Forum: Politik
US-Senatswahl: In Florida muss per Hand nachgezählt werden
REUTERS

Nach den Midterms sind die Stimmen im US-Staat Florida bereits maschinell nachgezählt worden - demnach liegen die beiden Top-Senatskandidaten aber nur 0,15 Prozentpunkte auseinander. Nun muss per Hand gezählt werden.

sven2016 16.11.2018, 04:31
1. Nicht nur das Wahlsystem,

auch die Umsetzung funktioniert nicht richtig.

Könnte es sein, dass die USA mächtige Probleme mit low tech und human ressources haben?

Das lässt sich mit dem massenhaften Einfliegen von Anwälten nicht ausgleichen.

Puppenstubendemokratie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
appenzella 16.11.2018, 06:09
2. Wahlbetrug?

Jaklar!
"Schon im Jahr 2000 war Florida Schauplatz dramatischer Szenen, als die Stimmen für die Präsidentenwahl zwischen George W. Bush und seinem Widersacher Al Gore nachgezählt werden mussten, was dann wiederum auf Antrag Bushs vom Obersten Gerichtshof gestoppt wurde. Bush gewann schließlich mit einem Vorsprung von 537 Stimmen."
Wie kann es angehen, daß einer der Betroffenen, damals George Dabbeljuh Bush die gesetzlich vorgeschriebene Auszählung auf Antrag beim Obersten Gerichtshof stoppen kann?

Wie kann es angehen, daß ein Donald Trump trotz des Verdachts des Wahlbetruges (Rußlandkonnektion) Präsident werden konnte?
Ich fasse es nicht.
Zum Glück gibt es so etwas in Deutsch-Land nicht, denn das glegentlich Umfallen von FDP-Abgeordneten (Albrecht/Niedersachsen; Schmidt/Kohl/Genscher BRD) kann man juristisch korrekt nicht als Wahlbetrug bezeichnen - es ist lediglich Betrug am Wähler..
Ja Grüezimo der appenzella

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mittelalter 16.11.2018, 07:12
3. So funktioniert Demokratie im Rechtsstaat

Das Gesetz schreibt eine Handzählung vor und gute Demokraten/Republikaner unterwerfen sich dem. Sich gegen ein Nachzählung auszusprechen, ist undemokratisch. Und genau so ist sicher zu stellen, dass das Nachzählen rechtmäßig geschieht.
Hier geht es schließlich um einen der Kernpunkte der Demokratie, der freien Wahl des Bürgers, der freien Entscheidung des Souveräns, wem er welche Teile der Macht in die Hände gibt.

Genau so zu unterlassen sind aus deutscher Sicht aber Untertitel wie „Schon wieder Florida“. Wenn man sich anschaut, was für seltsame „Zählungen“ gerade in Hessen und vor geraumer Zeit in NRW und schon zwei mal in Bremen vorgenommen wurden, der wähnt sich hier schier in einer Bananenrepublik.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Peter Boots 16.11.2018, 07:53
4. Ein Freund von W. war ich bestimmt nicht...

... er hat aber 2000 doch die meisten Stimmen in Florida bekommen. Nachdem ja der Supreme Court die Nachzaehlung unterband, heuerten mehrere Zeitungen Leute an und zählten über etwa sechs Monate alle Stimmen aus. Bush gewann danach (steckt Finger in den Mund, hält ihn in den Wind) mit etwa so 12 bis 14,000 Stimmen. Nachdem das kurz nach 9/11 veröffentlicht wurde hat das nie grosse Nachrichten gemacht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Peter Boots 16.11.2018, 08:31
5. Zu Wahlbetrug bei W.

2000 hat der Supreme Court die Nachzaehlung unterbunden da in den Wahlbereichen nicht ueberall die gleiche Methode benutzt wurde, und das ist illegal. Die Richter haetten natürlich auch anweisen können dass überall die gleiche Methode verwendet wird, aber das haben die Konservativen Richter ja nicht getan. Wenn jetzt der Demokrat Nelson gegen den Republikaner Scott verliert, dann aus dem gleichen Grund warum Gore gegen Bush verlor: Idioten haben in einem großen Wahlkreis die Wahlzettel designt: Nelsons Name stand als einziger unter den Wahlanweisungen, und niemand liest die Wahlanweisungen. Also hat der Demokrat Nelson im grössten Demokratischen Wahlkreis 20,000 Stimmen weniger bekommen als der Demokratische Landwirtschaftsbeauftragte. Und 2000, bei Gore, hat der ultrakonservative antisemitische Buchanan auch so etwa 20,000 Stimmen in einer Demokratischen Hochburg bekommen wo sehr viele juedische Rentner, auch Holocaust survivors lebten. Da war der Stimmzettel so ausgelegt dass es links und rechts je eine Spalte mit Namen gab, hoehenmaessig leicht versetzt, und in der Mitte eine Spalte mit Kreisen die markiert werden mussten. Gore und Buchanan waren sich gegenüber, und wenn jemand nicht ganz genau hinsah, oder nicht mehr so gut sah, wurde Buchanan statt Gore gewählt. Und das ist also jetzt auch so ein richtig kranker Treppenwitz der Geschichte: Buchanan hätte dort höchstens 150 bis 200 Stimmen bekommen, aber wegen des verrückten Wahlzettels haben die alten Juden den Antisemiten gewählt, und damit W. zum Präsidenten gemacht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
isi-dor 16.11.2018, 12:37
6.

Den Willen der Wähler kann man in einer Demokratie genau dann respektieren, wenn er korrekt und zweifelsfrei ermittelt wurde. Die Anerkennung eines möglicherweisen unkorrekten Wahlergebnisses ist weder nötig, noch statthaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren