Forum: Politik
US-Regierung: Was hinter dem Abgang von John Bolton steckt
Carlos Barria/ REUTERS

Der Nächste, bitte: Donald Trump trennt sich von seinem Sicherheitsberater. In wichtigen Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik waren beide seit Langem zerstritten - am Ende kam es offenbar zum Eklat.

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cyborgpiratelaserninja 11.09.2019, 11:31
90.

Zitat von spon_4_me
Sie sind doch ein kluger Mann. Erklären Sie mir als schlichtem Gemüt einmal, weshalb Trumps Aussenpolitik „eine einzige Katastrophe“ sei....
Eine Auswahl Trumps katastrophaler Außenpolitik in nicht chronologischer Reihenfolge:

1) Er hat einen Handelskrieg ausgelöst, der weltweit Milliarden kostet.
2) Er hat vor seinem Kuschelkurs ohne Not massiv in NK gezündelt. Dabei sprach er von "fire and fury".
3) Er hat laut über eine Invasion in Venezuela nachgedacht und südamerikanische Staatschefs nach Zustimmung gefragt.
4) Er hat 2018 die Abschlusserklärung des G7-Gipfels zurückgenommen, weil Herr Trudeau frech zu ihm war.
5) Er hat den Konflikt mit dem Iran aufgrund seiner einseitigen und vollkommen grundlosen Kündigung des Atomabkommens verstärkt.
6) Er wollte Grönland kaufen und hat dann einen damit ursprünglich nicht zusammenhängenden Staatsbesuch in Dänemark abgesagt.
7) Er hat Putin trotz gesicherter Erkenntnisse seiner Geheimdienste vor der Weltöffentlichkeit in Schutz genommen.
8) Er hat afrikanische Nationen als Shithole Countries bezeichnet.
9) Er hat einen Botschafter installiert, der sich aktiv in unsere Politk einmischt und bei Missfallen plumpen Drohungen agiert.
10) Er hat aktiv Verschwörungstheorien über die deutsche Kriminalstatistik in die Welt gesetzt.
11) Er ist aus dem Klimaschutzabkommen von Paris ausgetreten.

Soll ich noch weitermachen? Allgemein ist seine Außenpolitik nicht nur wegen seines unterirdischen Benehmens katastrophal. Insgesamt sorgt er mit seinen Aktionen dafür, dass die USA international als unzuverlässiger Partner erscheinen. Er ordnet eine vernünftige Politik seinen Launen unter.

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carahyba 11.09.2019, 11:32
91. Erinnern wir uns ...

Ein deklariertes Ziel Trumps war das iranische Mullahregime zu stürzen. Das hatte er schon im Wahlkampf erklärt und Obamas Zustimmung zum Iranabkommen scharf kritisiert. Da war es nur logisch seinerseits das Abkommen zu kündigen.

Die ausgesprochenen Sanktionen haben das iranische Regime schwer getroffen und das Erdölembargo sollte den Rest erledigen.

Bolton wurde von Trump eingestellt um das Iranproblem im Trumpschen Sinne zu lösen. Trump selber hatte auch mit militärischen Interventionen gedroht. Der US-Generalstab wandte sich gegen eine Kriegslösung.

Bolton versuchte durch Provokationen die iranische Führung zu einem Fehler zu verleiten um einen kriegerischen Vorfall herbeizuführen. Das gelang auch beinahe nach dem Abschuss der Drohne. Der US-Generalstab warnte auch diesmal Trump vor einem Militärschlag. Trump verbreitete die Mär, dass er fünf Minuten vor dem Angriff die Aktion abgeblasen hätte wegen der Tausenden von Opfern, die das gekostete hätte.

Eine Rolle spielt auch, dass das Erdölembargo massiv durch China und Indien durchbrochen wurde. Da der Erdölmarkt durchlässig ist, verkauft der Iran zwar weniger Erdöl aber da Indien und China vermehrt iranisches Erdöl kaufen, weil billiger, liefern andere Länder weniger und der Iran liefert diese Quoten.

Ich nehme an, dass die gescheiterte Bolton-Aktion mit dem iranischen Tanker vor Gibraltar und die Lieferung des Eröls an Syrien den Ausschlag zur Entlassung gegeben hat. Bolton hatte auch öffentlich gegen ein Zusammentreffen Trumps mit Rohani in New York bei der UN polemisiert.

