US-Geschichte, der zudem noch haupts. afro-amerikanische Wähler betraf. Georgia hat eines der restriktivsten Wahlgesetze in den USA, die es gerade Minderheiten erschweren ihr Wahlrecht auszuüben.

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Trollflüsterer 20.02.2019, 22:08
72.

Zitat von Schartin Mulz
Dass Sanders bei den Demokraten ziemlich unfair ausgebootet wurde, man spricht sogar von Mainpulationen zugunsten Clinton, lassen Sie da mal einfach außen vor. ...
Die angeblich ganz schlimme Manipulation wurde aber auch aus dem Anti-Clinton Lager, man weiß ja heute welche Propaganda Kreise da u.a. dahinter stecken, ziemlich hoch gejazzt.

Und wie kann man dem DNC wirklich verdenken dass sie Clinton bevorzugt haben, auch wenn es eigentlich gegen die eigenen Statuten ist, wenn man bedenkt,
dass Sanders gar nicht bei den Demokraten war, erst 11/2015 flux dort rein ist um überhaupt mitzumachen zu dürfen, und direkt nach der Wahl wieder als Unabhängiger des Dems den Rücken gekehrt hat?!

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Trollflüsterer 20.02.2019, 22:12
73.

Zitat von bigmitt
Also Uranium One ist Fakt. Es gab diesen Deal mit Rosatom und es sind insgesamt 147 $ Dollar im Zuge dieses Deals an die Clinton Foundation geflossen. Lässt sich alles gut in dem NewYork Times Artikel " Cash flowed to Clinton Foundation amidst Uranium One Deal. https://www.nytimes.com/2015/04/24/us/cash-flowed-to-clinton-foundation-as-russians-pressed-for-control-of-uranium-company.html Das FBI hatte bei Rosatom sogar einen Informanten ( William D. Campbell) Sie haben natürlich Recht das Clinton nur eine Stimme im CFIU hat, aber der besteht u.a. aus FBI und muss einstimmig solche Deals absegnen.....und der Präsident....hätte ein Veto einlegen können...der hieß damals Obama. Es gab in Sachen E-mail Server nie eine richtige FBI Untersuchung. McCabes Interview auf 60 Minutes war da sehr aussagekräftig. Er war selber überrascht das weder AG Loretta Lynch noch DAG Sally Yates sich aus den Ermittlungen aufgrund von Befangenheit zurückgezogen. Er hat selber einen Sonderermittler i.d. Sache erwartet. Wie das ganze endete wissen wir mittlerweile. Comey hat alle strafbaren Vergehen aufgezählt und dann erklärt das kein vernünftiger Staatsanwalt Sie anklagen würde.
Hillary Clinton, scheinbar immer noch der feuchte Traum der Russlandfreunde und VT. Die Kreml Propaganda hat aber mal echt gesessen.

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The Independent 20.02.2019, 22:15
74.

Zitat von Schartin Mulz
bei den Demokraten ziemlich unfair ausgebootet wurde, man spricht sogar von Mainpulationen zugunsten Clinton, lassen Sie da mal einfach außen vor. Und warum sollte Sanders frühzeitig seine Kandidatur aufgeben, solange er noch eine Chance hatte? Und sich dann voller Enthusiasmus für die Kandidatin einsetzen, die ihnm ausgebootet hat? Es ist unfair, jetzt Sanders und seine Anhänger für Trump verantwortlich zu machen. Die Wahl hat Clinton verloren.
Weil er nach den Anfangserfolgen (er hat ja 2 oder 3 Vorwahlen gewonnen?) zwar mehr als nur Außenseiterchancen hatte, aber nach dem Super Tuesday tatsächlich nicht mehr in der Lage war Clinton einzuholen.
Clinton gewann am "Super Tuesday" 7 von 11 Vorwahlen. Damit hatte sie bereits im März einen deutlichen Vorteil bzgl. der "pledged delegates" für den Nominierungskonvent der Demokraten. Sanders konnte diesen Rückstand nicht mehr wett machen.
Anfang im Juni wurden dann von den Medien die zu erwartenden Stimmen der bereits "gewonnenen" Delegierten und der sich für sie aussprechenden Super-Delegierten ausgezählt und Clinton als "mutmaßliche Nominierte" bezeichnet.
Clinton gewann 2.219 pledged delegates, Sanders 1.832; Clinton erhielt eine geschätzte Zahl von 594 Superdelegierten-Stimmen, Sanders nur 47.
Die Partei hat gemauschelt, ich würde auch nicht ausschließen, dass Sanders durch die ein oder andere Aktion benachteiligt wurde, aber der Vorsprung war so groß, und die Gruppe der linken Dems im Verhältnis deutlich schwächer, dass auch 0 Manipulationen Sanders nicht den Sieg ermöglicht hätten.
Der Parteikonvent hätte da schon rebellieren müssen und Sanders wählen müssen. Das wäre undenkbar gewesen.
Und die Ergebnisse der Vorwahlen als solche waren nicht manipuliert, denn es waren Wahlergebnisse, die so - zumindest bisher - auch noch nicht angezweifelt wurden.

