Forum: Politik
US-Schulschießereien: Aufstand der Teenager
imago/ ZUMA Press

Die Columbine-Generation: Geboren nach dem US-Schulmassaker von 1999, sind sie "School Shootings" gewöhnt. Doch nach dem Amoklauf von Florida machen die Jugendlichen jetzt gegen die Politik mobil.

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sischwiesisch 19.02.2018, 08:21
10. Vielleicht

Zitat von Laurent Sonny
Also entweder kann ich nicht rechnen, ich lebe im falschen Jahr oder der Kontext im Artikel stimmt nicht: In Absatz 1 wird geschrieben, der Massaker von Columbine war 1999 und im 3. Absatz steht aber, dass die Lehrer zum 20. Jahrestag protestieren. Wir sind doch im Jahr 2018, oder?
rechnen sie in den USA das Jahr 1999 als erstes dazu. Keine Ahnung. Dann würde es passen.

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CorpRaider 19.02.2018, 08:26
11.

Mal abgesehen davon, dass wohl schon ein paar Millionen AR-15 Gewehre in den USA im Umlauf sind und ein "Bann" immer nur für Neukäufe gilt, halte ich die ganze These für extrem fragwürdig, dass sich hierdurch auch nur ein Amoklauf verhindern lassen würde. In Columbine, in Erfurt, in Winnenden, an der Virginia Tech usw. nutzten die Amokläufer auch keine AR-15 und es gab jeweils viele Tote. Die AR-15 ist generell der Verkaufshit in den USA, weshalb die Wahrscheinlichkeit nun mal hoch ist, dass auch ein Amokläufer diese Waffe besitzt. Dass die Häufigkeit von Amokläufen in den USA zunimmt, würde ich in direkter Korrelation mit der medialen Berichterstattung setzen, die auch immer äußerst Täter fokussiert ist. Früher gab es in den USA mehr Waffenbesitzer, aber weit weniger Amokläufe bzw. war dieses Phänomen über Jahrzehnte quasi der US-amerikanischen Gesellschaft völlig fremd, da war die bekannteste Amoktat das Texas tower shooting von 1966.

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pittiken 19.02.2018, 08:36
12.

Zitat von Le Commissaire
Was sollen diese Diskussion? Es wird sich _nichts_ ändern. Viele Länder habe ihre völlig irrationalen Glaubenssätze, über die man außerhalb dieses Landes nur den Kopf schüttelt. In den USA ist es das Recht, (bestimmte) Waffen besitzen zu können, von dem viele Menschen (und vor allem viele Politiker) ganz dolle überzeugt sind. In Deutschland ist es das fehlende allgemeine Tempolimit auf Autobahnen -- dies ist einzigartig auf der Welt, sorgt für viele tödliche Unfälle und von ihm sind viele Deutsche ganz dolle überzeugt. So, wie sich in Deutschland am fehlenden Tempolimit auf Autobahnen nichts ändern wird, wird sich in den USA an den Waffengesetzen nichts ändern.
Die meisten tödlichen Unfälle passieren auf den Landstraßen, wo ein generelles Tempolimit gilt.

Und bezüglich der Waffengesetze, es wäre naiv zu glauben, dass, wenn es keine Waffen legal zu kaufen gäbe, dann würden es keine Amokläufe mit Waffen geben.

Wenn ich eine Waffe haben möchte, dann kann ich mir diese auch beschaffen, illegal, überall auf der Welt, auch in Deutschland.

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Him 19.02.2018, 08:37
13. Gähn

Es ist doch jedes mal dasselbe in diesem völlig verdrehten Staat. Da rennt dann ein Wahnsinniger mit Waffen rum, der angeblich schon polizeilich bekannt war, wieder wird viel geweint und "TamTam" gemacht aber am Ende verläuft alles wieder im Sande. Für Trump heißt das, wie schon bei seinen Vorgängern: Aussitzen und auf andere Themen ablenken. Ein Großteil der Amis will eben die "Freiheit" haben, sich mich Waffen einzudecken; dafür gibts Alkohol eben erst mit 21 und nach Vorlage des Ausweises....ein Maschinengewehr kann man so mal einkaufen....das ist natürlich ziemlich gestört aber gut, die wollen es ja so und dann müssen die eben damit leben, dass immerwieder mal jemand ausrastet. Und die haben den Typen ja auch gewählt und wussten, was da auf sie zukommt und er die Waffengesetze eher lockern, denn straffen wird; von daher hält sich auch mein Mitleid in Grenzen.