Trump weiss, dass seine bisherige Iranpolitik gescheitert ist und Krieg ist wirklich keine Option, auch dies weiss er.

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kuac 11.09.2019, 11:34
92.

Zitat von kp229
Wenn Sie schon eine solch steile Thesen aufstellen, dann sollten Sie Ihre Beispiele aber so wählen, dass diese wenigstens zur These passen! Die Annexion der Krim erfolgte im Frühjahr des Jahres 2014, als mit Obama noch ein entschiedener Vertreter des "Pax Americana" Präsident der USA war und Trump definitiv keinen Einfluss auf die Außenpolitik hatte.
Putin tut das, was er für notwendig hält, egal wer im WH wohnt. Aber, Netanyahu nicht. Er braucht Zustimmung vom WH. Das ist ihm aber sicher für seine einseitige Maßnahmen, wie demnächst die Annexion von Jordantal, falls er wiedergewählt wird.

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spiegelneuronen 11.09.2019, 11:34
93. Ja, echt - Sehnsucht nach Mutanten-Stadl und Adams Family?

Zitat von dippegucker
... Das schöne an Trumps Regierungsstil ist, daß er nicht kauft, was er nicht bestellt hat, diese Konsequenz wünscht man sich bei deutschen Politikern auch öfter.
Lustig, sie meinen wenn Trump verhandelt und anschliessend twittert, dass er von seinen Aussagen Abstand nimmt und sich von sich selbst distanziert??? Ja, konsequent unrichtige Angaben zu machen ist nun schwer mit Konsequenz zu verwechseln, die Durchhaltevermögen und Glaubwürdigkeit suggeriert. Aber fürs Kurzzeitgedächtnis mag er ja einigen dementen Politikbeobachtern so erscheinen.
Ich halte derartige Politiker eher für pathologisch auffällig, weniger für wünschenswert.

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mostly_harmless 11.09.2019, 11:42
94.

Zitat von spon_4_me
Sie sind doch ein kluger Mann. Erklären Sie mir als schlichtem Gemüt einmal, weshalb Trumps Aussenpolitik „eine einzige Katastrophe“ sei. Nicht, dass er ein Narzist und Lügner sei, dass er charakterlich die Talsohle markiere - das alles gestehe ich sofort ein. Aber wo ist die Katastrophe? Sie kennen sich doch noch eigenem Bekunden gut in Afrika aus. Nennen Sie mir einfach ein Beispiel (wenn Sie in großzügiger Stimmung sind auch zwei), wo es solche Katastrophen gibt. Wir werden diesen Mann nicht mit unauthentischem Moralgeschwätz los - das hat 2016 nicht geklappt, es ist mehr als zweifelhaft, ob es 2020 klappt. Und wir beide dürfen nicht mal mitwählen, oder.
Wieso sollte man Trump - aus europäischer Sicht - loswerden wollen? Der Mann arbeitet konsequent daran, die USA zu ruinieren. Die Zahl der Wissenschaftler, die in die USA gehen ist dank Trumps Krieg gegen die Wissenschaft implodiert

https://eu.usatoday.com/story/opinion/2019/07/22/donald-trump-war-on-science-hurts-america-and-americans-column/1765301001/

Und ohne diesen Import an Wissenschaftlern werden die USA sich immerhalb von 20 Jahren aus der trechnologischen Weltspitze verabschieden.

Die Schulden der USA wachsen aktuelle schneller als während der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 90 Jahren

https://edition.cnn.com/2019/08/24/opinions/trump-deficit-gop-myth-zelizer/index.html

Was wegen der in Zukunft eher die Regel als die Ausnahme bildenden Shutdowns die Funktionsfähigkeit des Staates in den USA massiv einschränken wird.

Trumps Umgang mit seinen Verbündeten eröffnet immense Chancen auf ein eigenständiges Europa

https://thehill.com/policy/international/458455-here-are-the-us-allies-that-have-been-in-trumps-crosshairs

Natürlich nur, wenn man einen Weg findet, das aus den USA und aus Russland finanzierte Wachstum der Rechten in Westeuropa ins Gegenteil umzukehren.

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neue_mitte 11.09.2019, 11:42
95.