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The Independent 20.02.2019, 22:29
75.

Zitat von Schartin Mulz
bei den Demokraten ziemlich unfair ausgebootet wurde, man spricht sogar von Mainpulationen zugunsten Clinton, lassen Sie da mal einfach außen vor. Und warum sollte Sanders frühzeitig seine Kandidatur aufgeben, solange er noch eine Chance hatte? Und sich dann voller Enthusiasmus für die Kandidatin einsetzen, die ihnm ausgebootet hat? Es ist unfair, jetzt Sanders und seine Anhänger für Trump verantwortlich zu machen. Die Wahl hat Clinton verloren.
Clinton hat die meisten Wählerstimmen auf sich vereinigt, sie erhielt über 2,8 Millionen Stimmen mehr als Trump.

Die Wahl ging durch viele Faktoren verloren:
a) Das unsinnige Wahlsystem, dass nicht die Gesamtzahl der f. einen Kandidaten abgegebenen Stimmen berücksichtigt.
b) Die manipulierten Wahlkreise in knapp an Trump gegangenen Staaten.
c) Löschen von Wählern aus Wahllisten, die z.B. in Georgia, aber auch i. anderen Bundesstaaten gerade Afro-Amerikaner, die mehrheitlich zu den Clinton-Unterstützern zählten, vom Wählen abhalten sollten.
d) Angebliche Hinwendung vieler weißer Frauen zu Trump (bin nicht sicher ob das 100%-ig stimmt).
e) Denkzettel-Mentalität (an Washington, ähnlich dem AfD-Rise) die sogar Nichtwähler zum Votieren für Trump motivierte.
f) Rustbelt-Arbeiter wählten Trump, weil er gegen Klimapolitik und ausländische Importe wetterte.

Etc. etc.

Es gibt so viele Gründe, man bräuchte wahrscheinlich Monate, um alle empirisch/statistisch zu ergründen und dann auzulisten.

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The Independent 20.02.2019, 22:45
76.

Zitat von colonium
Die eigentliche Nachricht ist, Clinton war so unbeliebt, dass sie selbst gegen den " irrsinnigen" ( Die Zeit ) Trump, nicht haushoch gewinnen konnte und ich bleibe dabei, dass hätte Sanders, wäre er nicht vom Clinton Umfeld in unfairster Weise ausgebootet worden, mit großer Wahrscheinlichkeit geschafft.
2016 waren linke Positionen noch nicht so umfänglich akzeptiert wie heutzutage. Auch viele Demokraten hielten Sanders für einen idealisten, der seine (für manchen spinnerten) Vorhaben nicht nur nicht gegen den Widerstand der Republikaner hätte durchbringen können, sondern auch (nicht) gegen den Widerstand so mancher Demokraten. Erst jetzt, mit dem Einzug viele junger linker Abgeordneter, mit dem offensichtlichen Aufwachen der Erstwählerbasis, und mit dem kometenhaften Aufstieg von Beto und anderen "Nachwuchspolitikern", haben auch zuvor eher zur Mitte orienterte Politiker populäre linke Positionen übernommen. Damit wird aber nicht nur die Marke Sanders verwässert, sondern damit hat sich auch Sanders Geschäftsmodell erledigt, weil ihm sein Alleinstellungsmerkmal abhanden gekommen ist. Sein verbliebenes Alleinstellungsmerkmal: Sein Alter.
Und da haben junge Wähler für 2020 ja nun wirklich unverbrauchtere Gesichter zur Auswahl.

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bigmitt 21.02.2019, 04:50
77. Trollflüsterer

Wie wäre es zur Abwechslung mal mit etwas zum Thema? Können Sie irgendetwas was Ich zu Frau Clinton schrieb widerlegen? ( und zwar ohne das Kürzel VT um sich zu werfen) . Ich freue mich auf ihren konstruktiven Beitrag.

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lostandfound 02.04.2019, 17:39
78. Es reicht nun wirklich mit der Gerontokratie

Schlimm genug, dass die Republikaner einen Kandidaten haben, der bei der Wahl hoch in die Siebzig sein wird. Und Sanders ist noch älter. Wie hoch ist seine statistische Lebenserwartung, wie hoch die Wahrscheinlichkeit von Alzheimer und Senilität?
Hier ist die diffamierende Kritik an den alten weißen Männern mal angebracht. Wie wollen Sie die Zukunft gestalten, wenn sie schon am Rand des Grabes stehen?

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