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G. Seiters 19.02.2018, 08:37
14. Wäre die Konstellation

von Nationalitäten, Ländern und Motivationen nur etwas anders, dann würde der Bericht vielleicht mit der Zeile beginnen: "Jugendliche instrumentalisieren Einzelfall für Hetze gegen die Politik." Nicht, dass ich das so formulieren würde, aber mit der Zusammenstellung mehrerer solchen Positionen könnte man sich mal einem neutralen und somit seriösen journalistischem Artikel nähern.

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der-junge-scharwenka 19.02.2018, 08:43
15. Trumps Versagen

Zitat von CorpRaider
Mal abgesehen davon, dass wohl schon ein paar Millionen AR-15 Gewehre in den USA im Umlauf sind und ein "Bann" immer nur für Neukäufe gilt, halte ich die ganze These für extrem fragwürdig, dass sich hierdurch auch nur ein Amoklauf verhindern lassen würde. In Columbine, in Erfurt, in Winnenden, an der Virginia Tech usw. nutzten die Amokläufer auch keine AR-15 und es gab jeweils viele Tote. Die AR-15 ist generell der Verkaufshit in den USA, weshalb die Wahrscheinlichkeit nun mal hoch ist, dass auch ein Amokläufer diese Waffe besitzt. Dass die Häufigkeit von Amokläufen in den USA zunimmt, würde ich in direkter Korrelation mit der medialen Berichterstattung setzen, die auch immer äußerst Täter fokussiert ist. Früher gab es in den USA mehr Waffenbesitzer, aber weit weniger Amokläufe bzw. war dieses Phänomen über Jahrzehnte quasi der US-amerikanischen Gesellschaft völlig fremd, da war die bekannteste Amoktat das Texas tower shooting von 1966.
Selbstverständlich sind Amokläufe nicht dadurch gänzlich zu verhindern, dass man den Neuerwerb von Waffen verbietet; die Ursachen für derartige Gewaltausbrüche liegen tiefer. Aber irgendwo muss man anfangen, und da ist der Ansatz, den Zugriff auf Waffen zu beschränken, erst einmal ziemlich naheliegend. Dass in den USA zu viele Waffen kursieren, lässt sich doch nicht wirklich wegdiskutieren. Ein Problem ist zunächst die faktisch fehlende Zuverlässigkeitsprüfung für Waffenbesitzer. Es ist schlicht unverantwortlich, psychisch labilen, vielleicht sogar gestörten Menschen den Zugriff auf Waffen zu ermöglichen. Das deutsche Waffenrecht kennt einen ziemlich ausdifferenzierten Katalog an Zuverlässigkeitskriterien, der mir persönlich immer noch nicht weit genug geht, der aber im konzeptionellen Ansatz schon mal nicht schlecht ist. Letztlich wird man sich aber auch die Frage stellen müssen, warum Zivilisten überhaupt das Recht haben müssen, Schusswaffen zu besitzen. Ein einleuchtender Grund fällt mir dafür jedenfalls nicht ein. OK, es ist in den USA ein verfassungsmäßig garantiertes Recht. Aber das ist nur eine Erklärung, kein wirklich überzeugender Grund. Verfassungen kann man ändern, Rechte kann man einschränken. Das gilt auch für die USA.

Und schließlich noch ein Wort zu Donald Trump: Natürlich hat er persönlich diese Amokläufe nicht zu verantworten. Aber als Anführer der Nation wäre es seine Aufgabe, Maßnahmen in die Wege zu leiten, diesen Irrsinn zu beenden. Dass er sich dieser Erkenntnis verschließt (aus welchen Gründen auch immer): Das ist sein persönliches Versagen. Das gilt im Übrigen für Politiker in allen Ländern, die die Probleme der Gegenwart nicht erkennen (wollen) und deshalb keine Lösungen für die Zukunft entwickeln.