Zitat von marcanton80
[...] Bolton will Krieg, Trump nicht, auf diese Essenz lässt sich das ganze zusammenfassen. [...]
Wieso stellt dann der Friedensengel Donald T. überhaupt erst einen welt- und geschichtsbekannten Kriegstreiber ein, der schon unter seinen Vor-Vorgänger gewütet hat? Um ihn dann schlussendlich unter dem Jubel seiner Jünger wieder zu feuern? Was ohne eine Einstellung überhaupt gar nicht nötig gewesen wäre?

Man munkelt ja, dass Donnie nicht liest, sondern nur TV schaut. Hat er damals nicht mitbekommen, wer J. Bolton ist und was er getan hat und weiter tun will? Wurde der arme Donnie getäuscht, als er J. Bolton den Job gab? Wo doch Donnie immer nur die allerbesten Leute engagiert? Wie passt das zusammen?

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mostly_harmless 11.09.2019, 11:45
96.

Zitat von carahyba
Ein deklariertes Ziel Trumps war das iranische Mullahregime zu stürzen. Das hatte er schon im Wahlkampf erklärt und Obamas Zustimmung zum Iranabkommen scharf kritisiert. Da war es nur logisch seinerseits das Abkommen zu kündigen. [...]
In der realen Welt hat Trump das GEGENEIL dessen versprochen, was Sie behaupten. Nämlich das die USA aufhören, Regime-Change Politik zu machen. Trump hat NIE irgend ein Wort darüber verloren, im Iran einen Regime Change anzustreben.

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nachdenk71 11.09.2019, 11:49
97. Eine gute Entscheidung

Diesmal hat Trump den richtigen Mann entlassen. Bolton war es, der bisher jede gütliche Einigung mit anderen Staaten verhindert hat.
So hatte Kim Jung Un nach dem Scheitern der Gespräche zwischen den USA und Nordkorea erklärt, dass er bei weiteren Gesprächen nicht wünsche, dass Bolton daran beteiligt werde. Dieser hatte faktisch eine Kapitulation Nordkoreas verlangt, was Nordkorea absolut nicht akzeptieren konnte.

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Beat Adler 11.09.2019, 11:50
98. Immerhin erreichte Obama NACH dem Heim-ins Reich-holen der Krim

Zitat von kp229
Wenn Sie schon eine solch steile Thesen aufstellen, dann sollten Sie Ihre Beispiele aber so wählen, dass diese wenigstens zur These passen! Die Annexion der Krim erfolgte im Frühjahr des Jahres 2014, als mit Obama noch ein entschiedener Vertreter des "Pax Americana" Präsident der USA war und Trump definitiv keinen Einfluss auf die Außenpolitik hatte.
Immerhin erreichte Obama NACH dem Heim-ins Reich-holen der Krim, dass bestimmte Personen und Firmen in Russland sanktioniert und boykottiert wurde, damit dem Kreml die Moeglichkeit nahm gleich noch den Osten der Ukraine einzuheimsen. Putin spielte das Spiel des Staerkeren gnadenlos und brutal. Die Pax Americana war tatsaechlich fuer einen Moment hilflos.

Nun mit Trump, wegen dessen Geheimnisverrates an Lavrov im Weissen Haus 2017, ein CIA Agent, der ganz nah bei Putin platziert war, exflitriert werden musste. Niemand traut dem Trump, der Dank Putins GRU und FSB im Oval Office sitzt, eine Politik gegenueber Russland zu, die auch nur ungefaehr der Pax Americana entspricht. Siehe die Massaker der russischen Armee in Syrien! Und..... Wer erledigte den Job und toetete 40 Jihadisten, die Meisten darunter wichtige Kader, kuerzlich in Syrien? Wer wohl? Die USA! Putin protestierte. Er wollte sie am Leben erhalten, um seine Assad Freundschaft zu staerken, denn ohne Jihadisten keine weitere Unterstuetzung Assads noetig.

Trumps Russland, Syrien, Ukraine, Aussenpolitik ist miserabel! Sie kostet Tausende Menschenleben!
mfG Beat

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carahyba 11.09.2019, 11:54
99. Trump ...

Zitat von mostly_harmless
In der realen Welt hat Trump das GEGENEIL dessen versprochen, was Sie behaupten. Nämlich das die USA aufhören, Regime-Change Politik zu machen. Trump hat NIE irgend ein Wort darüber verloren, im Iran einen Regime Change anzustreben.
Trump hat mehrmals im Wahlkampf erklärt, dass das Mullahregime verschwinden muss.

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