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US-Strategie im Irak: Mit Illusionen gegen den IS
REUTERS

Mehr Waffen, bessere Ausbildung: Mit dieser Strategie soll die irakische Armee den "Islamischen Staat" vertreiben - sagen die USA. Doch der Plan ist unrealistisch.

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enzio 03.11.2014, 19:09
1. Fehlkalkuliert

Ein typische, amerikanische Idee: Ausbilden, schwer bewaffnen und dann läuft's doch..Von Vietnam über Afganisthan jetzt im Irak machen die USA die gleichen Fehler. Die Bevölkerung muss gewonnen werden. Deshalb ist es sinnvoll, erst einmal auf die zuzugreifen, die wie die Peschmerga und die PKK kämpfen wollen und können. Wann lernen die USA dazu??

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pekaef 03.11.2014, 19:17
2. Vietnam reloaded (wieder einmal)

Leider scheinen die Amerikaner nie etwas aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Vietnam, Irak, Afghanistan, jetzt "IS". Immer dieselbe Taktik: Die Feinde unserer Feinde sind unsere Freunde. Quatsch. In den USA haben sich Demokratie und Nationalismus inzwischen zu einer Art Religion vermengt, die rationales und strategisches Denken leider verhindert.

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ekel-alfred 03.11.2014, 19:24
3. Etwas fehlt....

Zu einer schlagkräftigen Armee fehlt die richtige Einstellung bzw. Opferbereitschaft. Die meisten Iraker sind nur zur Armee gegangen, weil man dort in "Friedenszeiten" gutes Geld verdienen konnte. Das hat aber nichts mit Treue zur Regierung oder Heimatliebe zu tun. Sobald der erste Schuß fiel, haben sie alle auf den Hacken kehrt gemacht.

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killi 03.11.2014, 19:29
4. Weshalb sagt niemand dem Kreml,

dass seine Soldaten im Irak Urlaub machen dürfen? Deren Freizeitbeschäftigung ist doch mit Staatseigentum in Form von Panzern und anderen Waffen, Leute abzuschiessen. Da würden sie erst noch gegen echte Terroristen ballern, die im Gegensatz zur ukrainischen Regierung, Russland auch offiziell den Krieg erklärt haben. Washington selbst lebt einer Illusion nach. Wie der Artikel schon aussagt, was nicht in zehn Jahren funktionierte, wird innert weniger Monaten erst recht nicht funzen. Vorallem nicht, wenn alle Schiss haben, von den IS zu tode gefoltert zu werden, sollten sie in einen Hinterhalt oder sonst wie in Gefangenschaft geraten. Die vielen Aussenposten und Städte wurden nicht grundlos Kampflos aufgegeben. Dieser Konflikt würde nur mithilfe von Nato Soldaten oder aber chinesischen bzw. russischen Truppen schnell beigelegt werden. Aber weder die einen noch die anderen haben ein Interesse daran, auch nur einen Tropfen eigenes Blut auf Nahostgelände tropfen zu sehen.

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auf_dem_Holzweg? 03.11.2014, 19:30
5. Nazi-Deutschland, Russland, Vietnam, Sadam, Afghanistan, Osama... nun IS

die Ami's finden aber echt immer wieder jemanden auf den sie draufhauen müssen.
Das traurige dabei ist: unser Hollywood-Staat schafft es auch immer wieder perfekt illusioniert den Rest der Welt davon zu überzeugen daß das "Ungeziefer" umgehend von allen entschlossen entfernt werden muss.
Selbst extram passive Politiker wie Merkel werden bei diesen Aufrufen sogar mal aktiv, ein wirklich sehr ungewöhnlicher Zustand. Kann sie doch ansosten kaum handeln, wir erinnern uns an NSA ?!? ...
Anstatt vorzubeugen, für mehr Ausgleich und Gerechtigkeit in der Welt zu sorgen fürhen wir lieber Krieg. Klar, das schafft Geld durch Waffengeschäfte.
Die paar Leichen fallen ja eigentlich nicht ins Gewicht wenn es um Geld gehr richtig?

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tangarra 03.11.2014, 19:32
6. Auf solche Ideen kommt man nur bei Realitätsverlust.

Realitätsverlust prägt zunehmend die Politik der USA und der EU, für die mittlerweile nicht nur im Irak gilt, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

Eine Politik aufgebaut auf Illusionen kann nur schief gehen, das gilt nicht nur für den Irak sondern auch für alle anderen Konfliktherde, z.B. die Ost-Ukraine.

Realpolitik ist gefragt, aber wo sind die Bismarks und Willy Brands von heute?

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RV6284 03.11.2014, 19:35
7. USA setzen aufs falsche Pferd...

Die Widerstand leistenden Kurden sollten von den USA unterstützt werden.... die USA ist mir eigentlich lieb, aber ihre Außenpolitik ist einfach dumm. Die USA gönnt den Kurden keinen autonomen Staat, vielleicht aus Rücksicht auf den grossen türkischen Bündnispartner... aber die Türken treiben unter Erdogan ein falsches Spiel... der Westen sollte ein Land nicht hofieren, das dabei ist westliche Werte gegen islamische zu ersetzen.

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esopherah 03.11.2014, 19:36
8. may god forgive them

Die Aktionen der USA ähneln langsam denen, der untergehenden Wehrmacht. Es werden Soldaten zur Unterstützung geschickt, die gar nicht existieren. Hoffnung, die Japaner oder gar die Türken könnten den Untergang verhindern. Die USA fangen eine Niederlage nach der Anderen, alle Kriege der letzten Jahrzehnte wurden entweder verloren, oder gar nicht erst ernsthaft begonnen. Sprich man beschrängte sich auf's Steinzeitbomben und Zivielvernichtung, blos nicht besetzen und die Verantwortung (war die nicht mal verpflichtend, so Völkerrechtsmässig?) für das eigene Handeln übernehmen. Statt dessen werden unzählige Privatarmeen aka dreckige Söldner der untersten Kathegorie (siehe abu greib oder wie der hauptfolterknast hies) unter Vertrag genommen. Internationale Licence to kill für Hillbillys! Einheimische Tölpel werden Radikalsiert (extra radikale Korane der CIA) und bestehende Gruppen instrumentalisiert. Das ging soweit, dass eine Riesenarmee mit besseren Waffen ausgerüstet wurde, als die eigenen Soldaten! Und nun haben wir IS mit US Waffen und andere sollens richten.... Fällt hier irgendjemandem noch ein grundsätzliches Problem auf?

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rohfleischesser 03.11.2014, 19:36
9.

Ich halte das für eine recht vielversprechende Strategie der irakischen Führung. Der IS wird nicht von allein zusammenfallen, aber er macht sich bei den von ihm terrorisierten lokalen Bevölkerungsgruppen auf Dauer unbeliebt und somit angreifbar.

Die Unzuverlässigkeit, um nicht zu sagen massenhafte Fahnenflucht der sunnitischen Soldaten innerhalb der irakischen Armee hat doch die Erstarkung des IS im Irak erst möglich gemacht. Dass man nun auf diese Waffenbrüder erstmal verzichtet und für eine geplante Offensive lieber eine schlagkräftige Truppe aus zuverlässigeren Zeitgenossen aufbaut, ist verständlich.

Was es braucht sind nicht bewaffnete Stammeskrieger, die man gegeneinander ausspielt, sondern eine reguläre, gut organisierte Armee, die den Frieden und die Gewalthoheit des Staates wieder herstellt. Mir persönlich geht das nur viel zu langsam.

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