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grumpy53 19.02.2018, 08:44
16. jede Revolution beginnt mit einem ersten Schritt

Am absoluten Ziel die Verfassung und die Gesetzgebung zu ändern gemessen, machen kämpferische Reden junger Menschen vielleicht die Hoffnungslosigkeit verständlich. Aber jede Veränderung beginnt mit einem ersten Schritt. Und wenn nur 61.000, die like gepostet haben, selbst keine Waffen kaufen oder mit ihren waffenbesitzenden Eltern diskutieren, wohin das führen kann und dass es einen (absoluten) Schutz nicht gibt, ist etwas erreicht worden. Trump ist ein Heuchler, er selbst hat dafür gesorgt, dass Menschen mit psychischen Problemen wieder Waffen kaufen dürfen und hat sich von der NRA sponsern lassen, seine falsche Betroffenheit erkennen diese jungen Leute wohl eher, als seine Unterstützer, die meinen, noch mehr Waffen seien ihr Recht. Wo so viele Waffen sind, wird es immer eine Möglichkeit geben, sich legal oder illegal eine zu besorgen. Aber wenn Eltern schon aufhören würden, ihre 9jährigen mit Halbautomaten "zum Spaß" auf Schießanlagen rumballern zu lassen, auch dann wäre viel erreicht. Wir sollten nicht übersehen, dass es in USA auch viele gibt, die so denken wie diese Schüler, vielleicht ist das ein Schritt auf dem Weg zur Veränderung.

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Watschn 19.02.2018, 08:45
17. Diese Bewegung muss politisch sehr breit kommen...

D. h. nicht ausschliesslich aus dem links-liberalen Lager, sondern zumindest auch aus dem gemässigten republikanischen Lager - evtl. besser noch gar aus christl. Bewegungen; sonst hat sie kaum eine Chance. (Wird als Eingriff in die Bürgerrechte, als clintonnahe, sowie linksliberal-sozialistisch, u. als unamerikanisch abgestempelt..)

Solide Zustimmung für solche erfreuliche Vorhaben gibts bisher halt leider nur in Kalifornien und in den stark liberaldemokratisch geführten Ostküstenstaaten wie Maryland, NY, W.DC, Massachusetts u evtl. noch Vermont. Bereits in Nachbarstaaten wie Virgina o. New Jersey hätte heute eine Volksabstimmung gegen das second amendment (Waffentragen) leider keine Chance; das muss man sehen.

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fleischwurstfachvorleger 19.02.2018, 08:47
18. Killerargument

Zitat von Solid
In den USA praktizieren Teenager ganz besonders ausgeprägt eine Kultur des Mobbings und der Ausgrenzung vor einem generellen Hintergrund des Wettbewerbs, in dem Verlierer gnadenlos untergehen. Es ist diese spezielle Kultur, die nicht nur den zahlreich beklagten sexistischen Missbrauch hervorbringt, sondern eben auch jene tief greifenden psychischen Verstümmelungen, die dann zu diesen von Rache motivierten Amokläufen führt. Die Linken missbrauchen diese Taten nur allzu gerne, um damit ein Waffenverbot zu rechtfertigen, das das Selbstbewusstsein und die Wehrfähigkeit der Bürger gegen linke Übergriffe abschleifen soll.
Genau - alles so belassen, wie es ist, weil sich schon immer Kinder auf dem Schulhof geprügelt haben.

Zwischen einem (!) blauen Auge und 17 Särgen sehe ich aber schon einen gehörigen Unterschied.

Und bei Einführung eines Tempolimits von z.B. 110 km/h auf der Autobahn, können Sie natürlich (weiterhin) mit 200 km/h sich und andere gefährden, wenn Sie aber erwischt werden, wird es teuer.

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multi_io 19.02.2018, 08:48
19.

Zitat von Le Commissaire
Was sollen diese Diskussion? Es wird sich _nichts_ ändern. Viele Länder habe ihre völlig irrationalen Glaubenssätze, über die man außerhalb dieses Landes nur den Kopf schüttelt. In den USA ist es das Recht, (bestimmte) Waffen besitzen zu können, von dem viele Menschen (und vor allem viele Politiker) ganz dolle überzeugt sind. In Deutschland ist es das fehlende allgemeine Tempolimit auf Autobahnen -- dies ist einzigartig auf der Welt, sorgt für viele tödliche Unfälle und von ihm sind viele Deutsche ganz dolle überzeugt.
Die Zahl der Verkehrstoten pro Personenkilometer ist in Deutschland niedriger als in den USA und etlichen anderen westlichen Ländern. Hingegen ist die Zahl der Toten durch Waffengewalt in den USA höher als in allen anderen westlichen Ländern.

PS: Ich bin für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen in Deutschland.

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